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Sachsen-Anhalts ambitionierte Pläne: Glasfaseranschluss für alle Schulen bis Ende 2020

MAGDEBURG. Computer gehören zum Alltag von Kindern und Jugendlichen, nicht aber unbedingt zum Schul- und Lernalltag. Das soll sich in Sachsen-Anhalt ändern: Alle Schulen sollen bis Ende 2020 über Glasfaserkabel an das schnelle Internet angeschlossen werden. Das kündigten Bildungsminister Marco Tullner (CDU) und Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) in Magdeburg nach einer Entscheidung des Kabinetts an. „Das Projekt ist ambitioniert, aber nicht unrealistisch“, sagte Willingmann.

Bis Ende November soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, nach der im Dezember im Kabinett über die Kosten und das weitere Vorgehen beraten werden kann. Profitieren sollen alle 750 öffentlichen Schulen im Land und auch Schulen in freier Trägerschaft. Aktuell seien Schulen zwar schon ans Internet angeschlossen, allerdings in sehr unterschiedlicher Form, erläuterte Tullner. Willingmann setzt bei weiteren Anschlüssen auf einen Eigenbeitrag der Kommunikationsunternehmen, den die Schulen möglichst kostenlos in Ausbauprojekte aufnehmen sollten. Erste Unternehmen hätten bei einem Gespräch positive Signale gesendet, es stünden aber auch Fördermittel bereit. Die Landesregierung hat nach eigener Darstellung auch die Folgekosten im Blick, also die monatlichen Gebühren, die mit der Nutzung der Anschlüsse fällig werden. Entsprechende Gespräche würden mit den Schulträgern geführt, hieß es. „Wir wollen ausloten, wie hoch die Belastungen sind“, sagte Willingmann.

Bis Ende 2020 sollen alle Schulen in Sachsen-Anhalt über Glasfaserkabel an das schnelle Internet angeschlossen werden. Foto: QSC AG / flickr (CC BY-SA 2.0)

Bis Ende 2020 sollen alle Schulen in Sachsen-Anhalt über Glasfaserkabel an das schnelle Internet angeschlossen werden. Foto: QSC AG / flickr (CC BY-SA 2.0)

Unklar ist nach Informationen der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) ebenfalls noch, wer für die Ausstattung der Schulen mit digitalen Endgeräten verantwortlich sein soll. Dem Bericht zufolge verweist Bildungsminister Tullner auf die Landräte und Bürgermeister, von denen sich viele in diesem Bereich bereits engagiert hätten, sowie auf die Schüler, die ihren eigenen Laptop oder ihr eigenes Tablet im Unterricht nutzen könnten. „Bei Bedarf werden wir unterstützen. Es soll an der Ressourcenfrage nicht scheitern“, so Tullner laut MZ. Die Linke kritisiert diese Einstellung. Ihr netzpolitischer Sprecher Hendrik Lange fürchtet, dass es auf diese Weise dem Zufall überlassen bleibe, wie beziehungsweise ob ein Schüler die notwendige Ausstattung erhält.

Anschluss der Schulen an das Landesdatennetz

Parallel zu den geplanten Glasfaseranschlüssen läuft das Landesprojekt, die Schulen an das Landesdatennetz anzuschließen. Laut einem Sprecher des Bildungsministeriums gibt es hier zwei Komponenten: Zum einen werde die pädagogische Arbeit unterstützt, zum anderen diene der Anschluss an das Landesdatennetz der Schulverwaltung.

Bildungsminister Tullner betonte, dass heutzutage neben dem Lesen, Schreiben und Rechnen der Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien eine vierte Kulturtechnik sei. Die Digitalisierung gehöre zur Schule dazu. Vorschreiben wolle er Lehrern die Arbeit damit aber nicht. Ob mit dem Buch, Laptop oder Tablet: „Was zählt, ist der Lernerfolg“, betonte der Minister. Bei den Lehrern sehe er grundsätzlich die Bereitschaft, digitale Wege zu gehen. Überschwere Schulranzen könnten damit der Vergangenheit angehören. Agentur für Bildungsjournalismus, mit Material der dpa

Ein Kommentar

  1. Die schnellste Glasfaserleitung zum Schulgebäude nutzt nichts, wenn die Haushalte im Umfeld keine 6 MBit/s haben und denselben Verteilerknoten wie die Schule verwenden. Darum müssen sich nämlich Telekom & co kümmern.

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