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Eisenmann zum IQB-Debakel: Nur mehr Geld in die Grundschulen zu stecken, nützt nichts – es sind vor allem die Methoden!

ALTHENGSTETT. Die baden-württembergische Kultusministerin ist auf Schulbesuch – nach einem aufreibenden Wochenende. Baden-Württembergs Viertklässler sind im IQB-Bundesländervergleich, der am Freitag veröffentlicht wurde, dramatisch abgestürzt. Wie Susanne Eisenmann das Desaster erklärt, dürfte den Grundschullehrern im Ländle allerdings nicht gefallen. Es nütze nichts, nur mehr Geld in die Schulen zu stecken – neue Konzepte müssten her. Mit einer ähnlichen Reaktion auf die Vergleichsstudie hat bereits die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) für Empörung in den Kollegien gesorgt.

Auf Schulbesuch: Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Auf Schulbesuch: Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Dritte Stunde in der Gemeinschaftsschule Althengstett: Eine kleine Gruppe macht einen Test, um die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) beugt sich über die Schüler und fragt nach ihren Berufswünschen. «Grundschullehrerin», antwortet ein Mädchen. Die Augen der Ministerin leuchten auf. «Sehr gut, da habe ich hohen Bedarf», bestärkt sie die Schülerin.

Dass Lehrkräfte fehlen, ist ein großes Thema an den Schulen im Land. Verantwortlich für das schlechte Abschneiden der Grundschüler Baden-Württembergs bei der neuen IQB-Bildungsstudie ist der Lehrermangel Eisenmanns Einschätzung zufolge aber nicht. «Bayern hat deutlich mehr Schüler, deutlich weniger Lehrer, aber deutlich bessere Ergebnisse», sagt die Ministerin. Die Grundschüler in Baden-Württemberg hatten – unter anderem im Lesen und in Mathematik – deutlich schlechtere Ergebnisse erzielt als in früheren Studien.

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Das liegt nach Eisenmanns Worten vor allem daran, dass der Leistungsstand in vielen Klassen extrem unterschiedlich sei. «Wir haben Grundschulen, in denen manche in Klasse Eins schon lesen können, während andere noch nicht mal einen Stift halten können.» Dazu trägt auch der gestiegene Migrantenanteil in den Klassen bei, der in Baden-Württemberg mittlerweile bei über 40 Prozent liegt. Auch die Inklusion von behinderten Schülern spielt eine Rolle: Laut einer Statistik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gehen mehr als die Hälfte der Schüler, die Anspruch auf sonderpädagogische Bildung haben, zur Grundschule.

Die Lehrer sind angesichts dieser Unterschiedlichkeit ihrer Schüler extrem gefordert. Für Eisenmann stellen sich viele Fragen: «Welcher Lehrer unterrichtet wie? Und was? Und mit welchem Erfolg?» Dabei müsse auch geprüft werden, ob Lehrer bereits in ihrer Ausbildung ausreichend darauf vorbereitet werden, mit Inklusion und heterogenen Gruppen umzugehen. Suzan Abel, Klassenlehrerin einer sechsten Klasse, wünscht sich mehr Raum für individuelle Förderung: «Ich kann oft nicht ausreichend auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen.» Die Gemeinschaftsschule Althengstett hat extra für diesen Bedarf Förderstunden eingerichtet. «Die sind dringend notwendig», sagt die Lehrerin.

Zentrale Klassenarbeiten in der zweiten Klasse

Ab dem Schuljahr 2018/19 sollen laut Kultusministerium deshalb sogenannte Poolstunden den Grundschülern mehr Zeit geben, sich in den Fächern Deutsch und Mathematik zu verbessern. Dafür den Fremdsprachenunterricht in den ersten beiden Schuljahren abzuschaffen, hält sie für die richtige Entscheidung. «Es nützt nichts, einfach mehr Geld in die Schulen zu stecken. Viel hilft nicht immer viel», sagt Eisenmann. Stattdessen sollen auch Konzepte, die in anderen Bundesländern Erfolg gezeigt haben, Baden-Württemberg wieder nach vorne bringen. Mit zentralen Klassenarbeiten in der zweiten Klasse könnten die Schüler danach individuell auf die weiterführenden Schulen vorbereitet werden.

VBE schreibt einen offenen Brief: Sehr geehrte Frau Ministerin Gebauer – es hilft nicht, Grundschullehrer an den Pranger zu stellen…

An diesem Morgen geht es nicht nur um die Grundschüler, über die Land in diesen Tagen so heiß diskutiert wird. Eisenmann ist zu Besuch bei den Sechstklässlern der Schule im Kreis Calw. Von ihnen lässt sie sich Lerntagebücher zeigen, plaudert über ihre eigenen Lieblingsfächer und hilft beim Buchstabieren. Mit Schülern, Lehrern und Schulleitern ins Gespräch zu kommen, ist der Ministerin wichtig. Während ihrer Amtszeit will sie alle Schulamtsbezirke besuchen. Die erste Hälfte hat sie nun abgehakt. Doch bevor sie bei ihrem letzten Schulbesuch glänzen kann, muss sie noch großen Herausforderungen bewältigen. Von Larissa Schwedes, dpa

Der VBE hat mit einem offenen Brief an NRW-Schulministerin Gebauer darauf reagiert, dass sie in einer ersten Stellungnahme auf die IQB-Studie ebenfalls auf Methoden wie “Schreiben wie Hören” abhob, aber die Bedingungen unerwähnt ließ. Hier geht es zu dem offenen Brief.

