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Positiver Trend – doch Alkoholkonsum bleibt unter Jugendlichen verbreitet

BERLIN. Die Volksdroge Alkohol ist Jugendlichen nicht fremd. Angesichts der aktuellen Zahlen einer Studie lobt zwar die BZgA ihre eigene Aufklärungsarbeit. Doch trotz positivem Trends sind die nackten Zahlen immer noch erschreckend: Jeder zehnte Jugendliche trinkt mindestens einmal pro Woche Alkohol. 13,5 Prozent haben sich mindestens einmal im letzten Monat in den Rausch getrunken. Jetzt will die Bundeszentrale neue Impulse setzen.

Jugendliche und junge Erwachsene trinken weniger Alkohol. Diesen Trend bestätigen die Ergebnisse der Studie „Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2016“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Bundesweit hatte die BZgA 7.003 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt.

Der Alkoholkonsum Jugendlicher ist rückläufig, dennoch scheint es nicht so, dass Alkoholprobleme mit der kommenden Generation aussterben. Foto: geralt / pixabay (CC0 Public Domain)

Der Alkoholkonsum Jugendlicher ist rückläufig, dennoch scheint es nicht so, dass Alkoholprobleme mit der kommenden Generation aussterben. Foto: geralt / pixabay (CC0 Public Domain)

Die aktuellen Studienergebnisse zeigen, dass sich sowohl der Alkoholkonsum als auch das sogenannte Rauschtrinken Jugendlicher und junger Erwachsener rückläufig entwickeln: Insgesamt 64,5% der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen haben schon einmal Alkohol getrunken. 10,6 % dieser Altersgruppe trinken regelmäßig. Im Jahr 2004 waren es noch 21,2 Prozent.

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Aktuell geben 13,5 Prozent der Jugendlichen an, sich mindestens einmal im letzten Monat in einen Rausch getrunken zu haben (2004: 22,6 Prozent), wobei nach wie vor das Rauschtrinken bei männlichen 12- bis 17-Jährigen (16,5 Prozent) weiter verbreitet ist als bei gleichaltrigen Mädchen (10,3 Prozent).

Ungefähr jeder dreißigste Jugendliche (3,3 %) und etwa jeder siebte junge Erwachsene (14,5 %) konsumiert so viel Alkohol, dass die Grenzwertempfehlungen für Erwachsene (Frauen: nicht mehr als 12 Gramm Reinalkohol pro Tag; Männer: nicht mehr als 24 Gramm Reinalkohol pro Tag) überschritten werden.

Zwischen dem besuchten Schultyp und dem Alkoholkonsum der Jugendlichen konnten die Forscher fast keine signifikanten Unterschiede ermitteln. Lediglich der regelmäßige Alkoholkonsum ist unter Hauptschülern (14,5%) weiter verbreitet als unter Gymnasiasten (5,9%).

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, erklärt: „In Deutschland trinken immer weniger Jugendliche regelmäßig Alkohol, das ist eine gute Nachricht! Dieser Trend kommt nicht aus dem Nichts, er ist auch das Ergebnis guter Aufklärungsarbeit.“

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Auch bei den 18- bis 25-Jährigen zeigt sich eine positive Entwicklung: Der regelmäßige Alkoholkonsum ist rückläufig und liegt aktuell bei 30,7 Prozent. Mindestens einmal im letzten Monat haben sich 42,5 Prozent der männlichen und 22,6 Prozent der weiblichen jungen Erwachsenen in den Alkoholrausch getrunken. Dennoch liegt der Konsum weiterhin auf relativ hohem Niveau.

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erläutert: „Erfreulich ist, dass 36,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen angeben, noch nie Alkohol getrunken zu haben. Zudem trinken Jugendliche später als jemals zuvor den ersten Schluck Alkohol – aktuell mit 14,9 Jahren. Ihren ersten Alkoholrausch erleben heutige Jugendliche durchschnittlich ebenefalls später als ihre Vorgängergenerationen. Liegt das Alter aktuell bei 16,4 Jahren, 2004 waren die Jugendlichen beim ersten Alkoholrausch noch fast ein Jahr jünger.

Doch trotz positiver Trends betrieben insgesamt nach wie vor zu viele Jugendliche und junge Erwachsene Rauschtrinken, so Thaiss. Um Jugendliche mit den Informationen der Alkoholprävention zu erreichen, bedürfe es neuer Impulse. Mit neuen Plakatmotiven im Comicstil will die Bundeszentrale Jugendliche mit einem Augenzwinkern für die Risiken eines riskanten Alkoholkonsums sensibilisieren. Bei der Neuausrichtung der BZgA-Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ wurden neben Plakaten und Broschüren, Faltblätter, das Internetportal sowie die Präsenz in den sozialen Netzwerken überarbeitet. (zab, pm)

• BZgA-Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“
• Alkoholsurvey 2016 (BZgA)

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