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„Migranten werden als Problemfälle mit Förderbedarf gesehen“ – Studie kritisiert Lehrerausbildung

ESSEN. Wie kann es gelingen, die Benachteiligung von Kindern aus Einwandererfamilien im deutschen Schulsystem zu verringern? Eine aktuelle Studie im Auftrag der Stiftung Mercator hat sich die Lehrerausbildung vorgenommen – und kommt zu dem Schluss, dass schon dabei viel im Argen liegt.

"Migration wird als Problem dargestellt“, so kritisieren die Autoren. Foto: UK Department

„Migration wird als Problem dargestellt“, so kritisieren die Autoren. Foto: UK Department for International Development / flickr (CC BY 2.0)

Migrantenkinder haben es immer noch vergleichsweise schwer im deutschen Schulsystem. Obwohl der Befund bereits seit der ersten, 2001 veröffentlichten Pisa-Studie vorliegt, hat sich daran wenig geändert – nach zwischenzeitlichen Verbesserungen kam im März der „Chancenspiegel“, eine von der Bertelsmann Stiftung in Auftrag gegebene Studie, zum Ergebnis, dass der Anteil der Schulabbrecher unter ausländischen Jugendlichen von ohnehin schon hohen 12,5 auf 12,9 Prozent gestiegen sei. Die Wahrscheinlichkeit, später in die Arbeitslosigkeit zu fallen, sei bei Schülern ohne deutschen Pass drei- bis viermal höher als bei Schülern mit, so rechnete Stiftungsvorstandsmitglied Jörg Dräger vor. Der Dortmunder Bildungsforscher Prof. Wilfried Bos mutmaßte in der „Tageszeitung“, dass die Scheiternsquote bei einer Erfassung sämtlicher Kinder mit Migrationshintergrund wohl noch höher ausfallen dürfte; allerdings liegen darüber keine aktuellen Daten der Bundesländer vor.

„Nur unzureichend qualifiziert“

Bekannt ist jedoch, das betonen nun die Autoren einer jetzt veröffentlichten Studie zur Lehrerbildung im Auftrag der Stiftung Mercator, dass auch Lehrer eine Rolle „bei der (Re-Produktion von Stereotypen und deren negativem Einfluss auf die schulischen Leistungen von Schülern spielen“. Das belegten zahlreiche Untersuchungen. „Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Inwiefern schafft die Lehrerbildung Voraussetzungen dafür, dass Lehren und Lernen in der Schule der Migrationsgesellschaft gelingt? Ein Indikator dafür ist unter anderem, inwiefern es zum Selbstverständnis der Schulen und der Lehrer gehört, sensibel für Differenzen zu sein sowie Diskriminierung zu reflektieren, ihr entgegenzutreten und diese Haltung auch den Schülern zu vermitteln“, so heißt es in der Untersuchung. Das Ergebnis vorweg: „Die heute ausgebildete Generation von (angehenden) Lehrern wird nur unzureichend im  Hinblick auf Differenzsensibilität und Diskriminierungskritik in der Migrationsgesellschaft  qualifiziert.“

Immer mehr Schüler mit Migrationshintergrund – Schulen sind „Integrationsorte Nummer eins“

Die Studienautoren, darunter Professorin Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen) (Prof. Dr.) und Professor Paul Mecheril (Universität Oldenburg), formulieren auf der Basis ihrer Erkenntnisse folgende Thesen:

„Migration wird als Problem dargestellt.“ Primär werde Einwanderung als Herausforderung, Krise oder Störung für die Bildungsinstitutionen thematisiert und häufig auf eine Art technisches Problem für Lehrer im Rahmen von Unterrichtssituationen reduziert.

„Vielfalt wird als personalisierte Eigenschaft verstanden.“ Das Thema Heterogenität und Pluralität werde in Schule und im Klassenraum einer bestimmten Gruppe zugeschrieben, den sogenannten Schülern „mit Migrationshintergrund“ eben. Dadurch würden diese zur Ursache eines Problems, gar zum Problem selbst.

„Migranten werden als Problemfälle mit Förderbedarf gesehen.“ Das Thema Einwanderung werde im Zusammenhang mit Bildung und Erziehung häufig darauf reduziert, die als „Mängelwesen“ wahrgenommenen Migranten fördern zu müssen und deren Defizite zu kompensieren. Eine solche problemfixierte Perspektive auf Migranten festige bei (angehenden) Lehrern „dichotome Weltbilder von ‚wir‘ und ‚die anderen‘ und verhindere die Entwicklung einer pädagogischen Sicht auf die konkreten Lernbedingungen der einzelnen Schüler.

