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Studie: Schule formt das Gehirn – strukturierte Umgebung sorgt für bessere Konzentration und Verhaltenskontrolle

BERLIN. Still sitzen, dem Unterricht folgen, Ablenkungen von Mitschülern und anderen Verlockungen widerstehen – der Schuleintritt ist für Erstklässler, die oftmals aus eher spielorientierten Kindergärten kommen, eine Herausforderung. Doch die strukturierte Lernumgebung scheint sich schnell auf das Gehirn von Kindern auszuwirken. So zeigen sie schon innerhalb des ersten Schuljahres eine messbar bessere Konzentrationsfähigkeit und Verhaltenskontrolle als Kindergartenkinder in ähnlichem Alter. Das ist das Ergebnis einer langfristigen Studie von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung sowie der Universität von Kalifornien, Berkeley.

„Im Alter zwischen fünf und sieben Jahren machen Kinder große Entwicklungssprünge, vor allem in der Fähigkeit ihr eigenes Verhalten zu kontrollieren. Uns interessierte, ob das nur mit der allgemeinen Hirnreifung oder auch mit der Einschulung, die oft in diese Lebensphase fällt, zusammenhängt“, sagt Garvin Brod, Erstautor der Studie, ehemaliger Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und jetzt am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung. Die Untersuchung ist Teil des Projekts „HippoKID“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und die erste neurowissenschaftliche Langzeitstudie, die sich mit den Auswirkungen des Schulbeginns auf die Gehirnentwicklung befasst.

Das menschliche Gehirn ist hochkomplex - auch wenn man es nicht immer glauben mag. Foto: Liz Henry / Flickr (CC-BY-ND-2.0)

Die Hirnreifung wird durch den Schuleintritt begünstigt, sagen die Forscher. Foto: Liz Henry / Flickr (CC-BY-ND-2.0)

Die Studienergebnisse basieren auf Daten von 60 Kindern, die zu Beginn der Studie fünf Jahre alt waren. Um Veränderungen als Auswirkung des Schuleintritts feststellen zu können, wurden die Tests nach einem Jahr wiederholt. Während bei der ersten Testung noch alle Kinder in den Kindergarten gingen, war bei der zweiten ein Teil der Kinder bereits ein Jahr in der Schule. Beide Male lösten die Kinder Aufgaben am Computer, mit denen ihre Aufmerksamkeit und ihre Verhaltenskontrolle getestet wurden. Und mithilfe der gesundheitlich unbedenklichen Magnetresonanztomographie (MRT) wurde im Anschluss die Gehirnaktivität der Kinder gemessen und verglichen.

Beide Gruppen – sowohl die Kindergartenkinder als auch die Schulkinder – verbesserten über das Jahr ihre Aufmerksamkeit sowie ihre Verhaltenskontrolle. Insgesamt machten die Schulkinder im Vergleich zu den Kindergartenkindern aber größere Entwicklungssprünge. Sie zeigten außerdem eine höhere Aktivierung des rechten posterioren Parietalcortex (PPC) – einer Hirnregion, die länger andauernde Aufmerksamkeitsleistungen unterstützt. Kinder mit einer stärkeren Zunahme in der Aktivierung ihres rechten PPC zeigten eine stärkere Verbesserung in ihrer Verhaltenskontrolle. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die strukturierte Lernumgebung der Schule positiv auf die Entwicklung der Verhaltenskontrolle auswirkt“, so Garvin Brod.

Die Wissenschaftler warnen jedoch vor einer Überinterpretation der Studienergebnisse: „Das bedeutet nicht, dass eine frühe Einschulung automatisch besser ist. Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt des Schuleintritts können wir nicht beantworten – das muss eine individuelle Entscheidung bleiben. Denn jedes Kind ist anders. Auch wissen wir noch nicht, ob die Effekte anhalten“, sagt Ko-Autorin Yee Lee Shing, Leiterin der HippoKID-Studie am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und jetzt Wissenschaftlerin an der Universität Stirling. „Diese Ergebnisse zeigen zum ersten Mal, wie der Umweltkontext das Gehirn Fünfjähriger beim Übergang in die Schule formt“, ergänzt Ko-Autorin Silvia Bunge, die als Professorin an der Universität von Kalifornien, Berkeley, arbeitet.

57 Kommentare

  1. ZITAT: “Still sitzen, dem Unterricht folgen, Ablenkungen von Mitschülern und anderen Verlockungen widerstehen – der Schuleintritt ist für Erstklässler, die oftmals aus eher spielorientierten Kindergärten kommen, eine Herausforderung. Doch die strukturierte Lernumgebung scheint sich schnell auf das Gehirn von Kindern auszuwirken. So zeigen sie schon innerhalb des ersten Schuljahres eine messbar bessere Konzentrationsfähigkeit und Verhaltenskontrolle als Kindergartenkinder in ähnlichem Alter. ”

    Bessere Konzentrationsfähigkeit und Verhaltenskontrolle !

    Und warum brauchen dann so viele Grundschüler nicht mehr stllzusitzen, dürfen im Raum herumrennen, wie sie wollen, machen (ohne Struktur !) was sie gerade wollen und worauf sie Lust haben und und und … ? Wäre doch auch mal Zeit, umzudenken !

    • Ihre Frage, sofawolf, ist mehr als berechtigt.
      Wenn es heißt, die Ergebnisse deuteten darauf hin, “dass sich die strukturierte Lernumgebung der Schule positiv auf die Entwicklung der Verhaltenskontrolle auswirkt“, warum werden dann Stillsitzen und andere Formen der Selbstbeherrschung immer wieder als sinnloser und kinderfeindlicher Drill bezeichnet?
      Als Höhepunkt in diesem Forum empfand ich einen Lesekommentar, in dem die sog. Sekundärtugenden, die eine strukturierte Lernumgebung erst ermöglichen, als böse SS- oder Nazitugenden dargestellt wurden.

