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Fortbildungen: Punktekonto für jeden Lehrer – und die Schulleitung soll’s kontrollieren. GEW: “Bürokratiemonster”

BERLIN. Nichts Neues – eigentlich: Lehrer in Berlin unterliegen einer Fortbildungspflicht, die schulgesetzlich geregelt ist. Kontrolliert hat die Einhaltung allerdings bislang niemand. Das soll sich jetzt ändern: Schulleitungen sollen künftig protokollieren, wann, wie und wo die Pädagogen ihres Kollegiums sich beruflich weitergebildet haben. Die GEW spricht bereits von einem „Bürokratiemonster“. Auch in Baden-Württemberg steht eine Reform der Lehrerfortbildungen an.  

Wie sinnvoll ist es, die Teilnahme von Lehrern an Fortbildungsveranstaltungen zu kontrollieren? Chemie-Verbände Baden-Württemberg / flickr (CC BY 2.0)

Wie sinnvoll ist es, die Teilnahme von Lehrern an Fortbildungsveranstaltungen zu kontrollieren? Chemie-Verbände Baden-Württemberg / flickr (CC BY 2.0)

Die Wellen schlagen – mal wieder – hoch im Schulapparat der Bundeshauptstadt. Dort ist nämlich der Entwurf der Bildungsverwaltung, mit dem die Fortbildungen für Lehrkräfte neu geregelt werden sollen, öffentlich geworden. Und das Papier hat es in sich: Vorgesehen ist nämlich, so berichtet die „Berliner Zeitung“, ein neuartiges Punktesystem.

Acht Punkte müsse ein Vollzeit-Lehrer pro Schuljahr sammeln. Für Ganztagsveranstaltungen mit Vortrags- und Seminarcharakter gebe es vier Punkte, für Halbtagsveranstaltungen zwei Punkte, für Vorträge von mindestens zwei Stunden einen Punkt. Erfasst werden soll der „Kontostand“ dann von der jeweiligen Schulleitung. Dazu kommt, dass vor allem die drei letzten Werktage der Sommerferien für Fortbildungen genutzt werden sollen. Dann müssten Lehrer ohnehin in der Schule präsent sein, heißt es. „Wer einen Tag am Ende der Sommerferien und dann den Studientag nutzt, kommt schon auf acht Punkte“, so rechnete eine Sprecherin der Bildungsverwaltung gegenüber der Zeitung vor.

In dem Entwurf, der auch dem „Tagesspiegel“ vorliegt, heißt es, Lehrer hätten „das Recht und die Pflicht“, an Fortbildungen teilzunehmen. Wenn ein Schulleiter einem Lehrer eine Fortbildung verwehre, müsse er das begründen. „Ein hoher Verwaltungsaufwand entsteht nicht“, erklärte die Sprecherin dem Bericht zufolge. Die Schulleitung könne einfach eine Tabelle führen, in der sie die erzielten Punkte einträgt.

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Die GEW hingegen nennt den Entwurf ein „Bürokratiemonster“, das zu einer „enormen Mehrbelastung“ der Schulleiter führe. Die Verwaltung solle die neue Verordnung zurückziehen, fordert die Gewerkschaft – und verweist auf die aktuelle Belastungssituation. „Die Arbeitsbedingungen in der Berliner Schule haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert, während die Aufgaben immer umfangreicher geworden sind“, erklärt Thomas Schmidt aus der GEW-Bezirksleitung Tempelhof-Schöneberg. Neue pädagogische Herausforderungen wie die Inklusion und die Integration der vielen Geflüchteten müssten bei einem Mangel an Fachkräften und übervollen Klassen bewältigt werden – und das mit einer immer größeren Unterrichtsverpflichtung, bemängelt Schmidt.