IQB-Studie: Eine Klatsche für den Bildungsföderalismus – jetzt muss Schluss sein mit dem Klein-Klein!

58 Kommentare

  1. Ja, das ist ja auch so: Es sind im wesentlichen die Methoden.

    Unabhängig davon müssen die (Grund-)Schulen natürlich finanziell ausreichend ausgestattet sein und das sind sie auch oft nicht !

  2. Als die Finnen damals so sensationell gut bei Pisa waren, wurde als eine Besonderheit des finnischen Systems auch genannt, dass es recht viele Hilfslehrer (wie immer man die korrekter benennen mag) gibt. Hier im Artikel wird’s als “Raum für individuelle Förderung” bestätigt (denn natürlich braucht man dafür mehr Personal). Um Helfer auszubilden, dürfte wesentlich weniger als 5 Jahre genügen, außerdem sind sie nicht so teuer und müssen nicht verbeamtet werden. Wie wär’s mit BuFDi oder freiwill. soz. Jahr?

    • “Pädagogische Assistenz” als Beruf mit festgeschriebenen Aufgaben für individuelle Förderung und vielfältige andere Aufgaben.

    • Als die Finnen so sensationell gut waren, gab es noch den extrem lehrerzentrierten Unterricht oder er wurde erst kurz vor dem Test abgeschafft, die getesteten Schüler aber noch weitgehend danach unterrichtet. Beim erneuten Test etliche Jahre später stürzte Finnland gnadenlos ab. Offener Unterricht for the loss !!

      • Bitte auf Deutsch ! 🙂

      • Ansonsten danke für den Hinweis. Ich wollte ihn kopieren, wusste aber nicht, wie ich ihn finden soll.

        Das wird in den Verweisen auf das gute Abschneiden Finnlands IMMER unterschlagen.

        • Da wurde damals nicht ausreichend nach den Ursachen des finnischen Erfolgs gesucht, aber er kam jenen zu Pass, die diese Methoden auch bei uns einführen wollten. Und so pilgerten ganze Heerscharen von Politikern nach Finnland, um von deren Schulsystem zu lernen und die neu eingeführte Methoden zu übernehmen, geblendet vom Erfolg der Finnen, sodass sogar konservative Politiker ihre Bedenken gegen diese pseudowissenschaftlichen Methoden allzu willfähig aufgaben.
          Allein es fehlt wissenschaftliches Arbeiten in der Schulpädagogik, um valide Ergebnisse zu liefern.
          Die Einführung neuer Methoden erfolgt ohne Feldversuch, es wird direkt der Versuch zur gängigen Praxis und diese auf Biegen und Brechen verteidigt.
          Dann beruft man sich auf Empirie, das heißt Erfahrungswerte, die man selbst gewonnen hat, und alles erfolgt ohne eine wissenschaftliche Methodik.
          Man will den Erfolg der eigenen Methoden sehen, ob andere Einflussgrößen, wie elterliche Nachhilfe, Vorbildung der Schüler, das besondere Engagement des Lehrers eine weiter Rolle spielen wird nicht durch vergleichende Methoden erfasst.Darum geht es diesen Leuten auch nicht mehr, und sei die Untersuchungsgruppe noch so klein, wie beim Schüler von Herrn Brügelmann mit seinen Kleingruppen von vielleicht 10 Schülern.Die ganze Fachwelt stand Kopf, es war wieder wie bei des Kaisers neue Kleider.
          Was man braucht ist wissenschaftliche Methodik mit der Erstellung von Leitlinien, wie in der Medizin. Dafür muss man aber auch bereit sein Methoden auf ihre Validität zu untersuchen, um dann die Ergebnisse allen zu gute kommen zu lassen.

          • Falko Peschel heißt der Lehrer , der diese offenen Unterrichtsmethoden bei Schulanfängern im Anfangsunterricht bei keinsten Lerngruppen angewandt hat.

      • Das war die Untersuchung von David Heller Sahlgren der London School of Economics, der diesen Bezug des Finnischen Bildungssystems zum Frontalunterricht nachweisen konnte.
        Beim finnischen Test der 15 jährigen Schüler nahmen die Schüler teil, die nach dem alten Modell des Frontalunterrichts unterrichtet worden waren. Die neuen pädagogischen Ansätze, welche eine Abschaffung de Frontalunterrichts bedeuteten und mehr Wert aus eine individuelle Förderung legten und auf Lerngruppen setzten ,wurden erst am Ende der 1990 Jahre schrittweise eingeführt.
        Danach fiel Finnland immer weiter in den PISA-Vergleichsstufen ab.
        Darüber muss einfach mal nachgedacht werden.

        • Danke für die Übersetzung auf deutsch für @sofawolf.

          • ??? “Unterricht of the loss” bedeutet ” offenen Unterrichtsmethoden bei Schulanfängern im Anfangsunterricht bei keinsten Lerngruppen” ???

