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Na bitte! Thüringen will Beamte jetzt doch besser bezahlen – die Arbeit der Lehrer soll so wieder attraktiver werden

Thüringens Beamte sollen vom Tarifabschluss im öffentlichen Dienst nun doch in gleicher Weise profitieren wie Angestellte. Darauf verständigten sich die Fraktionen von Linke, SPD und Grünen nach Angaben vom Donnerstag. Die Koalitionsfraktionen würden dem Haushalts- und Finanzausschuss einen entsprechenden Antrag vorlegen, teilten die drei Fraktionen mit. Danach sollen die Beamtenbezüge wie die der Angestellten rückwirkend zum 1. Januar steigen. Bisher war dafür der 1. April vorgesehen. Rot-Rot-Grün begründete den Schwenk mit der guten Entwicklung der Steuereinnahmen.

Zudem wollen die Koalitionsfraktionen, dass die Feuerwehrzulage auch den Lehrern der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Bad Köstritz gezahlt wird. An der Schule waren wegen Lehrermangels immer wieder Kurse ausgefallen. Mit der Zulage soll die Arbeit der Lehrer dort attraktiver werden. Auch die oppositionelle CDU-Fraktion sprach sich für eine komplette Übertragung des Tarifabschlusses für den öffentlichen Dienst auf die Beamten aus.

Er sieht vor, dass die Entgelte in einer ersten Stufe rückwirkend zum 1. Januar 2017 um 2,0 Prozent steigen, mindestens jedoch um 75 Euro. Eine weitere Erhöhung um 2,35 Prozent soll zum 1. Januar 2018 folgen.

Der Abschluss kostet Thüringen nach früheren Angaben des Finanzministeriums allein für die 25 000 Angestellten 2017 etwa 31 Millionen Euro und 2018 etwa 67 Millionen Euro. dpa

13 Kommentare

  1. Es ist immer schön, mehr zu verdienen und es ist gerecht, wenn Beamte wie die Angestellten eine Gehaltserhöhung bekommen.

    Aber unsere Gehälter sind (sehr) gut. Eine Gehaltserhöhung macht daher unseren Beruf nicht attraktiver, dafür bräuchten wir deutliche Entlastungen im Arbeitsalltag. Sonst gibt es nur mehr Teilzeit, mehr Frühpensionierung, mehr Dauerkranke – also im Endeffekt mehr Lehrermangel und nicht weniger.

    • Ich will keinen Verdienst – ich arbeite nicht für die Ehre – pour le merite.

      Ich arbeite mehr als in meinem Arbeitsvertrag inhaltlich festgelegt ist und will deshalb ein höheres Entgelt.
      Sie @sofawolf verstehen den Unterschied – sprachlich und inhaltlich?

    • Des Weiteren wird jeder autoschrauber am Band bei den großen Automobilherstellern höher entlohnt als tarifbeschäftigte Lehrkräfte einschließlich E13 in NRW – und das bei einer 35 Stundenwoche für Autoschrauber.

    • Wo soll man denn bei dem Lehrermangel eine Entlastung herbekommen? Effektive Entlastung heißt, kleinere Klassen, Doppelbesetzung, das bedeutet aber auch mehr Lehrer einstellen. Die spezisch ausgebildeten (Grundschul)lehrer sind aber nicht da. Also ist eine Entlastung für die Grundschule im Augenblick utopisch. Wie könnte man denn einen Anreiz schaffen, dass sich wieder mehr für ein Grund- und/oder Hauptschullehramt interessieren? Sicher nicht, wenn ihnen klar wird, dass sie sich von vorneherein für eine finanziell niedrigere besoldete Schulart ohne große Aufstiegschancen interessieren. In der Grundschule sind kaum Männer und die, die das sind, versuchen größtenteils die geringen Aufstiegsmögsmöglichkeiten, die man hat, zu nutzen. Warum wohl?

  2. @ dicke bank,

    Ihren (!) Streit um die Begrifflichkeiten (Verdienst, Gehalt, Lohn, Sold, Besoldung) finde ich unnötig. Es geht hier nicht um Vertrags- oder Gesetzestexte. Jeder weiß, was gemeint ist.

    Besser erkundigen Sie sich mal, wie man das auf Englisch sagen könnte. Das kommt bestimmt bald.

