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A13 für alle? Nein danke! Philologenverband schießt gegen GEW und VBE quer – und fordert seinerseits: A14 für Gymnasiallehrer

GOSLAR. Seit zwei Jahren bereits trommeln die GEW und der VBE  für eine Angleichung der Gehälter von Grundschullehrern auf das Niveau der Kollegen aus den Gymnasien – unter der Parole „A13 für alle“. Die niedersächsischen Philologen, deren Verbandstag nun in Goslar zu Ende ging, machen in ihrer Abschlusserklärung deutlich, was sie von der Gleichwertigkeit der Schulformen halten: wenig! Sie fordern jetzt: A14 für Gymnasiallehrer! Ihr Argument: Den Berufsnachwuchs ziehe es ansonsten in die Wirtschaft.

Mehr Geld - fordern die Gymnasiallehrer für sich. Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Mehr Geld – fordern die Gymnasiallehrer für sich. Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Die Jahresversammlung der Philologen beschloss die Forderungen nach einer Verkürzung der Arbeitszeit sowie einer Anhebung der Besoldung der Gymnasiallehrer um eine Gehaltsstufe, „wie das derzeit für andere Lehrergruppen diskutiert wird“, so heißt es in einer Pressemitteilung. „Ein nicht unwesentlicher Grund für die unzureichende Unterrichtsversorgung an den Gymnasien sei die Tatsache, dass immer weniger junge Menschen nach ihrem Studium den Beruf eines Gymnasiallehrers ergreifen wollten, nicht zuletzt weil gerade angehende Gymnasiallehrer mit ihrem vertieften fachwissenschaftlichen Wissen angesichts des Fachkräftemangels in der Wirtschaft hoch begehrt sind.“ Da das Land als Arbeitgeber der Lehrkräfte mit der Privatwirtschaft aufgrund der schlechteren Bezahlung und der schlechteren Arbeitsbedingungen nicht konkurrieren könne, sei zu befürchten, dass der Lehrermangel, insbesondere an den Gymnasien, weiter zunehmen werde.

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Die Delegierten forderten daher angesichts dieser geradezu dramatischen Entwicklung die neue Landesregierung – SPD und CDU verhandeln aktuell über eine Koalition –  auf, „umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um den Beruf des Gymnasiallehrers, insbesondere auch in finanzieller Hinsicht, attraktiv zu machen.“ Eine „undifferenzierte Einheitsbesoldung“ für alle Lehrer stehe dem aber entgegen.

In Sachen Arbeitszeit meinen die Philologen: Nach den „jahrelangen Versäumnissen von Rot-Grün“ müsse die neue Landesregierung ihre Fürsorgepflicht für die niedersächsischen Lehrerinnen und Lehrer wahrnehmen – und ihrer Verantwortung, für eine rechtskonforme Arbeitszeit der Lehrer zu sorgen, nachkommen. „Die Vertreterversammlung erinnerte daran, dass die Arbeitszeit der niedersächsischen Beamten nach Beamtengesetz im Jahresdurchschnitt 40 Stunden in der Woche nicht überschreiten dürfe. Diese Rechtsvorschrift gelte auch für Lehrer. Doch die bisherige Landesregierung habe ihre Pflicht verletzt, auch für Lehrkräfte die 40-Stunden-Woche sowie die Einhaltung der Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes und der Arbeitszeitverordnung für Beamte sicherzustellen. Damit müsse nun endlich Schluss sein, wenn die neue Koalitionsregierung das verloren gegangene Vertrauen der Lehrerschaft wiedergewinnen wolle.“

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Auch hier fordern die Philologen, ihre gymnasiale Klientel bevorzugt zu bedienen:  Zwar gebe es erste Anzeichen dafür, so die Delegierten, die Pflichtstundenzahl von Lehrergruppen zu senken; dabei müsse aber zunächst diejenige Lehrergruppe vorrangig Berücksichtigung finden, die „ausweislich aller bisherigen Arbeitszeituntersuchungen“ die höchste Arbeitszeit habe. Das seien „zweifelsfrei“ die Lehrkräfte an Gymnasien, die im Jahresdurchschnitt eine wöchentliche Arbeitszeit von weit über 40 Stunden aufwiesen. „Die Lehrkräfte an Gymnasien würden es daher als einen nicht hinnehmbaren Affront verstehen, wenn gerade sie von einer Verkürzung ihrer Pflichtstundenzahl ausgenommen würden, zumal das weiterhin in krassem Widerspruch zur gesetzlich festgelegten 40-Stunden-Woche stände und damit sicherlich einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhielte“, heißt es. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

 

156 Kommentare

  1. Tja, dass ausgerechnet unsere hochintelligenten Philologen das Prinzip der Beamtenbesoldung nicht verstanden haben zeigt lediglich deren maßlose Selbstüberschätzung….

    • Die Besoldung richtet sich nach der formalen Ausbildung – und diese war, bis die Studiengänge – formal – angeglichen wurden, zumindest in Niedersachsen unterschiedlich, und zwar inhaltlich UND was die Länge des Studiums anbelangte. Gymnasiallehrkräfte, die noch das Staatsexamen abgelegt haben, haben in der Regel zwei Jahre länger studiert. Sie haben also auch zwei Jahre länger in ihre Ausbildung investiert und zwei Jahre später angefangen zu verdienen (und auch Gymnasiallehrer mussten und müssen ein Referendariat machen …). Insofern kann man die unterschiedliche Besoldung als – zumindest formal – gerechtfertigt betrachten.
      Da die Ausbildungsgänge nun aber formal angepasst wurden, ist es meiner Meinung nach nur rechtlich und sachlich logisch, dass auch die Vergütung für die Grundschullehrkräfte angeglichen wird.
      Was ich mich hinsichtlich der Forderung der Philos nach A 14 für Gymnasiallehrkräfte frage ist, ob sie dann auch die Einführung einer neuen Besoldungsgruppe A 17 für Schulleitungen an Gymansien fordern – denn eigentlich müssten ja, wenn die A 13ner auf A 14 angehoben werden, in der Folge die A 14ner A 15 bekommen … und so weiter.

    • “unsere hochintelligenten Philologen [mit ihrer] maßlose[n] Selbstüberschätzung”

      Ein wenig anmaßend, finden Sie nicht?! Sowenig wie ich mir ein Bild über die tatsächliche Arbeitsbelastung eines Grundschullehrers machen kann, sowenig können Sie sich ein Bild über meine machen.

      • Genau darum geht es. Beamte werden nicht nach zeitlicher Arbeitsbelastung bezahlt, sondern nach Ausbildungsgsng. Und das haben die Philologen ganz offensichtlich nicht verstanden, denn damit ist die Forderung nach A14 Makulatur. A13 für Grundschullehrer ist dagegen geboten, weil seit 2009 alle Lehramtsstudiengänge gleiche Ausbildungsgsng haben, zumindest in NRW.
        Also doch Selbstüberschätzung und zudem ein munteres Drauflosgerede ohne die Grundlagen der Diskussion zu kennen. Beschämend, oder nicht?

        • “A13 für Grundschullehrer ist dagegen geboten, weil seit 2009 alle Lehramtsstudiengänge …”

          Sie verschweigen, dass diese Argumentation auch nur für die Absolventen dieser neuen Lehramtsstudiengänge gelten kann. Sollen die also A13 bekommen und die älteren nur A12 (in den neuen Ländern vielleicht nur A11) ? Und alles mit der Begründung der Gerechtigkeit?

          Dieses Prinzip “gilt nur für neu eingestellte” ist allgemein üblich und verhindert für gewöhnlich, dass die älteren davon profitieren. Bei Abschaffung einer Regelung (etwa vom Familienzuschlag) profitieren dagegen die älteren. Ebenso bei der Absenkung des Witwengeldes von 60 % auf 55 %.

          • Das verschweigen ich nicht, genau das ist richtig, genauso ist es verfassungsgemäß. Ob die Politik die Altlehrer irgendwann ebenfalls höher besonders steht in den Sternen, ich persönlich glaube eher, dass man das hinauszögern, bis das Problem quasi komplett ausgesehen ist.

          • Wer spricht von Gerechtigkeit? Das Leben ist nicht gerecht, weder bei Lehrern sonst bei sonst irgendwem.

  2. Nichts anderes war seitens der Philologen zu erwarten. Über die Arbeitszeit kann man durchaus reden – aber der dargestellte Hochmut bzgl. “Wir sind was besseres” spricht Bände.
    Kein Gymnasiallehrer könnte auch nur eine Silbe seines Besserwissens an die Schülerschaft bringen, wenn die GS-Lehrkräfte nicht ordentlich vorgearbeitet haben. Das sollte endlich zur Kenntnis genommen werden. Die Arbeit an der GS ist eine andere, aber diese weiterhin (finanziell) herabzuqualifizieten ist schändlich. Viel zu lange haben GS-Lehrkräfte das stillschweigend hingenommen.

    • Die Besoldung hängt in Deutschland nicht primär mit der tatsächlichen Arbeitszeit oder der beruflichen Belastung zusammen, sondern mit der Länge und dem Anspruch der Ausbildung, die dafür verlangt wird. Erst seit kurzem soll das Lehramtsstudium immer 10 Semester lang sein, aber die meisten der jetzigen Grundschullehrer haben noch 6 Semester an der PH (bzw. Nachfolgeorganisation) studiert. Aus Sicht der Besoldungsordnung entspricht das eben einem FH-Studium, und das führt zur Eingruppierung in den Gehobenen Dienst statt in den Höheren Dienst. So jedenfalls die Logik dahinter. Dasselbe galt übrigens für die Kurzstudiengänge an Gesamthochschulen und gilt auch für den aktuellen Bachelor. Der Bachelor alleine führt nur in den Gehobenen Dienst (A9 – A12), egal was jemand arbeitet. Ohne Abitur plus Zusatzausbildung kommt man nicht einmal in diesen, egal was man arbeitet. Das zum Thema “was Besseres”.

      Ob diese Besoldungsstruktur nun richtig ist oder nicht, das kann man diskutieren. Das ist bei allen Traditionen so. Man kann ja auch fragen, warum Schulräte und Bürokraten in Ministerien so häufig nach A15 oder höher besoldet werden. Es ist eher ein schlechter Witz, dass Lehrer nicht für guten Unterricht befördert werden, sondern praktisch ausschließlich für die Übernahme von Verwaltungsaufgaben, für die sie eigentlich überhaupt nicht ausgebildet sind und sich manchmal auch kaum eignen. Das ist für mich das Absurde an der Sache: Gerade die besten oder ehrgeizigsten Lehrer werden so mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt und dem Unterricht partiell oder ganz entzogen. Das ist unsere schöne bürokratisierte Welt.

      • @Cavalieri: Ich habe Lehramt an Grundschulen in BY studiert, an der Uni. Hat 9 Semester gedauert, im 10. Semester waren die Prüfungen, die gingen über mehrere Monate. Schriftlich, mündlich, praktisch waren das zusammen über 20….genau weiß ich es nicht mehr. Kein Zuckerschlecken, ebenso das Referendariat, das in By 2 Jahre dauert, macht zusammen 7 Jahre, und zwar von 11/1983 – 7/1990. Und das ist schon eine ganze Weile her….

        • 9 Semester Regelstudienzeit an einer Uni, und dann nur A11 ? Das wundert mich in der Tat, ist vielleicht eine bayerische Besonderheit? Aber früher galt die PH nicht als gleichwertig, und die Regelstudienzeit war 6 Semester. Das wurde deshalb (!) auch von vielen bevorzugt.

          Hier wird behauptet, man wüsste, wie unterschiedlich die Gehälter von Grundschullehrern in den Bundesländern sind:

          https://www.gehalt.de/einkommen/suche/grundschullehrer

          Ich glaube kaum, dass “A13 für alle” diese Unterschiede einebnen würde. Offenbar werden ausgebildete Grundschullehrer auch in anderen Branchen beschäftigt (mit höheren Gehältern). Vielleicht kommt daher der jetzige Mangel ??? Ob das alles so stimmt, weiß ich natürlich nicht.

          • @ Cavalieri: Es ist A12. Wie du auf A11 kommst, weiß ich nicht.