    • “Und warum brauchen dann so viele Grundschüler nicht mehr stllzusitzen, dürfen im Raum herumrennen, wie sie wollen, machen (ohne Struktur !) was sie gerade wollen und worauf sie Lust haben und und und …”
      Das ist Ihre Beobachtung. Ist diese allgemeingültig? Ihre Beobachtungen sind mir von meinen Schulerfahrungen als Lehrkraft fremd. Bei uns darf mit Sicherheit keiner machen was er will. Keine Ahnung, ob so etwas bundeslandabhängig oder lehrerabhängig ist. Ich kenne das von Ihnen beschriebene Chaos, wo man alles laufen lässt, nicht einmal vom Hörensagen. Auch bei 4teachers intern finde ich keine Hinweise darauf.
      Im Gegenteil: Man versucht immer eine Struktur hineinzubringen. Natürlich muss man Erstklässler erst einmal zur Selbstdiziplin erziehen. Das ist für die KollegInnen je nach Klassenzusammenzusetzungen sehr anstrengend und gelingt wohl fast nie in dem Maße wie man es gern hätte. Ja, und man kann sogar einen offenen Unterricht strukturiert ablaufen lassen. Ein Lehrer wird im Idealfall die Methode wählen, die seine Klasse noch gut bewältigen kann.

      • Dann lesen Sie noch mal die Artikel, die auch hier veröffentlicht wurden, zu Unterrichtsstörungen. Sie waren das, worunter die Lehrer bundesweit am meisten leiden (Studie).

        Herzlichen Glückwunsch, wenn es bei Ihnen anders ist.

      • Dass die allermeisten Lehrer händeringend versuchen, den Kindern beizubringen, dass sie nicht alles machen dürfen, was sie wollen, steht außer Frage.
        Dass immer mehr diese Aufgabe aber nicht mehr bewältigen können wegen vorschulischer Erziehungsdefizite und anderen Verschlechterungen an den Schulen, steht ebenso außer Frage.
        Lehrkräfte sollten im eigenen Interesse auch nicht so tun, als könnten sie die Herkulesaufgabe mit Engagement und Mühe im Großen und Ganzen bewältigen.
        Wer sich selbst als Alleskönner darstellt, darf nicht erstaunt sein, wenn von ihm auch Unmögliches verlangt wird und er zum Sündenbock wird, sobald er es nicht erfüllen kann.

        Auch ich möchte gratulieren, wenn bei Ihnen die Schulwelt noch weitgehend in Ordnung ist und sie mit den Erziehungsaufgaben fertig werden. Ob das in anderen Schulen, insbesondere Brennpunktschulen, trotz aller Mühen noch möglich ist, wage ich zu bezweifeln.
        Dann sollten die Lehrer zum eigenen Wohl und zum Wohl ihrer Schüler auch nicht hinterm Berge halten mit ihren Problemen. Im Gegenteil.

        http://www.news4teachers.de/2013/07/vbe-sieht-erziehungsmangel-als-problem-nummer-eins-fur-die-schulen/

        • Darum geht es nicht. Es geht um das beobachtete Chaos von sofawolf, dass die Schüler alles machen dürfen, was sie wollen und das klingt für mich wie ein indirekter Vorwurf an Lehrkräfte, dass sie alles laufen lassen und Struktur ihnen ziemlich unwichtig ist.
          Mir geht es darum zu betonen, dass sich Lehrkräfte sehr wohl bemühen, Struktur in das Klassenzimmer und in den Unterricht zu bringen. In wie weit das immer möglich ist, steht auf einem anderen Blatt.
          Ich habe nicht beobachtet, dass jemand einen Schüler einfach machen lässt wie er will. Man versucht ja dagegen zu steuern.
          Oder habe ich die Aussage falsch interpretiert?

        • Man muss nur die nötigen Integrationshelfer kennen. Entweder Heckler&Koch oder für englischsprachige Gruppen Smith&Wesson.
          Mit diesen Herrschaften gibt es auch an Brennpunktschulen keine Durchsetzungsprobleme.

          • Den Antrag stellen aber die Eltern, und die sind häufig nicht bereit dazu. Da kann ich die I-Helferinnen ruhig kennen, sie müssen leider draußen bleiben.

          • Nee, die geben im Regelfall den von der Klassenleitung ausgefüllten Antragsbogen – bestenfalls sogar eigenhändig unterschrieben – bei der zuständigen Stelle ab. Der einfachheithalber meistens im Schulsekrtariat, damit der Antrag von dort auf den Weg gebracht wird.

          • Bei Heckler&Koch und Smith&Wesson wäre ich das auch nicht, Palim

          • Das ist mal wieder interessant, dass es in anderen Bundesländern anders läuft. Hier müssen die I-Helferinnen allein von den Eltern beantragt werden, Anträge gehen ans Jugendamt (Erziehung) oder Sozialamt (Körperbehinderung). Schule darf zwar beraten, und im Formular Felder ausfüllen, aber nichts beantragen und in keinem Dokument (FöS-Überprüfung) das “böse I-Wort” (gemeint ist Integrationshilfe) benennen, damit kein Rechtsanspruch auf Kostenübernahme entstehen kann.
            Da es auch für FöS-Kinder keine zusätzlichen Stundenzuweisungen gibt, stehe ich als Lehrkraft ohne Unterstützung da, wenn die Eltern die Beantragung einer I-Hilfe nicht voranbringen.

          • Warum scheuen sich viele Eltern, eine Integrationshilfe in Form eines Lernbegleiters für ihr Kind zu beantragen? Man sollte doch meinen, sie seien dankbar für diese Möglichkeit.
            Immer wieder komme ich auf meine Vermutung zurück, dass beim Regelschulbesuch des Kindes oftmals auch Aspekte von Status und Ansehen eine Rolle spielen. Das Kind soll nicht durch eine Lernbegleitung auffallen, die andere Schüler nicht haben.
            Das wäre ja wieder Stigmatisierung.
            Die Inklusion wird mir immer suspekter.

