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BLLV fordert bayerische Landesregierung auf: Gewalt gegen Lehrkräfte muss systematisch erfasst werden

MÜNCHEN. Gewalt in der Schule ist ein Thema, das Lehrerinnen und Lehrer sehr beschäftigt und mit dem sie auch immer wieder konfrontiert werden. „Wir brauchen endlich Klarheit über die Fakten. Es kommt leider immer wieder vor, dass sich Lehrkräfte bedroht fühlen“, erklärte die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, zur heutigen Sitzung im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags. Sie forderte das Kultusministerium auf, wirksamer zu helfen und Bayerns Lehrerinnen und Lehrer verlässlich zu schützen.

Fleischmann verwies auf die Ergebnisse einer repräsentativen Forsa-Studie, die der BLLV gemeinsam mit seinem Dachverband, dem Verband Bildung und Erziehung (VBE), im November 2016 vorgestellt hatte. Von den rund 2000 befragten Lehrkräften kamen ca. 500 aus Bayern. Die Auswertung ergab, dass es an bayerischen Schulen eher selten zu harten Fällen körperlicher Gewalt kommt. Psychische und verbale Aggressionen dagegen finden häufig statt. 55 Prozent der befragten Lehrkräfte gaben an, dass es solche Fälle an ihrer Schule gibt.

Die Studie habe ebenso belegt, dass das Thema Gewalt gegen Lehrer vielfach tabuisiert werde, so die BLLV-Präsidentin. „Dies geht zulasten von Lehrerinnen und Lehrern.“

Als Reaktion auf die Forsa Umfrage hatte die Fraktion Bündnis 90 /die Grünen einen entsprechenden Antrag zur systematischen Erfassung von Gewalt gegen Lehrerinnen und Lehrer gestellt. (Drucksache 17/ 16980). Er fand die Unterstützung aller Oppositionsfraktionen. Die CSU Mehrheitsfraktion lehnte ihn hingegen heute ab. Sie betont zwar die Wichtigkeit des Themas, möchte aber keine Daten- Erhebung in den Schulen durchführen. Die Erfassung dieser Daten würde einen erheblichen bürokratischen Aufwand für die Schulen bedeuten.

Bürokratischer Aufwand ist kein nachvollziehbares Argument, sagt Simone Fleischmann vom BLLV.

„Das ist kein nachvollziehbares Argument“, kritisierte Fleischmann. Gerade bei diesem brisanten Thema seien valide Daten sehr wichtig. „Sie schaffen Transparenz. Daten können Lehrerinnen und Lehrer auch schützen.“

Ohne sichere Datenlage könnten auch keine Maßnahmen zur wirksamen Prävention eingeleitet werden. „Auch konkrete Hilfen im Einzelfall sind dann nur eingeschränkt möglich. Das haben die Lehrerinnen und Lehrer in der Forsa Umfrage ebenfalls beklagt. Sie wünschen sich Transparenz und Sicherheit“, betonte Fleischmann. Nach Aussage der Bayerischen Staatsregierung würden solche Umfragen in anderen Ministerien, wie zum Beispiel dem Innenministerium und dem Justizministerium systematisch stattfinden. „Der BLLV fordert das Kultusministerin auf, diesem Beispiel zu folgen.“

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