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Immerhin: Hessens Schulen sollen 700 neue Stellen für Sozialarbeit bekommen

WIESBADEN. Die schwarz-grüne Regierungskoalition in Hessen will 700 neue Stellen für Sozialpädagogen an Schulen schaffen. Im geplanten Doppelhaushalt 2018/2019 seien dafür 54 Millionen Euro vorgesehen, teilten die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen am Montag im Landtag in Wiesbaden mit. Die Sozialpädagogen sollen die Lehrer ab kommendem Schuljahr an insgesamt rund 1000 Schulen entlasten, vor allem an Grundschulen.

Der Doppelhaushalt sieht zudem ein kräftiges Plus beim Etat für den Landesstraßenbau vor. Hier sollen 2018 und 2019 inklusive Planungskosten insgesamt 365 Millionen Euro fließen. Weiterer Schwerpunkt im Landesetat sei die flächendeckende Versorgung der Hessen mit schnellem Internet, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Boddenberg. Ergänzend zu den bisherigen Zuschüssen und Darlehen sollen für die Jahre 2019 und 2020 zusammen weitere 7,4 Millionen Euro bereit gestellt werden.

Das gesamte Zahlenwerk des Doppelhaushaltes will Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am 11. September vorstellen. Die Landtagsopposition reagierte mit Kritik auf die bisher bekannt gewordenen Pläne.

Das Programm zur Schulsozialarbeit sei «zu zaghaft und zu mutlos», erklärte der SPD-Abgeordnete Marius Weiß. Unklar sei unter anderem, wie der zusätzliche Bedarf überhaupt ermittelt wurde. Der finanzpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jörg-Uwe Hahn, bezeichnete das Plus beim Landesstraßenbau und Breitbandausbau als «bestenfalls halbherzig». Beim Internet wolle die Regierungskoalition eine Geschwindigkeit von 50 Mbit/s (Megabits pro Sekunde) für alle erreichen. «50 Mbit/s waren vorgestern. Wir müssen uns eher überlegen, wie wir mittelfristig in den Gigabitbereich vordringen können», forderte Hahn.

Nach den Worten des Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Mathias Wagner, wird der Erziehungsauftrag an den Schulen immer wichtiger. Sozialpädagogen könnten die gesamte Lebenssituation der Schüler mehr in den Blick nehmen. Warum kommt ein Kind ohne Frühstück in die Schule? Gibt es Probleme im Elternhaus? Solche Fragen würden in der Schulsozialarbeit gezielt angegangen.

Derzeit entwickelt das Kultusministerium nach den Worten von Wagner die konkreten Kriterien, nach denen die Stellen in Hessen verteilt werden sollen. Ob die Schulen dauerhaft auf die zusätzlichen Kräfte bauen können, sei noch offen.

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