          • Grundschullehrer

            @ Cavalieri: Ich hatte in Thüringen 9 Semester Regelstudienzeit an der Uni Erfurt, plus 1,5 Jahre Referendariat. Insgesamt muss hier jeder verbindlich Mathe, Deutsch und Sachunterricht studieren. Dann studiert man noch ein Nebenfach zusätzlich (z.B. Kunst, Musik, Anglistik etc.). Studiert wird auf wissenschaftlichem Niveau mit begleitenden, praxisbezogenen Seminaren und Schulpraktika. Jede Vorlesung, jedes Seminar und jedes Praktikum wird hier mit einer Klausur oder Hausarbeit und einer Note abgeschlossen. Alle Noten fließen in die Endnote mit ein. Dann schreibt man noch eine Bachelor- und eine Masterarbeit. Man kann es sich also nicht leisten, mal eben was halbherzig zu machen. Im Referendariat muss in allen 4 studierten Fächern unterrichtet werden und es werden dementsprechend alle 4 Fächer abgeprüft. In Thüringen bekommen GS-Lehrer bisher E11. Da nun dieses Jahr auch die Verbeamtung eingeführt wurde, erhalten diejenigen, die noch jung und gesund genug sind, A12.

          • mississippi: Das habe ich nicht erfunden. In meiner Version der BesÜV von 1993 sind A11 und A12 beide für Lehrer in den Klassen 1-4 aufgeführt (sogar A10 ist als Möglichkeit genannt), aber okay, für Bayern galt halt schon vorher A12, in den neuen Ländern vermutlich weniger. A12 ist ja die höchste Besoldungsgrupe im Gehobenen Dienst. Übrigens sind dort Sonderschulrektoren mi A14 aufgeführt. Im BBesG stehen Grundschul-rektoren mit A13 bzw. A14 drin, je nach Größe der Schule. Sogenannte “Fachlehrer” mit Ingenieur- oder FH-Ausbildung stehen mit A11 und A12 drin (eigentlich galten aber FH und PH als äquivalent). In den Ländern ist das wohl unterschiedlich.

            Ich bin mir ziemlich sicher, dass in früheren Jahrzehnten die Grund- und Volksschullehrer noch weniger bekamen (das Grundgesetz spricht noch von Volksschulen). Vor 1950 wurde nicht einmal das Abitur für diese Ausbildung gefordert (am Vorläufer der PH). Insofern hat es eine ständige Statusverbesserung gegeben.

            https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Schulwesen_%28nach_1945%29#Grund-_und_Hauptschulen_.28vormals_Volksschulen.29

    • “Kein Gymnasiallehrer könnte auch nur eine Silbe seines Besserwissens an die Schülerschaft bringen, wenn die GS-Lehrkräfte nicht ordentlich vorgearbeitet haben.” Ist die Vorbereitung auf die weiterführende Schule nicht die Kernaufgabe der Grundschule? Stellt das hier irgendwer infrage? Ich für meinen Teil könnte das nicht, ich muss das aber auch nicht können. Das Einzige, was ich muss, ist, mich darauf verlassen können, dass die Vorarbeit ordentlich geleistet wurde.Dabei ist es mir auch egal, wie unterrichtet wurde, ob in Pantoffeln oder nicht spielt keine Rolle. Ich rede Ihnen nicht in Ihr Fach und Sie mir bitte nicht in meins. Mir wäre es auch egal, wenn Grundschullehrer A13 oder A14 kriegen würden, dadurch kriege ich weder mehr noch weniger. Was ich jedoch nicht verstehe, ist, wieso Sie die gymnasiale Bildung als Besserwissertum abtun? Ist die höhere Bildung in Ihren Augen sinnlos oder vielleicht sogar charakterschädigend (Wer mag schon Besserwisser)?

      • Die gymnasiale Bildung tut hier keiner ab, hier wehren sich lediglich Lehrer anderer Schulferien gegen die Besserwisser der Gymnasiallehrer!
        Im übrigen ist es nicht die Aufgabe der Grundschule, die Vorarbeit für das Gymnasium zu liefern. Im Gegenteil, alle weiterführenden Schulen müssen die Kinder abholen wo sie sind!
        Genau das macht die benannte Überheblichkeit deutlich!

        • Zur Kenntnisnahme

          Aus dem Schulgesetz NRW

          Ҥ 11
          Grundschule
          (1) Die Grundschule umfasst die Klassen 1 bis 4. Sie vermittelt ihren Schü-
          lerinnen und Schülern grundlegende Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten,
          führt hin zu systematischen Formen des Lernens und legt damit die
          Grundlage für die weitere Schullaufbahn.”

          • Genau. Dort steht nichts von Vorbereitung auf das Gymnasium. Und dass Lesen, Schreiben und Rechnen grundlegend sind, dürfte unbestritten sein, oder?

          • Das habe ich auch nicht geschrieben. Ich habe gefragt, ob
            “die Vorbereitung auf die weiterführende Schule nicht die Kernaufgabe der Grundschule [sei]?” Von gezielter Vorbereitung für das Gymnasium war nicht die Rede.

          • Grundschullehrer

            Ist das Erlangen der “Allgemeinen Hochschulreife”, also die Vorbereitung drauf, erfolgreich an einer Uni oder Hochschule zu studieren, nicht auch die Kernaufgabe der Gymnasien? Wenn man sich da die hohen Studienabbrecherquoten vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern anschaut… wie sieht es denn da mit der vermeintlichen, soliden Vorarbeit der Gymnasien aus? Immer wieder wird von Professoren beklagt, dass zu viele Studnenanfänger nicht studierfähig seien.

          • Grundschullehrer: “Ist das Erlangen der „Allgemeinen Hochschulreife“, also die Vorbereitung drauf, erfolgreich an einer Uni oder Hochschule zu studieren, nicht auch die Kernaufgabe der Gymnasien?”

            Natürlich ist es das, aber wer verhindert das in der Realität? Die Bildungsziele und Lehrpläne sind verwässert oder unrealistisch, es gehen zu viele ungeeignete Schüler an die Gymnasien und sollen trotzdem Abitur machen, die Ansprüche im Abitur werden nach unten skaliert, um hohe Abiturquoten vorzugaukeln etc. etc.
            Und dann wollen einige Ingenieur werden, haben in Mathe nur einen Grundkurs besucht und Physik abgewählt. Außerdem studieren schon viele ohne ein Abitur, sondern nur mit einer anderen Hochschul-zugangsberechtigung. Die echten Gymnasiasten mit guten Noten brechen immer noch am wenigsten ein Studium ab, es sind die anderen.
            Ich glaube kaum, dass die Misere da an den Lehrern liegt. Es sind die Randbedingungen.
            Due Tendenz ist umgekehrt: Man macht den Hochschulen Vorwürfe. Sie sollen die Studienanfänger “da abholen, wo sie sind”. Im Klartext: Jedes noch so schwache Eingangsniveau soll akzeptiert werden.

          • Grundschullehrer

            Ich stimme Cavalieri voll zu. So, wie es für Gymnasiallehrer eine teils unleistbare Herausforderung ist, Schüler/innen am Gymnasium zu unterrichten, die das Niveau einfach nicht liefern, ist es für uns Grundschullehrer eine teils unleistbare Herausforderung, Kinder, die keinen Stift halten und sich nicht konzentrieren können, sich nicht artikulieren können etc. zu alphabetisieren. Es braucht an beiden Schulformen VERBINDLICHE Eingangskriterien. Wer diese nicht erfüllt, ist eben noch nicht schulfähig oder kann eben kein Gymnasium besuchen. Alles andere führt nur zum von Ihnen beschriebenen Heraubsenken des Niveaus. Leider sind wir da schon mittendrin mit den hier im Forum häufig diskutierten, negativen Folgen.

          • @ Grundschullehrer 19:05
            Durch Einrichtung von Gender Studies und deren Folgen sind die Studienanforderungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften vielerorts so stak ausgehölt worden, dass ein solches Studium nahezu jeder bewältigen kann. In dem Bereich eine Arbeit findet man im Zweifel jedoch nicht und die nach Akademikern lechzende Wirtschaft hat auch nicht laut nach Geisteswissenschaftlern geschrien. Allerdings ist das in Massen produzierte Abiturientenmaterial häufig nicht zum Studium einer ernsthaften Wissenschaft fähig.

            @ Emil
            Ich meine, Sie haben mir den Begriff “Grundschulmaterial” vorgeworfen als ich über ungeeignete Gymnasiasten in Klasse 5 schrieb. Hier sehen Sie, dass ich über etliche Abiturienten nicht besser schreibe. Das ist aber kein Vorwurf an die Abiturienten, Grundschüler oder Lehrer, sondern vielmehr (negative) Folge einer vollkommen verfehlten Bildungspolitik.

          • Cavalieri
            Dann wird man eben an Eingangs-und Aufnahmeprüfungen nicht mehr vorbei kommen, ganz so wie an der Sorbonne in Paris.
            Je mehr das Niveau abgesenkt wird, je weniger lernen die Schüler, und man tut diesen keinen Gefallen damit, dass man diese zu früh einschult, die Schulzeit verkürzt , ihnen alles erleichtert und immer weniger abverlangt.
            Lernerfolg an der Zahl der Abiturienten zu messen ,damit sich Bildungspolitiker damit kokettieren können, schadet allen und sollte durch Wahlen abgestraft werden.Die Abbrechenzahlen der Studenten drücken die Folgen verfehlte Bildungspolitik der vergangenen zwanzig Jahre aus.Es wird auch noch schlimmer kommen, denn ich sehe wenig Einsicht bei dem Groß der politisch Verantwortlichen etwas zu ändern.Man versucht statt dessen immer neue”kreative Ideen” umzusetzen.

          • AvL: Ich stimme Ihnen grundsätzlich voll zu. Leider ist das mit den Aufnahmeprüfungen auch problematisch: Wie soll man sinnvolle Aufnahmeprüfungen für Medizin, Psychologie, Jura oder Volkswirtschaft gestalten, alles Fächer, die keine Schulfächer sind? Der Aufwand könnte gigantisch sein, wenn man das gutwillig versucht. Das traditionelle Abitur ersparte den Unis eben diese Peinlichkeit, ebenso wie die Grundschul-empfehlung den Gymnasien Aufnahme-prüfungen ersparte.
            Und letztlich ist die Konkurrenzsituation bei Aufnahmeprüfungen bei einem Numerus Clausus erst recht gegen die vorherrschende Mainstream-Ideologie der sozialen Gerechtigkeit. Dann gibt’s sofort wieder Quoten für Minderheiten, für Frauen, für Migranten, dann werden Plätze verlost usw. Nur eins scheint sicher (wie Sie schon sagen): Es wird noch schlimmer kommen.

  3. Es gibt übrigens kein Land, das an dem OECD-Lehrergehältervergleich teilnimmt, in dem Primarschullehrkräfte und Lehrkräfte, die in Sekundarstufe 1 oder Sekundarstufe 2 unterrichten, gleich besoldet werden. Der Abstand ist ind er Mehrzahl der Länder deutlich höher.
    Im internationalen Vergleich stehen Deutschlands Grundschullehrkräfte auf Platz 2 (nach der Schweiz), die deutschen Sek2-Lehrer (Berufsschule, Gymnasium) “nur” auf Platz 5 (von 40). Man muss allerdings einräumen, dass es auch noch OECD-Länder gibt, die die Primarschullehrer nicht an Unis ausbilden.

    Lehrer ist eben nicht gleich Lehrer, da gibt es Unterschiede in der Studiendauer (immerhin noch in 11 von 16 Bundesländern) und Unterschiede in den fachlichen Ansprüchen. Warum wechseln soviele Realschul- und Gymnasialstudierende bei fachlichen Problemen im Studium zum Grundschullehramt und gehen sowenige die umgekehrte Richtung?

    Lehrer ist gleich Lehrer. Klingt zunächst mal gut! Aber gilt auch: Sozialpädagoge ist gleich Pädagoge ist gleich Lehrer oder gilt auch: Erzieher ist gleich Lehrer ist gleich Hochschuldozent?
    Arzt ist gleich Arzt,- aber der liebe Facharzt für Radiologie verdient halt trotzdem 5 mal soviel wie der Facharzt für Allgemeinmedizin.

    Ich bin übrigens vehement dafür, dass Grundschullehrkräfte A 13 fordern und erhalten,- wenn man sich aber dann echauffiert, dass Philologen sich auch verbessern wollen und A 14 fordern, ist das eher Ausdruck einer Gleichheitsideologie als einer sachlichen Argumentation.

    Berufspolitisch haben die Grundschullehrer in den letzten 70 Jahren stark davon profitiert, dass sie immer die Zielmarke “Besoldung im höheren Dienst” vor Augen hatten und den Abstand sukzessive verkleinern konnten (das waren mal drei Gehaltsstufen!). Wenn alle gleich sind, dann fällt diese Dynamik nach oben weg.

