Startseite ::: Nachrichten ::: Wegen geringer Auslastung: CDU-Rechtpolitiker will Jugendgefängnis auch für Erwachsene öffnen

Wegen geringer Auslastung: CDU-Rechtpolitiker will Jugendgefängnis auch für Erwachsene öffnen

NEUSTRELITZ/SCHWERIN. Über 280 Plätze für jugendliche Straftäter verfügt das Jugendgefängnis im mecklenburgischen Neustrelitz. Seit 2016 bleibt davon rund die Hälfte ungenutzt. Eine Erweiterung des Häftlingskreises dürfe daher nach Meinung des CDU-Rechtspolitikers Sebastian Ehlers kein Tabu sein.

Wegen zu geringer Auslastung sollten in der einzigen Jugendhaftanstalt Mecklenburg-Vorpommerns künftig auch junge erwachsene Straftäter untergebracht werden. Das hat der rechtspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Sebastian Ehlers nach einem Besuch im Jugendgefängnis in Neustrelitz (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) gefordert. Die Anstalt leiste mit dem Nachholen von Schulabschlüssen und Ausbildungen zu Facharbeitern einen wichtigen Beitrag für die Resozialisierung junger Menschen und bereitet sie gut auf die Rückkehr ins normale Leben vor.

Gefängnis

Auch nach Meinung von Sebastian Ehlers leistet die Jugendhaftanstalt Neustrelitz einen wichtigen Beitrag zur Resozialisierung junger Menschen (Symbolbild) Foto: Marcel Rogge / Wikimedia Commons (CC-BY-SA 4.0)

Allerdings seien die 280 Haftplätze in Neustrelitz seit 2016 im Schnitt nur zur Hälfte ausgelastet. Die Entwicklung sei einerseits erfreulich. Aber mehr als die Hälfte der Anstaltskapazität bleibe ungenutzt. So dürften Überlegungen für eine Erweiterung des Häftlingskreises auf junge Erwachsene kein Tabu sein. Ein Alter dafür nannte Ehlers nicht. «Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür sollten ergebnisoffen geprüft werden», verlangte er.

Im Nordosten gibt es Haftanstalten für erwachsene Straftäter in Neubrandenburg, Stralsund, Bützow und Waldeck bei Rostock. Über eine Schließung des kleinsten Knastes, dem Neubrandenburger Hafthaus der DDR-Staatssicherheit, war schon mehrfach debattiert worden. Den Rückgang jugendlicher Straftäter führen Experten auch auf die demografische Entwicklung mit stark gesunkenen Schülerzahlen zurück. (dpa)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*