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Gefragter Lehrernachwuchs: In Mecklenburg-Vorpommern wird jeder neue Referendar von der Ministerin persönlich begrüßt

SCHWERIN. Bei einem Durchschnittsalter der Lehrer von knapp 50 Jahren rollt auf die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern eine Pensionierungswelle zu. Das Land versucht unter anderem mit der Einstellung von Referendaren gegenzusteuern. Doch ob sie später im Land bleiben, das ist ungewiss – trotz einer persönlichen Begrüßung durch die Bildungsministerin.

Die neue Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern: Birgit Hesse (SPD). Foto: Regierung Mecklenburg-Vorpommern

Sucht händeringend Lehrernachwuchs: Die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Birgit Hesse (SPD). Foto: Regierung Mecklenburg-Vorpommern

Fünf Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres hat Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) am Dienstag in Schwerin 146 angehende Lehrer zu Beamten auf Probe ernannt. Sie können damit nun ihren Vorbereitungsdienst an einer Schule in Mecklenburg-Vorpommern beginnen und zu Schulbeginn Anfang September vor die Klassen treten. Das 18 Monate dauernde Referendariat ist obligatorischer Teil der Lehrerausbildung. Das Land stellt zweimal im Jahr Pädagogikstudenten ein, am 1. Februar und am 1. August.

Doch nach Ansicht der Linken und der Bildungsgewerkschaft GEW reichen die bisherigen Bemühungen um junge Lehrer nicht aus, um die Personallücken zu schließen. Im Nordosten sind knapp 60 Prozent der rund 11.000 Lehrkräfte über 50 Jahre alt und gehen damit in absehbarer Zeit in Ruhestand.

„Wir sind auf Sie angewiesen“

Hesse ermunterte die jungen Beamten, später im Land zu bleiben. «Mit dem Lehramtsstudium haben sie gutes Rüstzeug im Gepäck. Sie sind Expertinnen und Experten in bestimmten Unterrichtsfächern. Von nun an gilt es, diese Expertise auf die Belange und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen auszuweiten», sagte sie bei der Feierstunde im Neustädtischen Palais. Nach erfolgreichem Abschluss des Referendariats seien die Chancen auf Einstellung in den Schuldienst gut, «da Mecklenburg-Vorpommern auf ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer angewiesen ist», betonte die Ministerin.

Um den künftigen Bedarf an Pädagogen zu decken, wirbt Mecklenburg-Vorpommern bundesweit um Fachkräfte und verbeamtet inzwischen auch. Besonders gefragt sind Sonderpädagogen und Lehrer für Regionale Schulen. Doch nur 12 der nun eingestellten 146 Referendare sind laut Hesse Sonderpädagogen und 27 wollen an eine Regionale Schule. Hingegen 54 angehende Lehrer streben das Lehramt am Gymnasium an. Erfreut zeigte sich Hesse über das wachsende Interesse am Unterricht in Grundschulen. «Im vergangenen Jahr waren es beispielsweise nur 28 Plätze, heute sind es 41», sagte sie.

Nach Angaben der Linksfraktionschefin im Landtag, Simone Oldenburg, sind derzeit 143 Lehrerstellen im Land nicht besetz. «Mich wundert die Zahl der offenen Stellen nicht, denn die Landesregierung geht mit dem Nachwuchs im eigenen Land sehr nachlässig um», kritisierte die Oppositionspolitikerin. Das Land übergebe die Zeugnisse nach dem zweiten Staatsexamen sehr spät und mindere damit die Erfolgsaussichten der jungen Lehrer bei ihren Bewerbungen.

Eine Sprecherin der GEW forderte mehr Unterstützung für die erfahrenen Lehrer, die in den Ausbildungsschulen als Mentoren tätig sind. «Sie brauchen vor allem mehr Zeit, um die Referendare fachgerecht während der Ausbildung zu begleiten.» dpa

Ein Kommentar

  1. Wenn die nur Referendare suchen, bleibt denen ja auch nichts Anderes übrig als Lehrkkräfte von GY an GS abzuordnen.

    Wer den Vorbereitungsdienst für den gehobeben Dienst absolviert, ist kein Referendar sondern ein Anwärter – im Bereich Schule also ein Lehramtsanwärter (LAA). Aber laut Bericht werden die ja nicht gesucht.

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