          • @palim – das ist ein Missverständnis, auch in NRW müssen dei Eltern bzw. Erziehungsberechtigten Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket oder die Mittel für Integrationshelfer beantragen. Das läuft dann so, dass nach intensiver Beratung durch die Klassenleitungen und der x-ten Nachfrage und Erinnerung das entsprechende Antragsformular besorgt wird oder der Klassenleitung der Geduldsfaden reißt und sie die Antragsformulare besorgt. Im Anschluss wird das Blanko-Formular der Klassenleitung zum Ausfüllen vorgelegt. Wenn dieses mit der Unterschrift der Schulleitung oder deren Vertreung und dem Schulstempel versehen ist, wird es den Eltern zur Unterschrift zugeschickt – besser vorgelegt, damit es nicht verloren geht. Das unterschriebene Formular wird dann vom Sekretariat direkt mit der Behördenpost zur Stadt weitergeleitet, damit es dort auch ankommt.

            Wenn bestimmte Teile der Elternschaft nicht das Rundum-sorglos-Paket auf dem Silbertablett serviert bekommen, dann passiert nämlich überhaupt nichts. Die sind nämlich der Meinung, dass Schule sich darum zu kümmern habe, schließlich sei Schule doch der Meinung, dass die Begleitung des eigenen Nachwuchses durch einen I-Helfer notwendig sei. Und der kommunale Sachaufwandsträger freut sich riesig über jeden nicht abgegebenen Antrag. DAs entlastet nämlich den Sozialetat in besonderem Maße. Also ist vom Schulträger bzw. dem Jugendamt keinerlei Unterstützung zu erwarten.

          • Axel von Lintig

            E.S.
            Sie benötigen Gutachter, die ihrem Kind die Notwendigkeit eines Lernbegleiters bescheinigen.Außerdem benötigt man einen guten Anwalt, der den Lernbegleiter vor Gericht durchsetzt.Für unsere Tochter läuft gerade ein derartiges Verfahren. Leider weiß die städtische Mitarbeiterin gar nicht bescheid und sieht die Lernbegleitung als unnütz an.

          • Danke für die Aufklärung, Herr von Lintig.
            Trotzdem wundere ich mich noch immer, dass sich so viele Eltern schwertun, eine Lernbegleitung für ihr Kind zu beantragen bzw. nur noch ihre Unterschrift unter den von der Schule ausgefüllten Antrag zu setzen.
            Oder wissen die schon, welche Hürden danach u. U. noch auf sie zukommen? Dann aber macht die Inklusion keinen Sinn, denn das Kind sitzt ohne besondere Hilfe in der Regelschule nur seine Zeit ab und ist der frustrierenden Erfahrung von “Minderwertigkeit” täglich und stündlich ausgesetzt.
            Ich frage mich, was sich die Eltern von so einem Schulbesuch versprechen. Manche legen sogar Wert darauf, dass ihr Kind ein Gymnasium besucht. Wo liegt der Nutzen für das Kid?

          • Axel von Lintig

            E.S., Dickebank

            Meine Ehefrau hatte drei Termine , an denen sie sich das gesonderte Antragsformular bei der Sachbearbeiterin abholen sollte. Sie wurde zweimal von der Sachbearbeiterin versetzt ohne vorher davon unterrichtet zu werden, dass die Sacharbeiterin nicht den Termin wahrnehmen kann. Wir haben darum gebeten uns das Formular zuzuschicken. Dem kam man nicht nach. Ich habe danach den Vorgesetzten der Sachbearbeiterin angerufen und ihm die Situation geschildert und mich beschwert. Danach erhielt meine Ehefrau das Formular. Von der Hörtherapeutin erfuhren wir dann, dass es regelmäßig aussitzenden Widerstand von Seiten der stätischen Bediensteten gibt, da die Lernbegleiter von den Kommunen bezahlt werden.
            Den Gutachter bezahlen diese dann, aber anschließend darf man dann prozessieren.Außerdem müssen die Eltern auch einen Bericht über ihr Kind schreiben. So bleiben Kinder aus einer spracharmen Umgebung auf der Strecke, weil die Eltern gar nicht in der Lage sind Formulare auszufüllen. Der Anteil funktioneller Analphabeten ist hoch, steigt mit dem Alter und verhindert eine zügige Abwicklung.
            Da setzt sich fort was allein schon durch die Pädagogik der unterlassenen Hilfeleistung Kinder aus spracharmen Familien und mit Migrationshintergrund benachteiligt.
            Außerdem wissen viele Eltern gar nicht , dass es die Lernbegleiter gibt.
            Wir warten bis heute auf eine Antwort, damit wir unsere Klage gegen die Kommune einreichen können, um den Lernbegleiter gestellt zu bekommen.

          • @AvL – nicht mein Problem. Die Formularausgabe sowie die Sachbearbeitung finden bei der zuständigen Kommune statt. Dass die Kommune ebenso Sachaufwandsträger für die Schulen als auch leistungserbringer für den Sozialetat ist, ist politisch gewollt. Folglich beschweren Sie sich beim Gesetzgeber.

          • Axel von Lintig

            dickebank

            Ich mache nicht die Lehrer verantwortlich, denn die unterstützen uns noch beim Antragsverfahren durch eigene Berichte. Es sind die kommunalen Behörden, die den Sand ins Getriebe bringen. Wir arbeiten mit den Lehrern zusammen.

