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Sagen Sie mal, Herr Kraus … Drei Fragen an den DL-Ehrenpräsidenten (die ihn bislang noch keiner gefragt hat)

BERLIN. Josef Kraus ist zum 30. Juni von seinem Amt als Präsident des Deutschen Lehrerverbands (DL) ausgeschieden – er ist seitdem DL-Ehrenpräsident. Der bisherige Chef des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat Kraus’ Nachfolge übernommen, der fast 30 Jahre an der Verbandsspitze stand. Anlass für uns, bei Kraus nochmal nachzufragen – also: Fragen übers Lehrerleben zu stellen, die wir ihm bislang noch nicht gestellt haben. Kraus ist ein Mann der Praxis. Er war bis zu seiner Pensionierung Leiter eines Gymnasiums bei Landshut und Lehrer für Deutsch, Sport und Psychologie. 

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Haben Sie auch einmal eine Frage gestellt bekommen, die Sie selbst nicht beantworten konnten?

Kraus: Das kommt immer wieder mal vor, vor allem, wenn es Unterricht in der Oberstufe ist und wenn man besonders wissbegierige Schüler vor sich hat. Zu häufig darf es nicht sein, dass Lehrer blank sind, weil die Schüler sonst Zweifel an der fachlichen Autorität ihrer Lehrer haben. Wie man als Lehrer damit umgeht? Nun, man sagt, dass man die Frage bis zur nächsten Stunde klären werde. Aber man faselt nicht herum. Es kommt durchaus sympathisch rüber, wenn Lehrer mal Wissenslücken einräumen.

Waren Sie beim Benoten von Klassenarbeiten manchmal ein bisschen gnädig?

Kraus: Natürlich! Das darf es aber nur geben, wenn eine Note gerade so an der Kippe steht und wenn diese Großzügigkeit allen Schülern gleichermaßen zugutekommt. Alles andere wäre ungerecht.

Hat man als Lehrer auch mal Lieblingsschüler?

Kraus: Es gibt Schüler, mit denen das Unterrichten und das Diskutieren mehr Freude macht als mit anderen. Und es gibt Schüler, die man lieber nicht in einer Klasse hätte. Aber man darf sich das als Lehrer nicht anmerken lassen. Man muss alle gleichbehandeln. Sonst zieht man sich schnell den Vorwurf zu, voreingenommen zu sein. dpa

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