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Hessen schafft neue Lehrerstellen für die Inklusion – Konkurrenz um Plätze an begehrten Schulen aber bleibt

FRANKFURT/MAIN. Jährlich konkurrieren mehr Schüler um die Plätze an begehrten Schulen in Hessen. So beklagen Eltern zu wenig Gymnasien. Für Kinder mit Förderbedarf plant das Land für das kommende Schuljahr rund 120 Lehrer mehr ein.

Steigende Schülerzahlen in Hessen führen zu mehr Bedarf an Lehrern und zu mehr Konkurrenz unter Eltern, ihr Kind an der richtigen Schule unterzubringen. Für Kinder mit Förderbedarf sind ab dem neuen Schuljahr 2017/2018 mehr als 4400 Stellen in der Sonderpädagogik geplant – rund 120 mehr als im laufenden Schuljahr, wie Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Mittwoch sagte.

Über eine Mangelsituation beklagen sich hingegen Eltern von angehenden Gymnasiasten in Frankfurt. Nach Angaben des Schulamts stehen im August etwa 5600 Übertritte an weiterführende Schulen bevor. Knapp jeder Zehnte komme an eine Schule, die nicht dem Wunsch der Eltern entspricht, darunter über 300 angehende Gymnasiasten. Eltern können für den Übertritt ihrer Kinder nach der vierten Klasse auf eine weiterführende Schule zwei Wunschschulen nennen. Anspruch auf die nächstgelegene Schule besteht aber nicht.

Dies sei ein «Frankfurter Problem», sagte der Vorsitzende des Landeselternbeirates Hessen, Reiner Pilz. Die Stadt habe über Jahre nicht genug Schulen geplant, um den Zulauf an Gymnasien und das Wachstum Frankfurts zu bewältigen. Pilz rechnet mit Klagen von Seiten der Eltern. Diesen sei vor Gericht wenig Erfolg beschieden, aber oft würde schon vor dem Prozess vom Amt eine «neue Möglichkeit geschaffen».

Bei der Verteilung von Schülern mit Behinderung und Anspruch auf Inklusion wurden Lösungen gefunden, wie der Leiter des Staatlichen Schulamts, Wolfgang Kreher, am Mittwoch in Frankfurt sagte. Zum neuen Schuljahr habe man knapp 20 neue Lehrerstellen für Kinder mit Förderbedarf geschaffen. Das sind über 15 Prozent der neuen Stellen, die Kultusminister Lorz ankündigte.

Hessenweit werden inzwischen deutlich mehr Pädagogen für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern an den allgemeinbildenden Schulen eingesetzt als an Förderschulen. Nach den Zahlen des Ministeriums beläuft sich die Differenz auf etwa 300 Stellen.

In Frankfurt ist laut Kreher der Wunsch der Eltern maßgebend: «Wenn die Eltern die inklusive Beschulung wünschen, dann wird das auch umgesetzt.» Von den angehenden Gymnasiasten werde die Hälfte hingegen an andere Gymnasien, die Hälfte an kooperative Gesamtschulen verteilt, sagte Kreher.

Lorz erklärte, dass auch bei sinkenden Schülerzahlen keine Stellen bei den Sonderpädagogen gestrichen würden. Schon jetzt plane das Ministerium für das übernächste Schuljahr 2018/2019 mit einem weiteren Zuwachs von knapp 150 Lehrerstellen. dpa

Ein Kommentar

  1. Feine Sache. Ich gehe davon aus, dass Herr Lorz wirklich davon ausgeht, dass diese Zahlen unterrichtswirksam für Inklusion in den Schulen ankommen. Dass dem nicht ist, sollte er aber wissen. Evaluation täte dem HKM endlich mal gut, sonst steht man immer arg peinlich da, wenn wieder der nächste Presseartikel erscheint, weil Inklusion – trotz der Ausführungen von Herrn Schwarz von der CDU – katastrophal umgesetzt wird und die Stunde irgendwo verschwinden, nur nicht in Inklusionsvorhaben. Eigentlich ein Fall für den Landesrechnungshof.

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