            Sehen Sie, ich hatte “loss” irgendwie mit “loser” assoziiert. Das kommt dabei heraus !!! 🙂

            (Nein, ich schäme mich nicht dafür, dass ich Deutsch perfekt beherrsche.) 😉

  3. Ich wusste gar nicht, dass in BW die Grundschule bis ins 6. Schuljahr reicht.

    • @Palim: Eisenmann war in einer Gemeinschaftsschule (Kl.5 – 10). Da gehört in diesem Fall auch eine Grundschule dazu (Kl.1 – 4, Schulzentrum).

  4. “Nur mehr Geld in die Grundschulen zu stecken, nützt nichts – es sind vor allem die Methoden!”
    Endlich wird mal offiziell verlautbart, was ich schon lange denke!! Geld ist nur segensreich, wenn es die richtigen Wege ausbaut und nicht für die Urbanisierung falscher ausgegeben wird.
    Das trifft nicht zuletzt auf die politisch angeordneten Wege und Methoden zu. Diese landen reichlich oft im Gegenüber des versprochenen Ziels.

  5. Die derzeit “in Deckung gegangenen Grundschullehrer” können mal wieder zum Vorschein kommen. Die Kritik geht uns alle an und ich denke, sie ist mindestens teilweise richtig.

    AUSZUG:
    “In einem Interview mit der “Welt” rechnet er mit dem Laissez-faire Stil in Schulen und Kindergärten ab:„Immer mehr Heranwachsende sind nach Schulabschluss nicht im herkömmlichen Sinne arbeitsfähig. Es fehlt ihnen an Arbeitshaltung, Sinn für Pünktlichkeit, Akzeptanz von Strukturen und Abläufen. Wenn das so weitergeht, steuern wir auf einen riesigen Fachkräftemangel zu – und die Situation, dass wir in ein paar Jahren jede Menge Menschen haben, die dem Staat auf der Tasche liegen.“”

    http://www.focus.de/familie/videos/laissez-faire-stil-in-schulen-experte-warnt-nach-iqb-bildungsstudie-steuern-auf-riesigen-fachkraeftemangel-zu_id_7728834.html

    • Die sind nicht in der Deckung, sondern ständig im Unterricht, sie müssen nämlich deutlich mehr unterrichten als die “hohen Herren” :-))))))))

    • @sofawolf, es ist unsinnig und ubnfair die Grundschullehrkräfte für das, was die IQB-Studie zeigt, an die Wand zu nageln. Zielscheibe der Kritik müssen die politisch Verantwortlichen sein, die es verabsäumt haben in Bildung zu investieren. Damit meine ich, für mehr Personal, auch nicht-lehrendes Personal zu sorgen entsprechende Konzepte zur Vermittlung der Unterrichtssprache an nicht-deutsche Kinder ausreichend zu finanzieren, in die Unterrichtsgebäude zu investieren.

      Stattdessen wird Geld ausgegeben, um Studien zu bezahlen. Die didaktischen Lehrstühle springen natürlich auf, so sind diese gutachterlichen Stellungnahmen die einzige Möglichkeit Drittmittel zu generieren. Die eigentlichen Ursachen in der Gesellschaft für das Misslingen schulischer Anstrengungen sind aber bereits lange bekannt und werden seitens der Politik ignoriert. Da wird sich keiner mit den Eltern, die jaq auch Wähler sind, auseinander setzen wollen. Es ist also einfacher mit dem Finger auf die Lehrer zu zeigen und sie als einzig schuldige an der Misere zu brandmarken. Es ist auch nicht weiter hilfreich, dass die Lehrkräfte weiterführender Schulen – mit Sonderheit der Gymnasien – auf die Grundschulen zeigen und diesen vorwerfen, sie brächten den Kindern nichts mehr bei bzw. sie würden die verbindlichen Vorgaben verfehlen.

      An einer GeS, die ich gut kenne, sind ca. 15 bis 20% der Fünft- und Sechstklässler eigentlich nicht beschulbar, da sie notwendigen persönlichen (Sozialverhalten) lernerischen Voraussetzungen (Grundschulstoff, motorische Fertigkeiten etc.) nicht mitbringen. In diesen Klassen muss in 5 eigentlich kein Unterricht gemacht werden sondern nur Sozialtraining (Erziehungsarbeit). Und die SuS, die da besonders auffallen, sind nicht die mit anerkanntem Förderbedarf sondern die bei denen dieser eben nicht festgestellt worden ist, da die GS die Verfahren nicht abgeschlossen haben oder wegen der fehlenden Zustimmung der Eltern hier in NRW erst gar nicht eröffnen konnten. Kein festgestellter Förderbedarf heit nämlich keine besondere Förderung … Und hier ist der entscheidende Knackpunkt, der zu Lasten der regelschulkräfte geht.

      • Genauso ist ist auch unsinnig und unfair alles auf die Schüler, deren soziales Umfeld,sowie auf den Medienkonsum der Schüler zu schieben.
        Wahrscheinlich brauchen diese in den ersten Schuljahren sehr viel mehr Führung und Hilfen durch die Lehrer. Die meisten Schüler sind eben kognitiv, sprachlich und in ihren sozialen Verhaltensformen noch nicht so weit, dass sie selbstständig arbeiten könne.
        Das erlernt man doch erst im laufe der Grundschulzeitig, wenn man die Grundkenntnisse von Lesen, Schreiben und Rechnen erlernt hat.
        Schauen Sie sich doch einmal an, mit welchen Methoden die Finnen bis Mitte der 1990 Jahre gearbeitet haben.Diese offenen Unterrichtsmethoden sind eben nichts für Schulanfänger.Erst wenn die Basis erarbeitet worden ist, dann kann man die Methodik umstellen.