    • Also in Brandenburg sind die Grundschullehrer immer noch bei A11. Zumindest die zu DDR- Zeiten studiert haben. Aber was sie wirklich leisten… Hochachtung!

      • Und viele derjenigen, die hier für A 13 kämpfen, finden es korrekt, dass die Lehrer mit DDR-Ausbildung das nicht bekommen. (Die Diskussion dazu führten wir schon!)

        Es geht nicht um Gerechtigkeit, es geht eben nur um sich selbst und das eigene Portmonee.

        • Auch Privatschulen zahlen oft deutlich weniger.

          Auch das interessiert hier keinen, denn es geht nicht um “Gerechtigkeit”, es geht nur um sich selbst und das eigene Portmonee !

        • Mal wieder Quatsch, es geht um A13 für alle, im übrigen auch um die entsprechenden Angestellten. Aber wäre ja blöd, wenn man mal sachlich argumentieren müsste…..

        • Ja. Im Westen werden ja auch nur diejenigen, die die 10-semestrige Regelstudienzeit absolviert haben zu A13 neu eingestellt. Dass die Kollegen und Kolleginnen, die schon im Dienst sind und zum Teil noch die ehemalige “Volksschullehrerausbildung” absolviert haben, A13 erhalten sollen, ist vermutlich illusorisch.

          Wenn Sie noch mitteilen möchten, was Sie unter Privatschulen verstehen. Die meisten “Privatschulen hier in NRW sind Ersatzschulen in privater – also nicht kommunaler – Trägerschaft. Die Lehrkräfte an diesen Schulen führen die gleichen Amtsbezeichnungen wie die an staatlichen Schulen, allerdings mit dem Zusatz i.E. (im Ersatzschuldienst). Sie werden genauso besoldet wie die Lehrkräfte an staatlichen Schulen und haben die gleichen Laufbahnprüfungen absolviert. Sie können auch zwischen den Ersatzschulen und staatlichen Schulen wechseln. Bei Kooperationen zwischen Ersatzschulen und staatl. Schulen können Schüler und Schülerinnen ausgetauscht werden, ohne dass dies zu Schwierigkeiten in Hinblick auf Vorschriften der jeweiligen APOs bezüglich der Abschlussbestimmungen gäbe.

          Um es zu veranschaulichen folgende Anmerkungen.
          Vor Jahren ist in meiner Region der Schulleiter einer Ersatzschule (GY) – also ein PStD i.E. – zur Bez.-Reg. zur Schulaufsicht als schulfachlicher Dezernent gegangen und zum LRSD befördert worden.

    • Wieder mal prägnant auf den Punkt gebracht, Conny.
      Danke dafür!

  4. Neben der unterschiedlichen BEsoldung muss aber auch berücksichtigt werden, dass eine unterschiedliche Unterrichtsverpflichtung vorgegeben ist, die den Einkommensunterschied noch vergrößert.
    4 Std im Monat machen ca. 200 – 250 Euro netto aus, was rechnerisch auf den Lohnunterschied draufgerechnet werden muss.
    Betrachtet man die Spanne vom Grundschullehramt zum Gymnasiallehramt, dann liegt dazwischen Monat für Monat ein Nettounterschied im vierstelligen Bereich.
    Die Sek II Kolllegen mögen es mir nachsehen: Das “billigste Lehramt” bzw. die billigsten Lehrämter an GS und HS/RS stemmen aber 93% der Inklusion und über 95% der Sprachintegration.
    Da A14 zu fordern, kommt einer Frechheit gleich.

    • Frechheit würde ich nicht sagen. Eher: totale Unwissenheit, was in Grundschulen geleistet wird!

    • Grundschullehrer

      Ist doch toll für die Kultusministerien, dass wir GS-Lehrer so “billig” sind! Weil wir billiger sind (E11 bzw. A12), als die Förderpädagogen (E13 bzw. A13), hat man uns auch gleich noch die Inklusion mit aufs Auge gedrückt und spart dadurch noch mehr. Geiz ist geil!

    • Kontrollieren Sie mal 25 Aufsätze aus Klasse 10 und 25 Aufsätze aus Klasse 4.

      Dann merken Sie den Unterschied.

      Und das ist nur 1 Beispiel.

      • Nur mit dem Unterschied, dass derselbe Grundschullehrer nicht nur Aufsätze korrigiert, sondern Mathematikarbeiten, Sachkundearbeiten, weitere Deutscharbeiten (Rechtschreiben, Grammatik, Leseverständnis), Musikarbeiten, Englischtests korrigiert und Bilder in Kunst benotet. Außerdem korrigiert er jeden Tag sämtliche Hausaufgaben und manche Schularbeiten. Am Gymnasium werden zudem wesentlich weniger Klausuren pro Fach geschrieben. Der Korrekturaufwand für eine Klausur mag zeitlich größer sein, aber in der Summe des Korrigieraufwands inkl. Hausaufgaben muss ein Grundschllehrer enorm viel Zeit investieren. Zudem schreibt ein Grundschullehrer 2x im Schuljahr ausführliche Berichtzeugnisse oder führt für eines ein Lehrentwicklungsgespräch. Hier beträgt der Zeitaufwand pro Schüler 1,5 – 2 Stunden pro Zeugnis. Das sind alles Zeitfresser, die ein Gymnasiallehrer nicht hat.
        Wir wollen also nicht anfangen irgendetwas wieder am Korrekturaufwand der Aufsätze festzumachen.

        • Ich habe jetzt einmal nachgeschaut:
          In meiner letzten 4. Klasse hatte ich von den obig genannten Arbeiten (außer Kunstbilder) in der Summe 33 verschiedene Arbeiten in meiner Klasse (bei uns Proben genannt) inkl. Englischtests und 5 weitere Englischtests in einer Fachklasse zu korrigieren.

          • Ich rechne auch mal: Deutsch-Geschichte am Gymnasium
            3x Oberstufe, davon 1x LK = 12 Klausuren (2 pro Halbjahr)
            2x Mittelstufe Deutsch = 12-16 Klassenarbeiten (3-4 pro Halbjahr)
            3x Mittelstufe Geschichte = 6-12 Tests (1-2 pro Halbjahr)
            ( Bei nur Sek I ist die Anzahl Klassenarbeiten insgesamt höher, bei zwei Hauptfächern ebenfalls. Zudem ist ein Test schneller korrigiert als eine Klassenarbeit, bei Fremdsprachen kommen die mindestens monatlichen Vokabeltests noch dazu. )

            In der Summe komme ich dann auf 30-40 verschiedene Arbeiten, auch wenn in der Oberstufe nicht jeder Geschichte schriftlich hat. Wenn Sie sich auf ein Halbjahr beziehen, dann halbieren Sie bitte meine Zahlen. Die Anzahl Arbeiten in unterschiedlichen Klassen am Gymnasium gleichen die deutlich höhere Anzahl Arbeiten in einer Klasse wie bei Ihnen an der Grundschule aus.

            Diese Zahlen entsprechen trotz weniger Unterrichtsstunden in der Größenordnung den Ihrigen, der Korrekturaufwand ist jedoch ungleich höher. Es mag respektlos klingen, aber wenn Sie mehr als 5 Minuten pro einzelne Arbeit benötigen, machen Sie etwas falsch, es sei denn Sie müssen laut Vorgabe einen sehr detaillierten individuellen Kommentar verfassen. Aber selbst wenn es 10 Minuten pro einzelne Arbeit wären, dann sind Sie in der Summe noch immer sehr weit von dem entfernt, was der Kollege am Gymnasium in Deutsch und Geschichte vor sich hat.

            Einen Einwand Ihrerseits vorgreifend stimme ich zu, dass Mathematik sehr viel schneller zu korrigieren ist (gilt aber mit Sicherheit auch für die Grundschule), andererseits sind die unter Schülern als Laberfächer belächelten Sozialwissenschaften, Pädagogik und Religion laut Rückmeldungen von Kollegen noch viel zeitaufwändiger zu korrigieren als Deutsch und Geschichte.

            Sind Sie eigentlich dazu verpflichtet, alle Hausaufgaben aller Schüler jeden Tag korrigieren zu müssen? Das kann ich mir ehrlich geschrieben kaum vorstellen. Aber ich kenne die diesbezügliche Erlasslage an Grundschulen nicht.

            Überzeugen Sie mich bitte mal davon, dass ich grob falsch liege, und lesen Sie diesen Kommentar bitte auf der reinen Sachebene.

          • @ xxx, ysnp,

            da will ich Sie, xxx, wenigstens unterstützen und bin auf die Antwort von ysnp gespannt, wenn sie denn kommt. Mir sind solche Auflistungen einfach zu nervig. Ich zitiere lieber die sattsam bekannte GEW-Studie. 🙂

            Aber es muss doch klar sein, dass alle Vorbereitungen, Nachbereitungen, Korrekturarbeiten länger werden, je älter die Kinder, je höher die Klassenstufe – auch innerhalb der Grundschule und auch innerhalb der weiterführenden Schule. Jetzt bestreiten das zum Teil jene (für die weiterführende Schule), die an anderer Stelle sagen, wer nicht selbst Grundschullehrer sei, könne das ja gar nicht beurteilen.

            Ich wollte nur sagen, dass unter der Kontrolle der Hausaufgaben Verschiedenes verstanden werden kann: a) Der schaut, ob sie jeder gemacht hat. b) Der Lehrer vergleicht die Ergebnisse der Hausaufgaben mit den Schülern gemeinsam. c) Der Lehrer nimmt jede Hausaufgabe mit und kontrolliert sie auf Inhalt (womöglich auch auf Rechtschreibung und Grammatik). d) Der Lehrer verlangt zusätzlich zu (c) auch noch eine Berichtigung in Inhalt und womöglich in Rechtschreibung und Grammatik (wozu sonst die Korrektur).

            Ich vermute, a + b sind gemeint.

          • c + d sind ein eigenes Diskussionsthema, aber unter den gegenwärtigen Bedingungen meine ich auch, sind mehr als a + b nicht leistbar.

          • In höheren Klassen, in Klasse 1 – (?) sollten es unbedingt a, b, c und d sein!

          • Zu den Hausaufgaben:
            In der Grundschule werden die Grundlagen gelegt. Kleine Kinder müssen alles lernen, von der Schrift bis zur Heftführung und dem richtigem Abschreiben. Das geht nicht von alleine und erfordert eine sorgfältige Kontrolle des Lehrers, egal nach welcher Methode er unterrichtet. Auch brauchen gerade kleine Schüler die Rückmeldung des Lehrers. Jeder von uns nimmt alle Hefte und ABs mit nach Hause und kontrolliert diese und verlangt oft eine Berichtigung. Kaum ein Grundschullehrer, den ich kenne, macht dies anders. Variante a) und b) kommen sehr selten zum Tragen, nur wenn der Lehrer absolut keine Zeit dafür hat. Auch das, was die Kinder in der Schule machen, wird gründlich oder auch einmal weniger gründlich kontrolliert je nach Zeitreserven des Lehrers. Man hat ja auch noch ganz viele andere Arbeitsbereiche als Grundschullehrer und muss auch noch Unterricht vorbereiten.

          • @ Lieber ysnp,

            danke für die Antwort. Wenn es so ist und -selten- nicht doch eher -meistens- bedeutet, dann finde ich es sehr gut. Bis wann ist dieser Aufwand (a,b,c,d) nötig? Was meinen Sie? Bis wann ist das leistbar, denn die Texte werden ja von Klasse zu Klasse länger und umfangreicher und tiefgründiger (das alles kostet Zeit!)?

            Von der Schule meiner Tochter kenne ich es so, dass in den unteren Klassen die Hefte mitgenommen und Fehler korrigiert wurden, ja, aber eine Berichtigung wurde nicht verlangt, sodass ich mich frage, wozu sich der Lehrer den Aufwand der Korrektur gemacht hat. Die Kinder schauen sich die Korrekturen doch nicht im Detail an. Sie sehen nur viel oder wenig Rot.

