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Streit um bessere Besoldung – Minister Lorz lehnt Höherstufung von Grundschullehrern ab

WIESBADEN. Die GEW Hessen pocht auf bessere Arbeitsbedingungen für Pädagogen (wir berichteten) und lässt bei ihrer Forderung nach mehr Geld für Grundschullehrer nicht locker: Die Arbeit mit den Kleinsten sei pädagogisch genauso anspruchsvoll und zeitintensiv wie die eines Real- oder Gymnasiallehrers. Doch Kultusminister Alexander Lorz (CDU) unterstütz diese Forderung nicht – ebenso wie auch andere Lehrergewerkschaften sich dagegen aussprechen.

250.000 Euro brutto – diese Summe verdiene eine Grundschullehrerin in Hessen nach Berechnungen der GEW im Laufe ihres Arbeitslebens weniger als ihre Kollegin an einer anderen Schule, zum Beispiel an einer Förderschule oder an einem Gymnasium. „Wir haben modellhaft berechnet, was eine Grundschullehrerin in 40 Berufsjahren in den Bundesländern jeweils verdient und haben auch die unterschiedlichen Arbeitszeiten einbezogen“, erklärte die Vorsitzende der GEW Hessen, Birgit Koch, bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Die aktuelle Reduzierung der Pflichtstundenzahl sei dabei berücksichtigt worden. Dieser Unterschied sei „nicht zu erklären“ und auch nicht zu rechtfertigen, so Koch.

Laut GEW rangiere Hessen beim Verdienst der Grundschullehrer zudem unter dem Durchschnitt der Länder. Um im Wettbewerb der Länder bestehen zu können und den Beruf des Grundschullehrers weiter attraktiv zu halten, muss nach Einschätzung der Gewerkschaft die Arbeitszeit reduziert und die Besoldung von A12 auf A13 angehoben werden. Zu Beginn des Schuljahres konnten 100 Stellen an hessischen Grundschulen nicht besetzt werden.

Absage an die Forderung der GEW

ucht händeringend Grundschullehrer: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: Hesssisches Kultusministeriums

Sucht händeringend Grundschullehrer: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: Hesssisches Kultusministeriums

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) beurteilt die aktuelle Situation anders: „Mit der Bezahlung von Grundschullehrkräften nach A12 sind wir im Ländervergleich absolut konkurrenzfähig.“ Eine Anhebung um eine Stufe würde das Land 70 Millionen Euro im Jahr kosten. „Das lässt sich nicht mal eben aus der Portokasse bestreiten“, so der Minister. Außerdem sei der gewachsene Bedarf nach Grundschullehrern auch nicht darin begründet, dass es zu wenig Bewerber für das Studium gebe.

Auch der Philologenverband Hessen, der einen Teil der Gymnasiallehrer vertritt, will die unterschiedliche Bezahlung beibehalten, wie die „Frankfurter Neue Presse“ berichtet. Der Philologenverband plädiere demnach zwar für eine bessere Bezahlung der Grundschullehrer, weil sich die Unterrichtbedingungen dort „mittlerweile dramatisch verschärft haben“ sagte der Verbandsvertreter Reinhard Schwab gegenüber der „Frankfurter Neuen Presse“. Doch diese höhere Belastung setze sich in den nachfolgenden Schulstufen fort, so dass dort ebenfalls eine Besoldungserhöhung zwingend sei.

Der Philologenverband befürchtet nach eigener Aussage eine Entwicklung zum sogenannten Einheitslehrer. Damit werde die „anspruchsvolle langjährige universitäre Ausbildung“ sowie der auf ein wissenschaftliches Studium vorbereitende Unterricht „nicht entsprechend gewürdigt“, zitiert die „Frankfurter Neue Presse“ Reinhard Schwab.

Vergleich der Bundesländer

Schaut man sich die von der GEW erhobenen Zahlen an, verdienen Grundschullehrer in Bayern im Vergleich am besten, dort bekomme die Grundschullehrerin nach der Beispielrechnung in ihrem ganzen Arbeitsleben gut 100 000 Euro mehr als in Hessen. In Baden-Württemberg seien es rund 50 000 Euro mehr, sagte Kai Eicker-Wolf, finanzpolitischer Referent der GEW. Noch schlechter sehe es laut GEW aus, wenn die Arbeitszeit mit berücksichtigt werde. Da liege Hessen 0,8 Prozent unter dem Länderdurchschnitt, sagte GEW-Vorsitzende Koch. Aufgrund dieser „unterdurchschnittlich Besoldung“ stehe Hessen „im Wettbewerb zwischen den Bundesländern nicht gut da“. Nach Ansicht der GEW würde das Land Hessen die von Kultusminister Lorz veranschlagen 70 Millionen Euro mehr angesichts der Gesamtausgaben von rund 27,4 Milliarden verkraften.

Forderungen aufgestellt: GEW Hessen will höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für Lehrer

 

 

2 Kommentare

  1. Ach. Unser Philologenverband. Was ist der süß………

  2. Hessen hat im Vergleich zu anderen Bundesländern nicht alle tarifabschlüsse übernommen. Das bayrische A12 geht da in Richtung A13 in Hessen. Soooooo konkurenzfähig ist Hessen da also nicht, wieauch der DGB Report zur Beamtenbesoldung für 2017 zeigt.
    Da klopft sich der Jurist Lorz leider fälschlicherweise auf die Schulter……

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