        • Na ja, getestet wurden damals 15-jährige Finnen. Diese würde ich nicht mehr als Schulanfänger bezeichnen.

          Aus meiner Sicht brauchen Schulanfänger aufgrund ihres Alters und pubertierende Jugendliche aufgrund der Pubertät eine solide Führung, wobei die Führung straffer sein muss, je weniger geeignete Führung die Kinder und Jugendlichen zuhause erfahren. Helikopterführung halte ich in diesem Zusammenhang für genauso falsch wie überhaupt keine Führung.

          Ich bin gespannt, wie sich das IQB-Debakel auf die Lehrerausbildung auswirkt. Derzeit brauchen Referendare, die — egal wie sehr sie die (ernst gemeinte) Wissenschaft zur Begründung bemühen — die offenen Unterrichtsmethoden ablehnen, gar nicht erst zu irgendwelchen Lehrproben anzutreten, weil sie keine Chance auf das Bestehen der zweiten Staatsprüfung haben.

          • Stimmt.Es braucht mehr Führung, das Erlernen klare Regeln,gegenseitige Achtung und Respekt von Mitschülern und Lehrern, sowie das Erlernen einer Gewissenhaftigkeit beim Arbeitenin der Schule und zu Hause.

          • Man fällt durch die zweite Prüfung, wenn man offene Unterrichtsmethoden ablehnt. Das entspricht einer gezielten Indoktrination.Wer hat denn diese Ziele festgelegt. Unser Bildungssystem wurde von sukzessive von Altachtundsechzigern Unterwandert und diese haben ihre Zielvorstellungen von Unterricht ohne wissenschaftliche Grundlagen durchgesetz.

          • Jetzt lassen Sie einmal die Pferde im Stall, xxx. Sooo weitreichend wird sich da nichts auf die Lehrerausbildung auswirken. Es wird sich überhaupt nichts ändern, weil die Ergebnisse nichts mit der Lehrerausbildung zu tun haben. Ein ausgebildeter Grundschullehrer wird nie offene Unterrichtsmethoden ablehnen, weil sie zum Pool gehören, aus dem er schöpft. Er lernt sie genauso wie frontale oder besser gesagt lehrergesteuerte Unterrichtsmethoden, die allerdings viel Schüleraktivitäten beinhalten können. Lehrproben müssen nicht unbedingt offenen Unterricht abbilden, aber auch nicht Frontalunterricht. Es gibt dazwischen noch ganz andere Unterrichtsformen in der Grundschule, die man in einzelnen Phasen anwendet, gerade auch bei Lehrproben, z.B. ein Klassengespräch mit Sitzkreis, Kinositz, bestimmte Arten der Partner- und Gruppenarbeit aus dem Schatz der kooperativen Unterrichtsmethoden.

          • Wobei “offen” und “offen” sehr vielfältig sein kann und alles mögliche beinhaltet, letztlich kommt man mit einer einzelnen Methode als Lehrkraft nicht sehr weit. Das kann ich mir nicht einmal vorstellen, wie der Unterricht in sämtlichen Klassen und Fächern aussehen soll. Tür auf, Buch raus, Aufgabe an die Tafel, erledigt?
            Selbst wenn man etwas liest und bespricht, können dies schon mehrere Methoden sein.

            Das Nutzen von Materialien und der Einsatz von Methoden ist übrigens das eine, die Führung einer Klasse etwas anderes. Man kann offene Methoden in einer stark geführten Klasse einsetzen, ebenso kann man (versuchen) enge Methoden in einer schwach geführten Klasse einzusetzen.
            “Offene Methoden” ist nicht gleichbedeutend mit “jeder-macht-was-er-will”, einen sehr freien Umgang findet man an Freien Schulen und in sehr wenigen Klassen, eine Öffnung, wie z.B. bei Robischon, findet man nur sehr selten.

            Warum Kinder mit 6 Jahren nicht selbstständig arbeiten können sollten, erschließt sich mir übrigens nicht.
            Sie sollten sich selbstständig ankleiden können – dank Klettverschluss an den Schuhen können es ja viele auch.
            Sie sollten selbstständig essen und zur Toilette gehen können.
            In der Regel sollten sie auch selbstständig den Weg in den Klassenraum finden.
            Sie können, in der Regel, zu Hause aus ihren Spielsachen selbst etwas auswählen und das Spielzeug nutzen, ohne dass man sie jedes Mal anleiten muss. Auch muss man Spiele nicht immer wieder erläutern, sondern kann davon ausgehen, dass viele Kinder die Regeln verstehen und umsetzen … oder auch mal abwandeln, aber ein Spielzeug entsprechend der Spielidee nutzen.
            Warum sollten sie dann nicht auch selbstständig ein vorgefertigtes Material nutzen können, z.B. ein Memory, ein Arbeitsblatt, einen Fühlkasten, eine Zuordnungsaufgabe, … spätestens, wenn man ihnen noch einmal die Regeln erläutert?
            Man kann doch nicht abwarten, bis die Kinder 9 oder 18 Jahre alt sind, bis man sie vom Rockzipfel lässt und sie sich allein und selbstständig bewegen dürfen.

