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“Schulnote 5” – Schülerbeirat lässt neue Oberstufe durchfallen (im Gegensatz zu den Lehrerverbänden)

STUTTGART. Wie ihre neue Oberstufe aussehen soll, haben die Schüler aus der Zeitung erfahren. Der Schülerbeirat quittiert die Reform mit der «Note 5». Die Vertreter sehen die Allgemeinbildung in Gefahr.

Wer an Mathe und Deutsch als Leistungsfach rüttelt, gefährdet nach Ansicht des Landesschülerbeirats die Studierfähigkeit der Abiturienten. Die Schüler kritisierten die Oberstufenreform der Kultusministerin und gaben ihr die «Note 5». Von Gewerkschaft und Verbänden hatten die Pläne bisher viel Zuspruch bekommen. Außerdem forderten die Schülervertreter eine Stärkung der Gemeinschaftskunde.

Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU) hatte in der vergangenen Woche ihren Plan für die gymnasiale Oberstufe vom Schuljahr 2019/20 an vorgestellt: Gymnasiasten sollen demnach zwei von drei Leistungsfächern aus Deutsch, Mathe, Fremdsprachen oder Naturwissenschaften wählen. Deutsch und Mathe werden damit keine verpflichtenden Leistungsfächer mehr sein.

Kretschmann und Eisenmann präsentieren eine neue Oberstufe, die besser aufs Studium vorbereiten soll – und bekommen (wow!) Beifall von allen Seiten

«Die Studierfähigkeit ist ganz klar gefährdet», sagte der Vorsitzende des Landesschülerbeirats, Joachim Straub. Schon heute seien manche Abiturienten durch den Matheunterricht nicht ausreichend für naturwissenschaftliche Studiengänge vorbereitet. «Wie soll das erst in Zukunft aussehen?»

Kommen die Kernfächer zu kurz? Eisenmann widersprach dieser Kritik: «Das Gegenteil ist der Fall. Deutsch und Mathematik sind für alle Schüler als Prüfungsfächer verpflichtend.» Die Grünen-Fraktion schloss sich an und bezeichnete die Sorgen des Schülerbeirats als «unbegründet».

Bei Fächern wie Geografie oder Gemeinschaftskunde ist die Wahlfreiheit der Reform zufolge kleiner, was der Schülerbeirat für eine «Diskriminierung der Gesellschaftswissenschaften» hält. Die Regierung rühme sich damit, auf Individualisierung zu setzen – dabei sei das «nur die halbe Wahrheit», kritisierte Straub.

Auch die FDP-Fraktion will die Fächer stärken und rät der Ministerin, an dieser Stelle «dringend nachzubessern». Diese zeigte sich offen für den Vorstoß: «Die Forderung nach mehr Gemeinschaftskunde kann ich angesichts der besonderen Relevanz politischer Themen sehr gut nachvollziehen.»

Mehr Offenheit und Gehör hätten sich die Landesvertreter der 1,5 Millionen Schüler in Baden-Württemberg bereits vor der Billigung der neuen Oberstufenreform durch den Ministerrat gewünscht. Bei der Vorstellung ihres Grundsatzprogramms fragte sich Straub: «Hört die Demokratisierung bei so wichtigen Entscheidungen auf?»

Anregungen von Schülern will der Beirat nicht nur in der Bildungspolitik sehen, sondern auch im Schulalltag: «Wir haben in der Schule viel pädagogisches Feuerwerk, aber zu wenig Partizipation.» Mit einem regelmäßigen Feedback der Schüler solle der Unterricht verbessert und ihre Mitwirkung gestärkt werden. Ähnlich äußerte sich die SPD-Landtagsfraktion. dpa

Ein Kommentar

  1. Die sollten sich mal ein Beispiel an Bayern nehmen. Dort wurde die G8-Oberstufe auch verpfuscht 🙂 BW schafft es dann sicher auch.

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