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Karlspreisträger Timothy Garton Ash: Der Westen ist in existenzieller Krise – und politische Bildung wichtiger denn je

MÜNCHEN. Der britische Historiker und Autor Timothy Garton Ash hat die Rolle Deutschlands in der Weltpolitik betont. Deutschland sei «ungewollt wieder fast so etwas wie eine Weltmacht», sagte Ash am Mittwoch in München. Als Begründung nannte Ash die feste Einbettung in alle europäischen Institutionen.

Warnt vor einer wachsenden Demokratiemüdigkeit: der Historiker Ash. Foto: Daniel Vegel /  Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

Warnt vor einer wachsenden Demokratiemüdigkeit: der Historiker Ash. Foto: Daniel Vegel / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

Die Europäische Union und der gesamte Westen befänden sich aber in einer «existenziellen Krise». Konkret kritisierte er den nationalistischen Populismus und verwies darauf, dass nur noch gut die Hälfte der jungen Europäer die Demokratie für die beste Regierungsform hielten. «Wir leben somit in einer Zeit, in der politische Bildung wichtiger ist denn je.»

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Der Historiker, der vor wenigen Tagen den Karlspreis erhielt, sprach anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Politischen Akademie Tutzing im Bayerischen Landtag. Die Politische Akademie wurde am 27. Mai 1957 gegründet und versteht sich als Forum der Information und Kommunikation. Sie setzt sich zudem mit der deutschen Geschichte auseinander und ist Stätte der Weiterbildung und politischen Meinungsbildung.

Die Akademie mache das komplexe Politikgeschäft verständlich, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), dessen Partei vor 60 Jahren noch gegen die Akademie gestimmt hatte. «Es kommt bei der CSU häufiger vor, dass wir am Anfang dagegen waren und heute dafür», scherzte der Ministerpräsident. Die SPD-Vorsitzende Natascha Kohnen nannte die Akademie eine «bayerische Erfolgsgeschichte», die Grünen nannten sie einen «Glücksgriff». dpa

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