          • Zu den Arbeiten, bei uns Proben, genannt:
            Ich bestreite nicht, dass ein Gymnasiallehrer in bestimmten Fächern einen höheren Korrekturaufwand, was seine Klausuren usw. betrifft, hat. Mit meinem eigenen Beispiel wollte ich darstellen, dass eben der Korrekturaufwand eines Grundschullehrers höher ist, als viele denken. Bewusst habe ich Dinge wie Portfolios, Kopfrechentests, Lernstandserhebungen, Übungsaufsätze weggelassen. Ich habe nur einmal die größeren Arbeiten genommen.
            Wenn ich eine Probe (Arbeit) so konzipiere, dass ich nur 5 Minuten für die Korrektur brauche, mache ich etwas falsch. Denn dann habe ich mit Sicherheit nicht die 4 Anforderungsstufen beachtet und nur einen Test mit gleichförmigen Aufgaben konzipiert, den ich schnell runterkorrigieren kann. Übrigens kann die Korrektur von Aufsätzen bei schwächeren Schülern ewig dauern, weil man da sehr viel verbessern muss.

          • Die Unterscheidung in a-d bringt etwas Licht in die Sache.
            a ist selbstverständlich, immer stetig und man muss zudem auch nachhaken oder sanktionieren, wenn die HA nicht vorliegen, häufig selbst als Lehrkraft am Vormittag Zeiten schaffen, ggf. auch beaufsichtigen – ab Klasse 1.

            b kann man machen, wenn es dem Unterricht hilft oder die SuS genau das, sprich das Vergleichen an sich, lernen oder üben sollen.
            c ist ein absolutes Muss für jedes i-Tüpfelchen in Klasse 1. Wenn man dort nicht von Beginn an besonders genau ist, kann man es ganz vergessen. Es wird also jede Ziffer und jeder abgeschriebene Buchstabe unter die Lupe genommen, möglichst zeitnah, da die Kinder sonst den Bezug zu ihren eigenen Aufgaben verlieren. Entsprechend der Ergebnisse muss man ebenfalls zügig den Unterricht ausrichten.

            In Klasse 3+4 schaltet man häufig eine Partner- oder Selbstkontrolle vor, dennoch muss man als Lehrkraft selbst prüfen, die Selbstständigkeit entsteht ja nicht von jetzt auf gleich, sondern ist ein Prozess, den man auch einüben muss.
            Hinzu kommt, dass differenzierte HA ein Vergleichen in der großen Gruppe nicht mehr erlauben. Da arbeiten die einen, während die anderen Aufgaben besprechen. UM es am praktischen Beispiel z verdeutlichen: die einen üben gerade Grundsätzliches zum 1×1, die anderen erweitern den Zahlenraum auf 1 Mio., noch andere haben Knobelaufgaben der Ma-Olympiade oder Ma-Känguru, römische Zahlen und andere Zahlsysteme… und morgen gibt es vielleicht mal wieser ein neues Kind, das unsere Ziffern schreiben lernt und Aufgaben bis 10 mit Hilfsmitteln löst.

            d kommt bei mir vor, bei jüngeren Kindern ist es ein schlichtes Nacharbeiten der ausradierten Stellen, bei älteren ein erneutes Erledigen der Aufgaben, wobei man auch da ggf. selbst am Vormittag Zeiten finden muss.

            Gleiches gilt auch für die Aufgaben IM Unterricht, die ebenfalls komplett zu korrigieren sind.

            Dazu kommt: nicht jeder Lehrer am Gym hat Geschichte+Deutsch, aber nahezu jede Lehrkraft in der GS D+Ma+SU, die als Hauptfächer zählen und ggf. mehrere weitere Klassen in diesen Fächern. Intern verteilen wir den Unterricht in den Hauptfächern um, sobald eine Lehrkraft länger ausfällt, sodass die GS-LuL die Hauptfächer übernehmen. Ähnlich stelle ich es mir in BY vor, wenn es zusätzliche LuL von Fachschulen oder Kirchen gibt, die Religion, Kunst, Musik, TG/Werken, Sport übernehmen.

          • PS (zu oben):

            Die Berichtigung müsste man ja auch wieder korrigieren und ggf. eine Berichtigung der Berichtigung verlangen und diese wieder korrigieren usw-usf. und wie viele machen es nicht, den muss man dann auch hinterherlaufen und in der Zwischenzeit hätte man schon wieder etliche andere “Ersttexte” zu korrigieren.

            ???

            Ich habe das einmal bei einem Thema gemacht, das mir sehr wichtig war. Es gab Kinder, die 7 x eine Berichtigung machen mussten, bis es keinen Fehler mehr gab. Das kann ich nicht bei jedem Test bzw. jeder Klassenarbeit, jedem geschriebenen Text im Unterricht machen?!? (Das geht doch nur in Klasse 1 – (?) und muss dann wohl teilweise im Unterricht unter Anleitung des Lehrers geschehen? Dafür geht dann aber wieder Zeit drauf, die wir eigentlich nicht haben, oder?)

          • Nur ist der Korrekturaufwand nicht Bestandteil der Eingruppierungsregelung. Der höhere Vor- und Nachbereitungsaufwand wird für die Ratslaufbahn durch eine Absenkung des WS-Deputates erreicht. Darüber hinaus können aus dem allgemeinen Topf der Entlastungsstunden auf Beschluss der Gesamtlehrkräftekonferenz kriteriengestützte Entlastungen für besonders von Korrekturen belasteten Personen festgelegt werden.

            Auch Lehrkräfte der Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt (A13) unterrichten den überwiegenden Teil ihrer wöchentlichen Unterrichtsstunden in der SekI.

            Die Diskussion um die Eingruppierung ist auch Folge der Neugestaltung der Laufbahngruppen. Die Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt – vormals gD – beginnt mit A9. Auch im Lehramt an GS und HS sowie RS fängt niemand mit dem Einstiegsamt an, da dieses lediglich den Bachelor Degree als akademischen Abschluss voraussetzt (Vergleiche Polizeikommissare). Ein Einstieg unterhalb eines Einstiegamtes ist sachlogisch nicht begründbar und sprachlogisch eine Crux.

            Entsprechend der vormaligen Diktion und der Einteiung in gD und hD ist eine A13 besoldete Stelle ein Verzahnungsamt zwischen beiden Laufbahngruppen gewesen. Bei der Polzei sind das Hauptkommissare mit 4 silbernen Sternen, bei der BW Hauptleute mit A13-Besoldung und in der allgemeinen Verwaltung Oberamtsräte. Diese erhalten die gleiche Grundbesoldung wie Polizeiräte, Majore oder Regierungsräte, die der Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt angehören.

            Da im Lehramt die “Oberlehrer” abgeschafft worden sind, ist eine Beförderung auf eine A13-Stelle weitestgehend ausgeschlossen – außer sie ist mit einer Funktion verknüft. An kleineren Schulen gibt es aber keine Funktionsstellen, es gibt allenfalls Leitungsstellen. Nur ist A13 für die Leitung einer GS ein Witz, zumal die Zulage von der Menge der Schüler abhängt. Noch mehr zu bedauern sind allerdings die Konrektoren oder dienstältesten Lehrkräfte, die kommissarisch mit der Schulleitung auf Anordnung durch die Schulaufsicht betraut (Bestraft) werden.

          • @ Palim, danke auch für Ihre Ausführungen, die ich erst nach meinem letzten Kommentar gelesen habe.

          • @sofawolf
            Der Aufwand zur Kontrolle der Hausaufgaben ist auf jeden Fall in der Grundschule notwendig. In der 4. Klasse mache ich öfter auch einmal eine Klassenkontrolle, sammle aber meistens anschließend ein, weil ich wissen will, w i e die Hausaufgaben gemacht wurde. Damit ich nicht ins organisatorische Chaos versinke, lasse ich inzwischen die kleinen Berichtigungen während einer offenen Unterrichtsphase gleich am Morgen machen, wo die Schüler auch noch andere Aufgaben zu erledigen haben. Die offene Unterrichtsphase ermöglicht mir ebenso, mit einzelnen Schülern über Schwerpunkte zu reden, was sie nicht verstanden haben, das ich bei den Hausaufgaben gesehen habe. Wenn Lehrer nur kontrollieren, was ich auch okay finde, dann ist das als Rückmeldung zu sehen. Man weiß ja nicht, wie die Aufgaben noch anders aufgearbeitet werden, das muss man bei manchen Aufgaben auch machen, z.B. nochmals ähnlich üben oder nochmals erklären usw.

          • @Palim kleine Berichtigung:
            In Bayern geben die Klassenlehrer, sofern es ihr Deputat hergibt, alle Fächer außer WG. Nur für den WG- Unterricht haben wir speziell ausgebildete Fachlehrer, die ausschließlich diesen Fachunterricht erteilen können. (Sie werden auch in der Mittelschule und der Realschule bei Werken und Hauswirtschaft eingesetzt.) Kirchliche Lehrkräfte übernehmen Teile des Religionsunterrichts an einer Schule, aber nicht alle. Englisch geben nur die Lehrer mit der entsprechenden Berechtigung, vorzugsweise der Klassenlehrer. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass der Klassenlehrer möglichst alle Fächer unterrichtet. Manche geben Sport oder Musik an andere Lehrkräfte ab, weil sie sich zu unmusikalisch oder zu sehr gesundheitlich belastet für den Unterricht fühlen.

          • @dickebank
            Entlastungsstunden sind in Grundschulen nicht vorhanden – so gut wie keine!
            Die Quotienten für weiterführende Schulen sind mir nicht bekannt, für die GS in Nds. liegt er bei 0,6 x Gesamtzahl der SuS. Wenn es denn Stunden gibt, gehen sie meist in die Betreuung der Medien.
            Alles andere wird im Kollegium aufgeteilt, ohne weitere Entlastungen (das schließt auch Ausleihe und Fachkonferenzen ein!).

          • @ysnp
            In Nds. sieht ein Erlass vor, dass ab Kl.3 Hauptfächer abgegeben werdne müssen.
            Dadurch ist man in der Regel mit mindestens 1 Hauptfach zusätzlich in einer anderen Klasse eingesetzt. Auch hat man erheblich mehr Konferenzen und schreibt auch für diese Lerngruppe Förderpläne für dieses Fach.
            Die anderen Fächer werden aufgeteilt, Englisch erteilen bei uns auch ausgebildete Lehrkräfte, alles andere je nach Ausbildung (Religion, Musik, Sport) und Neigung.
            Bei einer 75%-Versorgung kann man kaum noch danach fragen. Dann sitzen die Lehrkräfte in den Hauptfächern und legen die Vertretung für die Nebenfächer zusätzlich hin, da pädagogische Mitarbeiter selbst keine Stunden planen sollen. Mobile Reserven gibt es keine und Feuerwehrlehrkräfte sind nicht mehr zu finden.

          • @palim – aber an weiterführenden Schulen gibt es diese. Wenn für jede Lehrkraft 0,5 Entlastungsstunden angerechnet werden, dann sind das an großen Schulen um die 50 WS, die den allgemeinen Topf bilden. Über diese kann die SL frei verfügen. Gesetzliche Entlastungen (Schwerbehinderung, Alter etc.) sowie die Stunden der Schulleiterentlastung werden nicht aus diesem Topf gespeist.

          • @ palim
            Eben, so wird alles noch zusätzlich erschwert. Absprachen kosten viel Zeit, die man oft nicht hat. Ich finde es gut, dass man bei uns möglichst alle Fächer hat, denn dann kann man die Stunden besser einteilen, rhythmisieren und fächerübergreifend arbeiten. Da geht alles Hand in Hand. Dafür nehme ich die zeitaufwändige Organisation 7 verschiedene Fächer zu unterrichten und alles andersartig vozubereiten und zu unterrichten in Kauf, wenn ich mir auch manchmal während des Unterrichts immer einmal wieder kurz überlegen muss – was brauche ich jetzt schon wieder für dieses Fach? – während irgendein Schüler irgendetwas von mir will. (Was einem Grundschullehrer ständig passiert, dass Schüler sehr viel Kontakt mit der Lehrkraft suchen…) Mich stört schon eher, wenn ich für eine Stunde raus aus meiner Klasse muss, die dann zumeist Religion haben und in eine Fachklasse eile…

          • @ ysnp, Palim,

            danke für Ihre Antworten und Einblicke in Ihre Arbeit.

            Ich meine jetzt, dass a,b,c,d wohl in Klasse 1-2 unumgänglich sind; a,b,c in Klasse 3-4 ? Danach ist wohl im Regelfall nur noch a+b leistbar?