          • @ysnp es kann sich indirekt auf die Lehrerausbildung auswirken, weil Referendare ihre lehrproben _auch_ so planen, dass sie beim fachleiter gut ankommen.

          • Zu dieser Vorgehensweise zu Prüfende Lehramtskandidaten auf eine Linie mit reformpädagogischen Methoden zubringen gehören dann wohl auch die in Baden-Württemberg neu installierten, unangemeldeten Kontrollbesuche der Schulbehörden in den Schulen zu gehören.
            Damit will man nicht konforme Lehrer in die vorgegebene Richtung dirigieren.Wo sind wir hier eigentlich angekommen.
            Wenn ich mir dann die Herkunft von Teilen dieser Pädagogik anschaue, hier Peter Petersen,der überzeugte NS-Anhänger, dann wird einem richtig gruselig.

          • Palim
            Arbeiten Sie doch einfach wieder mit den Schülern direkt und sorgen Sie für mehr sprachlichen Input bei den Schülern ,damit diese Deutsch lernen,Sprechen lernen am sprachlichen Vorbild des Lehrers, und führen Sie diese losen Ansammlungen von Arbeitsblätter einer anderen praktischen Verwendung zu.
            Was einen am meisten aber nervt, ist die Übertragung dieser eigenständigen Lernmethoden im Anfangsunterricht auf Kinder mit allen Arten von Handikaps ,welche durch die Überforderung der Lehrer mit diesen heterogenen Lerngruppen ein direktes Arbeiten mit den Schülern erst gar nicht mehr möglich macht.
            Da werden dann Lernbegleiter rekrutiert, die weder eine pädagogische Ausbildung haben, sondern Studenten oder Hausfrauen ohne eine spezifische Weiterbildung, welche sich bei einem kleinen Geld redliche Mühe geben.Es wird einfach gespart bei den Jüngsten.

          • Es ist schön zu lesen, wie sie bei Herrn Dollase abschreiben und seine Worte nutzen, um ihr einseitiges Schüler-Lehrer-Unterricht-Modell zu verbreiten.

            Wenn Sie andererseits feststellen, dass Lehrkräfte bei heterogenen Lerngruppen mit SuS nicht mehr direkt arbeiten könnten, frage ich mich, welche anderen Konzepte Sie dem entgegen stellen. Die SuS sitzen nun einmal in den Klassen und die Lehrkraft muss dort Unterricht erteilen, kann diesen aber nicht an 2-3 Kindern ausrichten, sondern ist gehalten, individuell zu fördern.

            Auf welche Weise soll es denn erfolgen?

          • Dummerweise hat Herr von Lintig/Ignaz Wrobel vergessen, folgende wichtige Passage bei Dollase abzuschreiben:

            “Kann man zum Beispiel einer Grundschule mit rund 250 SchülerInnen, davon 53 Inklusionskindern, 175 „Bildung und Teilhabe“ Berechtigten, 68 bekannten Fällen von Gewalt und Missbrauch in der Familie, 12 schwer traumatisierten Kindern (natürlich ist der Migrationsanteil ungefähr bei 85%) dieselben Unterrichtsmethoden wie der Grundschule in einem Villenviertel empfehlen (mit 1 Migrationskind)? Wohl kaum.”

            Und schon deshalb – wegen der enormen Heterogenität der Schülerschaft – benötigen Lehrkräfte heute eine große Bandbreite von Methoden.

            Nur mal aus Interesse gefragt, Herr von Lintig: Erklären Sie eigentlich auch einem Piloten seinen Job, bevor Sie in ein Flugzeug steigen? Und dem Bäcker, wenn Sie ein Brot kaufen? Und Wissenschaftlern, wie sie ihr Fach zu verstehen haben? Nicht? Wieso meinen Sie dann, einer gestandenen Lehrerin wie Palim sagen zu müssen, wie sie ihren Beruf gefälligst auszuüben hat?

            Ist zwar ein Totschlagargument, das ich nicht gerne benutze, aber in Ihrem Fall geht es nicht anders: Sie haben noch nie vor einer Klasse gestanden, wollen aber gaaanz genau wissen, wie Unterricht funktioniert?!

            Ein bisschen Respekt vor der Expertise von Menschen, die den Lehrerberuf gelernt haben und seit langem ausüben, stünde Ihnen gut an.

          • Anna

            Ich belasse es dabei Sie mit den Piloten ,die als Absolventen ihres Bildungssystems Piloten geworden sind, fliegen zu lassen.
            Ein bisschen weniger Arroganz stünde Ihnen auch besser.
            Sie werden mit ihrer Art uns Eltern nicht mundtot machen.
            Kopf hoch , wenn jetzt keine Änderungen kommen, dann werden eben die Ergebnisse in fünf Jahren noch schlechter aussehen.

          • @ Anna,

            warum glauben Sie, dass Axel und Ignaz die gleichen Personen sind?

          • “Sie werden mit ihrer Art uns Eltern nicht mundtot machen.”

