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VBE gibt Kretschmann Recht: Eltern müssen ihre Kinder besser erziehen

STUTTGART. „Dieses ständige Gemotze muss aufhören.“ Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der auf dem Gewerkschaftstag der GEW mit dieser Äußerung Eltern kritisiert (und den Widerspruch von Elternverbänden provoziert) hat, bekommt jetzt Unterstützung – von Lehrerseite. Der VBE Baden-Württemberg betont in einer Pressemitteilung, Schule gelinge vor allem dann, wenn Eltern und Lehrkräfte Ziele gemeinsam verfolgen würden. Das geschehe aber zu wenig. Deshalb sei nun eine „Erziehungsoffensive“ notwendig.

Letzte Hoffnung für den Grundschulverband: Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann. Foto: Bündnis 90 / Die Grünen / flickr (CC BY-SA 2.0)

Letzte Hoffnung für den Grundschulverband: Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann. Foto: Bündnis 90 / Die Grünen / flickr (CC BY-SA 2.0)

„Ohne ein aktives Mitwirken aller Erziehungsberechtigten bewirkten selbst modernste Bildungspläne und die besten Lehrer auf Dauer nur wenig“, meint der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Michael Gomolzig – und wünscht sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule. Aber: „Bildung und Erziehung fangen schon mit der Geburt des Kindes an und sollten nicht erst im Kindergarten oder in der Schule einsetzen.“ Die ersten Jahre seien die wichtigsten im Leben eines Menschen. Wenn in diesem Zeitraum Zuwendung und Geborgenheit, geistige und seelische Nahrung fehlten, koste es später ein Vielfaches an personellem und damit finanziellem Einsatz, Versäumtes nachzuholen oder „Verbogenes gerade zu biegen“. „Nicht Erzieherinnen oder Lehrer sind zuvörderst gefordert, sondern jeder Vater und jede Mutter“, meint der VBE-Sprecher, so stehe es auch im Grundgesetz.

Kretschmann an Eltern: „Dieses ständige Gemotze muss aufhören“

Neue Lehrpläne und Bildungsstandards, Fragebögen und Evaluation von Unterricht sowie Schulstrukturdebatten könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass alle Kinder erzogen gehörten, damit sie in der Schule gefördert werden und dort Erfolg haben könnten. Wieder mehr Wert aufs Erziehen zu legen, bedeute keine Rückkehr zu Dressur, Unterdrückung und militärischem Gehorsam, betont Gomolzig. Erziehung sei liebevolle und konsequente Begleitung mit klaren Grenzen. Dabei spiele auch die Vorbildfunktion von Erwachsenen eine wesentliche Rolle.

Weil viele Kinder zu Hause nicht mehr die Erziehung erfahren würden, die für eine gesunde Entwicklung nötig sei, werde „den Kindergärten und Schulen eine Sisyphusarbeit aufgebürdet, an der diese Einrichtungen trotz aller Bildungsoffensiven und pädagogischen Bemühungen scheitern müssen“. Kindergärten und Schulen bräuchten engagierte, starke und interessierte Eltern als Partner für die Erziehung der Kinder zu mündigen Bürgern, unterstreicht der VBE-Sprecher – aber die gibt es ihm zufolge offenbar viel zu selten. bibo/ Agentur für Bildungsjournalismus

Immer mehr „Tyrannenkinder“: Warum viele Eltern bei der Erziehung versagen – eine Streitschrift

 

 

3 Kommentare

  1. ZITAT: “Wieder mehr Wert aufs Erziehen zu legen, bedeute keine Rückkehr zu Dressur, Unterdrückung und militärischem Gehorsam, betont Gomolzig. Erziehung sei liebevolle und konsequente Begleitung mit klaren Grenzen. Dabei spiele auch die Vorbildfunktion von Erwachsenen eine wesentliche Rolle.”

    Die Einsicht möge mal bitte um sich greifen.

    Danke, Herr Kretschmann.
    Danke, VBE.

  2. ZITAT 2:

    “Lehrer werden zerrieben zwischen Integration, Inklusion und Förderanspruch der anderen. Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE)”

    Wie wahr – wie wahr!

    Vertritt der VBE uns Lehrer besser?

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