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Ein Computer für acht Schüler? Das Saarland will nachrüsten und 60 Millionen Euro in digitale Bildung investieren

SAARBRÜCKEN. Mit 60 Millionen Euro vom Bund will das Saarland in den kommenden fünf Jahren die digitale Bildung an Schulen vorantreiben. Das kündigte Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) am Dienstag in Saarbrücken an.

Laut einer Erhebung von 2016 teilen sich im Saarland an Grundschulen bislang acht Schüler einen Computer, an Gymnasien sind es 13. „Unsere Ausstattung ist nicht miserabel im bundesweiten Schnitt, aber im internationalen Vergleich sind wir schlecht“, sagte Commerçon. In Norwegen komme ein Computer auf 2,4 Schüler. Gleichzeitig machte er deutlich, dass von den zwölf Millionen Euro jährlich nicht nur Geräte gekauft werden sollten. „Das ist Quatsch“, sagte er. Sinnvoller sei, vor allem in Hochgeschwindigkeitsnetze zu investieren. „Das ist der drängendste Punkt, dann wären wir einen riesen Schritt weiter.“

Geplant ist zudem, die Medienbildung verbindlich in die Lehrpläne zu integrieren und eine saarländische Lernplattform auf Basis einer landesweiten Bildungscloud einzurichten. Wichtig sei auch, die Lehrer zu qualifizieren und den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen weiterzuentwickeln. „Es geht nicht darum, durch Bereitstellung von Technik Bildungsprobleme zu lösen“, sagte der Minister. dpa

Die Politik plant die digitale Bildung – die Realität in den Schulen ist davon (noch) weit entfernt

3 Kommentare

  1. Sehe ich das richtig, dass schon wieder über Soft- & Hardware geredet wird und keiner Personal zum Warten, updaten, Reparieren bezahlen will? weil das ja der Informatiklehrer in seiner Freistunde macht …

    • … eine Freistunde reicht da sicher nicht aus 🙂

      • Das grundlegende Problem wird bewusst umgangen.
        Der Bund hat die Kampagne begonnen, die Länder haben sich wie immer auf grundsätzliche Bedenken (GG) zurückgezogen und eine Weile geziert, doch auf das Geld verzichten will auch kein Bundesland. Die Kommunen sind zunächst nicht mit im Boot, da der Bund nicht mit den Kommunen kooperieren darf (GG). Also warten letztere ab, wie ihre Länder bechließen, um sich anschließend auf das Konnexitätsprinzip (Wer anschafft, bezahlt.) zu berufen.
        Im besten Fall werden dann die Länder den Schulen zugestehen, dass sie je Schule eine Lehrerstelle in eine Admin-Stelle umwandeln dürfen, sowie das in NRW teilweise mit Sozialarbeiterstellen auch schon gemacht worden ist.
        Grundsätzlich hoffen – vor allem Gemeinden “janz weit draußen” auf dem platten Land darauf, dass ihre Schule – und somit die Gemeinde – mit ausreichender Breitbandinfrastruktur ausgestattet wird.

        Aber wie gesagt, die Diskussion geht an der grundlegenden Problematik vorbei. Alle sprechen zwar – auch in Bezug auf Schule – von multiprofessionellen Teams, aber niemand will die Kosten für zusätzliches nicht-lehrendes Personal übernehmen Die Länder berufen sich auf die Aufgabenteilung zwischen ihnen und den Kommunen – und letztere sind überwiegend schlichtweg pleite und können sich zusätzliche personalkosten nicht erlauben. Im besten Fall können sie die Administration und Wartung der schulischen IT-Infrastruktur an private oder öffentliche Dienstleister vergeben (Outsourcing).
        Und hier liegt das eigentliche Geschäft, auf das alle aus sind.

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