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Liga fordert 8000 zusätzliche Kita-Erzieherinnen bis 2022 – allein in Thüringen

ERFURT. Mit Blick auf die anstehende Novelle des Thüringer Kita-Gesetzes dringt die Liga der freien Wohlfahrtpflege auf deutliche Nachbesserungen. Vor allem bräuchten Kinder, Eltern und Mitarbeiter in den Einrichtungen einen besseren Personalschlüssel, erklärte Vorstandsmitglied Stefan Werner am Freitag in Erfurt. Die aktuellen Regelungen dazu seien «seit 2010 stehen geblieben», sagte er. Es müssten zusätzlich etwa 8000 Erzieherinnen eingestellt werden, hieß es unter Verweis auf einen Beschluss der Familienminister.

Weil auch der Liga klar sei, dass sich diese Stellen nicht auf einmal schaffen ließen, werde eine stufenweise Einstellung der benötigten Fachkräfte bis zum Jahr 2022 vorgeschlagen, sagte Werner. Nach Berechnungen der Liga liegen die Kosten für diese 8000 Stellen bei etwa 360 Millionen Euro jährlich.

In der Liga sind mehrere große Sozialverbände wie die Arbeiterwohlfahrt und die Caritas organisiert. In die etwa 820 Kitas dieser Träger im Freistaat gehen nach Liga-Angaben etwa 59 000 Kinder. dpa

6 Kommentare

  1. Ja, das ist sicher richtig. Mehr Erzieher, mehr Lehrer, mehr Polizisten, mehr Personal in den öffentlichen Verwaltungen. Das sage ich ohne Hohn! Das meine ich wirklich.

    Nur wie soll das gehen bei „mehr netto vom Brutto“ und die „mehr-netto-vom-Brutto-Parteien“ liegen wieder vorne im Bundestagswahlkampf.

    • Gleiche Personalkosten bei höherer Personalzahl sind ganz einfach.
      Gleicher Lohn für gleiche Arbeit in Höhe von A10.

  2. @ ZITAT (dicke bank),

    „Gleiche Personalkosten bei höherer Personalzahl sind ganz einfach.
    Gleicher Lohn für gleiche Arbeit in Höhe von A10.“

    O, Sie wollen die „unselige Gehaltsdebatte“ doch wieder aufleben lassen?

    Ok, ich fasse zusammen, was meine Gedanken waren: Nie habe ich gesagt, dass Lehrer zuviel verdienen. Immer habe ich gesagt, dass wir Lehrer aller Schularten (sehr) gut verdienen – je nach Erfahrungsstufe. DESHALB werbe ich dafür, dass wir JETZT nicht (abgesehen vom Inflationsausgleich) Gehaltserhöhungen brauchen, sondern deutliche Entlastungen im Arbeitsalltag (kleinere Klassen, Senkung des Stundensolls, weniger Bürokratie, mehr Rückhalt in Konflikten …), denn das ist das, was den Lehrerberuf unattraktiv macht und die Kollegen in die Teilzeit, Frühpensionierung oder in den Burnout „treibt“. Gleichzeitig habe ich immer gesagt, dass sich die Arbeit von Grundschullehrern und Lehrern an weiterführenden Schulen in Inhalt und Aufwand unterscheidet und Gehaltsunterschiede deshalb für mich gerechtfertigt sind, wie es sie zwischen anderen Berufen ja auch gibt. Soweit meine Position in Kürze.

    Übrigens behaupteten Sie, dass die Grundschullehrer in Berlin statt A 12 und Erfahrungsstufe 5 (ab Neueinstellung) künftig A 13 und Erfahrungsstufe 2 (ab Neueinstellung) bekommen sollen, was wie eine kleine „Mogelpackung“ klingt. Im Internet finde ich nichts dazu, was Ihre Behauptung belegt. Nachfragen beantworteten Sie nicht. Aber vielleicht haben Sie sie ja einfach nur übersehen?

    Mögen Sie jetzt doch noch Belege bringen?

    • Es geht doch gar nicht um die Gehaltsdebatte. Es geht um den grundsätzlichen Aspekt, dass in personalintensiven Vereichen die Produktionskosten nur durch Senkung der personalkosren erreicht werden können. Das kann erreicht werden, durch Absenkung der tarife oder durch Absenkung dre beschäftigtenzahl bzw. Erhöhung der Schüler-Lehrer-Relation oder Ausweitung der Arbeitszeit – sprich Deputatzahlen.

      Interessanterweise spricht LiLa in NRW davon Verwaltungsassistenten im Bereich der Polizei auszuschreiben, bei den Kreispolizeibehörden arbeiten ohnehin bereits viele nicht-uniformierte Verwaltungsangestellte., nicht aber davon Verwaltungsassistenten für den Schuldienst einzustellen. Schulverwaltungsassistenten können nämlich nur durch Umwandlung von Lehrerstellen entstehen oder sie werden als nicht-lehrendes Personal den Städten und gemeinden als Schulträger aufgebürdet. Nur diesen Krieg wird LiLa nicht mit dem Städte- und gemeindebund beginnen wollen.
      Die Kommunen wissen ja jetzt noch nicht, woher sie das Geld für die zusätzlich benötigten räumlichen Ressourcen für die Rückkehr zu G9 nehmen sollen. Mal sehen, ob Lila sich zu einem neuen Landesschulbauprogramm durchringt, das Alte ist unter Rüttgers ja im Zuge der Bürokratieentlastung gestrichen worden.

  3. @ dicke bank,

    hab’s gelesen. Eine tiefergehende finanzpolitische Diskussion mit Ihnen traue ich mir nicht zu. Ich könnte höchstens mal wieder auf die mehr-netto-vom-Brutto-Politik verweisen, die dann auch bewirkt, dass für mehr Erieherinnen eben einfach kein Geld mehr da ist.

    PS1: Wer hat eigentlich in Deutschland allüberall Polizeistellen gestrichen? (Stichwort Terrorgefahr)

    PS2: Ich hatte Ihre Bemerkung auch eher für Sarkasmus gehalten.

    • In NRW ist die derzeitige Polzeiorganisation mit Schaffung von zentralen Polizeidienststellen und Wiedereinführung der Reiterstaffeln von Schwarz-Gelb im Rüttgers-Club beschlossen worden. Ziel war es in erster Linie landesweite Polizeipräsidien zu verhindern, um den CDU-Landräten weiterhin die Zuständigkeit für die Kreispolizeibehörden zu lassen. Da die Kreispolizeidienststellen sehr personalintensiv im Vergleich zur restlichen Kreisverwaltung sind, beruht die Besoldung bzw. ein wesentlicher Besoldungsbestandteil auf der Höhe des geführten Personals. Vor 15 Jahren wurden eine Reihe von Bereitschaftsverbänden der Polizei aufgelöst und die Polizisten in den Wach- und Wechseldienst überführt.
      Inzwischen gehen vermutlich wegen gestrichener Ausbildungskapazitäten je Kalenderjahr mehr Polizisten in den Ruhestand als Anwärter nachrücken und die Bereitschaftspolizisten mach Überstunden ohne Ende. Letzteres ist auch darauf zurück zu führen, dass der Bundesinnenminister sehr vile Bundespolizisten (mehr als die Hälfte gem. StAN) von NRW nach Bayern zur Grenzsicherung abkommandiert hat. Die Grenze zu den BeNeLux-Staaten ist mehr oder weniger ungesichert. Daher kommt ja auch der Ruf nach der Schleierfahndung, die ja jetzt als strategische Fahndung verkauft wird, an der grundsätzlichen Frage aber nichts ändert.

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