          • Der Witz ist doch, dass die lehrer als Landesbedienstete eigentlich überhaupt keine Zuständigkeit besitzen, Sie müssen sich mit den Eltern zusammen schließen, um gemeinsam mit den vorhandenen Möglichkeiten bei der Gemeinde um Unterstützung zu betteln, die den Eltern sowohl Bund als auch Land zugestehen. Den Kommunen muss man zu gute halöten, dass sie sowohl vom Land als auch vom Bund finanziell im Regen stehen gelassen werden. Die Kommunen sind hoffnungslos unterfinanziert, zu mal gerade ärmwere, finanzschwache Kommunen durch ihre Soziallasten in die Haushaltssicherung getrieben werden, was zu immer geringeren Handlungsspielräumen führt und die Investitionsquote sinken lässt. Es hat doch Gründe, warum Kommunen mit hohen Sozialausgaben die marodeste Infrastruktur haben. So ist der Teufelskreislauf angelegt, sozialer Brennpunkt, plus ruinöses Schulgebäude. Gemäß der broken-window-Theorie ist absehbar, was fürderhin passiert.

          • @ dickebank

            Wenn man als Lehrer genau das macht, also nichts aufgrund von fehlender Zuständigkeit, werden die Elternproteste bei der Schulleitung groß.

          • Und das ist super! Die SL muss nämlich der protestierenden Elternschar gegenüber die eigene Lehrerschaft in Schutz nehmen und auf deren Nicht-Zuständigkeit verweisen. Gleichzeitig muss die SL die Beschwerden aber auf der SL-Dienstbesprechung bei der Bez.-Reg. und bei der Kommune auf die tagesordnung setzen. Ebenfalls muss die SL, sollten die Beschwerden über die Schulpflegschaft und deren Vertreter in die Schulkonferenz eingebracht werden, diesen Punkt in der SchuKo thematisieren. Das Protokoll geht ebenfalls routinemäßig an die Abteilung Jugend und Schule bei der Kommune.

            Was Besseres kann eigentlich gar nicht passieren. Danach wird die Angelegenheit nämlich zum Spielball im Rat. Die spielen dann Ping_Pong zwischen Schul-, Sozial- und Haushaltsausschuss. – Und zwar so lange bis sich der Hauptausschuss oder der Stadtrat der Sache annehmen muss. Letztendlich will ja keiner die heiße Kartoffel in der Hand behalten.

    • Axel von Lintig

      Sofawolf

      Das müssen Sie mal Ihre Kollegen fragen und die Eltern fragen, die sich für den unstrukturierten Unterricht einsetzen.Wie soll man denn in einer derartigen Umgebung arbeiten und sich konzentrieren können.
      Kinder benötigen Rituale. Das kann im Unterricht mit einer Begrüßung beginnen oder auch einem Morgengebet, machte meine Mutter immer als Lehrerin. Als sie dieses einmal aussetzte , erinnerten die Grundschüler sie daran, dass sie noch nicht gebetet hätten.Selbst der damalige Schulrat fand das gut.
      Wahrscheinlich regt sich jetzt wieder irgendjemand hier darüber auf.
      Jedenfalls trägen Rituale zum gegenseitigen Respekt bei und fördern die Konzentrationsfähigkeit der Kinder. Und am Ende der Stunde wurde dann noch ein Lied gesungen. Darüber kann man sich jetzt auch noch einmal ereifern.Früher war eben alles schei…….

      • Rituale und Rhythmisierung des Unterrichts gehören auch heute noch zum Standard einer Unterrichtsplanung vor allem in der Grundschule. Die Rhythmisierung wird sogar noch mehr betont als früher, sie muss auch sein um Konzentrationsphasen zu ermöglichen.

  2. Danke für den Zuspruch, Maren.

    Manchmal kommt es mir so vor (ich übertreibe natürlich), dass die immer freundlichen und netten Lehrer, die mit den Kindern im Unterricht ständig Spiele spielen, aber ein Chaos haben, unter dem sie früher oder später später selbst zusammenbrechen, heutzutage die guten Lehrer sind und jene, die – wie Sie so schön sagen – auf eine strukturierte Lernumgebung setzen und gegen Unterrichtsstörungen vorgehen, damit auch was gelernt werden kann, sind die bösen.

    Und die guten sind dann irgendwann ausgebrannt, fehlen alle naselang wegen diverser Erkrankungen oder gar dauerhaft und dann dürfen die bösen ihren Unterricht auch noch übernehmen und das Chaos wieder richten.

    • Grob überschlagen habe ich mal “berechnet”, dass 5 Minuten, die man wegen Unterrichtstörungen pro Stunde verliert (als Durchschnittswert) im ganzen Schuljahr de facto zum 1 MONAT Unterrichtsausfall führen!

      Und das ist noch eher “kleingerechnet”, wie manche hier meinten.

  3. Der Artikel gibt über die Kinder kaum Auskunft: Waren es Kinder aus verschiedenen Bundesländern, dass sie gleich alt waren? Oder waren einige zu Beginn der Studie 5 Jahre und 11 Monate als und andere soeben 5 geworden? Warum sind die einen zur Schule gekommen und die anderen nicht? Wurden die KiGa Kinder zurückgestellt, weil sie noch nicht schulreif waren?

    Im Laufe des ersten Schuljahres muss bei vielen Kindern die Schulreife zunächst noch entwickelt werden. Das Einschulungsalter wurde gesenkt, Kinder sind früher schulpflichtig, aber nicht immer schulreif. Vorschulen und Schulkindergärten wurden vielerorts aufgelöst (Sparen wir lieber!) oder Entscheidungen können ausgehebelt werden (Elternwille). KiGa-Konzepte sind sehr unterschiedlich, es gibt offene, geschlossene und gemischte Formen, Gruppenphasen von 15-60 Minuten, Freie Phasen von 30-180 min, Angebote zum Wählen oder als Pflicht etc. … entlang des Planes, der einem Curriculum gleich kommt.