“Eher zurückhaltend”

Auch in Baden-Württemberg zeichnet sich eine Verschärfung der Fortbildungsregelungen für Lehrkräfte an – Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) liebäugelt mit einer Pflicht zur beruflichen Weiterbildung fürs pädagogische Personal, wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet. Bisher seien die Lehrer im Ländle „eher zurückhaltend“, was Fortbildungen angeht, heißt es. Etwa jeder Dritte habe im vergangenen Jahr an einer zentralen Veranstaltung teilgenommen, sagte eine Sprecherin Eisenmanns gegenüber der Zeitung. Aber eigentlich fehle ein Überblick. Zu zentralen Veranstaltungen der Akademien kämen regionale Angebote der Schulämter. Wie viele und welche es da gebe, sei nicht genau bekannt, so die Sprecherin laut Bericht.

Kolumne: Frau Weh besucht eine Lehrerfortbildung und denkt dabei an Sex und Schokolade

„Der Ball liegt ausschließlich bei uns“, so zitiert die Zeitung die Kultusministerin, die damit die Verantwortung für die wahrscheinlich nicht allzu hohe Fortbildungsquote übernehme. Eisenmann: „Die Qualität muss besser werden.“ Ein neues „Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung“ soll dem Wildwuchs von Angeboten ein Ende setzen – und bedarfsgerechte Fortbildungen anbieten. Ob und wie die Teilnahme von Lehrkräften daran dann kontrolliert werden soll, ist allerdings offen.

Berlin ist hier offenkundig weiter: Acht Punkte pro Schuljahr seien „ein gutes Maß“, das bereits mit zwei Studientagen zu erfüllen sei, heißt es bei der Bildungsverwaltung. Und was passiert, wenn ein Lehrer die Punktzahl nicht erreicht? Das betreffe dann „den Bereich der Erfüllung der Dienstpflichten“. Hieraus werde die Schulleitung “im üblichen Verfahren” reagieren, antwortete die Behördensprecherin dem „Tagesspiegel“ zufolge. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

20 Kommentare

  1. Wenn ich mich in Inklusion einarbeite für das Kind, das nun gerade neu in meiner Klasse sitzt, bekomme ich also keine Punkte, aber wenn ich mich in irgendeine Veranstaltung setze, gibt es einen.
    Nutze ich einen Tag am Ende der Sommerferien, bekomme ich Punkte, leider muss mein Kollegium dann alle anderen Aufgaben, die in dieser Zeit liegen, ohne mich erledigen oder sie noch weiter in die Ferien verschieben.
    Das macht ja aber nichts, wir bleiben ja alle die Ferien über da und erteilen Ferienkurse nach Bos.

    Die Überstunden des Schuljahres nehme ich dann eben ein anderes Mal, es stehen ja genügend Lehrkräfte bereit, die gerne einspringen, weil die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte so verlockend sind, dass jeder gerne Lehrer sein möchte.
    Meinen Jahresurlaub kann ich dann sicher flexibel nehmen: Klassenarbeiten korrigieren, Beratungsgespräche, Zeugnisse formulieren, Konzepte schreiben, das machen sicher dann alles die Vertretungen, während ich die Füße hochlege – wohlgemerkt OHNE vorab den Unterricht ausgearbeitet hinzulegen.

    Ich habe einen Gegenvorschlag:
    Wir wäre es, wenn die Schulleitungen eine Tabelle anlegen und alle zusätzlichen Aufgaben eintragen, die die Lehrkräfte aufgetragen bekommen. Für jede Zeitstunde ein Punkt:
    Beratungsgespräch zum Schulübergang mit Protokoll für alle – Punkt,
    wortwörtliches Protokoll für Ordnungsmaßnahmen-Konferenz bei ESE-Kind – Punkt,
    Förderpläne für die komplette Klasse – Punkt,
    Klassenfahrt – Punkt,
    Konzept verfasst – Punkt,
    Hilfeplangespräch im Amt – Punkt,
    Alphabetisierungsmaterialien erarbeitet – Punkt,
    Medienwartung oder Beschaffungsdiskussion mit dem Schulträger – Punkt…
    Die Punkte werden dann entschädigt oder wahlweise beim Sams eingetauscht.

