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Die Linke setzt sich für Vermittlung von „unternehmerischem Denken“ in der Schule ein – und kritisiert Einsparungen bei Schülerfirmen

SCHWERIN. Kleine Unternehmen an den Schulen sollen Schülern Eigenverantwortung und unternehmerisches Denken ermöglichen. Wo es sie gibt, sind sie beliebt. In Mecklenburg-Vorpommern droht ihnen allerdings das Aus; das Land streicht nach Angaben der Linken seine Unterstützungsangebote zusammen.

Schülerfirmen in Mecklenburg-Vorpommern bekommen nach Angaben der Linken immer weniger Unterstützung. Die Landesregierung habe in den zurückliegenden Jahren ihre Beratungshilfen drastisch zurückgefahren, sagte die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg. «Standen im Jahr 2013 noch rund 576 000 Euro zur Verfügung, sind es im laufenden Jahr lediglich noch gut 36 000 Euro.» Damit könne zurzeit nur eine Fachkraft für 22 Stunden im Monat für eine telefonische Beratung finanziert werden. «Das ist viel zu wenig», sagte Oldenburg. Im kommenden Jahr laufe die Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds vollständig aus, mit der die Schülerfirmen bei Gründung und Betrieb beratend unterstützt werden.

Die Zahl der Schülerfirmen im Land sei bereits stark zurückgegangen. Im Jahr 2013 gab es Oldenburg zufolge 149 betreute Firmen an den Schulen des Landes, Ende 2015 seien es nur noch 88 gewesen. Dies gehe aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage hervor. Die Unternehmungen der Schüler reichten von der Pausenversorgung über Fotodienste bis hin zu Modedesign. Die Internetseite www.schülerfirmen-mv.de, die vom Bildungsministerium betrieben wird, listet landesweit 124 Schülerfirmen auf.

Oldenburg nannte Schülerfirmen eine Erfolgsgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie seien eine gute Möglichkeit, Schüler frühzeitig an unternehmerisches Denken, wirtschaftliches Handeln und Eigeninitiative heranzuführen, sagte sie. Die Politikerin forderte die Landesregierung auf, die Förderung von Schülerfirmen aus Landesmitteln zu sichern. Dafür müssten mindestens 500.000 Euro pro Jahr eingeplant werden.

Im Landeskonzept für den Übergang von der Schule in den Beruf seien Schülerfirmen ausdrücklich als wichtiger Baustein der beruflichen Orientierung genannt, sagte sie. «Allerdings sollen sie nach Auslaufen der Förderung durch Lehrkräfte oder Eltern begleitet werden.» Der komplizierte Prozess einer Firmengründung sei aber ohne professionelle Hilfe zum Scheitern verurteilt. dpa

3 Kommentare

  1. Waren es nicht die Linken, die in Hamburg so geistreiche Dinge wie „Kapitalismus verrecke“ gebrüllt und geschrieben haben? Und jetzt wollen die Linken, dass die Schüler möglichst früh die Prinzipien des Kapitalismus verstehen und verinnerlichen? Ich Blicks echt nich mehr…

    • Sie werfen alles in einen bunten Topf zusammen , was nicht zusammengehört, und das ergibt dann ein wunderschönes Verschwörungsszenario mit allem was die Phantasie so hergibt.
      Verstehen Sie mich aber bitte nicht falsch. Ich hege weder für die Linke noch für den Linksradikalen Mob Sympathien.Allerdings liegen beide in ihren Zielen meilenweit auseinander.

  2. Ich habe mir eben mal diese Schüler-„Firmen“ mal angesehen und sie haben doch alle eins gemeinsam: Eine Firma im eigentlichen Sinne, die mindestens eine Familie ernähren muss, sind die nicht.
    Den von Schülern organisierten Tee- und Kakaoverkauf in der Pause als „Firma“ zu bezeichnen, ist schon recht mutig, auch bei anderen „Firmen“ schätze ich die Umsätze auf wenige 100€ im Monat, wobei der Gewinn auch in keinem Verhältnis zur Arbeit steht.

    Es ist ja richtig, dass man dabei etwas lernt, aber es bedeutet auch immer wieder, dass Lehrkräfte unentgeltlich die Hauptaufgaben übernehmen, mit denen Schüler natürlich überfordert sind.