            Ich gestehe Ihnen gerne dazu, dass das für Sie an den Grundschulen ein enormer Arbeitsaufwand ist (der aber wichtig ist, weil wir in den höheren Klassen darauf aufbauen können müssen !!!). Ich denke aber auch – seien Sie nicht sauer deswegen -, dass Ihnen bei dieser aufwändigen Arbeit mehr Gehalt kein bisschen weiterhilft, aber z.B. eine Absenkung Ihres Stundensolls um z.B. 4 Stunden eine große Hilfe wäre und ich denke, dass das jetzt erst einmal wichtiger wäre, damit Sie wieder besser arbeiten können, ohne daran kaputtzugehen.

            Und davon haben dann auch die Schüler was und um die geht es doch eigentlich, oder ?!

        • Keine Wunder denn, dass die Deutschlehrerin meiner Tohcter (damals 3. Klasse) hatte sie in ihrer Deutsch Klasse 5 wochenlang einfach malen gelassen. Nichts geschrieben, also nichts zum korrigieren.

          Und keine Wunder, dass wenn überhaupt was geschrieben wird, wird es nicht korrigiert und ‘Compiuta’ kommt mit einfach einen netten Kommentar zurück.

          Und kein Wunder, dass Konfetti Lückenhefte statt Aufstätz in der Klasse betont war.

          Zu Hause schreibt sie auf Deutsch kurze Büchleine und Briefe, aber wenn sie diese in der Schule bringen würde würde die nicht korrigiert, sie ist sehr entäuscht.

          Können nicht die Eltern Beiträge geben, um eine Korrektur Hilferin für die Klasse zu haben? Solche eine Möglichkeit würde ich als Mutter sehr gerne haben, da ich selbst Deutsch nicht beherrscht.

          Ich wünsche alle Lehrprofis mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen.

      • Und die Förderpläne nicht vergessen! Aber die Philologen wüssten wahrscheinlich gar nicht, was das ist…..

        • Nicht-Philologen sollten zum Mindestlohn vergütet werden wie andere angelernte Kräüfte in der Industrie auch.

          “Auf” dem Gymnasium kann man, wenn man qualifiziert ist, auch als Spengler/Klempner oder Dachdecker arbeiten, dafür muss man nich StR werden. Es fehlen ohnehin Facharbeiter in den Handwerksberufen.

        • “Und die Förderpläne nicht vergessen! Aber die Philologen wüssten wahrscheinlich gar nicht, was das ist…..”

          Schwachsinn!

          • Ne, Realität!

          • Gut, vielleicht verstehen wir auch Unterschiedliches unter einem Förderplan. Ich muss, wenn ein SuS mit seinen Halbjahresnoten im Sommer akut versetzungsgefährdet wäre, einen Förderplan für den Schüler erstellen. Der Förderplan ist in Absprache mit dem Schüler und in Kenntnis der Erziehungsberechtigten zu erstellen, zu kontrollieren und zu evaluieren und ggf. nachzubessern. Erfolgt kein Förderplan, ist die Nichtversetzung anfechtbar.

          • Das sind Förderempfehlungen, die gibt es in den Grundschulen auch. Förderpläne schreibt man regelmäßig, quasi ständig, unabhängig von der Versetzung. Also ein weitaus aufwenigerer Akt.

          • Gut, für jeden SuS einen Förderplan zu schreiben, ist natürlich noch was anderes. Ich hatte mich jetzt auf den §50 bezogen, in dem es heißt:

            “(3) Die Schule hat ihren Unterricht so zu gestalten und die Schülerinnen und Schüler so zu fördern, dass die Versetzung der Regelfall ist. Schülerinnen und Schülern der Grundschule und der Sekundarstufe I, deren Versetzung gefährdet ist, wird zum Ende des Schulhalbjahres eine individuelle Lern- und Förderempfehlung gegeben. Sie sollen zudem die Möglichkeit der Teilnahme an schulischen Förderangeboten erhalten mit dem Ziel, unter Einbeziehung der Eltern erkannte Lern- und Leistungsdefizite bis zur Versetzungsentscheidung zu beheben. Eine Lern- und Förderempfehlung erhalten Schülerinnen und Schüler der Grundschule und der Sekundarstufe I auch im Falle der Nichtversetzung zum Ende des Schuljahres.”

            Danke für die Richtigstellung

      • Grundschullehrer

        Sofawolf: Seit wann muss jemand, der Sport/Geo unterrichtet, Aufsätze korrigieren?

        • Was dieser Einwurf soll, verstehe ich nicht.

          Auch eine Geo-Arbeit in Klasse 5 (?) und in Klasse 10 ist unterschiedlich in Anspruch und Umfang.

          Sie können gerne vorschlagen, dass beim Gehalt auch zwischen den einzelnen Fächern (korrekturaufwändig oder nicht) unterschieden werden würde. Ich würde das unterstützen. Aber Sie beriefen sich doch darauf, dass nach Ausbildungslänge und Name des Abschlusses besoldet wird?!?

          Ich bin dafür, dass auch der konkrete “Aufwand” berücksichtigt wird.

          Da wir uns da hier nie einigen würden, genügt ja eigentlich ein Blick auf die entsprechende GEW-Studie (Googeln Sie, ich habe sie schon so oft verlinkt!). Da ist der Aufwand der Gym-Lehrer deutlich höher und die geringere Stundenverpflichtung schlägt ganz anders zu Buche, denn der Aufwand ist höher als bei den GS-Lehrern, obwohl die Stundenverpflichtung geringer ist! Sie wäre also noch deutlicher höher, wenn die Stundenverpflichtung gleich wäre!

      • Und 25 Aufsätze in Klasse 10 Realschule? Also das Klassenarbeitsgezähle zählt nicht. In der GS liegt der Schwerpunkt sciherlich nicht in der Korrektur langer Klassenarbeiten. Dafür gibt es ein Mehrfaches an Elternarbeit, durch die kleinen Kollegien mehr Aufgaben je Kopf, keine bezahlten Funktionsstellen für Berufsorientierung und Suchtprävention (die Besoldungsstufe mehr an Gym macht für H/R-Lehrer derzeit 0-0,5 Std. Deputat aus, die mit 1,5 Std. Verpflichtung gegenzurechnen sind).
        Fakt ist: Das GS Lehramt hat nichts mit Pappe und basteln zu tun, sondern ist Knochenarbeit in einer dramatisch anderen Breite der Fähigkeiten von Kindern, die am Gym nur erahnt werden kann.

  5. Naja, naja, naja, alle wissen, was jetzt kommt: 🙂

    Ich finde den Gehaltsunterschied korrekt. Die Argumente dafür und dagegen wurden ja inzwischen schon hundertfach genannt. Es bedeutet keineswegs eine Geringsschätzung, wie immer gerne behauptet (gejammert) wird, denn auch alle anderen verdienen anders, ohne dass das eine Geringschätzung bedeutet (Erzieher, Kindergärtner, Sozialarbeiter, Lernhelfer, Professoren, Dozenten – und einigen davon wünsche ich wirklich eine Gehaltserhöhung).

    Dass die Lehrer weiterführender Schulen das irgendwann einwerfen, habe ich vorhergesagt.

    Spätestens wenn der “Schweinezyklus” zum Tragen kommt, wird man sagen, keiner will mehr Gymnasiallehrer sein, weil man dann genauso viel verdient wie ein Grundschullehrer. Dann geht die ganze Gehaltsdebatte von vorne los (Attraktivität erhöhen usw.), aber an unseren Arbeitsbedingungen hat sich nichts verbessert und wird sich nichts verbessern, denn alles wird für das Gehalt aufgefressen.

  6. @ ZITAT (Conny):

    “Im internationalen Vergleich stehen Deutschlands Grundschullehrkräfte auf Platz 2 (nach der Schweiz), die deutschen Sek2-Lehrer (Berufsschule, Gymnasium) „nur“ auf Platz 5 (von 40). Man muss allerdings einräumen, dass es auch noch OECD-Länder gibt, die die Primarschullehrer nicht an Unis ausbilden.”

    Das muss ich mal zitieren, weil es mich in 3 Argumentationen stärkt.

    (1) Deutsche Grundschullehrer verdienen (sehr) gut !

    (2) Man kann auch Grundschullehrer werden ohne Uni-Ausbildung. Das bedeutet keine Geringerqualifikation (siehe DDR-Unterstufenlehrer).

    (3) Gehaltsunterschiede zwischen Lehrämtern sind gerechtfertigt. Auch wenn Ausbildungslänge und Name des Abschlusses gleich sind, ist die Ausbildung doch inhaltlich nicht gleich!

  7. Grundschullehrer

    Auf Grund des drastischen Mangels an GS-Lehrerin wird die Gehaltserhöhung zwangsläufig kommen müssen. Anderenfalls lockt man mit den schlechten Arbeitsbedingungen und dem mickrigen Gehalt niemanden mehr hinterm Ofen vor, der sich das antun will. Heutige GS-Absolventen haben in fast allen Bundesländern an einer Uni studiert und haben, ebenso wie die Lehrer anderer Schulformen, in Zeiten des Arbeitskräftemangels attraktivere berufliche Möglichkeiten.

    • Rund 4000,- Euro brutto (aufwärts).

      Wieso nennt man das ständig “mickrig”? Ist das nicht etwas weltfremd?

      • Wenn schon Zahlen dann auch die Richtigen!
        Ein Grundschullehrer in NRW fängt mit 3384,00 Euro brutto an!

        Und das mit 2 Staatsexamen, einer 10-semestrigen Uniausbildung plus Prüfungszeit und 18 Monaten Referendariat mit ne minimalen Ausbildungsgehalt.

        Mickrig oder nicht, es ist typisch, dass hier mit falschen Zahlen gegen die Grundschullehrer gehetzt wird.

        • Schauen sie sich mal die Berufsschullehrer an: die studieren mindestens auch 10 Semester, davon vorwiegend harte technische Fächer (weil es beruflich verwertbar sein muss), müssen ebenso ihr Referendariat machen und zusätzlich (um überhaupt für das Lehramtsstudium zugelassen zu werden) noch zusätzlich eine Berufsausbildung machen und trotzdem werden sie am Ende “nur” nach A13 eingruppiert, obwohl ihre Ausbildung auch noch 3 Jahre länger dauert.

          Hören sie die Kollegen von den Berufsschulen auch so jammern?

    • Ich korrigiere meine Schätzung: Einsteigsgehalt Grundschullehrer ab 3000,- Euro brutto.

      http://www.oeffentlichen-dienst.de/news/69-gehalt/300-grundschullehrer-gehalt-lehrergehalt.html

      Zur “Wahrheit” gehören dann aber auch die Erfahrungsstufen. Das wird auch gerne unterschlagen.

      Und man vergleiche in obiger Tabelle auch mal die verschiedenen Länder (Staaten).

      • Die Erfahrungsstufen zählen bei den Gym-Kollegen doch dann aber auch dazu, oder?

        • Ja, natürlich.

          Mir ging es nur darum, dass “ab 3000 Euro” eben nur ein Anfangsgehalt ist. Man ist dann relativ bald bei den in Abrede gestellten rund 4000 Euro. Auch als Grundschullehrer.

          Das nannte ja irgendwer “mickrig”.

  8. Ich unterstütze A 14 für Lehrer an weiterführenden Schulen übrigens nicht.

    Ich würde auch diesen sagen, wir verdienen alle gut, das Geld soll und muss jetzt mal in die Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen investiert werden !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  9. Dann gehen eben demnächst studierte Philologen mit A14 in den Erstunterricht an den Grundschulen.

    • Idealerweise macht jeder das, wofür er ausgebildet ist, egal ob Kindergarten, Grundschule, Hort, Gymnasium, Förderschule, Hochschule usw.

      Egal, ob Frisör, Busfahrer, Arzt, Maurer, Philosoph, Polizist, Sekretärin, nicht wahr?!

      Abgesehen von Umschulungen und Weiterbildungen u.dgl., die ja entsprechende Qualifizierungen halten und jeder hat seinen Grund dafür, warum er welchen Beruf gewählt hat. Das Geld sollte nicht der einzige Grund (gewesen) sein.

    • Grundschullehrer

      So wird es vermutlich verrückterweise kommen… vielleicht schaffen sie es ja, durch viel “üben, üben, üben”, den Kindern die Rechtschreibung beizubringen… Wer heute an einer Grundschule arbeiten möchte, sollte so vorgehen: Erstmal LA fürs Gymnasium studieren, dann im 2. Staatsexamen mit einer mittelmäßigen bis schlechten Note abschließen, so dass man keine Stelle am Gym bekommt und dann ein Angebot für die Grundschule mit A13 (oder A14) annehmen!