            Es geht gar nicht um eine fachliche Auseinandersetzung, um reelle Klassen, um Bedingungen in den Schulen, unter denen Unterricht gelingen kann oder verbessert wird.
            Die absolut einseitige Betrachtung einer einzelnen Methode führt zur Ablehnung des Schulsystems, der Lehrerschaft, der Inklusion.

            Es geht auch nicht darum, Wege zu suchen oder zu finden, Heterogenität zu begegnen oder zu überlegen, wie mit einer Situation umgegangen werden kann, die für ein eigenes Kind eine Überforderung dargestellt haben könnte.

            Das einzige Ziel scheint zu sein, diese eine Methode in allen Medien zu diskreditieren, damit Politiker darauf aufmerksam werden und diesen Elternstimmen, die sich mit mehreren Nicks scheinbar vielfältig präsentieren, Glauben schenken.

          • Palim,Anna

            Ich brauche hier bei niemandem abzuschreiben und werde es auch weiterhin nicht tun.
            Die von Ihnen angewandten Methoden waren auch schonl in früheren Zeiten allemal da, angefangen mit der Anlaut-Tabelle(17. Jahrhundert), freies Schreiben nach Scharrelmann/Ganzberg (um 1920),offene Unterrichtsmethoden des überzeugten Anhängers der nationalsozialistischen Ideologie, dem Jenaer Professor Peter Petersen(1927 Jena-Plan).
            Warum sollte man vor einer derartigen Pädagogik Respekt haben,
            die in unmittelbaren Zusammenhang mit der Nationalsozialistischen Ideologie entwickelt wurde. Ihre Polemik ist atemberaubend und mir wird übel von Ihrer undifferenzierten Betrachtungsweise auf veraltete Methoden, wie diese oben aufgeführten.

          • Welche Logik hegen Sie da ? Wer eine bestimmte Methode ablehnt, der wird die Lehrerschaft, das Schulsystem und die Inklusion ablehnen ?
            Das ist übelste Vereinfachung und Diffamierung anders denkender Menschen.
            Wo lehne ich denn unser Schulsystem ab, allenfalls lehnt man bestimmte Ansätze ab. Ihre geistesverwandten Vordenker der 68 er Generation sind in Teilen die geistigen Vordenker für diese Pädagogik gegen das Kind. Und abgekupfert wurden von diesen Revoluzzern noch alte Alte Methoden aus den tiefen längst vergessener Methoden, deren geistiges Begräbnis schon lange vorher stattgefunden hatte.
            Ich schaue mir ja gerne Väter der Klamotte an, aber deshalb bedecke ich mich nicht gleich mit dem Muff von 400 Jahren.

  6. klarer

    • Verbesserungen solcher Fehler, die jedem unterlaufen, sind nicht notwendig, Herr v. Lintig. Der Leser versteht auch so und bei “neu kommentiert” stehen dann echte Kommentare, auch wenn sie nur aus einem Wort bestehen. Mich stören Korrekturen, wenn Fehler nicht sinnverstellend sind.

    • Zeiten statt Methoden

  7. @ dicke bank

    Ich stimme Ihnen im Wesentlichen durchaus zu. Wie Sie sehr gut wissen, werbe ich ja dafür, an unseren Arbeitsbedingungen deutlich etwas zu ändern, damit wir wieder besser arbeiten können, ohne daran kaputtzugehen.

    Sie und andere wollen immer nur einfach mehr Geld. Mehr Gehalt ändert aber an unseren Arbeitsbedingungen nichts. Wäre es ein schlechtes Gehalt (wie bei Sekretärinnen, Pflegekräften …) argumentierte ich nicht dagegen, aber es ist ein gutes Gehalt. Deshalb sollte jetzt alle Kraft und die beschränkten finanziellen Mittel für die Verbesserung der Rahmenbedingungen unseres Arbeitens eingesetzt werden.

    Die Grundschullehrer arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen. Dass vielleicht die eine oder andere Methode doch nicht so viel bringt, wie man glaubt(e), darüber sollte man reden dürfen.

    • Sie Monothematiker!

      Natürlich will ich als Angestellter ein höheres tarifliches Entgelt. Denn unabhängig von der Eingruppierungsftage, ist die Spanne zwischen den Netto-Entgelten von verbeamteten und tarifbeschäftigten Lehrkräften mit ansonsten gleichen ELStAM-Merkmalen, gleicher Ausbildung und gleicher Dienstzeit zu groß. Hinzukommt die Besonderheit der Eingruppierung tarifbeschäftigter Seiteneinsteiger.

      In der SekII werden alle – ob Seiteneinsteiger oder grundständige Lehrkraft – zu A13/E13 übernommen.
      In der SekI werden alle verbeamteten Lehrkräfte zu A12, die grundständigen Lehrkräfte im Angestelltenverhält nis zu E12 und Seiteneinsteiger als Tarifbeschäftigte zu E11 eingruppiert. Ein Seiteneinsteiger, der verbeamtet werden kann auf einer SekI-Stelle, wird hingegen zu E12 beschäftigt.

      Das versteht keiner – muss auch keiner, da es willkürlich ist.

