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Brücken bauen mit Coding – abstrakte Modelle und Denkweisen kindgerecht umsetzen

Die wichtigste Aufgabe von Schule ist es seit jeher, die Kinder adäquat auf die Welt von morgen vorzubereiten. Doch die Gesellschaft, wie wir sie kennen, verändert sich immer rasanter, was zur Folge hat, dass es immer schwerer wird, die Zukunft, in die unsere Schüler hineinwachsen, vorherzusagen. Für den Berufsstand der Lehrerinnen und Lehrer bedeutet dies eine große Herausforderung, da sie sich mehr denn je aktiv mit aktuellen – und zukunftsgerichteten – Strömungen auseinandersetzen müssen, um dieser Aufgabe gerecht werden zu können. Die Stadtschule Travemünde hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, erste Grundlagen im Bereich Programmieren bereits in der Grundschule zu legen.

Grundschullehrkräfte müssen zwischen 15 und 20 Jahre in die Zukunft sehen. Vor dem Hintergrund, dass bereits heute in nahezu allen Berufsbereichen – vom Müllwagenfahrer bis zum Piloten – digitale Technik, Apps und mobile Endgeräte Einzug gehalten haben, war für das Kollegium der Stadtschule Travemünde klar: der Bereich Programmieren – gerade erst wieder von Bundeskanzlerin Merkel als neue, wichtige Grundfertigkeit für alle Schüler bezeichnet – muss schon in der Grundschule sinnvoll verortet werden.

„Code ist in unserer Gesellschaft omnipräsent, auch wenn wir es oft gar nicht bewusst wahrnehmen. In der Grundschule haben wir den Auftrag, den Begriff „Code“ zu entmystifizieren und ein grundlegendes Verständnis von Programmieren anzubahnen.“ (Michael Cordes, Schulleiter, Stadtschule Travemünde)

Kleinschrittiger, altersgerechter Einstieg

Zu Beginn des vergangenen Schuljahres hat sich das Leitungsteam der Schule zum ersten Mal dediziert des Themas angenommen, nach geeigneten Einstiegsmöglichkeiten für Grundschüler gesucht und schließlich den Bereich Programmieren in das Medienkonzept der Schule integriert.

Zu Beginn der Konzeptphase überwogen die skeptischen Stimmen: Wie kann ein derart komplexes, abstraktes und sehr logisch strukturiertes Thema auf Grundschulniveau vermittelt werden? Sind die Kinder überhaupt mit den notwendigen kognitiven Fähigkeiten ausgestattet? Gibt es angemessenes Unterrichtsmaterial? Schnell war klar: es müsste eine Brücke geschlagen werden zwischen den abstrakten Inhalten und dem Spaß, den Lernen (eigentlich immer, aber zumindest in der Grundschule) machen soll.

Nach nun einem Dreivierteljahr Coding-Erfahrung fällt das Fazit der Schulleitung uneingeschränkt positiv aus. Die SuS in der Coding-AG haben eine außergewöhnlich hohe Motivation an den Tag gelegt und bemerkenswerte (und in einzelnen Fällen unerwartete) Erfolgserlebnisse erzielt. Daneben konnte im Zusammenhang mit dem Programmieren eine erstaunliche Entwicklung im Bereich selbständiges Arbeiten beobachtet werden.

Die erste Coding-AG der Stadtschule Travemünde war ursprünglich als Angebot für die SuS der 4. Klasse konzipiert. Nach und nach wurde das Interesse an der AG jedoch immer größer und am Ende des Schuljahres umfasste die Gruppe SuS aus allen Klassenstufen. Über einfaches Block-based Coding mit Hilfe der Apps Codespark Academy und Tynker,  der App Ronjas Roboter der Stiftung Haus der kleinen Forscher wurden die SuS nach und nach didaktisch fundiert an „echtes“ Programmieren in der App Swift Playgrounds herangeführt.

Code lebt und ist greifbar!

Die Bedenken, dass im Bereich Programmieren häufig mit englischsprachigen Befehlen gearbeitet wird und dies für Kinder der Grundschule eine Überforderung darstellt, erwiesen sich als unbegründet. Selbstverständlich, so Caroline Mallé, eine der involvierten Lehrkräfte, „verstehen“ große Teile der Schülerschaft die wörtliche Übersetzung der Begriffe nicht (noch könnten sie sie zunächst korrekt aussprechen). Allerdings erfassen sie in der Regel sehr schnell die Bedeutung der einzelnen Befehle – geleitet durch die kindgerechten, personalisierten Hinweise der Hauptfiguren in den verwendeten Apps.

„Der anschauliche Ansatz der verwendeten Apps und Multi-Touch-Bücher macht Programmieren schon für Grundschüler begreifbar und bietet ihnen die Möglichkeit, erste altersgerechte Schritte im Bereich Coding zu unternehmen.“ (Caroline Mallé, Apple Teacher Swift Playgrounds)

Das Fach Programmieren alleine wäre sicherlich noch nicht attraktiv genug, um wirkliche Begeisterung bei Grundschülern hervorzurufen. Das Ziel, auf das die SuS in der Coding-AG der Stadtschule Travemünde hinarbeiten, ist aber ein Besonderes: am Ende des ersten Jahres können sie verschiedene Roboter und Drohnen mit Hilfe selbst geschriebener Befehle zum Leben erwecken. So wird das Gelernte auf faszinierende und kindgerechte Art und Weise erfahrbar. Es entsteht eine Brücke zwischen der Programmiersprache und der Lebensrealität der Schüler – Code wird in den Augen der Kinder bedeutsam. Dies ist so motivierend, dass das Fach Programmieren an der Schule immer mehr Anhänger findet.

Für die Lehrkräfte, die sich mit diesem Thema in aller Regel auch auf Neuland begeben,  bieten die multimedialen Begleitmaterialien des Jeder kann Programmieren-Curriculums von Apple eine gute „Mitlerngelegenheit“. Durch den modularen, kleinschrittigen Aufbau der Multi-Touch Bücher finden die Programmier-Neulinge einen motivierenden Zugang und genügend Lektionen, um den Unterricht über das gesamte Schuljahr verteilt zu gestalten.

Fazit eines Schülers der Stadtschule Travemünde: „Das kann ja wirklich jeder!“ (Thure, 7 Jahre – zertifizierter Drohnenpilot)

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