      • Auch wenn ich mich damit nicht beliebt mache:

        Die angestrebte Vereinheitlichung der diversen Lehrämter soll bei der Besoldung nach oben erfolgen (mindestens A13), bei den intellektuellen Ansprüchen im
        Studium aber nach unten.

        Hier steht, dass die angehenden Grundschullehrer (Klasse 1-6) in Berlin sich nicht mit Ruhm bekleckert haben bei einer Matheklausur. Sie konnten vielfach nicht die “schwierigen” Aufgaben lösen und den Thaleskreis anwenden (Standardstoff am Gymnasium in Klasse 8 oder 9):

        http://www.tagesspiegel.de/berlin/lehramtsstudium-an-der-freien-universitaet-angehende-grundschullehrer-verzweifeln-an-mathe/14723010.html

        Die Klausur selbst findet man auch im Internet unter “Tagesspiegel Matheklausur” (Dozentin: C.Scharlach).

        Dass alle Lehramtsstudenten sicher in Rechtschreibung und Gebrauch der deutschen Sprache (auch mit Genetiv und Dativ) sind, halte ich für ein Gerücht. Und im Studium wird das nicht gelehrt (weil traditionell selbstverständlich für Leute mit Abitur), man findet Heterogenität, Inklusion. Diversität und Gender wichtiger.

        • Wo ist eigentlich die Mathematik in der Klausur?

          Aufgaben wie 34*34-33-1=0 bzw. unverändertes Ergebnis durch jeweils ein Paar Klammern sind unteres Känguru-Wettbewerb-Niveau für die 5.-7. Klasse.

        • Vielleicht muss man in der Ursachenforschung tiefer gehen. Wie ist denn das Matheniveau in den Gymnasien Berlins bzw. das Abiturniveau? Ist das nicht eine logische Folge bzw. ein Zeichen, dass die Allgemeinbildung, die die Studenten vom Gymnasium für alle Fächer mitbringen, nicht mehr ausreicht?
          Wenn man Qualität bei den zukünftigen Allroundlehrern will, muss man fürs Gymnasium bestimmte Bildungsstandards die Allgemeinbildung betreffend, einhalten.
          Indem man eine höhere Bildung für alle will und das Gymnasium für alle öffnet, ohne dem Kriterium Begabung bzw. Intelligenz große Wichtigkeit zuzumessen und man lieber das Bildungsniveau absenkt, da braucht man sich nicht wundern, dass hinten heraus dann solche Missstände offen zutage treten, so zumindest mein Eindruck.

          • Genau das beklagen die Gymnasiallehrer an dem Schülermaterial, das aus der Grundschule geliefert wird. Das ist aber nichts gegen die Lehrkräfte, nur gegen die Bedingungen, den falschen Prioritäten, der allgemeinen Bildungspolitik.

          • Das Schülermaterial – wie menschenverachtend! Wer so von seinen Schülern spricht, sollte den Job an den Nagel hängen!

          • @xxx
            In Berlin darf doch jeder ans Gymnasium, wenn ich mich nicht irre. Zum Vergleich das andere Extrem: Bayernweit gehen etwa 1/3 der Schüler der Grundschule ans Gymnasium und das ist das obere Drittel einer Grundschulklasse. Da kann man ein anderes Niveau ansetzen. Welche Schüler an das Gymnasium gehen, hat etwas mit der Bildungspolitik des jeweiligen Bundeslandes zu tun und nicht ursächlich mit der Grundschule. Es gibt an der Grundschule die gesamte Begabungsbreite.

          • Das ist ja das Problem. Darüber hinaus müssen die künftig guten Berliner Gymnasiasten noch zwei weitere Jahre Grundschulbespaßung ertragen. In Berlin ist mit der Humboldt-Universität das Gegendere sehr stark vertreten.

          • xxx: “zwei weitere Jahre Grundschulbespaßung …”

            Das ist nicht so. es gibt traditionell (seit 1945) auch etliche grundständige Gymnasien ab Klasse 5. Die sind beim Volk beliebt und bei der SPD-Regierung unbeliebt (Elite-Verdacht, soziale Segregation),

            Außerdem kann man ein Abitur auch an etlichen der Sekundarschulen (darunter ehemalige Gesamtschulen) erwerben. Hier die Liste aller Sekundarschulen (nicht jeder geht aufs Gymnasium):

            https://www.sekundarschulen-berlin.de/migrationshintergrund

    • Dazu gibt es schon Erfahrungen. Nicht mit A14, aber mit A13. zu einem hohen zweistelligen Prozentsatz war das nicht gut.
      Ähnlich verläuft die Qualifikation von Gym- Lehrkräften für das Förderschullehramt in Hessen. Auch hier ist die Situation derzeit als sehr angestrengt zu bezeichnen.

  10. Die unendliche Forderung der Grundschullehrer nach einer höheren Besoldung und das ständige Hervorheben ihrer Belastung geht langsam auf die Nerven.
    Beschwert euch lieber mutig über unerträgliche Arbeitsbedingungen, dann tätet ihr auch euren Schülern etwas Gutes und nicht nur eurem Portemonnaie. Da liegt doch der Hase für alle Unterrichtsbeteiligten im Pfeffer.

    • Die ewigen Streiks der Menschen in der sog. freien Wirtschaft geht erst recht auf die Nerven!
      Was soll denn das? Wieso meinen Sie, uns vorschreiben zu können, was wir fordern? Das ist so ein typisches Elterngehabe, nach dem Motto bei Lehrern kann ja jeder mitreden.
      Verraten Sie doch mal Ihren Beruf, dann können wir über Ihren Verdienst ja auch mal reden. Möglicherweise geht der ja auch auf die Nerven!

      • @Emil
        Wo bleibt eigentlich Ihr Erfahrungsbericht als Lehrer von Flüchtlingskindern? Sie wurden freundlich und interessiert dazu ermuntert. Die Redaktion von n4t hatte Ihnen sogar angeboten, Ihnen einen Artikel darüber einzuräumen.
        Sie aber wichen aus, wollten es sich lieber überlegen und sprachen auf einmal von “Respekt” gegenüber dieser Aufgabe.
        “Was soll das denn”? möchte ich Sie mit Ihren eigenen Worten fragen.
        Es ist unverständlich, dass Sie sich dermaßen drücken, wo es Ihnen doch ein Anliegen sein müsste, von Ihrer (nach eigenem Bekunden) erfolgreichen Tätigkeit mit Flüchtlingsschülern zu berichten und anderen wertvolle Erfahrungshilfen weiterzugeben.
        Um klar zu sagen, welche Frage mich bei Ihrer Person bewegt:
        Wollen Sie eigentlich immer nur so tun, als seien Sie vom Fach und deswegen berechtigt, andere Meinungen mal als Tätiger in der Flüchtlingshilfe und mal als Grundschullehrer zu geißeln?

        • “@Emil
          Wo bleibt eigentlich Ihr Erfahrungsbericht als Lehrer von Flüchtlingskindern?”

          Und nicht nur an den Grundschulen findet man die Flüchtlinge. Gerne werden die auch in die Berufsschulen / Berufskollegs gesteckt. Da hat man das dann aber nicht mit braven kleinen Zwergen zu tun, sondern mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im schwierigen Alter.

          Was ich damit sagen will? Jeder hat sein Kreuz zu tragen und ich glaube, dass den GrundschullehrerInnen ein Monat in einer anderen Schulform, sowohl was den fachlichen Anspruch der zu vermittelnden Inhalte und auch die sozialen Anforderungen betrifft, mal ganz gut täte.

          • Mark Steiner schrieb: “Jeder hat sein Kreuz zu tragen und ich glaube, dass den GrundschullehrerInnen ein Monat in einer anderen Schulform, sowohl was den fachlichen Anspruch der zu vermittelnden Inhalte und auch die sozialen Anforderungen betrifft, mal ganz gut täte.”

            Das denke ich auch oft, Herr Steiner!
            Möglicherweise wäre dann auch die Kritik der Eltern und der Kollegen anderer Schulformen am Habitus einiger (nicht aller!) Grundschullehrer hier im Forum nicht mehr so stark.

  11. Träger in der Flüchtlingshilfe?? Da hat Ihnen wohl Ihre Phantasie einen Streich gespielt!
    Und ob ich meine Freizeit darauf verwende Artikel zu schreiben ist meine Entscheidung. Schreiben Sie doch selbst über Ihre Arbeit einen Artikel, danach können wir dann über den Aufwand reden.

  12. Milch der frommen Denkungsart

    Um diese Diskussion wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen:

    Weit davon entfernt, auf die Grundschulkollegen einzuprügeln – meine Mutter seligen Angedenkens war selbst eine engagierte “Volksschulpädagogin” – oder ihnen etwa aus aus Futterneid eine höhere Besol-dungsgruppe zu mißgönnen, so würde diese mir freilich umso gerechtfertigter erscheinen, wenn nicht
    nur jene Viertklässler, deren Eltern eine Gymnasiallaufbahn anstreben, größtenteils wieder die Basistechniken korrekter Rechtschreibung, flüssiger Lesefähigkeit und ansatzweisen Textverständnisses beherrschten, eine grundsätzliche Arbeitshaltung mitbrächten und ihren künftigen Klassenlehrer nicht duzten.
    Und wenn mir auch durchaus bewusst ist, daß die Kollegen oft genug unter ihnen aufoktroyierten Zwängen
    von selbsternannten pädagogischen Zauberpriestern aus den Kultusministerien stehen, so dürfen natürlich auch Grundschullehrer als Reformen getarnte Deformen durch tätiges Unterlaufen unschädlich machen.
    Leider aber ist unsere Berufsgruppe in toto nicht nur in dieser Hinsicht mit einer gehörigen Portion feiger Trägheit versehen.

    • Rein sprachlich verstehe ich Ihren ersten Satz nicht. Ist da vielleicht ein “nicht” zu viel? Die Beherrschung längerer, verschachtelter Sätze ist auch so eine Kunst, die heute etwas in Vergessenheit geraten zu sein scheint,
      sowohl aktiv wie passiv. Ob das wegen der vielen Migranten in unseren Schulen mehr und abgeschafft wird?
      Schon zu meiner Studienzeit war es lustig zu beobachten, wenn linkssozialistische Studenten mit dem richtigen politischen Bewusstsein nicht imstande waren, das “Kapital” von Karl Marx zu lesen, weil er Formulierungen mit solchen langen Sätzen liebte. Von philosophischen Texten ganz zu schweigen.
      Heute wird ganz offiziell die “einfache Sprache” postuliert, demnächst vielleicht sogar an den Gymnasien und später dann beim Bachelor?
      Inhaltlich stimme ich Ihnen aber zu.

      • Milch der frommen Denkungsart

        Jenes „nicht nur“ beinhaltet meinen Wunsch, dass auch die Kinder, die andere Schulformen wählen, mit diesen geforderten Grundfertigkeiten ausgestattet werden.

        • Okay, aber ich dachte, auch den Gymnasiasten mangelt es inzwischen daran (an die anderen wagte ich dabei gar nicht zu denken, und dann auch noch “größtenteils”, sorry, ich habe “wenn wenigstens jene Viertklässler” assoziiert). Wenn nicht, dann brauchen die Gymnasien sich ja nicht zu beschweren. Tun sie aber, oder nicht?
          Andersherum formuliert: wenn jeder, der lesen und schreiben kann sowie die anderen Qualitäten hat, von denen Sie schreiben (Rechtschreibung, Textverständnis), aufs Gymnasium geht, dann ist es logisch, wenn die anderen das eben nicht so können. Über Rechtschreibung und Textverständnis klagen sogar schon die philologischen Fakultäten der Hochschulen,

      • Cavalieri
        Milch der Frommen Denkungsart beherrscht die deutsche Schriftsprache besser als jeder andere hier.
        Allerdings verfügen noch nicht einmal die Kinder, welche eine Empfehlung für das Gymnasium hier im Ort haben,über befriedigende Kenntnisse der deutschen Orthographie, geschweige denn , dass diese den Gebrauch von Satzkonstruktionen, welche den Gebrauch von Konjunktionen,Satzgliedern ,dem Dativ oder gar des Genitiv erfordern.
        Da man sich weitgehend auf einen”selbsterforschenden Schriftspracherwerb” der Schüler stützt, bleibt es den Eltern überlassen,ob die Schüler sich differenzierter ausdrücken oder auf der Ebene von einfachsten Satzkonstruktionen stehen bleiben.
        Wahrscheinlich fällt jetzt wieder die ganze Meute von” neuapostolischen, reformpädagogischen Grundschullehrern” über mich her, die in Teilen glaubt,etwa durch Erlebniserfahrungen auf der blühenden Heide oder auf bunten Wiesen, könne man den eigen initiativen Spracherwerb der Kinder beflügeln.