  8. @ Ignaz Wrobel: “Arbeiten Sie doch einfach wieder mit den Schlülern direkt.” Na klar, dann gehen Sie mal in eine 1. Klsse mit 25 Kindern. Da können 4 Kinder gut lesen, die anderen keinen Buchstaben, die nächsten können schlecht deutsch, die anderen sind hyperaktiv, usw….. Die guten Leser steigen zuerst aus , langweilen sich und stören, wenn sie 1 Jahr lang direkt mit den anderen von 0 anfangen. Die Kinder da abholen, wo sie stehen. Das haben wir in der Uni so gelernt. Vor 30 Jahren.

    @ Anna: Danke für den Beitrag um 18.48 Uhr.

    • Gab es etwa in den 1970 er Jahren keine Zuwanderung von Türken, Italienern, Jugoslawen,Griechen, sowie Spätaussiedlern aus Polen und der UdSSR? Fragen Sie einmal bei Frau Prasuhn und anderen älteren Lehrern nachfragen.

      • Natürlich gab es diese Zuwanderung aus allen möglichen Ländern. Aber manche haben sich eben gut integriert (deren Nachkommen sprechen heute zu Hause Deutsch), und andere haben Parallelgesellschaften gebildet (und die Nachkommen sprechen zu Hause heute noch die andere Sprache).
        Der Bericht der jüngsten IQB-Studie beschreibt auf Seite 263, wie sich die Punkte im Fach Mathematik auf die Nationen verteilen (Durchschnittswerte).
        Ohne Migrationshintergrund: 502 Punkte
        Aus Russland /UdSSR: 486 bzw. 478 Punkte
        Aus Polen: 479 Punkte
        Aus der Türkei: 424 bzw. 413 Punkte.
        Die erste Zahl entspricht denen mit einem Elternteil aus dem Ausland, die zweite denen mit beiden Eltern aus dem Ausland
        (bei den Polen sind beide gleich).
        Beim Lesen sieht es so aus (Seite 259):
        Ohne Zuwanderungshintergrund: 512
        Russland/UdSSR: 507 bzw. 484
        Polen: 492 bzw. 463
        Türkei: 437 bzw. 414.
        Und die aus Russland haben sich jeweils gegenüber 2011 verbessert, die aus der Türkei verschlechtert.
        Noch Fragen?

    • Wenn bei Ihnen in der ersten nur 4 von 25 Schülern lesen können,dann ist das schon erschreckend schlecht.
      Liegt dieser Misserfolg am Lehrer, an den Schülern, Schwächen der Methode, am Elternhaus, der fehlenden Sozialisation der Schüler,am Migrationshintergrund, am Medienkonsum, der Überforderung der Schüler mit den Methoden oder vielleicht auch daran , dass die angewandten Methoden ganz einfach untauglich sind ?

      • @ Ignaz Wrobel: Am 1. Schultag, bei der Einschulung konnten bereits 4 von 25 Kindern lesen.

        • Lesen kann man eben schon im Kindergartenalter lernen.

          • @ Ignaz Wrobel: Eben und da kann man die Kinder nicht eine Woche lang mit dem neuen Buchstaben beschäftigen.

          • mississippi

            Nein , kann man nicht. Das Kind sucht sich die Buchstaben X V,U,C,K und das S aus, weil man damit ja so gut deutsche Wörter schreiben kann.
            Dann schreiben wir Fuchs mit X,also Fux, oder vielleicht Fuks oder Fucks, Vux, Vucks, Vuks,aber Fuchs, nein ,oder Vucks, schon eher.
            Na, was denn jetzt, ist alles so verwirrend, aber lautgetreu.
            Das ist ja alles so verwirrend für ein Kind, aber erst einmal auch für die Eltern, denn die sollen doch nichts verbessern, weil die Kinder doch die Laute selbstständig erarbeiten sollen und das eigene Kind Schaden nehmen könnte, warum auch immer. Das Kind nimmt schaden von dieser Methodik,Schreiben nach “Gehöa”.
            Da freut man sich als Lehrer, ganz dolle, und das Herz schlägt höher, und bei mir schwillt die Krawatte.

    • Danke an Mississippi!
      @ Noch ein Dankeschön an Anna um 18:48h . Herr Dr. von Lintig wirft im Übrigen jedem mangelnde Kritikfähigkeit vor, der nicht seiner Meinung ist. Das habe ich schon erfahren dürfen 😉 Anna , wir erklären vll ihm Mal seinen Job. >>> Theorie Trift Praxis. >>>>. = SCHOCK

  9. @ Ignaz Wrobel: Die Methode Schreiben nach Gehör gibt es gar nicht und mir schwillt der Kamm, wenn fachfremde Menschen, nur weil sie Ärzte sind, meinen uns allen hier Unvermögen unterstellen zu können. Sie wissen doch gar nicht, wie wir arbeiten.
    Ihr Kommentar ist auch verwirrend.

    • mississippi

      Verballhornung ist auch eine Methode, sich zur Wehr zu setzen.
      Ich liebe meine Kinder. Schaden von diesen und anderen Kindern abzuwenden ist meine Pflicht diesem Staat gegenüber.Wir wollen unsere Kultur erhalten und die Vermittlung dieser Kultur mit falschen Mitteln, die deren Fortbestand durch unausgegorene Methoden gefährden, welche einen schnellen und direkten Zugang zum deutschen Schriftsprach- und Leseerwerb behindern, stoppen.
      Altbewährte Traditionen und Methoden wurden, ebenso wie neuere, aber evidente Methoden, auf dem Altar der reformpädagogischen Ideologie, geopfert.Allein diese 68 er verschafften sich auf dem Weg durch die Institutionen den Weg in die höchsten Ebenen der Länder, den Kultusministerien und schließlich die Kultusministerkonferenz ,dem Zugang zu höchsten Entscheidungsträgern, um über stark abgesenkte Lernziele, die eigenen , unausgegorenen Methoden, hoffähig zu machen.