    • Axel von Lintig

      Im Bereich der Medizin ist ein derartiges Punktesystem seit 2004 erfolgreich implementiert worden, und es hat deutlich dazu beigetragen das Weiterbildungsangebot und dessen Niveau Evidenz basiert deutlich anzuheben.
      Medizin befindet sich weiter im Wandel und die Erfolge, wie sinkende Sterberaten bei steigenden Zahlen an multimorbiden Patienten, bessere Heilungsergebnisse, effektivere Versorgung der Patienten, sowie eine deutlich bessere , wissenschaftlich basierte Versorgung der Patienten.

      • Axel von Lintig

        250 Punkte in 5 Jahren sind zu erreichen. Erreicht man diese nicht , dann gibt es finanzielle Kürzungen im KV-Bereich mit 20 % und mehr an Gehaltskürzungen.

        • Und wer sichert das Niveau der Veranstaltung?

          siehe Hessen: große Blase, viel heiße Luft.
          Meine Erfahrungen:
          Auf Fortbildungen werden Erlasse oder Curricula vorgelesen.
          Anschließend werden TeilnehmerInnen gefragt, ob sie eine Idee zur Umsetzung haben – gerne in Gruppenarbeiten mit anschließender Präsentation.
          Da ist der Austausch auf 4teachers erheblich schneller und fundierter.

          In Nds. gibt es zudem eine VeDaB (Veranstaltungsdatenbank) auf den Seiten des Ministeriums, bei der man denken würde, dass diejenigen, die dort etwas anbieten, überprüft werden. Werden sie aber nicht. Jeder kann sich anmelden. Enstprechend dürftig ist ein Teil der Angebote.

          Fortbildungen sind sinnvoll, wenn es dort um INHALTE geht und diese tatsächlichen Bezug zur Tätigkeit haben.
          Leider ist sehr häufig der Aufwand (Unterricht vorab ausarbeiten und hinlegen, lange Fahrzeit, Zeit der FoBi) sehr hoch, der Nutzen aber gering.

          Andere Möglichkeiten sind schulinterne Fortbildungen, bei denen das Kollegium angeleitet wird, an Konzepten zu arbeiten. Das ist zwar sinnvoll, klappt aber bei kleinen Kollegien in der Regel auch ohne einen teuren Dozenten. Da gibt es Angebote, bei denen die Schulentwicklung sehr kleinschrittig voran geht, aber viel Papier zu füllen ist, und andere, bei denen zügig gemeinsam arbeitsteilig gearbeitet und alltagstaugliche Ergebnisse einander vorgestellt werden.

          Des Weiteren frage ich mich immer wieder, warum es kein Angebot für Online-Fortbildungen gibt: Abrufangebote, Vorlesungen, Baukastensystem
          für Lehrkräfte, Teams oder Kollegien.

          Im übrigen bin ich ziemlich sicher, dass Ihre Fortbildung als Arbeitszeit gilt und dass Sie nicht einem nicht ausgebildeten Menschen mit geringen medizinischen Kenntnissen Ihre Aufgaben des Tages vorbereitet hinlegen: Ablaufplan des Tages, Arbeitsschritte, Materialien (ich will es jedenfalls nicht hoffen).

          • Wer weiß, wie hoch der Fortbildungsetat von einzelnen Schulen ist, der weiß auch warum das gängige Fortbildungsinstrument “SchILF-Tage” sind (schulinterne Lehrerfortbildung. In NRW steht jeder Schule ein Fortbildungstag je Schuljahr zu.

            Um seine Fortbildung zu organisieren macht man dann jedes Jahr seine Ersthelfer-, Brandschutzausbildung, Schulugen in schulinterner Verwaltungssoftware, Implementationsveranstaltung zu neuen Kernlehrplänen etc.

            Der meiste Kram ist also organisatorischer Natur, um den “Laden am Laufen zu halten”, alles Andere ist nice to have.

