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Mittagessen und Klassenfahrt: Zuschüsse aus dem Bildungs- und Teilhabepaket begehrter als früher

BERLIN. Die Kosten für Ausflüge oder Mittagsessen in der Schule stellen sozial schwache Familien oft vor Probleme. Seit 2011 gibt es dafür Zuschüsse – die Nachfrage steigt ständig.

Immer mehr sozial schwache Familien nutzen in Berlin Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Inzwischen greife rund die Hälfte (51 Prozent) der Kinder und Jugendlichen aus dieser Gruppe auf die Angebote zurück, sagte Regina Kneiding, Sprecherin der Senatsverwaltung für Soziales. Das ist der höchste Wert seit dem Start der bundesweiten Initiative im Jahr 2011.

Am häufigsten würden Zuschüsse für Mittagessen in Kitas und Schulen, Fahrkarten für Bus und Bahn sowie Gelder für Klassenfahrten nachgefragt. Stärker als früher werden die Mittel auch für Nachhilfestunden verwendet. Die abgerufenen Leistungen hatten 2016 einen Wert von 48 Millionen Euro. Das sind rund fünf Millionen Euro mehr als 2015. Einen Großteil dieser Summe erstattet der Bund. 16,2 Millionen Euro entfielen zusätzlich auf Verwaltungskosten, die Berlin allein trägt.

In der Hauptstadt haben rund 211.400 Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien das Recht, Mittel aus dem Paket abzurufen. 2016 griffen 107 867 von ihnen darauf zurück. Ihnen stehen zum Beispiel zehn Euro pro Monat für das soziale und kulturelle Leben zu – unter anderem für Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen oder Theaterkarten. Dazu kommen 100 Euro im Jahr für Schulbedarf.

Kneiding nannte die wachsende Nachfrage eine «erfreuliche Entwicklung». Allerdings wüssten trotz Werbekampagnen noch immer nicht alle Familien von diesem Angebot. 2013 hatte noch weniger als ein Drittel von ihnen (31 Prozent) Gelder aus dem Paket beantragt. Am häufigsten nutzen Berliner Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren das Angebot (70 Prozent). Es gilt auch für Familien, die in Deutschland Asyl beantragt haben.

Angedacht ist, die Ausstattung mit Schulbedarf von 100 auf 150 Euro zu erhöhen und den Eigenanteil für Mittagsverpflegung in Schulen und Kitas abzuschaffen. Auch das Zehn-Euro-Limit pro Monat soll steigen – eine Entscheidung darüber liegt jedoch beim Bund. Einmal sei eine Gesetzesinitiative bereits gescheitert, heißt es aus der Sozialverwaltung. Vor der Bundestagswahl im September rechnet Berlin nicht mit Bewegung.

Der Rat für kulturelle Bildung hatte jüngst die bürokratischen Verfahren bei der Antragstellung und die hohen Verwaltungskosten für das Paket kritisiert. Berlin habe inzwischen viele Anträge vereinfacht, sagte Kneiding. Es reiche nun oft ein erweiterter Berlinpass, den sozial schwache Familien ohnehin für Vergünstigungen erhalten. Noch eingeführt werden soll ein Abrechnungsverfahren mit einer speziellen Computersoftware. dpa

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