„Das Verständnis von pädagogischem Können ist zu mechanisch.“ Solange Migration als Problem gelte, mit dem „umgegangen“ werden müsse, würden Fragen der technischen Handhabbarkeit und Bearbeitbarkeit der Schüler, die als „mit Migrationshintergrund“ gelten, gestellt – etwa durch pädagogische Interventionen im Rahmen von Förderplänen. Häufig werde nicht thematisiert, dass die (angehenden) Lehrer (selbst-)reflexiv mit ihren Einstellungen und Haltungen zu Migration umgehen lernen müssten. Auch bleibe vielfach offen, welche Rolle sie selbst bei der Herstellung von Ungleichheit in der Schule spielen könnten – zum Beispiel durch die bewusste und unbewusste (Re-)Produktion von Stereotypen.

„Unterricht und Gesellschaft sind voneinander losgelöst.“ Die untersuchten pädagogischen Texte fokussierten häufig auf den Klassenraum und die durch Schüler eingebrachten Unterschiede. Historische und gegenwärtige gesellschaftliche Verhältnisse wie zum Beispiel globale Ungleichheiten tauchten nur als Randthemen auf..

„Lehrer sind ausschließlich weiße Mehrheitsangehörige.“ Die Kollegien würden durchgängig als Gruppen von Menschen „ohne Migrationshintergrund“ verstanden, die den Umgang mit den „anderen“ zu lernen hätten. Von einer von Bildungspolitikern  geforderten Vielfalt im Lehrerzimmer könne keine Rede sein.

„Das Gymnasium ist nahezu ‚migrationsgesellschaftsfrei‘.“  Mit steigender Schulform sinke die Relevanz des Themas Migration in der Ausbildung von Lehrern. Dies bestärke die falsche Vorstellung, dass migrationsgesellschaftliche Fragen für Schüler weiterführender Schulformen irrelevant seien.

Die Autoren empfehlen, Migration in der Lehrerausbildung als Normalfall zu thematisieren – und die Idee eines „Spezialwissens“ über und die spezielle „Behandlung“ von „Schülern mit Migrationshintergrund“ zu überwinden. Lehramts-Studierende sollten sich mit aktuellen Themen um Migration und Bildung auseinandersetzen, um die gesellschaftlichen Hintergründe dessen, was in der Klasse passiert, professionell deuten zu können.

Vor allem aber sollten angehende Lehrkräfte „differenzfreundliches und diskriminierungskritisches“ Know-how erwerben. „Eine wesentliche Aufgabe pädagogischen Könnens unter migrationsgesellschaftlichen Bedingungen ist, dass Lehrer für die Vielfalt an unterschiedlichen Sichtweisen und Bildungsbiografien sensibel sind“, so schreiben die Autoren. „Gleichzeitig müssen sie stereotype und stigmatisierende Fest- und Zuschreibungen erkennen und selbst vermeiden. Die Lehrerbildung sollte im Studium, im Referendariat und im Fortbildungsbereich eine solche Perspektive als Schlüsselqualifikation verankern.“ Dass das ein dickes Brett ist, was es dabei zu bohren gilt, verhehlen die Bildungsforscher nicht: „Dazu ist es notwendig, die Curricula der Lehrerbildung einer grundlegenden Revision zu unterziehen.“ bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Hier geht es zu einer Kurzfassung der Studie.

22 Kommentare

  1. Warum schreiben die Autoren nicht ehrlicher „Islamhintergrund“ an Stelle von „Migrationshintergrund“? Ich habe noch nirgendwo gelesen, dass Skandinavier, Franzosen, Niederländer, Australier, Japaner, Inder, Engländer, Kanadier in irgendeiner Weise Probleme gemacht haben. Im obigen Artikel habe ich (nach Querlesen) auch nirgendwo gelesen, dass die Migranten in irgendeiner Form mitarbeiten müssen. Vielmehr gibt es so einen Unsinn, dass Schulfeste nur halal-Waren anbieten dürfen und Weihnachten sowie St. Martin in „neutralere“ Begriffe umbenannt werden, weil sich Muslime darüber beschwert haben.