    An unserer Schule beobachten wir auch, dass verstärkt Kinder mit geringeren Lernvoraussetzungen zur Schule kommen – damit sind nicht die Kinder mit Unterstützungsbedarf (Inklusion) gemeint. Vielen Kindern fällt die Bewältigung des Schultages sehr schwer. Konzentration und Fokussierung ist bei etlichen Kindern ein weites Lernfeld. Eltern geben Erziehungsverantwortung ab oder nehmen die Notwendigkeit gar nicht wahr, etliche sind einfach unwissend oder hilflos. Erziehung, wie sie vor Jahren gang und gäbe war, ist heute nicht mehr zu erwarten, innerhalb einer Klassengemeinschaft fehlt häufig das Korrektiv. Das wird auch in anderen Schulen so sein: Kinder mit Auffälligkeiten bilden die Mehrzahl, schulreife, lernbereite Kinder die Minderheit. Unterricht, der vor einigen Jahren in Klasse 1 noch möglich war, stößt inzwischen an seine Grenzen. Auch das gilt für unterschiedliche Methoden im Unterricht.

    Mit der Einschulung kommen Kinder in eine neue soziale Gruppe – ihre Klasse – mit einer neuen Bezugsperson – der Klassenlehrerin. Sie müssen sich mit neuen Kindern auseinandersetzen, aber auch damit, dass sie 4 Stunden am Tag “fremdgesteuert” werden und dabei Teil einer größeren Gruppe sind. Wer denkt, die Erstklässler werden in der Schule abgegeben und können dann diese 4 Stunden frei herumlaufen und den ganzen Tag spielen und machen, was sie wollen, hat entweder etwas verwechselt oder eine Grundschule schon lange nicht mehr von innen gesehen. Selbst in alleroffensten Systemen gibt es Regeln (Grüße an Rolf Robischon), Begrüßungen, Rituale, verschiedene Lernformen.

    Die meisten Grundschulen arbeiten immer noch „herkömmlich“, freie Schulen oder Schulen mit sehr offenen Konzepten sind eher Exoten. Manche haben Eingangsstufen, viele (oder alle) setzen Inklusion und Migration um und differenzieren extrem. Dennoch gibt es nach wie vor in den meisten Klassen Aufträge, Arbeitsanweisungen, Aufgaben, die die Kinder bewältigen sollen. Tatsächlich sitzen die Kinder nicht 4 Stunden still und stumm auf dem Stuhl. Lernformen mit Bewegung gehören dazu, Bewegungseinheiten auch. Das bekommt vermutlich mehr Gewicht, weil es in heutiger Zeit notwendig ist: für unruhige Kinder und für die, die sonst das Sofa nicht verlassen würden. Das bedeutet ja aber nicht, dass der ganze Vormittag so gestaltet wird.

    Ein Beispiel: Ich hatte am Freitag eine schöne Stunde im Fachunterricht in Klasse 1, einer Klasse, die sonst eher lehrerzentrierten Unterricht entlang des Lehrwerkes gewohnt ist und in der sehr viele Kinder auffällig unruhig oder nicht schulreif sind (auch wenn das 1. SJ fast geschafft ist), sodass Unterricht, der vor Jahren in Klasse 1 noch möglich war, hier an Grenzen stößt, auch beim lehrerzentrierten Unterricht, der stilles Sitzen und leises Arbeiten erfordert. Nun gab es, viel später als sonst, endlich ein Lernbuffet, keine große Öffnung, für diese Lerngruppe aber schon eine Herausforderung – für die SuS und auch für mich. Das mag von außen betrachtet chaotisch wirken, aber es ist ein hoch konzentriertes Lernen mit einem Anteil Selbststrukturierung, der von den Kindern erwartet oder erlernt wird. Einigen kommt die Öffnung entgegen, anderen nicht. Etliche lieben die Abwechslung und überschlagen sich in ihrem Lerntempo, andere benötigen Hilfe, sich zurechtzufinden.

    Die Kinder, die sonst auch Probleme haben, dem Unterricht zu folgen, muss ich dennoch im Blick behalten. Deren Problem ist weniger der Unterricht an sich, die Öffnung oder die Methode, sondern viel mehr persönliche Probleme, bei jedem Kind etwas anderes: Verwahrlosung, Trauerbewältigung, Erziehungschaos, Minderbegabung, Überbehütung … Ob diese Kinder bei einer vergleichbaren Studie auffällige Ergebnisse hätten?

    • Axel von Lintig

      Es waren wieder einmal nur 60 Schüler.
      Trotzdem ist es wichtig, dass die Kinder im letzten Kindergartenjahr auf die Schule vorbereitet werden. In unserem haben die Vorschulkinder im letzten Jahr regelmäßig die Zahlen und die Buch schreiben gelernt. Hinzu kam noch Englisch sprechen und singen.
      Das bietet leider nicht jeder Kindergarten, wäre aber wünschenswert und müsste in den Katalog der Kindergärten aufgenommen werden.

      • Ich weiß nicht. Buchstaben? Sollte man nicht im Kindergarten vor allem die Grundlagen fördern, vor allem die motorischen statt Buchstaben zu lernen? Es bringt nichts, den Stoff der Schule vorwegzunehmen. Wer motorisch gut drauf ist, hat später keine Schwierigkeiten im erlernen. Wenn ich sehe, welche Stifthaltung z.B. Schüler aus dem Kindergarten mitbringen, die sie bis ich sie im 3. Schuljahr übernehme nicht mehr herausbekommen und dadurch mühsamer schreiben. Auch im Sportunterricht merkt man motorische Defizite, wenig Körperspannung z.B. Im Kognitiven lieber einmal etwas spielerisch abzählen, Spiele machen, die das logische Denken fördern, Wimmelbilder anschauen und darüber sprechen usw. Da kann man so viele Grundlagen legen, an die man dann in der Schule anknüpfen kann.