        • Als Lehrer sollte man sich klar ausdrücken! Verschachtelte Endlossätze sind kein Zeichen besonderer Sprachkenntnisse, im Gegenteil.
          Es scheint mir eher, der gute Mann (oder Frau) lebte gerne in einem anderen Jahrhundert. Die Schüler tun mir leid!

          • @Emil
            Ach wüssten Sie doch mit Sprache so gekonnt umzugehen wie Milch, dann wären auch Ihre Kommentare für mich ein einziges Lesevergnügen.

        • AvL: “deutsche Schriftsprache”.
          Ich widerspreche gar nicht. Ich fand es nur interessant, dass so lange Sätze einen anderen Sinn bekommen, wenn man die Betonung in Gedanken auf andere Wörter legt. Ob man “nur” betont oder “wenn” oder das Verb, gibt gewisse Nuancen, ansatzweise:
          “Wenn das nur so wäre” vs. “wenn das wenigstens so wäre” vs. “wenn das ausschließlich so wäre”.
          Sogar mit lateinischen Sätzen dieser Art sollten wir uns in der Schule herumschlagen. War oft schwierig.
          Aber ich sehe, heutzutage ist das “altmodisch” und “out”. Wir haben offenbar ganz andere Sorgen, siehe die IQB-Studie.

  13. Milch der frommen Denkungsart

    @Emil:

    Wenn es mir auch widerstrebt, “pro domo” zu argumentieren:

    Im allgemeinen finden sich freilich syntaktisch anspruchsvolle Sätze mit dementsprechendem Gehalt angereichert, den man natürlich nur geistig zu durchdringen vermag, wenn die eigene Lektüre über
    das “Sportmagazin kicker” hinausreicht – verstehen Sie das ruhig als anfeuernde Ermunterung !

    Im Übrigen pflegen selbst meine ehemaligen Schüler wie Studenten nur deshalb die Straßenseite zu
    wechseln, um mich zu begrüßen, nicht etwa um Reißaus zu nehmen; das ist doch eine durchaus
    freudige Bilanz, nicht wahr ?

    • Wieder mal so ein ziemlich überflüssiger Spruch! Keine Sorge, ich lese keinen Kicker und verstehe durchaus, was Sie so von sich geben. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Sie mit diesem Geschmalze eher in ein anderes Jahrhundert gehören.

  14. Milch der frommen Denkungsart

    @Emil:

    Bezüglich Ihrer letzten Bemerkung empfehle ich Ihnen die Verse 577 ff. aus “Faust” I, der zumindest in anderen Jahrhunderten noch zum Repertoire jeder Hausbibliothek gehörte, vielleicht ja auch der Ihren.

    • Ich finde, jeder möge so geschwurbelt schreiben, wie er mag. Die Arroganz sollte man jedoch aus der Sprache jäten.

      • Die geistreichesten und lustigsten Kommentare kommen von Milch, haben wir im OP gelacht.

        • Milch der frommen Denkungsart

          @AvL:

          Ich hoffe, Ihre Begeisterung, die ich natürlich teile, mag sich nicht nachteilig auf Ihre ruhige Hand auswirken 😉

          • @ AvL: Heißt das, Sie lesen im OP oder während der OP die news4teachers? Das geht ja mal gar nicht. Sie müssen sich doch auf die armen Patienten konzentrieren, die fühlen sich doch überhaupt nicht ernst genommen.

          • Im Pausenraum .

      • Wie A13-besoldete schreiben noch selbst? Ich dachte denen steht wenigstens eine Schreibkraft zu – wieso sollte man sondt in den höheren Dienst streben?

        Für bestimmte Berufsgruppen beginnt die menschwerdung eben ab A13 – und da können natürlich nicht Kreti und Pleti daherkommen …

        Aber wie schon Orwell schrieb:
        “Alle Tiere sind gleich, nur einige (Schweine) sind gleicher …”

      • Jetzt kann man natürlich endlos lustige oder bissige Bemerkungen machen.

        Aber zu der ursprünglichen Bemerkung von Milch 10:29 , so wie sie gemeint war (und nicht so, wie ich sie interpretieren wollte):
        In westdeutschen Großstädten ist es heute ganz normal, wenn der Migrantenanteil bei den Grundschulkindern 50 % beträgt, mal mehr, mal weniger. Tendenz: steigend. Wie soll da das von Milch angestrebte Ziel realistischerweise überhaupt noch möglich und sinnvoll sein? Oder ist das schon längst jenseits des Horizonts, egal wie sich die Grundschullehrer anstrengen mögen? Ich befürchte schon, selbst meine (viel schwächere) Interpretation ist nicht mehr realistisch. Was sagen die Theoretiker, was die Praktiker?

        • In westdeutschen Städten wird ein Durchschnitt von 50% erreicht …
          Für einige Stadtteile dieser Städte bedeutet das allerdings fast 100% …

          Da haben es “biodeutsche Kinder” – aka Kartoffeln – auch nicht besser als evangelische Kinder in Paderborn:)

          • Na und weiter? Mit flotten Sprüchen dieser Art kann man weiteres Nachdenken vermeiden. Wir haben schon jetzt diese Schulen mit 95-98 %. Was wird passieren, wenn das jetzt 50 Jahre lang ungeändert so weitergeht? Um religiöse Konflikte rk/ev in Paderborn mache ich mir weniger Sorgen …

          • Ganz einfach, die meisten Insassen des Ruhrpotts sollten einfach ein bischen Familienhistorie betreiben. Die wenigsten ihrer Vorfahren stammen aus dieser region.

      • Milch der frommen Denkungsart

        @hyperbel:

        Prinzipiell d‘ accord, doch muss man in meinen Augen durchaus auf einen groben Klotz einen ebenso groben, polemisch überspitztn Keil setzen dürfen.

        • @Milch
          “Dürfen” vielleicht, aber es schickt sich nicht und es hilft auch nicht, sich so zu verhalten und sozusagen “Gleiches mit Gleichem” zu vergelten, wenn in diesem Fall überhaupt eine Grobheit geäußert wurde…Nebenbei bemerkt war die “Kickeransage” gegenüber Emil schlicht eine Beleidigung, von Emil habe ich in diesem Diskussionsfaden keine Beleidigung gelesen – vielleicht mein fehlendes Interpretationsvermögen.
          Ihre Anmerkung zum Faust empfinde ich auch als recht herablassend.

          • Milch der frommen Denkungsart

            @hyperbel:

            Nun, unter uns Betschwestern: Sollten Sie wirklich der Meinung sein, Emils Äußerungen seien mir gegenüber gleichsam als freundschaftli-cher Klaps auf den Hintern zu deuten, dann hätte ich tatsächlich überreagiert und würde mein Haupt in Demut senken.
            Ich freilich las sie als polemisch und habe dementsprechend die Riposte gesetzt; und daß ich meiner Spottlust dabei gern die Zügel schießen lasse, räume ich ohne Umschweife ein, glaube damit aber selten je den Boden des zivilisierten Umgangs verlassen zu haben.

  15. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Warum sollte der Studienrat nicht eine Besoldungstufe über seinem Kollegen aus der Sek1 stehen? Wenn an einer Gesamtschule beide unterrichten, dann darf der Studienrat alle Klassen unterrichten, der Lehrer jedoch nur die Sek.1. Was ist denn an dem Gedanken verkehrt, dass eine zusätzliche Qualifikation – nichts anderes ist das, sonst dürfte jeder das Abitur abnehmen – sich auch im Sold widerspiegeln sollte? Persönlich wäre es mir egal, ob alle A13 bekommen, aber ich verstehe nicht, wie man sich mit solcher Vehemenz diesem Argument verschließen kann?

    • Ich bin auch dafür, dass auch der konkrete „Arbeitsaufwand“ berücksichtigt wird.

      Da wir uns da hier nie einigen würden, genügt ja eigentlich ein Blick auf die entsprechende GEW-Studie (Man google bei Bedarf, ich habe sie schon so oft verlinkt!). Da ist der Aufwand der Gym-Lehrer deutlich höher und die geringere Stundenverpflichtung schlägt ganz anders zu Buche, denn der Aufwand ist höher als bei den GS-Lehrern, obwohl die Stundenverpflichtung geringer ist !!!

      Sie wäre also noch deutlicher höher, wenn die Stundenverpflichtung gleich wäre!

  16. Grundschullehrer

    Nach einer aktuellen Stellungnahme der Kommission für Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe und der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften ist das “Anforderungsprofil in den Grundschulen besonders hoch”.

    Ausführlich nachzulesen unter:
    http://www.deutschlandfunk.de/qualifikation-von-grundschullehrern-anforderungsprofil-in.680.de.html?dram:article_id=400366

    • Das scheinen aber Lobbyisten des inklusiven Lernens sowie der gemeinsamen Lernens zu sein. Ist diese Kommission nicht beim Grundschulverband angesiedelt? Alle Lobbyisten behaupten immer, sie seien besonders wichtig, wichtiger als andere. Was soll das besagen?

      http://www.grundschulforschung.phil.uni-erlangen.de/korrFlyer_Jahrestagung-DGfE_A5.pdf

      Der Philologenverband wird auch betonen, dass die Anforderungen enorm hoch sind, sowohl fachlich wie pädagogisch. Ebenso werden die Sonderschullehrer betonen, dass ihre Arbeit besonders anspruchsvoll ist. Jeder wird auf seine Weise Recht haben, aber was folgt nun?

      • Grundschullehrer

        Die 80 Professoren, die an der Stellungnahme mitgewirkt haben und deutschlandweit an der universitären Ausbildung im Grundschulbereich tätig sind (Fachdidaktiker UND Fachwissenschaftler) sind mitnichten “Lobbyisten des inklusiven Lernens”, was im Übrigen auch die Grundschullehrer/innen mehrheitlich NICHT sind. Haben Sie den Artikel gelesen? Es geht um etwas ganz anderes.

        • Ich habe den Artikel gelesen. Diese Frau Prof. Miller ist Grundschulpädagogin, aber sie vertritt eindeutig die Inklusion und die Heterogenität. Das sieht man an ihren Lehrveranstaltungen in Bielefeld. Das darf sie ja auch. Aber nicht alle müssen so denken.

          Es geht im Artikel um die Quereinsteiger. Fordern kann man da viel. Aber ohne die scheint es nicht zu gehen. Man macht das ja nicht aus Spaß. Warum fehlen denn Grundschullehrer/innen?

          Diese Kommission sollte uns lieber mal die schwachen Ergebnisse der letzten IQB-Studie erklären, obwohl doch gerade in letzter Zeit die Grundschullehrer so hervorragend “forschungsbasiert” ausgebildet wurden. Dazu finde ich nichts im Netz. Das wurde ja alles hier schon diskutiert (Stichwort: die vermurkste Inklusion). Vor lauter Inklusion und Heterogenität lernen die Kinder nicht mehr lesen, schreiben und rechnen. Und niemand will erklären, warum nicht.

    • Das ist natürlich ganz erstaunlich, dass eine “Kommission für Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe” zu diesem Ergebnis kommt. Herzlichen Glückwunsch! In etwa so überraschend wie die Feststellung, dass sich der Philologenverband für die Interessen der Gymnasiallehrer verwendet… Viel spannender fand ich da schon, was sich die Grundschullehrer-Vertretung GEW alles einfallen lassen musste, als ihre eigene Studie blöderweise ergab, dass die Gymnasiallehrer die mit Abstand längsten Arbeitszeiten aller Schulformen haben – und dies als (Zitat) “gerichtsfestes Faktum” öffentlich kommunizierte.

  17. Was soll der ganze Streit um gerechte Bezahlung? Was ist schon gerecht? Da hat doch jeder eine andere Meinung und objektive Kriterien existieren nicht!

    Es gibt nur eine einzige vernünftige Methode, die Bezahlung festzulegen:

    Der Staat macht seine Anforderungen bekannt (Examina, Noten etc.).
    Die Interessenten informieren sich auch noch über die Arbeitsbedingungen.
    Der Staat bietet jeder Bewerbergruppe mit gleicher Tätigkeit (Schulart, Klassenstufen, Fach etc.) eine Bezahlung, bei der er gerade genügend Nachwuchs bekommt, welcher die Anforderungen erfüllt.

