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Vakante Rektorenposten an Grundschulen – VBE: Der Job ist „nur noch etwas für grenzenlose Idealisten“

FELLACH. Immer öfter bleiben Schulleiterposten unbesetzt, insbesondere an Grundschulen. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sieht Handlungsbedarf – und kündigte auf einer Fachtagung in Fellbach ein Konzept zur Stärkung der Schulleitungen und deren Entlastung von Verwaltungsaufgaben bis Ende des Jahres an. Mehr Geld, wie es Nordrhein-Westfalen beschlossen hat, will sie aber nicht bezahlen.

Eisenmanns Parteifreund, der Schulexperte der CDU-Fraktion, Karl-Wilhelm Röhm, sprach sich hingegen für eine höhere Besoldung von Grundschulrektoren aus, aber auch für Entlastung der Schulleitungen. Der FDP-Bildungsexperte Timm Kern betonte, wenn jede Schule von Schulverwaltungsassistenten unterstützt würde, könnten sich die Schulleiter wieder verstärkt ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden. In einem Modellversuch arbeiten bereits solche von den Kommunen bezahlten Verwaltungsexperten an einigen großen beruflichen Schulen.

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Eisenmann verwies darauf, dass sie als Landesministerin auch einen Blick auf die gesamte Besoldungsstruktur haben müsse. So verdienten Polizeibeamte auch in sehr verantwortlichen Positionen deutlich weniger als Lehrer. Die Pädagogen in Deutschland lägen bei der Besoldung auch im internationalen Vergleich weit vorn, nach einer neuen Studie auf Platz drei nach Luxemburg und der Schweiz. VBE-Landeschef Gerhard Brand verwies hingegen darauf, dass Rektoren einer kleinen Grundschule weniger verdienten als Lehrer in der Sekundarstufe. Die Position sei «nur noch etwas für grenzenlose Idealisten». Eine Höherstufung auf von derzeit A12 (Einstieg mit rund 3500 Euro) mit Zulage (113 bis 200 Euro) auf A13 (Einstieg mit über 4100 Euro) würde das Land 160 Millionen Euro kosten. Bei einem Kultusetat von 10,6 Milliarden Euro sei das verkraftbar. dpa

 

6 Kommentare

  1. Wie viele Polizeibeamte im höheren Dienst gibt es denn?

    Soweit ich weiß hat BaWü noch eine Vielzahl polizeilicher Planstellen im mittleren Dienst (PM bis PHM – die mit den blauen Sternchen). Selbst im gehobenen Polizeidienst ist der Vergelich zu Lehrkräften lachhaft. Im Gegensatz zu Polizeibeamten benötigen die Lehrkräfte einen Master-Abschluss zur Aufnahme in den Vorbereitungsdienst. Bei Polizeianwärtern reicht das bestandene Fachabitur zur Aufnahme des Fachstudiums an einer Fachhochschule des öffentlichen Rechts. Dieser Studiengang schließt mit einem Bachelor-Grad ab.

    Der gesamte höhere Dienst der Polizei in BaWü hat vermutlich landesweit nicht mehr Dienstposten als alle Gymnasien der Stadt Stuttgart zusammen.

    Was soll also der Äpfel-mit-Birnen-Vergleich?

    • Stimmt. Man muss nur die Rektorengehälter mit anderen Positionen im öffentlichen Dienst vergleichen, die die Verantwortung über mindestens 200 Personen tragen. Ja, die Schüler habe ich bewusst mitgezählt. Mit der Privatwirtschaft vergleiche ich die Gehälter mit Rücksicht auf die geistige Verfassung nicht.

  2. Grundschullehrer

    Schulleiter/innen an Grundschulen haben – je nach Einzugsgebiet ihrer Schule – eine 60-80 Stundenwoche und bekommen dafür meist nur ihr Grundschullehrergehalt plus einer lächerlich kleinen Zulage. Das Sekretariat ist oft nur halbtags besetzt, der Hausmeister schaut alle paar Tage mal vorbei, zusätzlich müssen sie noch ordentlich Unterrichtsstunden schrubben. Dafür ist der E-Mail-Account rappelvoll mit E-Mails “besorgter” Eltern. Professionelles Arbeiten ist so nicht möglich. Ich habe großen Respekt vor den Leuten (mehrheitlich wieder mal Frauen), die diesen unterbezahlten, ziemlich miesen Job machen. Gleichwohl kann ich jeden verstehen, der sich das nicht antun will. Das ist nur was für Masochisten!

    • Ich habe mal gelesen, dass das Sekretariat bei kleinen Grundschulen sogar nur tageweise für ein paar Stunden besetzt ist. Das ist eine Frechheit.

      • Ja, kann ich bestätigen.
        2 mal in der Woche 4-5 Stunden,
        die restlichen 3 Tage ist die Sekretärin an einer anderen Schule (Ganztag, 1 Tag mehr).

  3. An unserer Schule 5 Stunden in der Woche.

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