    Ach ja: Es gibt durchaus einen Zusammenhang zwischen Bildungshaltung der Eltern und denen der Kinder. Aus meiner Sicht ist das nicht mehr nur eine Korrelation, sondern schon eine Kausalität. Religiöser Fanatismus wie er bei sehr konservativen Muslimen zunehmend vorliegt, verstärkt die Sache noch.

    • XXX,Palim
      Den Autoren geht es darum zu vermitteln,dass sich die Lehrerausbildung in der Weise verändert, dass Migration als Normalzustand wahrgenommen wird und nicht als die Ausnahme.
      Bestehende Vorurteile gegenüber Migranten sollen abgebaut werden,die Sensibilität für eigenes und fremdes Fehlverhalten durch eigene und Reflektion auf andere geschärft werden.
      Wie im einzelnen der Schriftspracherwerb, der Spracherwerb und der Leseerwwerb vermittelt werden soll, taucht in keinem von mir durchsuchten Beiträgen des Mercator-Instituts eines Becker-Mrotzek auf.
      Die Schriftsprache in den gefundenen PDF des Becker-Mrotzek wirkt abgehoben und elaboriert und ist selbst für belesene Leser schwer verständlich.
      Palim, da beeindrucken mich Ihre um Sachlichkeit bemühten und sehr ausführlichen Beiträge zur alltäglichen Schulpraxis deutlich mehr. Sie stehen im alltäglichen Berufsleben mit Schülern und dürfen sich dann noch mit allen möglichen Problemen des Schulalltags herumschlagen, einschließlich mancher unzufriedener Eltern.
      Alles in allem erinnert das schon an „Elfenbeinturmpädagogik“ von Leuten,die sich mit ihren abgehobenen Theorien wenig am realen Leben der alltäglichen Schulwirklichkeit messen müssen.
      Diesen „Fachleuten“ fehlt der praktische Bezugzum Beruf des Lehrers.

      • So viel „Elfenbeinturm“ für jemanden, der sich angeblich mit Schule beschäftigt, ist für mich unvorstellbar. (Da setzt mein pädagogisches Verständnis offenbar aus und entspricht dem Vorwurf, nicht genügend „„differenzfreundliches und diskriminierungskritisches“ Know-how“ zu haben.)

        Die Veröffentlichung fordert einerseits, Migration anzunehmen, andererseits soll der Förderbedarf nicht als solcher genannt werden.
        Das ist jenseits des Vorstellbaren: entweder nehme ich Migranten (und alle anderen) wie sie sind und orientiere mich an den Ausgangsvoraussetzungen, an denen ich ansetze und Förderung betreibe, sodass jeder weiter kommt,
        oder aber ich schließe die Augen vor jeglichem Förderbedarf und mache es nicht zu meinen Aufgaben – sprich: ich lasse alle, die Förderung und Herausforderung benötigen, links liegen und setze im Unterricht auf die Allgemeinheit und ein konstruiertes Mittelfeld.
        Einerseits soll die Beschulung von Migranten kein „Spezialwissen“ sein, andererseits braucht die Beschulung der heterogenen Klassen ein extrem hohes Spezialwissen, um den Unterricht entsprechend gestalten zu können, wenn es nicht in einer Beschäftigung derjenigen Schülerschaft enden soll, die links und rechts des konstruierten Mittelfeldes eingeordnet werden können.

        Befremdlich ist, dass die Studie auf der Analyse von Texten über Schule, Unterricht und Lehrer beruht und daraufhin den Lehrkräften unterstellt wird, sie seien von Vorurteilen getrieben, im pädagogische Handeln zu mechanisch und würden sich nicht mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen.
        Durch das Veröffentlichen solcher Thesen wird genau diese Behauptung verstärkt und mit angeblichen „Studien“ untermauert.

        An welcher Stelle wird denn das genutzte Textmaterial und deren Verfasser genannt und kritisch hinterfragt?
        Ich hatte es im anderen Forum schon geschrieben: Es sind gerade die Schulen, die alle möglichen gesellschaftlichen Themenfelder als Auftrag erhalten, dann aber damit allein gelassen werden.

        Wie man gegen Diskriminierung arbeiten, dabei aber so viele Vorurteile in Studien veröffentlichen kann, ist mir schleierhaft.
        Vielleicht widmen sich die Forscher in der Zukunft mal der Diskrepanz zwischen dem Schulalltag und den darüber herausgegebenen Veröffentlichungen.

