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Norddeutscher Lehrertag: Pädagogen fordern mehr Wertschätzung für ihren Beruf

SCHWERIN. Lehrer ist ein schöner, aber anstrengender Beruf. Der Verband Bildung und Erziehung fordert auf dem Norddeutschen Lehrertag mehr Anerkennung für die Pädagogen.

Die Wertschätzung der Landesregierung für Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern lässt nach Worten des Landesvorsitzenden des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Michael Blanck, zu wünschen übrig. Das Land sollte den vielen Kollegen, die mit Teilzeit seit den 1990er Jahren Massenkündigungen verhindert und dabei Einbußen hingenommen haben, entgegenkommen, sagte Blanck anlässlich des Norddeutschen Lehrertages am Samstag in Schwerin. Denkbar sei zum Beispiel, dass man Lehrern Altersteilzeit ermöglicht.

Das Lehrerpersonalkonzept war 2014 nach 19 Jahren ausgelaufen. Wegen des Geburtenknicks nach der Wende hatte es zu viele Lehrer in MV gegeben. Heute fehlen Pädagogen.

Altersteilzeit gebe es für die Lehrer im Land bisher nicht, so dass viele ältere Kollegen unter erneutem Verzicht auf Rentenleistungen vorzeitig aus dem anstrengenden Dienst ausschieden, sagte Blanck. Das Land hätte nach seinen Worten bei Altersteilzeit den Vorteil, den Zeitpunkt zu kennen, an dem die Betroffenen in Rente gehen. Das Bildungsministerium könne den Bedarf dann besser planen. «Bisher gibt es allerdings vom Land kein Signal in diese Richtung», bedauerte der VBE-Landesvorsitzende.

Der Norddeutschen Lehrertag mit rund 190 Teilnehmern aus ganz Norddeutschland stand unter dem Motto «Werte machen Schule wertvoll – Bildung fängt mit Wertschätzung an». Dazu gehöre ein positives Lernumfeld mit einem Schulgebäude, das hell, freundlich, großzügig und bunt ist – «wie das Leben», sagte Blanck. «Davon sind wir aber teilweise noch weit entfernt.» Er würdigte das 100 Millionen Euro umfassende Schulbauprogramm in Mecklenburg-Vorpommern. Der Investitionsstau sei aber um ein Vielfaches höher, das Programm ein Tropfen auf den heißen Stein, so der VBE-Landeschef.

Auch die Digitalisierung der Schulen sei nach wie vor ein Problem. Der von der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) vor einem Jahr angekündigte Digitalpakt sei bisher nicht wirksam geworden, da kein Geld dafür eingestellt worden sei. Schnelles Internet und Ausstattung mit moderner Computertechnik – davon seien viele Schulen im Land weit entfernt.

Ein weiteres Problem ist Blanck zufolge eine zunehmende physische und psychische Gewalt Lehrkräften gegenüber. In einer aktuellen Umfrage des VBE in Mecklenburg-Vorpommern hätten zwei Drittel der Lehrer, die bisher geantwortet haben, das Gefühl geäußert, dass Gewalt gegen Lehrkräfte zunehme. «Die Lehrer dürfen mit der Werteerziehung nicht allein gelassen werden», forderte Blanck. dpa

Ein Kommentar

  1. ZITAT: “Ein weiteres Problem ist Blanck zufolge eine zunehmende physische und psychische Gewalt Lehrkräften gegenüber. In einer aktuellen Umfrage des VBE in Mecklenburg-Vorpommern hätten zwei Drittel der Lehrer, die bisher geantwortet haben, das Gefühl geäußert, dass Gewalt gegen Lehrkräfte zunehme.”

    Ist das nicht auch ein ganz wichtiger Grund, warum der Lehrerberuf für viele nicht mehr so attraktiv ist?

    Was tun wir dagegen? Gehaltserhöhungen?

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