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Schüler wollen vom guten Willen der Schulleiter unabhängig werden

ERFURT. Die Rechte von Schülern würden an vielen thüringischen Schulen nicht ernst genommen, meint die Landesschülvertretung und fordert, die Informations und Mitspracherechte im Schulgesetz zu präzisieren. Am Freitag haben sie nun die Gelegenheit, mit Bildungsminister Helmut Holter zu diskutieren.

Thüringer Schüler fühlen sich von den Lehrern im Freistaat häufig nicht richtig ernst genommen. «Die Schüler werden oft als unmündig empfunden», sagte Hannes Leiteritz, Vorsitzender der Landesschülervertretung in Erfurt. Die Vorschläge zur Gestaltung der Schule würden häufig nicht gehört – einzelne Lehrer seien hingegen sehr zugänglich. «Es ist oft eine Einstellungssache», sagte Leiteritz (18), der die 12. Klasse des Dr.-Konrad-Duden-Gymnasiums in Schleiz besucht.

Häufig würden Änderungsvorschläge der Schüler nicht einmal diskutiert. «Es wird gar nicht versucht, Probleme gemeinsam anzugehen, sondern es wird oft abgeblockt.» Leiteritz nannte als Beispiel die Einrichtung eines Wlan-Zugangs in einem Schulraum oder Vorschläge für Veranstaltungen, die nicht gemeinsam mit den Schülern umgesetzt würden.

Er forderte deshalb, das Informations- und Mitspracherecht der Schüler im Freistaat zu präzisieren. Es müsse feststehen, über welche Dinge Schüler zwingend informiert werden müssen und wo sie mitreden dürften. Die in Schulgesetz und Schulordnung zugesicherten Rechte seien zu häufig vom guten Willen des jeweiligen Schulleiters abhängig. Den neuen Bildungsminister Helmut Holter (Linke) habe er jedoch als sehr zugänglich erlebt. Die Landesschülervertretung kommt von Freitag bis Sonntag im Erfurter Landtag zum Landesschülertag zusammen. Auch Holter kommt am Freitag vorbei um mit den Schülern zu diskutieren.

Um das Mitwirken der Schüler zu professionalisieren, wollen die rund 100 Vertreter am Wochenende die grobe Fassung eines Leitfadens für Schülersprecher ausarbeiten. Darin sollten unter anderem die Aufgaben eines Schülersprechers beschrieben werden, aber auch Vordrucke für Protokolle oder Ideen für Projekte dargestellt werden. «Es ist ganz dringend notwendig, Erfahrungswerte zu transportieren von einer Generation Schülersprecher auf die nächste», sagte Leiteritz. (dpa)

2 Kommentare

  1. Präzisieren bedeutet heutzutage fast immer alle möglichen Einschränkungen und mehr Bürokratie.

    Deshalb bin ich dagegen. Ein Rahmen muss gesetzt werden, aber innerhalb dieses Rahmen muss jeder situationsbezogen agieren dürfen (Ermessensspielraum, pädagogische Freiheit).

  2. Aber die Lehrer sollen mehr und mehr von den Schulleitungen abhängig werden, stimmt’s? Schulleiter werden zu Transmissionsriemen, um Vorschriften aus der höheren Schulverwaltung “nach unten” durchzusetzen. Dafür gibt’s in NRW bereits ein Assessment-Center für die Kandidaten, die Schulleiter werden wollen (steht auf der Homepage vom QuaLiS in Soest.

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