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Lehrermangel: Verband VNL/VDR kritisiert Heiligenstadt – er befürchtet „desaströse Unterrichtsversorgung an vielen Schulen“

HANNOVER. Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte VNL/VDR befürchtet, dass Niedersachsens Schulen, insbesondere die des Sekundar-I-Bereichs, im neuen Schuljahr teilweise mit einer desaströsen Unterrichtsversorgung dastehen werden. Für einen Teil der ausgeschriebenen Stellen im Sek-I-Bereich seien bislang keine geeigneten Bewerber gefunden worden, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die schlechte Unterrichtsversorgung wird die Unterrichtsqualität gefährden und erhebliche negative Auswirkungen auf den Ganztagsunterricht und die Durchführung von Fördermaßnahmen haben.“

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt bei einem Schulbesuch auf Borkum. Foto: Matthias Groote / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt bei einem Schulbesuch auf Borkum. Foto:
Matthias Groote / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Nach Einschätzung des VNL/VDR wird die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen im neuen Schuljahr, das am Donnerstag beginnt, zum Teil deutlich unter dem Niveau des letzten liegen – und diese sei schon katastrophal gewesen. „Wie sollen die Schulen bei einer so schlechten Unterrichtsversorgung neben einem qualitativ hochwertigen Kernunterricht noch ein qualifiziert besetztes Ganztagsangebot und Fördermaßnahmen, die ihren Namen auch verdienen, anbieten können?“, so fragt  VNL/VDR-Vorsitzender Manfred Busch mit Blick insbesondere auf Ober-, Haupt- und Realschulen sowie Förderschulen.

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Der Verband moniert die Umsetzung der Ankündigungen von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD),  landesweit 20 Schulsozialarbeiter an besonderen Brennpunktschulen und zusätzliches pädagogisches Personal an den inklusiven Schulen einstellen zu wollen, damit die Schulen mehr Unterstützung erhalten. „Diese dringend notwendigen und auch zweifelsfrei sinnvollen Maßnahmen sind zahlenmäßig viel zu knapp bemessen und können zum neuen Schuljahr überhaupt noch nicht greifen. Von Entlastung oder Unterstützung kann keine Rede sein“, so Busch.

„Kein Verständnis“

Um Lücken an den Grundschulen zu füllen und dort eine 100-Prozent-Versorgung zu erreichen, wurden Oberschulen und Grundschulen angewiesen, Lehrkräfte an Grundschulen abzuordnen. Dabei sei die Unterrichtsversorgung an den Oberschulen jetzt schon prekär. „Das Kultusministerium stopft Löcher, indem es andernorts neue aufreißt. Für diese Maßnahme kann der VNL/VDR kein Verständnis aufbringen“, stellt Busch empört fest.

Für den VNL/VDR ist die jetzige Unterrichtssituation an Niedersachsens Schulen vorhersehbar gewesen. Hier sei von Seiten der Politik zu wenig geschehen. „Wir haben immer wieder davor gewarnt. Leidtragende dieser verfehlten Politik werden nicht nur Lehrkräfte, sondern gerade unsere Schülerinnen und Schüler sein, deren Zukunft nicht aufs Spiel gesetzt werden darf. Schließlich sind sie unser größtes Kapital“, warnt Busch. N4t

 

Neue Beratungszentren für inklusive Schulen

HAMELN. Elf Regionale Beratungs- und Unterstützungszentren Inklusive Schulen (RZI) haben nach sechs Monaten Vorbereitung am Dienstag ihre Arbeit aufgenommen. Inklusive Schulen sollten aus den Landkreisen heraus gefördert werden, so die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) bei der Auftaktveranstaltung in Hameln. Denn in den Regionen seien die Erfahrungen und die Ansprüche noch sehr unterschiedlich. 2019 sollen nach Angaben der Ministerin in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Beratungszentren arbeiten.

Zu den Aufgaben der RZI gehört auf der einen Seite, Schulen, Eltern und Studienseminaren über neue Lehrmethoden oder die Anforderungen an inklusive Schulen zu informieren. Auf der anderen Seite sollen die Beratungszentren auch den Einsatz von Sonderpädagogen vorbereiten. Das Ziel: Die strukturellen Voraussetzungen für inklusive Schulen in Niedersachsen fördern. Bei seiner Regierungsbilanz im Juli hatte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) noch angemerkt, dass die Inklusion in Niedersachsen wohl noch einige Jahre brauche, um wirklich gut zu laufen.

Bislang haben die RZI in folgenden Landkreisen geöffnet: Cuxhaven, Friesland, Hameln-Pyrmont, Lüchow-Dannenberg, Osnabrück, Osterholz, Schaumburg und Uelzen. Die letzten Zentren haben in den kreisfreien Städten Braunschweig, Oldenburg und Wolfsburg eröffnet. dpa

 

 

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