        • Axel von Lintig

          Unser Kindergarten fördert in vielen Bereichen., die Motorik durch regelmäßigen Sport, Zahlenraum bis 10, die großen Buchstaben, den eigenen Namen schreiben, kleine Rechenaufgaben unter zehn, Englisch hören, Lieder singen, das phonologische Bewusstsein fördern, lange und kurze Vokale,
          keine reinen Anlaute !

          • Ehrlich gesagt halte ich das Differenzieren von Vokalen (lang oder kurz?) für besonders schwer. Bei mir tun sich manche Kinder noch im 3. Schuljahr schwer damit.
            Dass diese Übungen in den Kindergarten gehören, bezweifle ich. Dort sollten sie besser sauberes und richtiges Sprechen üben.

          • Axel von Lintig

            gugrun

            Vokaldifferenzierung können die meisten deutschen Kindergartenkinder, nur , wenn ausschließlich die langen Vokale eingeübt werden, dann verlernen die es wieder zu differenzieren.
            Häuschen A gegen Häuschen C nach Röber

            ko men /kommen Häuschen C richtig
            re nen /rennen Häuschen C ist richtig
            Ma ßen /Massen Sinn entnehmend zuordnen
            Qua len /Quallen dto.

        • Ich denke wie Sie, ysnp!

        • Ich sehe es auch wie ysnp. Ich brauche kein Frühenglisch verpflichtend im KiGa und der KiGa muss nicht die Aufgabe der Grundschule übernehmen, ebenso wie die Grundschule nicht das Curriculum der weiterführenden Schulen übernimmt.

          Der KiGa hat einen Bildungsplan, der umgesetzt werden sollte. Das geschieht sehr unteschiedlich, ja nach KiGa, je nach Gruppe, je nach Erzieherin.
          Auch mir ist daran gelegen, dass vor allem an den Lernvoraussetzungen gearbeitet wird: Motorik, Feinmotorik, Raum-Lage, Phonologische Bewusstheit, Zählen, Spiele mit Regeln.
          Auch gibt es sehr schöne vorschulische Ideen und Materialien, sodass Kindern im KiGa der Zugang zu Zahlen, Buchstaben, Büchern etc. angeboten wird. Das eröffnet denen, die wissbegierig sind, Möglichkeiten … auch wenn es im häuslichen Bereich keine entsprechende Umgebung dazu gibt. Verpflichtend muss das nicht sein, zumal ja viele Kinder auch nach ihrer Einschulung große Probleme beim Erlernen haben, weil ihre Wahrnehmung nicht genügend geschult oder ausgebildet ist.
          Somit würde ich mir wünschen, dass im Kindergarten genau diese Wahrnehmungsbereiche berücksichtigt werden, was auch geschieht. Dazu bekommen Eltern auch eine Rückmeldung und häufig auch Hinweise, wie sie ihr Kind weiter fördern können. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass Erzieherinnen sehr wohl Eltern Hinweise zur Förderung geben, manche Eltern diese aber nicht annehmen, sondern eher ihr Kind zu Hause halten um den Hinweisen, die sie als negative Kritik auffassen, auszuweichen.

  4. Zahlen lernen und Buchstaben schreiben gehört doch nicht in den Kindergarten! Da sollten die Kinder lieber wieder ausschneiden, kleben, sich anziehen und ein bisschen warten können lernen. Vor allem nur Großbuchstaben! Was für ein Unsinn! Wahrscheinlich sagen sie noch BEEEE und CEEEE!

    • Axel von Lintig

      mississippi

      Natürlich ist alles was ich schreibe schei…., was sonst und früher war das auch so.Aber trotzdem sind diese Kinder viel weiter als all die anderen vernachlässigten Kinder aus den reinen Verwahrungskindergärten.
      Wer Ohren hat der höre.Ich schrieb von Laut-Differenzierung mit Kurz- und Langvokalen, das was man in den Grundschulen hier wieder verlernt und den Erstklässlern abtrainiert, um mit einer blöden Anlaut-Tabelle alles wieder zu verlernen.

      • “um mit einer blöden Anlaut-Tabelle alles wieder zu verlernen.”
        Ja, wenn die Antlaut-Tabelle “blöd” ist, werden die kurzen und langen Vokale nicht berücksichtigt. Diese Anlaut-Tabellen sollte man vermeiden, es gibt ja genug andere.

        Ansonsten gibt es sicherlich Kinder, die bereits vor der Einschulung die Vokale differenzieren können, und andere, die das nicht schaffen. Es gab auch schon immer Kinder, die vor der Schule lesen konnten, was sicherlich nicht generell am Angebot des KiGa lag.

        Hinsichtlich der Qualität in den KiGa sieht und hört man verschiedenes, über die Sprachförderung vor der Einschulung, die bei uns in den KiGa-Räumen stattfindet, aber durch Lehrkräfte erteilt wird, erhält man einen Einblick.

        Die vernachlässigten Kinder sind vermutlich nicht wegen des KiGa, in den sie gehen, vernachlässigt, sondern durch sie gefördert und immerhin ein Stück weiter, als würden sie nur zu Hause bleiben. Um so wichtiger, die regulären KiGa vernünftig auszustatten und die Förderung dieser Kinder schon vor der Schule zu unterstützen, damit sie überhaupt eine Chance haben.

        • Axel von Lintig

          Palim
          Danke für den konstruktiven Kommentar.
          Das Kinder bei der Einschulung lesen können liegt am wahrscheinlich am wiederholenden Vorlesen der Eltern. Kinder mit Migrationshintergrund und aus einer spracharmen Umgebung haben da Nachteile gegenüber kindern aus dem Bildungsbürgertum. Deshalb sollten diese Sprach schwachen Kinder erst recht im Kindergarten gefördert werden,Mengen und Zahlen vermittelt bekommen.
          Entscheidend ist die Umgebung, die unsere Kinder in ihrer Entwicklung befördert oder auch das Gegenteil erzielt.
          Zur Vokaldifferenzierung ,es sind 19 verschiedene, und zum Erwerb der Rechtschreibung gibt es ein Buch von Günther Thome´das Büchlein” ABC und andere Irrtümer über Orthographie, Rechtschreiben,LRS/Legasthenie”.
          (9,80 Euro)
          Dieser Sprachwissenschaftler verbreitet mit Sicherheit keinen Unsinn und das Buch ist sehr gut verständlich geschrieben von einem Therapeuten und Fachmann für Linguistik.

