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Weil Deutschland über „eines der besten Bildungssystem der Welt“ verfügt: Saudi-Arabien schließt seine umstrittene König-Fahd-Schule

BONN. Die saudische König-Fahd-Akademie in Bonn ist wegen islamistischer Tendenzen schon lange skeptisch beäugt worden. Nun ist die Auslandsschule mitsamt Moschee dicht. Was kommt danach?

Vor dem Aus: Die umstrittene König-Fahd-Akademie in Bad Godesberg bei Bonn. Foto: Wolkenkratzer / flickr (CC BY-SA 3.0)

Geschlossen: Die umstrittene König-Fahd-Akademie in Bad Godesberg bei Bonn. Foto: Wolkenkratzer / flickr (CC BY-SA 3.0)

Die umstrittene saudische König-Fahd-Akademie in Bonn hat gut 20 Jahre nach Gründung der Auslandsschule endgültig dicht gemacht. Mit dem zu Ende gegangenen Schuljahr 2016/17 haben die letzten Schüler ihre Prüfungen abgelegt. Bereits im August 2016 waren aus Riad Schließungspläne für die Einrichtung bekannt geworden, die Saudi-Arabien finanziert. 2003 war die Akademie ins Visier von Staats- und Verfassungsschutz geraten. Die Behörden hatten damals wegen islamistischer Tendenzen mit dem Aus gedroht.

Mit Blick auf die offene künftige Nutzung des Areals teilte die Stadt Bonn auf Anfrage mit, das Königreich Saudi-Arabien sei weiterhin sowohl Eigentümer der Immobilie als auch des Grundstücks. Die Stadt habe aber ein Rückkaufsrecht für den Grund und Boden, wenn die schulische Nutzung beendet werde, sagte Sprecher Marc Hoffmann. Dazu würden nach einer Besichtigung der Akademie vor einigen Wochen derzeit «verwaltungsinterne Gespräche» geführt.

«Danach wird es eine Vorlage für die Politik geben, in der die Verwaltung die weiteren Schritte skizzieren wird», schilderte Hoffmann. Konkrete Angaben machte er nicht, auch nicht zu einem möglichen Kaufpreis. Weitere Treffen mit der Regierung in Riad habe es jedenfalls nicht mehr gegeben. Erschwerender Faktor könnte die Tatsache sein, dass auch die Immobilie auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Areal Saudi-Arabien gehört. Über deren Zukunft entscheidet Hoffmann zufolge das Königreich.

Laut Bonner «General-Anzeiger» waren zuletzt nur noch 50 Schüler unterrichtet worden, die vor den Sommerferien ihre Prüfungen ablegten. Der Akademie ist eine Moschee für mehrere hundert Menschen angeschlossen. Die Kölner Bezirksregierung hatte 2005 nach Bekanntwerden der islamistischen Tendenzen aber eine Moscheenutzung nur noch für das Freitagsgebet erlaubt.

Die Schülerzahl war von einst rund 450 Schülern (2013) kontinuierlich gesunken. Eine Reihe von saudischen Kindern und Jugendlichen war die Ausnahmegenehmigung zum Besuch der Schule entzogen worden. Die Polizei hatte bestätigt, dass auch Kinder von unter Beobachtung stehenden Islamisten die Akademie besuchten. Nach Medienberichten hatte Riad 2016 das kommende Aus für die Schule damit begründet, dass Deutschland über eines der besten Bildungssysteme verfüge und die saudische Schule daher nicht mehr nötig sei. dpa

Ein Kommentar

  1. Dort haben die neun und siebenjährigen kinder des Kollegen aus Libyen ihre arabische Prüfung ablegen müssen.
    Herzlich willkommen in Deutschland, wir nehmen hier alle, auch Salafisten auf.

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