    • Wo unterstellte ich Ihnen Unvermögen ?Ich weiß doch gar nicht wie Sie unterrichten !
      Und außerdem kenne ich doch gar nicht Ihre Materialien. Auch das bestätigte mir Palim. Wo habe ich Sie hier denn direkt angegriffen ? Es geht eigentlich immer sachlich um die Beschreibung von Methoden, deren Nebenwirkungen, Fehlentwicklungen und potentiell negative Auswirkungen auf Schülergruppen. Und Sie möchten doch wohl auch zu einer zügigen Vermittlung deutschen Kulturgutes, wie der deutschen Sprache in Wort und Schrift beitragen. Das ist kein Spielchen, aber es macht doch hoffentlich Spaß mit Schülern direkt zu arbeiten, diese zu begeistern, Emotionen freizusetzen und ihnen beim Lernerfolg zuzusehen. Oder haben Sie sich auf Methoden eingelassen, welche weder Ihnen , noch ihren Schülern emotional oder gesundheitlich zuträglich sind.
      Bringen Sie diese einfach zügig und direkt auf eine Ebene, auf der diese dann wirklich zügig, selbstständig weiterarbeiten können.

  10. Zur Überschrift:
    Methoden klingt mir viel zu pauschal. Welche Methoden? Über die einzige Methode, über die sie sich geäußert hat, war LdS. Die Grundschule hat x- Methoden zur Verfügung.
    Was ich eher noch nachvollziehen kann, ist die Aussage, dass neue Konzepte hermüssen um der Heterogenität und Inklusion zu begegnen.

    • ysnp
      Zum Beispiel Freies Schreiben mit Hilfe dieser bebilderten Anlaute, ohne dass die Grapheme direkt vermittelt werden, einfachste Satzstrukturen vermittelt wurden bzw. bekannt sind und im geringsten orthographische Strategien eingehalten werden.
      Freies Schreiben als Methode, um zu eruieren, welche orthographischen Schreibfähigkeiten und Regeln das Kind beherrscht.Dies gelingt mit Diagonsediktaten freilich systematischer und umfassender, damit man einzelnen Schwierigkeiten durch Übungen beheben kann.
      Wie sind wohl deutschsprachige Wörter anders aufgebaut, als in zwei Silben, jeweils einen oder zwei Vokale enthaltend, mit dem Schwalaut-e in der Endsilbe.Da wird kein a oder ä akzeptiert, weil es das im Deutschen nicht gibt. Betont das e in der Endsilbe, dann schreibt man ee, wie Kaffee, Tee, in der Endsilbe.Oder auch das lange i als ie bei Zweisilbern.
      Dazu gehört auch, dass der Satzanfang immer groß,geschrieben wird.Ich will Sie aber nicht weiter mit diesem Exkurs in Grundlagen der deutschen Schrift langweilen.Derartiges wird aber nicht immer vermittelt.
      Automatisierende, direkte Lese- und Schreibübungen mit der Klasse an der Tafel scheinen auch nicht mehr gängig zu sein.

    • Mal wieder sollen neue Konzepte her. Wenn Sie schon von “begegnen” reden, warum sind Sie dann nicht so konsequent, der politideologisch verordneten Heterogenität und Radikalinklusion Kritik zuzumuten?
      “Begegnen” tut man einer Gefahr oder etwas Unerwünschtem.
      Sie aber zeigen mit Ihren Kommentaren immer wieder, dass Sie sich gern dem pädagogischen Zeitgeist anpassen und nicht gegen den Strom schwimmen. Sie begegnen nicht, sondern unterstützen.

      • ???
        Über den Ansatz neuer Konzepte hat Herr Priboschek unlängst einen Kommentar geschrieben.
        Am liebsten würde ich jeden der Kommentatoren hier, der jahrelang keine heutige Grundschule von innen gesehen haben, einmal länger in eine Grundschule schicken. Es hat sich wirklich in den letzten Jahren verändert und es verändert sich Jahr zu Jahr mehr, was Schüler und Eltern betrifft. Mit Konzepten aus den 70iger, 80iger, 90igern, die ich damals für gut fand, geht das nicht mehr 1:1.
        Ich bin jetzt schon lange im Schuldienst und kann aus Vergangenem profitieren und mit neuen Ideen, die mir brauchbar erscheinen, weiterentwickeln und alte dafür auch einmal über Bord werfen, wenn es welche gibt, die besser zu den Schülern von heute passen. Ich habe es immer so gehalten: ich mache das, was ich für meine Schüler als richtig empfinde und nutze meine pädagogische Freiheit innerhalb des Lehrplans. Und ich behaupte einmal, das macht jeder so. Nur ganz wenige unterrichten noch so, wie sie z.B. vor 30 Jahren angefangen haben, weil sie eben ihren Unterricht optimieren.

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