            Was benötigt wird, z.B. Fortbildungen im Bereich Inklusion für Nicht-Sonderpädagogen, ist Mangelware. Üblche Aussage in Fortbildungsveranstaltungen:

            “Ja Patentrezepte haben wir auch nicht; da muss jede Schule für sich selbst einen geeigneten Weg finden.” Danach der Verweis auf die entsprechenden verwaltungsvorschriften, ein bischen Gruppenpuzzle zum Erfahrungsaustausch, Ergebnissicherung auf Flipchartbögen und anschließender Galerierundgang.
            Am erfolgreichsten im Sinne der Fortbildung sind die Kaffeepausen, da man sich hier ungestört mit Kollegen und Kolleginnen anderen Schulen und Schulformen unterhalten kann, welche Lösungen die für bestimmte Probleme auf Lager haben.

            Die Fortbildungen taugen nicht einmal mehr zum Vorstellen neuer Unterrichtsmethoden. Der gesamte Kanon einschließlich der kindischen Vorstellungsrunden hat schon längst Einzug in das Tagesgeschäft von Schulen gefunden. Lediglich die Präsentationsmöglichkeiten bei FoBis sind besser als in der üblichen Kreidezeit.

            Zu FoBis geht man, wenn man keinen Bock zum Unterrichten hat …

          • Axel von Lintig

            Online-Fortbildungen gibt es zuhauf mit entsprechenden Prüfungsfragen. Davon mache ich überwiegend Gebrauch, da man neben Beruf und Familie gar nicht mehr genügend Zeit zur Verfügung hat. Zusätzlich haben wir in NRW 5 Tage Fortbildungsurlaub im Jahr und wir erhalten von unserem Arbeitgeber bis 1000 Euro Zuschuss zur Fortbildung + Fahrtkosten für Pflichtfortbildungen.

          • Axel von Lintig

            Wie Sie schon sagten, Fortbildungen machen nur Sinn, wenn die Inhalte stimmen und ich das ganze für meine praktische Tätigkeit relevant ist.
            Es darf aber nicht mehr sein, dass Pharma-Vertreter über die Verschreibung von Medikamenten mit entscheiden. Ähnliches gilt auch für die Vertreter der Schulbuchindustrie mit ihrer Einflussnahme über Schulpsychologen, die bestimmte Werke protegierten.
            Im übrigen bringt dieses Nachrichtenmagazin eine gute Austauschmöglichkeit, so wie unsere Fachzeitschriften der Berufsverbände.

          • Die Paralleln sind bestechend,
            wobei der Etat der Schule erheblich kleiner ist
            und, wie schon mehrfach beschrieben, Fortbildungstage für die Lehrkraft doppelte Arbeit bedeuten.

            “Im übrigen bringt dieses Nachrichtenmagazin eine gute Austauschmöglichkeit,”
            ja, finde ich auch,
            wobei ich diesen Austausch seit über 10 Jahren in den Foren auf 4teachers habe, nicht nur schulpolitisch, sondern auch unterrichtspraktisch und dazu den Tausch an Materialien, die dort aus der Praxis für die Praxis und häufig zudem veränderbar eingestellt werden.
            Auch wenn es Hintergründe braucht und man Fachliteratur studiert, so schnell, wie z.B. dort innerhalb von Foren und mit Materialien auf Akutelles reagiert werden kann (z.B. Tsunami, Fukushima, Alphabetisierung von Migranten), kann das weder ein Verlag noch eine Fortbildung erreichen.

  2. HEssen hat die Punktesammelzählwut schon hnter sich gelassen. Auch hier waren Punkte zu sammeln, allerdings “interessiert sich kein Ar….” (Zitat Aufsichtsperson der Bildungsverwaltung) mit oder ohne Punkte für besuchte Fortbildungen. Dazu kam auch, dass sich ein sehr breit gefächerter Fortbildungsmarkt entwickelt hat, der enorme Kosten verursacht hat, aber kaum auf den Unterricht druchgeschlagen hat.
    Da hat man die Punkte gleich wieder abgeschafft.
    Bei solchen Meldungen trage ich meinen Namen zurecht.
    OMG

  3. Wenn diese Fortbildungen wenigstens den Unterricht voran bringen würden! Ich habe mir 15 Fortbildungen angeschaut, nicht eine hat mir so geholfen, dass es die Zeit wert gewesen wäre.
    Seitdem ohne mich und wenn mich einer zwingen will, werde ich schon Mittel und Weg finden, alleine der Gedanke an diese Zeitverschwendung soll ja krank machen.