      • Axel von Lintig:
        Ich wollte Sie nicht persönlich kritisieren, aber wir ärgern uns in der Schule, wenn die Kinder aus den Kindergärten nicht die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Wir setzen aber nicht Buchstabenkenntnisse oder einfache Rechnungen bis 10 voraus, sondern eher die praktischen und eigentlich selbstverständlichen Dinge des Lebens, die viele Elternhäuser nicht mehr leisten (können). Was nutzt denn das Schreiben von Großbuchstaben? Wenn sie hoffentlich in der richtigen Schreibabfolge beigebracht werden ist es ja in Ordnung. Aber ich dachte immer, sie wären für den sukzessiven Aufbau beim Lesen – und Schreibenlernen. Die Präsentation aller Buchstaben auf einmal ist doch eher Sache der Anlauttabellen. Wir haben in der Schule nicht so gute Erfahrungen mit dem “Zahlenland” der Kindergärten bzw. der Art und Weise, wie Buchstaben beigebracht werden.
        Zufriedener sind wir mit den Kindergärten, bei denen wir den Eindruck haben, dass die Kinder Anweisungen verstehen, selbstständig mit dem Materiel umgehen können, auch mal eine Weile leise sein können, zuhören können, warten können, sich zu vorgelesenen Geschichten äußern können und und und. Gute Kindergärten stellen auch Defizite in der Entwicklung fest, geben das an die Elternhäuser weiter, geben Tipps und empfehlen Beratungsstellen und Hilfe. Dass manche Eltern das nicht wahrhaben wollen und ignorieren schrieb Palim schon. Das kostet dann in der Schule unnötig Zeit und/oder führt zu Misserfolgen und Frustration.
        Die Beobachtung von Gudrun, dass Kinder in der 3. Klasse noch Probleme haben, lange und kurze Laute zu unterscheiden, kann ich nur bestätigen. Gern werden trotz gelernter Regel z.B. Wörter mit langem Selbstlaut gerne mit doppeltem Mitlaut geschrieben, z.B. Rassen anstatt Rasen.

        • Axel von Lintig

          Das meinte ich ja . Es kommt auf eine sukzessive Vermittlung der Buchstaben in der richtigen Reihenfolge. “Das Würzburger Trainingsprogramm “Hören,lauschen,lernen” habe ich gemeint.Dinge benennen können, mit Reimen arbeiten, abzählen können und Vorlesen, sowie Abzählreime und Kinderlieder vermitteln, das meinte ich.

        • Axel von Lintig

          mississippi

          Den Vorschulunterricht im letzten Kindergartenjahr 2 x wöchentlich über eine Stunde betreibt eine ehemalige Grundschullehrerin.Und die macht das sehr kompetent.

        • Axel von Lintig

          mississippi

          Häuschen A gegen Häuschen C nach Röber
          Qua len /Qualllen
          ra ten /Ratten
          Ka men / Kämme
          ko men/ kommen
          re nen / rennen

          Hinzu kommt, dass vielfach einfachste Grundbegriffe wie Strauch, Hecke etc nicht bekannt sind, und da ist es die Aufgabe der Kindergärten hier den Sprachaufbau zu fördern.

  5. Ach ja, Stifte richtig halten, feststellen, ob jemand Links – oder Rechtshänder ist, selbstständig die Materialien aufräumen lassen. Warum sind in Kindergärten immer die Farbstifte sortiert und werden den Kindern so präsentiert?, also 20 orange Stifte in einer Box, 20 gelbe in einer anderen. Warum gibt man nicht jedem Kind spätestens im Vorschulalter sein Mäppchen/Federtasche, das es aufräumen muss und bringt ihm bei, wie man Stifte spitzt? Das müssen wir alles in der 1. Klasse erstmal einüben. Bis alle Kinder zum Sportunterricht umgezogen sind, kann auch mal 15 Minuten dauern…. Wimmelbilder, über Bücher sprechen, Wortschatzarbeit, in ganzen Sätzen sprechen, sich gegenseitig grüßen, es gäbe genug zu tun.

  6. @ A.v.L.,

    ZITAT: “Das müssen Sie mal Ihre Kollegen fragen und die Eltern fragen, die sich für den unstrukturierten Unterricht einsetzen.Wie soll man denn in einer derartigen Umgebung arbeiten und sich konzentrieren können.”

    Naja, wie das immer so ist. Auch die haben ihre Argumente. Still-sitzen-Müssen ist für die mit Sicherheit Gängelei. Um nur ein Beispiel zu nennen.

    • Axel von Lintig

      Das sich sammeln und konzentrieren kann man bereits im Kindergarten lernen, indem die Kinder lernen sich ausdauernd mit dem Malen oder Kinderspielen sich beschäftigen.Und natürlich trägt die Familie mit dafür Verantwortung, dass sich kinder mit etwas konzentriert beschäftigen. dann bleibt der Fernseher und das Smartphone aus. Mehr als eine Stunde Fernsehen erlaube ich nicht und da entscheide ich mit.

  7. Oder man nennt es, ich glaube hier war es Palim, es wirke zwar chaotisch, aber es setze eine hohe Konzentration voraus. Ich glaube, er meinte offenen Unterricht. Ich finde die Stelle gerade nicht mehr.