        • Das Fach DAZ/DAF muss also als diskriminierend und migrationsfeindlich abgschafft werden. Die Festsetzung der deutschen Sprache als verbindlicher Unterrichtssprach soll folglich der KAmpf angesagt werden.

          • „Das Fach DAZ/DAF muss also als diskriminierend und migrationsfeindlich abgschafft werden.“
            Ja, diese Logik lese ich auch aus dem Beitrag.

            Inzwischen habe ich mir die Kurzfassung der Studie selbst angesehen.
            Das „Textmaterial“ besteht aus „Vorgaben, Empfehlungen,
            Informationstexte, Konzepte für die inhaltliche Ausgestaltung“ von Studiengängen, Referendariat und Fortbildungen.

            Es ist also so, dass die Sprache dieser ministeriellen Vorgaben sprachlich nicht die Vorstellungen der Forscher erfüllen. Daraus den Schluss zu ziehen, dass Lehrkräfte sich nicht entsprechend um Migranten kümmern würden, ist fahrlässig.

            Dass in den Vorgaben Migration „häufig auf eine Art technisches Problem für Lehrer im Rahmen von Unterrichtssituationen reduziert“ wird, deckt sich m.E. damit, dass Lehrkräfte alleingelassen werden und ihnen immer unterstellt oder aufgetragen wird, sie müssten sich nur selbst besser kümmern, dann wären die gesellschaftlichen Anforderungen (Probleme ist ja nicht pc) auch leicht zu erfüllen.

            Den Profs sei gesagt: Es wird nicht helfen, die Curricula und Fortbildungsprogramme sprachlich zu überarbeiten oder den Lehrkräften vorzugeben, welche Perspektive sie einzunehmen hätten und dass allein eine Umstellung des Unterrichts zur Inklusion aller Gruppen führen würde.

            Werden die Ressourcen nicht angepasst, kann der Schülerschaft insgesamt nicht entsprechend entgegnet werden und die heheren Ziele werden angesichts ganz anderer Probleme weit abgeschlagen werden.

            Aber sicherlich benötigen wir dann eine erhebliche Ausweitung der Lehrstühle für Migrationspädagogik und Diskriminierungskritik. (traps traps)

    • Weil der Islam eine Religion ist. Migrieren/wandern kann ich aber nur von einer Region in eine andere. Da die Staatsbürgerschaft national vergeben wird kann ich also nur von einem Staat in einen anderen oder innerhalb eines Staates wandern – Migration und Binnenmigration.

      Migration ist in der Bundeyrepublik ein Normalzustand, genauso wie in der EU. Das die Binnenmigration innerhalb der EU und innerhalb Deutschlands zum normalen Alltag gehört, kann man an der regen Diskussion zu verbindlichen Satndards im Bildungs- und Ausbildungswesen ablesen bzw. an der Forderung nach stärkerer Zentralisierung.

      Wenn ein ehemaliger Bundespräsident feststellen musste, dass der Islam zu Deutschland gehört, dann ist das schlussendlich darauf zurück zu führen, dass die Parteien der größten Fraktionsgemeinschaft im Bundestag das anders gesehen haben und in Teilen auch noch so sehen. Aus diesem Grund verweigern sie sich der Einwanderungsdebatte respektive eines Gesetzes, das die Einwanderung regelt. Wenn man natürlich den Islam als nicht zu Deutschland bzw. dem deutschen Kulturkreis gehörig ansieht, zwingt man die Angehörigen dieser religion in einen Sonderstatus, der zu den geschlossenen Communities führt, die letztendlich integrationshinderlich sind.

      Die Islamdebatte zeigt grundsätzlich, dass in Deutschland Staat und Kirche im gegensatz zu Frankreich doch stärker verbandelt sind, als ihnen gut täte (e.g. Besoldung von Bischöfen und Kardinälen aus dem Haushalt der Länder als Kompensation für napoleonische Verwaltungsmaßnahmen). Folglich ist die Islamdebatte eine Gespensterdebatte. Es täte den meisten gut, sich an den Alten Fritz zu erinnern – auch wenn die Allierten das mit der zerschlagung Preußens gerne unterbunden hätten. Die Devise „chacun à son goûtt“ ist nicht von der HAnd zu weisen. Sie bedingt (siehe Alter Fritz) allerdings die unbedingte Staatstreue. Übertragen auf die neuzeit – die feste Verwurzelung im Boden der FDGO (einem Kürzel, das die meisten Jüngeren vermutlich nicht einmal mehr kennen bzw. das nicht zu ihrem aktiven Sprachgebrauch gehört) – also der freiheitlich, demokratischen Grundordnung, die weit entfernt von den Vorstellungen der Sharia ist.