  4. Naja, Fortbildungen sind schon sinnvoll oder besser: Sinnvolle Fortbildungen sind auch sinnvoll.

    Die Praxis wird sein (wie seinerzeit im Studium die Jagd nach den Scheinen), man belegt irgendetwas, was zeitlich passt, um die Punkte zu bekommen, auch wenn man’s gar nicht braucht und sich nur langweilt (und den Dozenten dann frustriert).

    • Axel von Lintig

      Die Fortbildungspunkte müssen bei uns gebietsbezogen erfolgen, da diese nur begrenzt fachfremd erworben und anerkannt werden.

      • “gebietsbezogen” im Sinne von Fachgebiet oder Region?

        • Axel von Lintig

          Fachgebietsbezogen muss man eine bestimmte Mindestpunktzahl erreichen.
          Zum Beispiel sind es für Notfallmedizin 20 Punkte alle 2 Jahre. Wir werden uns fast alle nicht an dieser Olympiade beteiligen und so dem System die seit 20 Jahren tätigen Notärzte entziehen.
          Einerseits sehe ich fachbezogene Fortbildungen als sinnvoll an, wenn aber Lerninhalte vermittelt werden sollen, die ich seit Jahren wöchentlich anwende, so wird die ganze Aktion als Farce an, die irgend welchen Notfallseminar-Anbietern eine zusätzliche Einnahmequelle sichert.
          Ähnlich stellt se sich wahrscheinlich auch bei Ihnen dar, wenn Sie Fortbildungen über täglich praktizierte Methoden Fortbildungen besuchen sollen.

  5. Wenn ich das so lese, habe ich das Gefühl, dass wir in By ein klares Fortbildungskonzept haben. Das ist jetzt im Prinzip schon seit Jahren so: Wir müssen in der Grundschule in 4 Jahren 60 Vollzeitstunden Fortbildungen haben. Auf jeder besuchten Fortbildung gibt es einen Fortbildungsnachweis. Wir machen eine Liste der besuchten Fortbildungen und geben sie am Ende eines jeden Jahres bei der Schulleitung ab. In By ist es inzwischen so geregelt, dass fast alle Fortbildungen in einer bayernweiten Zentrale (Fibs) übers Internet angemeldet werden und auf dem Dienstweg durch die Behörden genehmigt werden.
    Wir haben auch schulinterne Fortbildungen (SchilF genannt), wo außerschulische Referenten geholt werden – hier werden größtenteils die Wünsche des Kollegiums berücksichtigt. Sehr beliebt sind auch Fortbildungen der Lehrerverbände KEG und BLLV (an Wochenenden) und Schulbuchverlagen; begehrt sind auch die meisten Fortbildungen in der Lehrerakademie. Oft dauern die Fortbildungen 2 Stunden am Nachmittag (außer in der Lehrerakademie, die gehen über mehrere Tage). Inzwischen gibt es so weit ich weiß über Mebis Onlinefortbildungen. Es ist eine bunte Palette, die angeboten wird, Supervision zählt z.B. auch zur Fortbildung oder es sind selbst zu zahlende auf Lehrer zugeschnittene Sprachaufenthalte darunter oder etwas exotische Angebote von externen Organisationen, die allerdings selbst zu zahlen sind. Wenn der Helbig Verlag etwas für Musik anbietet, findet man das auch zusätzlich unter Fibs und das wird auch als FB anerkannt. Als Grundschullehrer, der allround alles unterrichtet, kann man da viel brauchen. Natürlich bilden die “normalen” Fortbildungen den Schwerpunkt.
    Ich selbst bin insgesamt zufrieden mit den Fortbildungsangeboten (selten gibt es einen Reinfall) und nutze sie, soweit sie mich interessieren und ich Zeit dafür habe.

