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Holter will den Unterrichtsausfall senken und braucht dafür Lehrer – Studium in MINT-Fächern soll leichter werden

ERFURT. 5,3 Prozent des Unterrichts in Thüringen fallen ersatzlos aus. Der Bildungsminister will das ändern – und braucht dafür mehr Lehrer. Um mehr zu bekommen, soll dazu das Studium in den MINT-Fächern erleichter werden.

Übernimmt nächste Woche das Bildungsministerium in Erfurt: Helmut Holter. Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons CC BY SA 3.0

Hat vor kurzem das Bildungsministerium in Erfurt übernommen: Helmut Holter. Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons CC BY SA 3.0

Thüringens Bildungsminster Helmut Holter (Linke) hat angekündigt, im ersten Quartal 2018 einen Thüringen-Plan «Zukunft Schule» vorzulegen. Darin sollten Maßnahmen gegen den häufigen Unterrichtsausfall im Freistaat enthalten sein, die 10 bis 15 Jahre Bestand hätten. Der Unterrichtsausfall sei für ihn das «entscheidende Thema» seiner Tätigkeit. Im Land fielen Holter zufolge nach jüngsten Zahlen von März 5,3 Prozent des Unterrichts aus.

Um diese Quote zu reduzieren, sollen Seiteneinsteiger von kommendem Jahr an im Schuldienst tätig sein und berufsbegleitend qualifiziert werden. Außerdem will Holter, dass kleine Schulen mehr zusammenarbeiten. «Die Erkenntnis ist eben da: Alleine wird es nicht funktionieren, es geht nur mit Kooperation.» Holter betonte: «Hier geht es nicht um Zentralisierung.»

Um den Lehrerberuf beliebter zu machen, soll das Studium einiger Fächer zudem einfacher werden. Wer sogenannte Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) unterrichten wolle, müsse derzeit vollausgebildeter Chemiker, Biologe oder Mathematiker sein. «Warum eigentlich? Wenn sie nur Lehrerinnen und Lehrer werden – „nur“ in Anführungsstrichen – dann brauchen sie nicht diese Vollausbildung.»

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Um den Beruf des Schulleiters attraktiver zu machen, will Holter zudem Lehrer in Führungspositionen besser bezahlen. Künftig sollten diejenigen, «die eine Leitungsstelle übernehmen, auch eine Besoldungsstelle überspringen können», sagte er. Derzeit würden Schulleiter in Thüringen zum Teil nach A12 oder A13 bezahlt – obwohl sie Anspruch auf A15 oder A16 hätten. Die entsprechende Gesetzesänderung solle 2018 verabschiedet werden.

 

Holter war vor seinem Amtsantritt im August Mitglied der Kommission «Zukunft Schule». Diese war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Freistaat sein Schulsystem grundlegend reformieren muss, um die von der Landesregierung abgegebene Unterrichtsgarantie zu erfüllen. Dazu führt Holter derzeit Gespräche mit allen Beteiligten, zuletzt vor allem mit Schulleitern und Lehrern. Bis zum 8. November sind weitere Gespräche unter anderem mit Eltern und Schülern, Gewerkschaften und Schulträgern geplant. N4t / mit Material der dpa

 

2 Kommentare

  1. Das klingt eigentlich mal ganz gut.

    1. Seiteneinsteiger qualifizieren – ja

    2. Studium vereinfachen – ja

    3. Schulleiter und Stellv. besser bezahlen – ja

    Und Grundschullehrer wieder ohne Hochschulstudium ausbilden. 😉 Ja !

  2. Kooperation kleiner Schulen = Lehrer mit deputaten an mehreren Schulen

    das mit dem einfacher werdenden mint-studium verstehe ich nicht. bezieht sich die Reduktion der Anforderungen auf seiteneinsteiger oder „echte“ Lehrer? ersteres heißt für mich halbgarer Bachelor in Mathematik und ab an die Schule während Lehrer den Master brauchen, letzteres war zu meiner Studienzeit in nrw schon nicht der Fall.

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