      Der Islam gehört heute zu Deutschland wie das Judentum oder die christlichen Kirchen. Der Islamismus ist aber genauso wie der Protestantismus oder der Katholizismus keine Religion sondern eine weltanschaulische Sicht, die zwar auf religiösen Vorstellungen fußen, nicht aber mit Religion verwechselt werden dürfen.

      • Palim,dickebank
        Danken Ihnen beiden für die qualifizierten Kommentare.

      • „Der Islam gehört heute zu Deutschland wie das Judentum oder die christlichen Kirchen.“
        Das sehe ich auch so.
        Unklar ist mir die Trennlinie zwischen dem Islam und dem Islamismus.
        Wenn in Moscheen überwiegend das Gesetz der Scharia, meist in Türkisch oder Arabisch, gepredigt wird, ist das dann islamistisch oder islamisch, und wie verträgt sich das mit der freiheitlich, demokratischen Grundordnung?

        • Wie dickebank schon andeutete, ist der fundamentale Islamismus mit der Scharia eine extreme Form der Auslegung des Islam.
          Das Ausleben des islamischen Glaubens ist eine private Angelegenheit. Allerdings hat dies auf dem Boden unserer freiheitlich und demokratischen Grundordnung zu erfolgen.Predigten von der Kanzel, welche gegen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein gemeinsames Zusammenleben gerichtet sind, weichen von den Zielvorstellungen unserer freiheitlichen Grundordnung ab, ebenso wie die Aufforderung sich von andereren Religionen fern zu halten, diese zu diskreditieren oder zu diskriminieren und diese herabzusetzen.
          Das sind auch Prinzipien der Aufklärung.
          Problematisch bleibt die Verschleierung mit Burka,Nikab und Handschuhen als Ausdruck einer bewussten Abgrenzung.

          • Ich bin ja noch so agnostisch und lasse eine Vollverschleierung zu, wenn die Frau es ausdrücklich möchte und es nicht nur des Familienfriedens wegen tut oder weil es von ihr warum auch immer erwartet wird. Das werden wohl/wahrscheinlich/hoffentlich die wenigsten sein.

            Haben Sie, Herr AvL, eigentlich schon einmal in Deutschland eine Frau mit einer Burka gesehen? Ich nicht. Sehr vereinzelt in meiner großen Heimatstadt mit Niqab. Das (also eine Frau in Niqab) finde ich doch recht befremdlich.

          • Mit einer Niqab und Handschuhen sehe ich hier sunitisch-arabische Frauen und diese halten sich in der Öffentlichkeit nur in der Gegenwart ihres Ehemannes auf.

        • @Axel von Lintig
          „Die Verschleierung mit Burka, Nikab und Handschuhen“ kommt mir noch vergleichsweise harmlos vor.
          Mich haben die Moscheebesuche zum wichtigen Freitagsgebet von Constantin Schreiber (Journalist) aufgerüttelt, die hier bei n4t von einem Leser erwähnt wurden.
          U.a. berichtete der Stern darüber durch ein Interview mit C. Schreiber:

          http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/constantin-schreiber-in-deutschen-moscheen–vieles–was-er-hoerte–entsetzte-ihn-7391238.html

          • Eine derartige Indoktrination gläubiger Muslime durch fundamentalistische Imame, die noch dazu imAusland geschult wurden, richtet sich gegen unsere freiheitlich, demokratische Grundordnung und ist zu unterbinden. Sie führt zur Segregation und der Bildung von Parallelgesellschaften, einer bewussten Abkehrung von unseren Norm- und Wertvorstellungen vom friedlichen Miteinander und unterminiert die Toleranz. Eine Abschiebung derartiger Imame ist eine Option.

  2. Tut mir leid, xxx, aber ich kann leider nicht nachvollziehen, worauf Sie sich beziehen. An welcher Stelle spricht der Beitrag denn davon, dass Schüler mit Migrationshintergrund Probleme bereiten? Es geht doch eigentlich darum, dass Einwanderung/Schüler mit Migrationshintergrund als Problem wahrgenommen beziehungsweise in der Öffentlichkeit als solches dargestellt wird.