  8. @ geli, ysnp,

    naja, ysnp, aber Sie erweckten den Eindruck, als wenn es bei Ihnen keine Unterrichtsstörungen gäbe und alle Kinder immer konzentriert (mit-)arbeiten. Dabei sind die vielfachen Unterrichtsstörungen (aller Art, auch fehlende Arbeitsmaterialien, die dann geholt werden müssen) das, was uns am meisten Nerven und Zeit kostet !

    Wenn -sofawolf- schrieb, Schüler könnten machen, was sie wollen, so geht es dabei sicherlich auch um unterschiedliche Vorstellungen, was gutes Benehmen im Unterricht sei. Wie oben geschrieben wird Stillsitzen heute vielfach als Gängelei abgetan. Bei solchen Lehrern machen die Kinder, “was sie wollen”, nämlich schwatzen mit Nachbarn, Hinter- und Vordermännern, rufen dazwischen, wie ihnen was in den Sinn kommt, stehen auf, rennen im Raum herum; bewerfen sich gegenseitig mit Gegenständen; albern herum, dallern herum; ärgern sich gegenseitig, beschimpfen sich gegenseitig, hauen sich gegenseitig, essen heimlich, spielen heimlich, benutzen ihr Handy heimlich und und und … Alles schon gehört. Und es sind keine Einzelfälle.

    Schön, ysnp, wenn Sie das nicht haben. (Bayern?) Geht man bei uns dagegen vor, kann man Ärger kriegen. Wohlgemerkt als Lehrer! Nicht so sehr als Schüler!

    • Ja, ist es denn bei Ihnen nicht erlaubt, gegen Unterrichtsstörungen vorzugehen?
      So langsam verstehe ich es nicht mehr. Versuchen Sie mir bitte nicht die Worte sozusagen im Mund herumzudrehen. Natürlich gibt es die Unterrichtsstörungen. Aber Lehrer versuchen dagegen vorzugehen. Erziehungsmaßnahmen sind übrigens im Schulgesetz verankert. Das wird in Ihrem Bundesland nicht anders sein.
      Nochmals: Sie haben sich ganz oben so ausgedrückt, als würden GRUNDSCHULLEHRER alles laufen lassen und den Kindern maximale Freiheit zugestehen. DAS habe ich in Zweifel gestellt, denn ich kenne keine GrundschullehrerInnen, die alles laufen lassen und die “Kinder herumrennen lassen wie sie wollen”. Nicht mehr und weniger habe ich geschrieben. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass in Ihrem Bundesland Lehrer anders ticken.

      • Axel von Lintig

        yspn

        Es gibt Grundschullehrer, die ihre Klasse nicht im Griff haben und bei denen die Schüler bedingt durch die offenen Unterrichtsformen sehr laut sind, in der Klasse herumlaufen und eben sich sehr undiszipliniert verhalten. Wenn es denen dann noch an fehlendem Durchsetzungsvermögen fehlt, dann leidet die Lerneffektivität noch mehr.

        • Es gibt auch Lehrer, bei denen die Klasse sehr laut ist, obwohl keine offenen Unterrichtsformen eingesetzt werden.
          Es gibt auch Klassen, die sehr offen arbeiten und dennoch sehr ruhig und sehr diszipliniert sind.
          Und es gibt Klassen und Lehrer, die ruhig und diszipliniert in offenen und in geschlossenen Phasen sind, die sich selbst organisieren ohne dass das Chaos ausbricht.

        • Es gibt auch viele Ärzte, die ihre Praxen nicht im Griff haben, weshalb diese unter Zwangsverwaltung stehen. Ärzte haben sogar ein “drittes” Staatsexamen …

          • Axel von Lintig

            dickbank

            Das Staatsexamen für Ärzte gliedert sich in drei Teilabschnitte, es ist aber ein Staatsexamen.
            Die Arztpraxen stehen unter der Kontrolle der Kassenärztlichen Vereinigungen.Ich arbeite aber in einem Krankenhaus.

          • Genau, und das Physikum ist das erste Staatsexamen …

            BTW schlechter als Krankenhäuser sind Schulen auch nicht geleitet – nur die Staffcrew im Krankenhaus ist um einiges größer als an Schulen. Wofür gibt es eigentlich die Aufgabenteilung zwischen medizinischer Leitung und Verwaltungsleitung. Aus Kostengründen ließe sich hier viel Geld sparen.

          • dickebank

            Nein, das Physikum legt man nach dem vierten Semester ab, danach folgen dann noch die drei Teilabschnitte. So war es jedenfalls noch vor 10 Jahren.
            Und die Bildung von großen Klinik-Konzernen ,wie Asklepios, Helios und den großen konfessionellen Verbunden mit dem Aufkauf von Kassenarztsitzen, dem Zukauf von Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, sowie den Zukauf von Reha-Kliniken, das haben wir dem DRG-System und der Politik zu verdanken.
            Nur das jetzt eben Gewinne gemacht werden, zumindest bei Helios und den Asklepios-Kliniken und damit wurde unser Gesundheitssystem eben für alle noch teurer und “effektiver”.

  9. Es gibt auch in den weiterführenden Schulen ohne offene Unterrichtsformen mit sehr strukturiertem lehrerzentriertem Unterricht Unterrichtsstörungen. Als Mutter eines pubertierenden Sohnes weiß ich genau, wovon ich rede. Wir Eltern bekamen gerade von den Klassenlehrern einen Brief, der eben solches Verhalten beklagt.

  10. @ ysnp,

    lesen Sie mal den neuesten Artikel bei news4teachers:

    ZITAT: “Als besonders belastend bezeichneten die befragten Grundschul-Lehrer den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern (64 Prozent), Lärm (61 Prozent) und fehlende Erholungspausen im Schulalltag (54 Prozent).”

    Siehe: http://www.news4teachers.de/2017/05/a13-fuer-grundschullehrkraefte-warum-die-berliner-entscheidung-bundesweit-schule-machen-wird/

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