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Dodo–Knochen bringen neue Erkenntnisse über ausgestorbenen Riesenvogel

KAPSTADT. Der ist eines der prominentesten Beispiele einer vom Menschen ausgerotteten Art. Dafür wussta man bislang erstaunlich wenig  über den Vogel. Zu seiner Lebensweise ist fast nichts überliefert. Sogar zu seinem sein Aussehen gibt es nur widersprüchliche Berichte. Forscher der Universität Kapstadt haben nun einige Knochen der Riesentaube unter die Lupe genommen.

Knochen des vor mehr als 300 Jahren ausgestorbenen Dodos liefern neue Erkenntnisse zu der Lebensweise des Vogels. Forscher um Delphine Angst von der Universität Kapstadt nahmen 22 Knochen von 22 Dodos unter die Lupe, wie sie in der Fachzeitschrift «Scientific Reports» schreiben. Die Küken des Dodos entwickelten sich demnach nach dem Schlüpfen sehr schnell. Zudem seien die Dodos womöglich regelmäßig in die Mauser gekommen. Das würde erklären, warum Seeleute den Vogel oft sehr unterschiedlich beschrieben.

Dodo auf einer Mansur-Miniatur (1612) aus der Hermitage, St. Petersburg. (Wikimedia Commons)

Dodo auf einer Mansur-Miniatur (1612) aus der Hermitage, St. Petersburg. (Wikimedia Commons)

Der Dodo (Raphus cucullatus) war eine große, etwa zwanzig Kilo schwere, Taubenart. Die Vögel konnten nicht fliegen und lebten ausschließlich auf Mauritius, einer Insel im Südwesten des Indischen Ozeans. Nachdem die ersten Seefahrer die Insel erreichten, lebte der Dodo nur noch etwa hundert Jahre. Er starb zwischen 1662 und 1693 aus. Die einzigen Berichte über den Vogel stammen von Seeleuten, die den Vogel mal als schwarz, mal als braun, mal als gänzlich federlos beschrieben. Zeichnungen zeigen den Dodo ähnlich einer großen Ente mit Federschwanz und gebogenem Schnabel.

Der Dodo gilt als Paradebeispiel für eine vom Menschen ausgerottete Art. Damalige Seeleute aßen die Vögel und ihre Eier. Sie brachten aber auch fremde Arten auf Mauritius, wie Affen, Schweine, Rotwild oder Ratten. Die Vögel, die sich kaum schützen konnten und auf dem Boden brüteten, waren für diese neuen Feinde leichte Beute.

Der Dodo ist auch deshalb bekannt, weil er als Charakter im Kinderbuch Alice im Wunderland auftaucht. Dort veranstaltet er das Caucus-Rennen, bei dem es nur Sieger gibt.

Die Forscher um die Biologin Angst untersuchten 22 Knochen von 22 Dodos von verschiedenen Fundstellen. Das Team stellte einige Besonderheiten beim Knochenaufbau fest. So entwickelte sich die Knochenstruktur der Vögel in den ersten Lebensmonaten sehr schnell, sodass die Jungvögel wohl noch vor dem Sommer geschlechtsreif wurden. Die Sommermonate bringen auf Mauritius teils extreme Wetterbedingungen wie Zyklone mit sich. Das kann auch die Nahrungssuche für Tiere erschweren. Die Forscher vermuten, dass die Vögel deshalb im August, also im dortigen Winter, brüteten. Die Jungtiere waren dann im Sommer robust genug, um die Wetterbedingungen zu überstehen.

Das weitere Wachstum hingegen verlief, im Vergleich zu ähnlichen Vogelarten, eher langsam, so die Forscher. Da der Dodo auf Mauritius keine natürlichen Fressfeinde hatte, sei eine rasche Weiterentwicklung wohl auch nicht nötig gewesen. Das Team konnte außerdem kleinere Schäden an den Knochen erkennen, wie sie auftreten, wenn ein erhöhter Kalziumbedarf im Körper entsteht. Bei anderen Vogelarten, wie zum Beispiel den Pinguinen oder den Tauben, passiert dies während der Mauser. Wahrscheinlich, so die Forscher, begann die Mauser der Dodos nach dem Sommer. Das dunkle Federkleid fiel aus und wurde durch hellen Flaum ersetzt. (dpa)

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