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Sächsischer Lehrerverband lässt Politiker „dicke Bretter bohren“ – Aktion für mehr Geld

DRESDEN. Der Sächsische Lehrerverband (SLV) fordert Haushaltsstellen zur Realisierung von Höhergruppierungen in allen Schularten und eine verbesserte Grundeingruppierung der Grundschullehrer – dabei hat sich in den letzten Jahren nach Auffassung des SLV im Freistaat zu wenig bewegt. Es seien noch „dicke Bretter zu bohren“, und genau dazu hat der Verband nun Landtagsabgeordnete gebracht. Vertreter von CDU und SPD versicherten einer Pressemitteilung zufolge, dass sie die Erwartungen der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer bei den Haushaltsverhandlungen im Jahr 2018 berücksichtigen werden.

Auf der Landtags-Terrasse wurde gebohrt. Foto: SLV

Auf der Landtags-Terrasse wurde gebohrt. Foto: SLV

Der Tarifvertrag Entgeltordnung-Lehrkräfte, den der dbb, Spitzengewerkschaft des SLV, im Jahr 2015 geschlossen hat, lässt den Landesgesetzgebern Entscheidungsspielraum, so heißt es in einer Verbandsmitteilung. Der Sächsische Landtag könne jederzeit durch Gesetzesänderungen im Beamtenrecht politische Entscheidungen zur Eingruppierung der Lehrkräfte treffen und außerdem per Haushaltgesetzgebung Stellen für Höhergruppierungen beschließen. Somit liege die Verantwortung bei den Landtagsabgeordneten, dass durch attraktivere Arbeitsbedingungen wieder mehr voll ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in den Schuldienst des Freistaates Sachsen eingestellt werden können.

Lothar Bienst, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, versprach laut Mitteilung: „Wir werden die Wirksamkeit des bisherigen Maßnahmenpakets der Sächsischen Staatsregierung in den nächsten Monaten genau analysieren und dann weitere Schritte diskutieren. Zweifelsfrei sind Höhergruppierungsmöglichkeiten Motivation und Anerkennung zugleich. Sie dienen der Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen und damit der Gewinnung von qualifiziertem Lehrernachwuchs.“

Sabine Friedel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, hob eine verbesserte Bezahlung der Grundschullehrer hervor: „Ein Vergleich aller Bundesländer zeigt, dass die derzeitige Vergütung von Grundschullehrern in Sachsen im bundesdeutschen Vergleich nicht konkurrenzfähig ist. Die Ursache ist insbesondere die vergleichsweise niedrigere Eingruppierung in Gehaltsgruppen.“

Während die Abgeordneten gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern auf der Terrasse neben dem Sächsischen Landtag „dicke Bretter bohrten“ begründete SLV-Vorsitzender Jens Weichelt die Forderungen seines Verbands: „Über die Hälfte der Neueinstellungen zum Schuljahresbeginn waren Seiteneinsteiger. Der Freistaat Sachsen muss durch attraktivere Arbeitsbedingungen um Lehrernachwuchs werben. Diese sind auch Anerkennung für die engagierte Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, die Sachsen regelmäßig auf Spitzenplätze nationaler und internationaler Vergleichsstudien führen.“ N4t

 

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