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Absturz bei der IQB-Studie: Eisenmann weist Verantwortung von sich – VBE kritisiert Inklusion und Lehrermangel

STUTTGART. In Baden-Württemberg sorgt die IQB-Studie zur Bildung von Grundschülern für einen Schock. Der zuständigen Ministerin steht eine Herkulesarbeit bevor – die Verantwortung für das Ergebnis weist sie aber von sich. Der VBE sieht viele Baustellen.

Besucht morgen eine Schule: Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann. Foto: Olaf Kosinsky / WIkimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Besucht heute zwei Schulen: Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann. Foto: Olaf Kosinsky / WIkimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Für Baden-Württembergs schlechtes Abschneiden bei der IQB-Bildungsstudie sehen Lehrer im Land mehrere Ursachen. «Einerseits soll Schülern zugunsten von mehr “Spaß” mühevolles Lernen und vermeintliches Plagen abgenommen werden, andererseits werden die gesellschaftlichen Erwartungen an Schule und Unterricht immer höhergeschraubt», kritisierte der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg in einer Mitteilung. «Das muss zwangsläufig zu einer Überforderung aller Beteiligten führen.»

Nach der Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) belegten Baden-Württembergs Grundschüler etwa im Fach Deutsch im Ländervergleich Platz 13 beim Lesen – nach dem fünften Rang im Jahr 2011. Beim Zuhören kamen die im Jahr 2016 geprüften Viertklässler nur noch auf den neunten Rang, nachdem sie zuvor Zweitplatzierte gewesen waren. Zuvor waren 2016 Neuntklässler aus Baden-Württemberg bei einer IQB-Studie abgerutscht.

Der Verband nannte mehrere Probleme: Sei ein Lehrer krank, würden beispielsweise Klassen zusammengelegt oder Schüler auf andere Klassen verteilt – eine Vertretung gebe es nicht. «Obendrein drückt man den Schulen die Inklusion aufs Auge, ohne auch nur annähernd adäquate Arbeitsbedingungen dafür zu schaffen», monierte der VBE. Zusätzlich müssten Lehrer geflüchtete Kinder mit traumatischen Erlebnissen in die Klassen integrieren. «Bei diesen Rahmenbedingungen muss man sich überhaupt nicht wundern, wenn die Schülerleistungen zurückgehen.»

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Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will nach dem schlechten Abschneiden am Montag zwei Schulen im Südwesten besuchen. Am Hilda-Gymnasium in Pforzheim wird sie sich bei einer Diskussionsrunde den Fragen der Schulleiter stellen müssen. In der Gemeinschaftsschule Althengstett im Kreis Calw nimmt sie nach Angaben des Kultusministeriums zuvor am Unterricht teil.

Eine direkte Verantwortung an dem Ergebnis der Studie weist sie indes zurück. «Die Erhebung fand von Mai bis Juli 2016 statt, da wurde ich gerade erst zur Ministerin berufen», sagte die CDU-Politikern der «Pforzheimer Zeitung». «Wir kommentieren jetzt etwas, was sich schon seit längerem abzeichnet.» Die Ministerin und ehemalige Stuttgarter Schulbürgermeisterin ist seit 2016 im Amt. «Aber natürlich ist es so, dass die unbefriedigenden Ergebnisse umso mehr meinen Ehrgeiz wecken, die aktuelle Bildungssituation im Land zu verbessern.»

Die Grünen betonten unterdessen, dass bereits wichtige Weichen gestellt worden seien. Dabei verwiesen sie etwa auf ein neues Qualitätskonzept für Grundschulen, bei dem auch die Aufwertung der Schulleitungen in den Blick genommen werden soll. «Wir müssen vergleichen, welche Schulen die Herausforderungen gut bewältigen und welche Probleme haben», teilte Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz weiter mit. Lehrer müssten entlastet und unterstützt werden. dpa

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