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Endlich Platz für moderne Unterrichtsmethoden! VBE fordert neue Richtlinien für Schulbauten

STUTTGART. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg hat die grün-schwarze Landesregierung aufgefordert, endlich die Schulbauförderrichtlinien zu ändern – um Klassenräume zu ermöglichen, die Platz für moderne Lehrmethoden bieten. „Mit Schulbauförderrichtlinien der Nachkriegszeit kann man keinen modernen offenen Unterricht von heute machen“, beklagt der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand.

Die Grundschule auf dem Süsteresch, Schüttorf, bietet Platz für individuellen Unterricht - sie war Hauptpreisträgerin beim Deutschen Schulpreis 2016. Foto: Robert Bosch Stiftung / Theodor Barth

Die Grundschule auf dem Süsteresch, Schüttorf, bietet Platz für individuellen Unterricht – sie war Hauptpreisträgerin beim Deutschen Schulpreis 2016. Foto: Robert Bosch Stiftung / Theodor Barth

Die Schulbauförderrichtlinien in Baden-Württemberg stammen weitgehend noch aus den 60-er Jahren; Raumkonzepte und Flächenvorgaben des Landes hinken modernen Ansprüchen weit hinterher – so lautete das Ergebnis einer Studie von 2012. Seitdem wurden die Richtlinien zwar überarbeitet, im Kern wurde aber lediglich die Förderfähigkeit von Küchen, Mensen und Räume für Betreuungsangebote ergänzt.

Fördermittel als Pauschale

Die an der damaligen Untersuchung beteiligten Architekten und Pädagogen regten seinerzeit laut einem Bericht der „Stuttgarter  Zeitung“ an, Kleingruppenzimmer und vielfältig nutzbare Flure vorzusehen. Überhaupt sollten Schulbaurichtlinien den Kommunen nicht mehr vorschreiben, wie groß einzelne Räume sein dürften. Stattdessen sollten die staatlichen Fördermittel direkt den Schulen als Pauschale überwiesen werden. Je nach Konzeption könne das Kollegium dann die allgemeine Unterrichtsfläche aus großzügig dimensionierten Klassenzimmern oder aus Klassenzimmern mit Gruppenraum und Leseecken sowie Arbeitsplätzen auf den Fluren gestalten. „Ein Musterraumprogramm, das von einer Schule ausgeht, wie sie vor hundert Jahren gedacht und geplant wurde, ist nicht mehr angemessen und sinnvoll“, hieß es.

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Das meint jetzt auch der VBE: Wer Schule pädagogisch voranbringen wolle, dürfe nicht nur Bildungspläne und die Lehrer­Aus- und -Fortbildung renovieren, sondern müsse auch „aus bisweilen museal anmutenden Klassenräumen moderne Lernwerkstätten“ machen, heißt es dort. Dazu sei vor allem ausreichend Platz notwendig, der einen modernen Unterricht möglich mache. Wer Bildung für das 21. Jahrhundert anbieten wolle, dürfe sich nicht mit Klassenzimmern begnügen, „die zu Kaisers Zeiten als ausreichend galten“. Selbstverantwortetes, individuelles Lernen, verstärkte Arbeit in Gruppen und Projekten, jahrgangsgemischter Unterricht mit persönlich zugeschnittenen Bildungsplänen, Werkstattarbeit, Wochenpläne und Ganztagsangebote – das alles erfordere mehr Platz in den Klassenzimmern, mehr Räume zum Ausweichen und mehr Möglichkeiten, um etwa Lerntheken oder Lerninseln einrichten zu können.

„Bei höchstens 66 Quadratmetern Klassenzimmerfläche für bis zu 30 Schüler kann die räumliche Freiheit der Lernenden nicht allzu groß ausfallen“, beklagt der VBE-Chef. Und schlussfolgert bitter: Mitunter machten sich Menschen mehr Gedanken über den Platz, den Tiere zur Verfügung haben müssen, als über die räumlichen Bedingungen, unter denen Schüler erfolgreich lernen sollen. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

 

Ein Kommentar

  1. „„Bei höchstens 66 Quadratmetern Klassenzimmerfläche für bis zu 30 Schüler kann die räumliche Freiheit der Lernenden nicht allzu groß ausfallen“, beklagt der VBE-Chef. Und schlussfolgert bitter: Mitunter machten sich Menschen mehr Gedanken über den Platz, den Tiere zur Verfügung haben müssen, als über die räumlichen Bedingungen, unter denen Schüler erfolgreich lernen sollen.“ Recht hat der Mann. Kleinere Klassen wären an sich schon mal ein Anfang, damit die SuS auch wirklich gefördert werden können.

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