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G20-Krawalle: Angehender Lehrer nach Angriff auf Polizisten zu Bewährungsstrafe verurteilt

HAMBURG. Die Polizeigewalt habe ihn dazu gebracht, einen Aschenbecher und mehrere Glasflaschen auf Ordnungskräfte zu schleudern,  begründete der 33-jährige angehende Lehrer seine Beteiligung an den Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg. Das glaubte ihm der Richter zwar nicht, doch seine gute Sozialprognose bewahrte den Niederländer vor der Haft.

Wegen Beteiligung an den G20-Ausschreitungen hat das Amtsgericht Hamburg einen angehenden Lehrer aus den Niederlanden zu einem Jahr und fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der 33-Jährige habe die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt und sich für seine Taten entschuldigt, sagte ein Gerichtssprecher. Demnach hatte der Mann in der Nacht zum 7. Juli im Stadtteil Eimsbüttel einen schweren Glasaschenbecher auf Polizisten geworfen und einen Beamten am Bein getroffen. Dann schleuderte er eine Glasflasche, die die Polizisten knapp verfehlte. Zwei weitere Flaschen warf er auf Polizeifahrzeuge.

Beim Hamburger G20-Gipfel im Juli war es zu Ausschreitungen gekommen, deren Aufarbeitung teilweise noch andauert. Foto: left report / flickr (CC BY-SA 2.0)

Beim Hamburger G20-Gipfel im Juli war es zu Ausschreitungen gekommen, deren Aufarbeitung teilweise noch andauert. Foto: left report / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Polizeigewalt habe ihn wütend und traurig gemacht, sagte der Angeklagte zu seinem Motiv. Der Richter nahm ihm das nicht ab. Er sei mit einem Tuch vermummt gewesen, habe also mit einer Eskalation gerechnet. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und fünf Monate Haft ohne Bewährung gefordert, die Verteidigung maximal 14 Monate mit Bewährung. Der Richter begründete seine Entscheidung mit der guten Sozialprognose des nicht vorbestraften Angeklagten. Der 33-Jährige hatte angegeben, das Lehrerexamen gemacht und Aussicht auf eine Anstellung zu haben. Zudem hätten die drei Monate Untersuchungshaft einen bleibenden Eindruck hinterlassen, argumentierte der Richter. (dpa)

2 Kommentare

  1. In Deutschland ist das Bewerfen von Polizisten mit schweren, potenziell gefährlichen Gegenständen de facto ein Kavaliersdelikt. Hier kommt regelmäßig die juristische Allzweckwaffe „Bewährung“ zum Einsatz.
    Die Sozialprognose ist für mich ein Totschlagargument. Werden Menschen bei gleicher Tat härter bestraft, nur weil sie zufällig gerade keine Berufsausbildung abgeschlossen haben? Welch ein zynischer juristischer Irsinn!

  2. … Irrsinn

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