    • Ein Fortbildungskonzept soll hier jede Schule für sich schreiben, da steht dann drin, wer wann was machen darf – schließlich muss man ja mit dem Budget haushalten.
      Dickebank hat es ja gut dargestellt: die üblichen FoBi laufen ja ohnehin, SchilFs mit Externen zu aktuellen Themen, Erste Hilfe ist verpflichtend, Schwimmen bzw. Rettungsfähigkeit ist für die Schwimmlehrer verpflichtend.
      Das Neueste in Nds.: Verpflichtende überregionale Fachkonferenzen, die plötzlich von irgendwoher kommen, deren Ziel nicht klar kommuniziert wird und die eingesetzt werden, obwohl seit Jahren – ohne Erlass, aber nach Anweisung – überregionale Konferenzen laufen (von denen die Dozenten der neuen Fachkonferenzen aber gar nichts wissen). Inhalt: siehe oben: Verweis auf den Erlass, Gruppenarbeit um Ideen aus den Reihen der Kolleginnen abzufragen, Präsentation.

      Lehrkräfte sind nicht per se fortbildungsunwillig, aber ich kenne kaum jemanden, der mal von einer gelungenen FoBi berichtet – von meiner Musikkollegin abgesehen, die jedes Jahr beim gleichen Dozenten ein Highlight erlebt. Selbst wenn man sich bemüht, für eine SchilF jemanden zu finden, der ein wirklich gutes inhaltliches Angebot bietet, bekommt man kaum hilfreiche Antworten.
      Es ist zum Abgewöhnen und angesichts der extrem hohen Belastung durch außerunterrichtliche Aufgaben hat man ja genug zu tun, worum man sich kümmern muss.
      Und so ganz nebenbei stemmt man ja täglich auch Inklusion und Migration, wo man sich wirklich einarbeiten muss, weil es den Alltag betrifft.

      So wie A.v.L. es schon bezeichnet hat: es ist eine Farce.
      Aber am Ende kann sich irgendjemand vor die Presse stellen und verlauten lassen, dass alle Lehrkräfte umfassend geschult wurden.

      Ohne die dringend notwendige Verbesserung der Ressourcen ist es den Lehrkräften leider nicht möglich, weitere Aufgaben zu schultern oder Neues zu implementieren. Verpflichtende Fortbildungen ohne Inhalte vergeuden dann die kostbare Zeit der Lehrkräfte, viel Geld, das anderswo besser eingesetzt wäre, und führen zwangsläufig zu einer Verschlechterung der Unterrichtsqualität.

      • Nicht zu vergessen die jährlichen Sicherheitsbelehrungen, die ja ebenfalls als FoBi verkauft werden können und kostengünstig vom eigenen Beauftragten für Sicherheitsfragen durchgeführt werden.
        Am meisten habe ich über AvL und die 1.000 Euro je Facharzt im Jahr gelacht …
        Bei kleineren Schulen so mit 20 bis 30 Lehrkräften ist das der Fortbildungsetat eines Jahres für das gesamte Kollegium. Bei den 2Unsummen” kann man dann ale zwei Jahre einen externen Fortbildner einladen, Stundensätze um 100 Euro sind eher der Normalfall. – Und die 1000 Euro Fortbildungsetat müssen ja auch für pflichtgemäße Fortbildungen von Kollegen reichen, können also nicht auf einen Schlag aus gegeben werden.

        • Axel von Lintig

          Diese 1000 Euro nutzen die meisten Kollegen gar nicht aus.die gehen dann drauf, wenn man eine Woche zum Hauptstadtkongress fährt oder spezielle Weiterbildungsseminare besucht.

        • Axel von Lintig

          Bis vor 6 Jahren habe ich die Gebühren für Fortbildungen selber gezahlt.
          Und selbstverständlich muss man sich heute die Fortbildung sich gehehmigen lassen, das heißt, dass sehr genau geschaut wird, ob die Fortbildung für die Weiterbildung des Betroffenen etwas bringt.
          Eigentlich muss und sollte bei Ihnen der Fortbildungsetat erhöht werden, genauso wie die Angleichung der Gehälter auf das selbe Niveau.

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