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Hotpants-Verbot in der Schule? VBE rät Kollegien zur Gelassenheit – und betont: Erziehung (auch in Kleidungsfragen) ist vor allem die Pflicht der Eltern

STUTTGART. So regelmäßig wie jedes Jahr Weihnachten kommt, wird bei den ersten heißen Ta­gen des Sommers in der Öffentlichkeit auch der Ruf nach mehr „Zucht und Ord­nung“ bei der Kleidung von Schülerinnen und Schülern laut – stellt der VBE Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung fest. „Da sind Bildungsan­stalten mit Schuluniformen fein heraus“, heißt es. Bei allen anderen Schulen sei der individu­elle Geschmack der Schüler schwer in einen allgemeingültigen Kodex zu pressen.

Wie hot dürfen Hotpants in der Schule sein? Foto: Comrade King / flickr (CC BY-SA 2.0)

Wie hot dürfen Hotpants in der Schule sein? Foto: Comrade King / flickr (CC BY-SA 2.0)

„Wenn die Temperaturen steigen, rutschen auch die Rocksäume der Schülerinnen nach oben, verwandeln sich enge Jeans in noch knappere ‚heiße Höschen‘ und darf auch mehr Sonne an das Dekolleté oder an den Bauchnabel heran. Bei den Schülern nähert sich die Form des T-Shirts immer mehr der eines Unterhemds an“, so berichtet der Lehrerverband. Und meint: „Manchem Lehrer mag ein solch offenherziges Outfit persönlich nicht schmecken, wenn aber nicht eine Schul­uniform für alle vorgeschrieben oder der Schulfrieden wegen Verstoßes gegen Sitte und Anstand gefährdet ist, hat die Schule wenig Handhabe, den Schülern vorzuschreiben, wie sie zum Unterricht zu erscheinen haben.“

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Da die Schüler meist noch minderjährig seien, obliege es den Erziehungsberechtigten, ihre Kinder in Kleidungsfragen an einen guten Geschmack heranzuführen (was, zugegeben, insbesondere bei pubertierenden Jugendlichen ein ziemlich schwieriges, wenn nicht gar unmögliches Unterfangen sei). „Manche Eltern wären heilfroh, wenn die Schule ihnen die nervige Auseinandersetzung mit dem Nach­wuchs abnehmen würde, klare Kante zeigen und Schüler bei allzu offenherziger Klei­dung in die Schranken verweisen könnte. Andere Eltern wiederum verwahren sich ge­gen diese Einschränkung der persönlichen Freiheit des Schülers und gehen anwaltlich gegen die Schule vor. Natürlich wird Schule sich stets bemühen, Kinder und Jugendli­chen auf dem Weg zum mündigen Bürger auch in Kleidungs- und Stilfragen behutsam Begleitung anzubieten, wie sie es in letzter Zeit auch verstärkt in Bezug auf gutes Be­nehmen und ein tolerantes Miteinander permanent thematisiert und eingeübt hat.“

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Den­noch sei die Erziehung der Kinder noch immer Recht der Eltern und die ihnen „zuvör­derst obliegende Pflicht“, was zuweilen auch einer Sisyphusarbeit gleichkomme. „So manche Tochter verlässt mit einem knieumspielten Rock das Elternhaus und kommt mit einem superkurzen Mini in der Schule an. Aber diesen Trick, den Bund des Rockes ein­fach umzuschlagen und dadurch den Rocksaum höher rutschen zu lassen, kannte schon deren Mutter“, heißt es. So rät der VBE  in Kleidungsfragen zur Gelassenheit. Denn: „Je größer die Aufregung um ein Kleidungsstück sei, desto mehr gefalle das den Schülern.“ N4t

4 Kommentare

  1. Hervorragender Artikel! :)Prinzipiell habe ich ja kein Problem damit, wenn Mädchen mit Hotpants rumrennen.
    Aber wenn die gleichen Frauen, die jetzt den Dresscode als Unterdrückung der weiblichen Individualität beklagen, im nächsten Atemzug beklagen, dass solche Mädchen als Sexobjekt von ihren Klassenkameraden wahrgenommen werden, dann ist das verheuchelt.

  2. Weil die Schule der Arbeitsplatz aller Kinder und Jugendlichen für 10-13 Jahre (zzgl. eventuelle Ehrenrunden) ist, haben sie dort auch angemessene Kleidung zu tragen. Käppies, Achselshirts, Bauchnabel mit Frischluft, als Minirock missbrauchte Gürtel oder Hotpants mit freiliegenden Schamlippen gehören für mich definitiv nicht dazu.

  3. Burkapflicht für alle.

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