  3. @ ysnp,

    Sie unterliegen meiner Meinung nach einem gewaltigen Trugschluss. Es gibt doch offensichtlich jede Menge Quereinsteiger, die in den Lehrerberuf streben. Etwa, weil es da so unattraktive Gehälter gibt (zumal die Quereinsteiger nochmal weniger bekommen als ausgebildete GS-Lehrer). Kann also nicht stimmen, dass wir zuerst höhere Gehälter brauchen und dann mehr Lehrer bekommen.

    Die „Neulehrer“ sind aber die größte Chance derzeit, den Lehrermangel zu beheben und nicht weiter zu verstärken, weil vorhandene Lehrer in Teilzeit gehen, sich frühpensionieren lassen oder dauerkrank werden. (Mein Gott, ich schreibe wirklich ständig das Gleiche – den gleichen Leuten). 🙂 Sie schreiben ganz richtig, was wir bspw. brauchen, um Entlastung zu bekommen und ganz richtig ist auch, dass das auch enorme Summen verschlingt. Und deshalb sind Gehaltserhöhungen jetzt erstmal nicht das Wichtigste!

    • Wenn das Finanzielle gleichgeschaltet ist und bessere Aufstiegschancen bestehen, sehe ich schon noch mehr gute Leute in der Grundschule, denn das zeigt auch das Professionelle im Beruf des Grundschullehrers. Die Grundschule braucht gut ausgebildete Neulehrer (Seiteneinsteiger finde ich für die Grundschule sehr problematisch, da man das pädagogische Knowhow von Grund auf lernen sollte) In der Grundschule herrscht ja der größte Lehrermangel.
      Ich kenne Ihre Ansicht, Sie schreiben sie ja zu jedem neuen Artikel zum Gehaltsthema von neuem (und täglich grüßt das Murmeltier…). Ich schreibe speziell für den Primarbereich, unter dem Gerechtigkeitaspekt, der übrigens in vielen Artikeln auch immer wieder zum Ausdruck kommt, für alle schlechter bezahlten Lehrer, Sie ja eher allgemein.
      Entlastungen in Schularten, wo kein Lehrermangel/Nachwuchsmangel herrscht, sind leichter durchzuführen, da das Personal dazu zu erhalten ist. Für die Grundschulen in der augenblicklichen Situation sind gut ausgebildete Lehrkräfte angesagt, um die Situation zu entschärfen, denn das sollten sie schon sein, sonst sinkt die Qualität.
      Wenn man Ihrer Argumentation folgt, müsste es ja die meisten Anträge auf Frühpension und Teilzeit im Gymnasialbereich geben, weil man dort ja am besten bezahlt wird.

    • Quereinstieg führt aber wegen der Altersbeschränkungen bei der Übernahme in ein Beamtenverhältnis in vielen Fällen allenfalls in ein Angestelltenverhältnis und die Eingruppierung als „nicht-grundständige Lehrkraft“ in E11, wenn ein Lehramt für Primar- oder Sekundarstufe I angestrebt wird. Warum soll also ein Quereinsteiger mit Magister, (Universitäts-)Diplom, Erstem Staatsexamen, Master oder vergleichbarem Hochschulabschluss die Übernahme in den gehobenen Dienst im Schulbereich beantragen?. Wird sein Hochschulabschluss für Lehramt SekI+II anerkann, wird er nach Beendigung des Vorbereitungsdienstes in A13 bzw E13 eingruppiert.
      Der seiteneinstieg in ein anderes lehramt als sekI+II ist finanziell uninteressant seit Abschaffung des BAT.

  4. Die meisten (und besten?) Lehrer entscheiden sich, wie wir unlängst wieder in einem Artikel hier lesen konnten, eben nicht wegen der Gehälter für dieses oder jenes Lehramt, sondern wegen der möglichen Fächer, der Unterrichtsinhalte und am meisten noch wegen der jeweiligen Schülerklientel.

    Auf die wenigen, die nur nach dem Geld schielen, sollten wir nicht unser Augenmerk richten!

    • Nur haben Seiteneinsteiger bei der Wahl ihrer Fächer keine große Auswahl. Die Fächer, die sie unterrichten, werden durch die Aufsichtsbehörden bestimmt bzw. festgelegt.

      Und hier kommt der Witz; ein BAchelor z.B. in Chemie, Masch-Bau, Anglistik wird dann bei Übernahme in den Schuldienst genauso eingestuft wie ein MAster der selben Fachrichtung, wenn er sich für die SekI bewirbt.

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