    • Dann habe ich es missverständlich ausgedrückt. Lassen Sie mich Ihren letzten Satz mal so umformulieren, dass meine Absicht deutlich wird. Es reicht sogar eine einzige Worthälfte:

      Es geht doch eigentlich darum, dass Einwanderung/Schüler mit ISLAMhintergrund als Problem wahrgenommen beziehungsweise in der Öffentlichkeit als solches dargestellt wird.

      Die von mir oben genannten Nationalitäten werden dagegen nicht als Problem wahrgenommen und auch nicht als solches dargestellt.

      • Geht es Ihnen nun darum, festzustellen, dass Schüler mit islamischer Religionszugehörigkeit als Problem wahrgenommen werden – oder dass sie ein Problem sind?

        • Mir geht es darum, dass die Wahrheit geschrieben werden soll. Mehr nicht. Bildungsfern ist ja auch nur eine Umschreibung für Idiot, die die bildungsferne Schicht im Idealfall nicht begreift.

          • Verstehe ich nicht. Was ist denn nun die Wahrheit aus Ihrer Sicht?

          • mir geht es um die wortwahl. seit „Ausländer“ nicht mehr pc ist, schreibt man migrationshintergrund, meint aber in erster Linie den Stress, den insbesondere Türken und andere Muslime machen. bildungsfern ist auch „dumm“ in pc.

          • Es hängt – meine ich beobachten zu können – von der Region ab, in der man lebt. Gibt es in den größeren Städten verschiedene muslimische Gemeinden – von gemäßigt bis radikal -, so gibt es Regionen in NRW, in denen sich viele freichristliche Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion niedergelassen haben. Deren Protstantismus ist in seiner Radikalität auch nicht so ganz ohne und in Teilbereichen nicht mit der FDGO sowie der alndesverfassung und dem Schulgesetz des Landes vereinbar.

  3. Ganz ehrlich habe ich den kompletten Ansatz des Artikels nicht verstanden.
    Migranten sitzen in den Klassen und können kein Wort Deutsch.
    Lehrkräfte nehmen es als ihre Aufgabe wahr und an, diesen SuS Deutsch und Grundrechenarten beizubringen.
    Dabei orientieren sich Lehrkräfte an den Lernvoraussetzungen und -fortschritten.
    Das nennt man Diagnose und Förderplanung und es ist Grundlage des Lehrens.

    An welcher Stelle wird das zu einem Problem geredet?
    Entscheidend ist, dass Lehrkräfte sich dieser Aufgabe stellen müssen und sie zusätzlich zu allen anderen Aufgaben hinzu kommt.
    Wer fordert, dass dies aus dem System heraus allgemein geschafft werden soll und zum Alltag selbstverständlich dazu gehören soll, sollte sich mit der Belastung und Entlastung von Lehrkräften auseinandersetzen.
    Gleiches gilt für Inklusion, die – siehe anderes Forum – stark umstritten ist, nicht zuletzt, weil die Ressourcen nicht stimmen, sodass sich Betroffene allein gelassen fühlen und das Kindeswohl gefährdet sehen.

    Kritik üben, aber keine Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, ist einfach. An LehrerInnen weiterhin zu kritisieren, wie sie ihre Arbeit machen sollen, führt vor allem dazu, dass die bestehende Lehrerschaft demotiviert wird und dass es bald noch weniger Lehrkräfte als „zu wenige“ gibt.

    • Das Mercator-Institut in Köln ist eben bekannt für seine abgehobenen , wenig realitätsbezogenen Beiträge.
      Es werden keine validen Methoden des Schriftspracherwerbs aufgezeigt.
      Herr Becker-Mrotzek tritt immer wieder in die Öffentlichkeit(Kölner Nachrichten), um dem Bürger zu vermitteln, das der beste Weg des Schriftspracherwerbs über die Anlaut-Tabelle gelingt.
      Will man mehr über sein praktisches Unvermögen zum Schriftspracherwerb erfahren, so reicht es sich einfach einmal Vorträge im Internet anzuhören.
      Niemals gibt es einen effektiven Hinweis zur deutschen Sprachvermittlung. Das Problem sind dann nicht mehr die Migranten, sondern die ungeeigneten Methoden.Es ist einfach nur noch peinlich,das ein derartiges Institut einen derartigen Leiter beherbergt.

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