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Die regionale Cloud kommt: NRW-Schulen starten zum neuen Schuljahr mit gemeinsamer Lernplattform

DÜSSELDORF. In vielen Schulen herrscht von „Kreide-Zeit“. NRW plant, zumindest mit der Kommunikation zum neuen Schuljahr ins neue digitale Zeitalter zu starten. Alle knapp 6.000 Schulen in Nordrhein-Westfalen erhalten zum neuen Schuljahr Zugriff auf eine datengeschützte, moderne Arbeitsplattform. Damit sollen Kommunikation, Organisation sowie die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts erleichtert werden. Wie das Schulministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mitteilte, zahlt das Land für die Software „Logineo NRW“ rund 3,2 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

Der Schüler allein am tablet, das seine Stärken und Schwächen analysiert (und ihm individuell angepasste Lernporgramme bietet). Sieht so der Unterricht der Zukunft aus? Foto: gdsteam / flickr (CC BY 2.0)

Schulen können sich nun vernetzen und Schüler von zu Hause auf Arbeitsmaterialien zugreifen: Das Schulportal „Logineo NRW“ startet zum neuen Schuljahr. Foto: gdsteam / flickr (CC BY 2.0)

Für das Schulpersonal ist das System kostenfrei. Die Nutzer können sich durch Zugriff auf gemeinsame elektronische Terminkalender, Adressbücher, Lernmittel und andere Daten leichter vernetzen. Damit ist beispielsweise der Austausch von Schüler- und Notenlisten sowie Dokumenten per E-Mail nicht mehr erforderlich. Logineo bietet auch Zugang zu digitalen Schulbüchern, Materialien zur Lehrerfortbildung und zeigt Medien nahegelegener Bibliotheken an. Es ist aber keine Lernplattform. Schulen können Kindern und Eltern in ihren Gremien Zugänge zu einzelnen Bereichen gewähren. Die generelle Einbindung aller Eltern ist aber nicht vorgesehen.

Weitere Neuigkeiten zur Schulpolitik in NRW wird Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf präsentieren. Dabei soll es vor allem um die Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren gehen, um den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung sowie Unterrichtsausfall. Nächste Woche Mittwoch beginnt für rund 2,5 Millionen Schüler in NRW nach den Sommerferien wieder der Unterricht. Viele der rund 151 000 I-Dötzchen starten einen Tag später. dpa

4 Kommentare

  1. „In vielen Schulen herrscht von „Kreide-Zeit“.“ ???

  2. Immer wieder dieser unnötige Digitalisierungswahn. Nur weil Kreide-Zeit als Begriff negativ behaftet ist, heißt das nicht, dass die Verwendung von Kreidetafeln schlecht ist.
    Was bringt denn die Digitalisierung? Abgesehen von Ausgaben fürs Land und Gewinne für die zuständigen Unternehmen, ist der Mehrwert doch eher Makulatur.
    Wie hilft mir denn die Arbeitsplattform? Die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts erledigt man mit Büchern und einem Computer – welche neuen Techniken und Methoden verpasse ich denn?
    Dass Sachen nicht per Mail versendet werden müssen, sondern ausgetauscht werden, ist in meinen Augen eher ein Luxusproblem. Statt 3,2 Millionen für Online-Zugriff auszugeben, kann man das Geld eher Sanierung oder Hardware in den Schulen investieren.
    Wem macht es denn etwas, dass Noten- und Schülerlisten in Papierform ausgeteilt oder per Mail erhalten werden?
    Informationen können für Eltern zugänglich sein – das kann auch über die Homepage der Schule oder per Mail passieren.
    Daneben ist es schon wieder lustig, dass man solche Riesenprojekte in NRW angeht, während der Unterrichtsausfall per Software nicht erfasst, sondern lieber geschätzt wird.

  3. Schön finde ich auch einen Zugang zu digitalen Schulbüchern. Den Satz muss man genauso wörtlich nehmen, wie die kostenlose Anmeldemöglichkeit bei Single-Börsen. Der eigentliche Inhalt kostet Geld, sprich die Bücher wird man privat oder über die Schule kaufen müssen.

    Nebenbei führe ich meine Notenlisten immer noch in Papierform. Auch Klassenarbeiten benote ich von Hand, weil ich im Kopf die Teilpunkte schneller addiert bekomme als ich sie in irgendeine Notentabelle eingeben kann.

    Schuljahresend- oder Halbjahresnoten dürfen per Gesetz nicht ausgerechnet werden. Wie da eine digitale Notenliste helfen soll, ist mir ein wenig schleierhaft.

  4. Den Vorstoß, dass ein Ministerium seinen Landesbediensteten eine gesicherte Plattform zur Verfügung stellt, finde ich gar nicht so schlecht.
    Es reicht doch, wenn sich ein paar Informatiker in einem Rechenzentrum Gedanken machen, anstatt viele Lehrkräfte, von denen etliche dann irgendetwas in irgendeiner Cloud ausschen, die mit den Daten spazieren geht.
    Ähnliche Bereitstellung von guten Arbeitsmitteln würde mich mir auch in anderen Bereichen wünschen.

    Allerdings fällt mir immer häufiger auf, dass die Ministerien die Digitalisierung (und auch andere Neuerungen) noch und noch ins Feld führen und Forderungen an die Lehrkräfte stellen, selbst aber kein Stückweit „digitaler“ sind. Wo sind denn
    – Unterrichtsbeispiele und Datenbanken für die Curricula
    – Informations- und Hilfssysteme für LuL aller Schulen hinsichtlich digitaler Bildung, aber auch hinsichtlich aller Fächer in allen Schulformen, aller Inklusions-Schwerpunkte, hinsichtlich Informationen und Materialien für Unterricht mit Migranten
    und wo die Fortbildungen, die online zum Abruf zur Verfügung stehen, sodass Lehrkräfte sich ohne weitere Fahrtkosten problemlos mit notwendigen Inhalten beschäftigen können?

    NRW war vor einigen Jahren mit einem guten Medienkonzept Vorreiter. Daran können alle anderen Bundesländer sich orientieren oder daraus abschreiben.
    Dennoch fehlen Ressourcen in Form von Zeit und Personal, um derartige Konzepte in die Tat umzusetzen.
    Was nutzt das schönste Vorhaben, wenn der Unterricht überfrachtet ist und die Kollegien angesichts der zusätzlichen Aufgaben keine Luft mehr holen können?

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