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Niemand will aufs Land – Landtag in Mecklenburg-Vorpommern debattiert über Lehrermangel

SCHWERIN. Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) hat Probleme bei der Gewinnung junger Lehrer für Schulen auf dem Lande eingeräumt, hält Lösungsvorschläge der Linken aber für unzureichend. Es sei wichtig, künftige Lehrer schon während des Studiums mit dem ländlichen Raum vertraut zu machen. Mit der Bereitstellung von Praktikumsplätzen dort und der Übernahme zusätzlicher Fahrtkosten aber sei das nur begrenzt möglich. «Sie schaffen es, einen kleinen Punkt sehr groß darzustellen», sagte Hesse am Freitag im Landtag in Schwerin.

Sie reagierte damit auf einen Antrag der oppositionellen Linksfraktion, in dem Finanzhilfen für Lehramtsstudenten gefordert wurden, wenn sie studienbegleitende Praktika auch außerhalb der Studienorte Rostock und Greifswald absolvieren. Der Antrag fand keine Mehrheit.

Nach Angaben von Linksfraktionschefin Simone Oldenburg finden sich gut drei Viertel der aktuell 75 ausgeschriebenen Lehrerstellen, auf die es nicht eine einzige Bewerbung gebe, in Schulen auf dem Lande. Viele angehende Lehrer wüssten aber gar nicht, welche Bedingungen sie dort vorfänden. «In Rostock haben wir 600 Lehramtsstudenten, die an den Schulen der Stadt ihre schulpraktischen Übungen machen. Das sind 30 je Schule», rechnete Oldenburg vor. Würde das Semesterticket für den Nahverkehr mit Zuschüssen des Landes aber auf die umliegenden Regionen erweitert, könnten Studierende auch in Kleinstädten und Dörfern Praktika absolvieren und so «kleinere Schulen kennen- und schätzen lernen», meinte die Linken-Abgeordnete. Dies sei ihnen bislang wegen klammer Geldbeutel jedoch nicht möglich.

Hesse verwies auf die Initiativen der Landesregierung, den Lehrerberuf in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt attraktiver zu machen. Dazu zähle neben den Verbesserungen bei der Lehrerbesoldung vor allem die Verbeamtung. Künftig gelte es aber auch, die Vorzüge von Landschulen deutlicher zu machen und darauf Einfluss zu nehmen, «dass bei der Lehrerausbildung auch genügend Landeskinder dabei sind». Das erhöhe die Chancen, dass Absolventen auch im Land eine Tätigkeit aufnehmen.

Oldenburg warnte davor, sich auf die Verbeamtung als Standortvorteil zu verlassen. «Beim näheren Hinsehen verpufft dieser Vorteil, da 13 weitere Bundesländer ebenfalls verbeamten», gab sie zu bedenken. dpa

2 Kommentare

  1. Das Problem gab es zu DDR-Zeiten auch schon. Es ist wohl durch Gehalt oder Status (Verbeamtung) nicht zu lösen.

    Damals musste man vor Beginn des Studiums unterschreiben, dass man die ersten 3 Berufsjahre dort arbeitet, wo man „hingeschickt“ wird. Es scheint einerseits mit einer freiheitlichen Gesellschaft wohl nicht vereinbar, andererseits kennt das Beamtenrecht doch wohl auch solche „Zwänge“.

    Also könnte das doch möglich sein – als Quasi-Dankeschön für die kostenlose Berufsausbildung?!?

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