    (Es handelt sich hier um einen Regelkreis, bei dem die Kunst darin besteht, das Einsetzen von Regelschwingungen zu vermeiden. Diese machen sich als der berüchtigte “Schweinezyklus” bemerkbar. Bis jetzt hatten die Kultusministerien dabei wenig Erfolg)

    Zur Zeit scheint es an Grundschullehrerinnen zu fehlen. Wie lautet also die logische Folgerung?

    Na ja, ist wohl doch nur in den Wind gesprochen. Ich bin zum Glück schon lange im Ruhestand und werde jetzt weiter meine A15 Pension genießen und dem Streit aus der Ferne zusehen.

  18. @ Palim, ysnp,

    (komisch, mein Kommentar wird gar nicht angezeigt. Ich schrieb:)
    danke für Ihre Antworten und Einblicke in Ihre Arbeit.

    Ich meine jetzt, dass a,b,c,d wohl in Klasse 1-2 unumgänglich sind; a,b,c in Klasse 3-4 ? Danach ist wohl im Regelfall nur noch a+b leistbar?

    Ich gestehe Ihnen gerne dazu, dass das für Sie an den Grundschulen ein enormer Arbeitsaufwand ist (der aber wichtig ist, weil wir in den höheren Klassen darauf aufbauen können müssen !!!). Ich denke aber auch – seien Sie nicht sauer deswegen -, dass Ihnen bei dieser aufwändigen Arbeit mehr Gehalt kein bisschen weiterhilft, aber z.B. eine Absenkung Ihres Stundensolls um z.B. 4 Stunden eine große Hilfe wäre und ich denke, dass das jetzt erst einmal wichtiger wäre, damit Sie wieder besser arbeiten können, ohne daran kaputtzugehen.

    Und davon haben dann auch die Schüler was und um die geht es doch eigentlich, oder ?!

    • Nein, darum geht es inzwischen nicht mehr.

      Es geht nämlich immer um Schüler, wenn Mehrarbeit zu leisten ist, die nicht entlohnt werden soll.

      Es geht um Schüler, wenn man als Klassenlehrkraft alles möglich initiiert, für das man nichts bekommt.
      Es geht um Schüler, wenn Klassenfahrten zu machen sind, für die man nichts bekommt, Sommerfeste, Weihnachtsfeiern und viel andere Veranstaltungen an WE oder mit Übernachtungen.
      Es geht um Schüler, wenn man seinen Unterricht mehrfach differenziert, Eltern und SuS berät, Materialien empfiehlt, womöglich außerunterrichtliche Hilfe organisiert.
      Es geht um Schüler, wenn man die Bibliothek sowie die Ausleihen organisiert, die PCs, Drucker und Whiteboards wartet, die Sammlungen aufräumt und ausmistet, Pausenspiele und Brettspiele organisiert etc.
      Es geht um Schüler, wenn man einen Großteil der Materialien selbst erstellt, herstellt, zur Verfügung stellt und auch, wenn man selbst den U-Raum putzt, umräumt etc.
      Es geht um Schüler, wenn man 120 min oder mehr Aufsichten führt in der Woche.
      Es geht um Schüler, wenn es um Gespräche geht, um Individuelle Lernentwicklung, Förderpläne, Hilfeplangespräche, Klassenkonferenzen, Übergabebespräche, Gespräche mit Jugendamt, Flüchtlingshilfe, Therapeuten etc. und dazu Lernentwicklkungsberichte vorlegt und im Anschluss Protokolle führt.
      Es geht um Schüler, wenn man Curricula und Erlassänderungen von jetzt auf gleich in Schulpläne einarbeitet, verpflichtende FoBis ohne Inhalt aushält und was auch immer für Neuerungen und Änderungen im Halbjahrestakt in der Schule umsetzen muss.
      Es geht um Schüler … da gibt es noch eine Menge anzufügen.
      Es geht sogar um Schüler, wenn man von KultusministerInnen noch und noch den Schwarzen Peter zugeschoben bekommt und schlechte Leistungen immer wieder damit erklärt werden, dass Lehrkräfte nicht richtig arbeiten würden. Aber DANN geht es plötzlich auch um Lehrer.

      Wenn aber keiner mehr Lehramt studieren will, keine Lehrer zu finden sind, nicht mal für Vertretungsstellen, geschweige denn für Vollzeitstellen mit Verbeamtung mit Standardfächern, wie Deutsch für die Grundschule,
      … dann geht es eben irgendwann nicht mehr “um Schüler”.

      Dann geht es darum, dass ein kompletter Berufsstand über Gebühr arbeiten muss, dass sowohl die Arbeitszeit, als auch die Belastung, als auch die Entlohnung schlicht weg nicht akzeptabel und fair sind.
      Dann wird man sich überlegen müssen, was man haben möchte: günstige Vertretungsreserven für noch weniger Geld, die die Betreuung aufrecht erhalten, umgeschulte Philologen mit A13+ Besoldung, die in die Grundschulen gesetzt werden, weil an Gymnasien und GeSas gerade kein Mangel herrscht, oder Lehrkräfte, die sich für den Unterricht mit jungen SchülerInnen qualifiziert haben und diese Aufgabe übernehmen, die dann aber auch entsprechende Arbeitsbedingungen UND -Entlohnung erwarten.

      Und wenn Sie, sofawolf, dann wieder kommen mit Ihrem: “Man kann nicht alles haben.”, sage ich: Doch, kann man. Man will ja auch alles andere (s.o.) haben und hat es über Jahre auch bekommen und immer mehr draufgesetzt.
      Man konnte Vergütung streichen (Weihnachts- und Urlaubsgeld), Entlastungs- und Förderstunden zusammenstreichen, Stundentafeln reduzieren, Inklusion zum Nullkostentarif einsetzen… und immer noch behaupten, die Versorgung sei über 100% und viel besser als je zuvor. … WAS GENAU war davon “für die Schüler”?

      • Grundschullehrer

        Liebe Palim, ich danke Ihnen herzlich für Ihren treffenden Kommentar! Schicken Sie ihn so wie er ist an alle Kultusminister! Ich werde ihn mir ausdrucken und bei uns im Lehrerzimmer an die Pinnwand heften!

      • Ich schließe mich an, herzlichen Dank!
        Super treffender Kommentar!!

      • Sie haben völlig Recht. Die Dezernate wissen das und bauen auf die unentgeltliche Selbstausbeutung der Lehrer. Erst wenn richtig viele Lehrer davon die Schnauze voll haben und das auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tun können, wird sich etwas ändern.

      • @ Palim,

        ich versuche es kurz zu machen, denn ich mag keine langen Kommentare schreiben (je länger, desto weniger oder mindestens oberflächlicher werden sie gelesen; kann man sich also oft sparen).

        Sie vermischen da etwas. (1) Es gibt Dinge, die Sie nennen, die zum Berufsbild eines Lehrers gehören. Die müssen nicht noch extra bezahlt werden. Die sind bereits mit unseren guten und sehr guten Gehältern abgegolten (z.B. die Klassenfahrt; dazu gibt es sogar ein Gerichtsurteil, dass das so ist). (2) Dann gibt es Dinge, die Sie nennen, die nicht zum Berufsbild eines Lehrers gehören. Da sind wir uns sicherlich alle einig. (3) Außerdem nennen Sie Dinge, die in den letzten Jahren in der Regel uns allen neu aufgebürdet wurden. Ja, das soll man dann auch besser als bisher bezahlen. Meine ich auch. (4) Und es gibt Engagement, das man über das Notwendige hinaus hat oder nicht (die Jüngeren meisten mehr als die Älteren). Ist halt so.

        Immer noch meine ich, (a) dass unsere Probleme nicht durch höhere Gehälter gelöst werden, sondern dass wir massive Entlastungen brauchen. Und immer noch sehe ich ein, (b) dass wir nicht alles haben können (wollen, ja, aber können, nein). Es ist für mich ganz klar, (c) dass die “sprudelnden Steuereinnahmen” nicht einzig und allein für die Lehrer ausgegeben werden können. (Von der Abschaffung des Solis profitieren wir auch, übrigens.)

        Schauen Sie mal ins Land und aus der “Lehrerwelt” hinaus, was die anderen so leisten und unter welchen Bedingungen sie arbeiten. Da gibt es wirklich viele, die tatsächlich auch einfach mehr Geld bekommen müss(t)en.

        Und dann denken Sie mal darüber nach, warum das eigentlich so ist, dass die einen immer zuviel und die anderen immer zuwenig haben?!

        • Reden ist Silber, Schweigen ist Gold,
          oder kurz:
          Halten Sie doch einfach mal den Mund.

          Sie sind der Einzige, der hier gar nichts versteht und ständig dieselbe Leier loslässt. Zu wissen, wann man besser mal nichts sagt (z.B. nach einem derart beherzten und prägnanten Komnentar) ist auch ein Zeichen von Intelligenz und Empathie ….

      • Das wollte ich noch ergänzen:

        Ihr Engagement und das Engagement jeder Lehrkraft ist super. Hochachtung! In einem vertretbaren Maß (!!!) gehört das einfach auch zu unserem Beruf, meine ich. Kenne ich auch nicht anders von vielen Kollegen und auch von mir (möchte ich behaupten). Wenn man sich aber sein Engagement (jede Kleinigkeit) bezahlen lassen möchte, ist das kein Engagement mehr, sondern einfach Arbeit – für die man entlohnt wird.

        Erwarten wir von unseren Schülern nicht aber auch, dass sie Aufgaben, Dienste etc. übernehmen, ohne dass sie immer etwas dafür bekommen?!?

        Stichwort intrinsische / extrinsische Motivation:
        a) http://www.lernpsychologie.net/motivation/intrinsische-motivation
        b) http://www.lernpsychologie.net/motivation/extrinsische-motivation

        Lesen Sie auch mal was über den Korrumpierungseffekt:
        a) http://lexikon.stangl.eu/6164/korrumpierungseffekt/
        b) http://www.zeit.de/kultur/2017-03/erziehung-belohnungen-psychologie-verhalten-motivation-10nach8

      • Ach, ich vermute mal, die Links in meinem Kommentar müssen erst überprüft werden, deshalb erscheint er noch nicht. Hier ohne die Links. Kann man ja alles googeln.

        Das wollte ich noch ergänzen:

        Ihr Engagement und das Engagement jeder Lehrkraft ist super. Hochachtung! In einem vertretbaren Maß (!!!) gehört das einfach auch zu unserem Beruf, meine ich. Kenne ich auch nicht anders von vielen Kollegen und auch von mir (möchte ich behaupten). Wenn man sich aber sein Engagement (jede Kleinigkeit) bezahlen lassen möchte, ist das kein Engagement mehr, sondern einfach Arbeit – für die man entlohnt wird.

        Erwarten wir von unseren Schülern nicht aber auch, dass sie Aufgaben, Dienste etc. übernehmen, ohne dass sie immer etwas dafür bekommen?!? (Stichwort intrinsische / extrinsische Motivation)

        Lesen Sie auch mal was über den Korrumpierungseffekt!

  19. @ sofawolf: Zumindest haben Sie genug Zeit über, zu jeder Tages -und Nachtzeit in der virtuellen Welt unterwegs zu sein. So viel zur Überlastung von Lehrern. Wollen Sie nicht dauernd Entlastung? Brauchen Sie doch gar nicht.

    • Ob sie es glauben oder nicht, es geht mir nicht immer nur um mich.

      • Und ansonsten sind nette Diskussionen wie mit Ihnen immer eine willkommene Abwechslung. Das ist wie Abschalten. Schnell mal gucken, was die missis. geschrieben hat und dann den nächsten Test in Angriff nehmen. 🙂

        • Sorry, aber das ist entweder

          a)krankhaft
          oder
          b)virtuelles Stalking.

          Machen Sie sich bitte mal ernsthaft Gedanken über sich selbst.

          • Emil schrieb: “Sorry, aber das ist entweder

            a)krankhaft
            oder
            b)virtuelles Stalking.

            Machen Sie sich bitte mal ernsthaft Gedanken über sich selbst.”

            Und wieder einer dieser Kommentare, die auf den Autor selbst zurückfallen.

            Da wirft der Emil jemandem “krankhaft[es]” Verhalten und “virtuelles Stalking” vor – und das morgens um 5:36 Uhr!!!

            Tja: Jeder blamiert sich halt, so gut er kann…

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