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Mit Humor geht alles besser – auch der Unterricht? Kommt drauf an!

AUGSBURG/ELLWANGEN. Unstreitig sind die Zustände an deutschen Schulen manchmal nur mit einer gehörigen Portion Humor zu ertragen. Psychologen der  Universität Augsburg haben  untersucht, wie Humor darüber hinaus direkt auf den Lernerfolg der Schüler wirkt.

Lachen belebt den Unterricht. Foto: Evan Long / flickr (CC BY-NC 2.0)

Lachen belebt den Unterricht. Foto: Evan Long / flickr (CC BY-NC 2.0)

Ob eine Schülerin oder ein Schüler im Unterricht „was zu lachen hat“ (oder eben nichts), hängt sicher von jeweils vielen verschiedenen Faktoren ab. Am Hariolf-Gymnasium in Ellwangen an der Jagst wird auch aus wissenschaftlichen Gründen gelacht. In einem Experiment des Augsburger Lehrstuhls für Psychologie geht es darum, die in mehreren Vorstudien gewonnene Annahme zu bestätigen, dass Humor, wenn er von der Lehrerin oder vom Lehrer richtig eingesetzt wird, den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler fördert.

Privatdozentin Dr. Sonja Bieg forscht am Lehrstuhl für Psychologie der Universität Augsburg gemeinsam mit Prof. Dr. Markus Dresel bereits seit geraumer Zeit zu der Frage, wie Lehrerhumor auf Schüler wirkt. Sie haben dabei bislang vier verschiedene und ganz unterschiedlich bei den Schülerinnen und Schülern „ankommende“ Formen des Lehrerhumors definiert: denjenigen mit und denjenigen ohne Bezug zum Lerngegenstand, weiterhin den selbstabwertenden Humor und viertens den aggressiven Humor.

Wichtigste Erkenntnis der Psychologen: „In erster Linie konnten wir bislang zeigen, dass die Schüler mehr Freude, weniger Langeweile sowie weniger Ärger erleben, wenn der Lehrer Humor einsetzt, der auf den Lerngegenstand bezogen ist“, berichtet Bieg. Humor stehe nicht nur in enger Beziehung zum emotionalen Erlebnis des Unterrichts, sondern ebenso zu „harten“ Unterrichtsmerkmalen. Auch hier zeige sich, so Dresel „dass Humor, der im direkten Zusammenhang mit dem jeweiligen Unterrichtsgegenstand steht, die Beziehung des Lehrers zu den Schülern verbessert und dass der Unterricht als interessanter und klarer wahrgenommen wird.“

Aggresiver Humor der Lehrkraft bewirke dagegen eher das Gegenteil: weniger Freude am Unterricht, mehr Langeweile und mehr Ärger. Der angreifende Humor beeinträchtige besonders die Beziehungsebene, und Humor, der in keiner Beziehung zu dem steht, was gelernt werden soll, lasse das Interesse am Lerngegenstand sinken und stifte eher Unklarheit.

Die bisherigen Studien, die sich mit Blick auf die unterschiedlichen Humor-Ausprägungen wechselseitig stützen, legen den Forschern zufolge den Schluss nahe, dass der Humor, den die Lehrperson in den Unterricht „investiert“ dann, aber auch nur dann, wenn er eng mit dem Stoff, den es zu vermitteln bzw. zu lernen gilt, zu tun hat, das Lernverhalten der Schüler befördert. Diese Art des Lehrerhumors helfe den Schülerinnen und Schülern, das, was es zu lernen gilt, differenziert zu erfassen und zu verarbeiten.

Unter Beteiligung des Ellwanger Gymnasiums, soll das Projekt nun fortgesetzt und erweitert werden. Gemeinschaftskundelehrer Ulaṣ Incedal habe eigens eine Unterrichtsstunde für die 10.Klasse entworfen, in der verschiedene Elemente des gegenstandsbezogenen Lehrerhumors gezielt berücksichtigt wurden.

Anhand der entscheidenden Unterrichtssequenzen wurden kurze Unterrichtsfilme produziert. „Wir können diese nun von einer Vielzahl von Schülerinnen und Schülern beurteilen lassen, um unser Experiment auf eine breite Basis zu stellen und“, so Dresel. „Wir zeigen damit, in wie weit gegenstandsbezogener Humor den Schülerinnen und Schülern hilft, besser zu lernen.“ (zab, pm)

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3 Kommentare

  1. Eine Milchmädchenforschung. Was gemessen wird, ist nicht Lernerfolg, sondern Motivation. Außerdem suggeriert das, dass Ironie negativ konnotiert sei. Eine gesunde Ironie, auch Selbstironie, ist aber das Beste, was einer Lehrer Schülbeziehung passieren kann.

  2. Außerdem.: Welcher seriöse Forscher geht mit Datenmaterial von einer Schule an die öffentlichkeit?

    • Noch extremer: Nicht eine Schule, sondern eine speziell konzipierte Stunde in einem Fach in einer Klasse. Außerdem ist das Fach auch noch Gesellschaftslehre, ein von Schülern tendenziell gemochtes Fach.

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