Bildungsfinanzbericht: Pro-Kopf-Ausgaben weiter gestiegen – Hamburg liegt vorn

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WIESBADEN. Rund 64 Milliarden Euro haben Bund Länder und Kommunen im Jahr 2016 für Schulen ausgegeben. Insgesamt sind die Bildungsausgaben gegenüber 2015 damit um Dreieinhalb Prozentpunkte gestiegen. Dem Grünen-Bildungsexperten Kai Gehring reicht das nicht.

Die öffentlichen Haushalte haben im vergangenen Jahr mehr in die Bildung investiert. Insgesamt gaben 2016 Bund, Länder sowie Kommunen 128,4 Milliarden Euro aus. Das sind 3,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen berichtete. Pro Kopf wurden 1576 Euro ausgegeben (2015: 1510 Euro). Je Einwohner unter 30 Jahren lagen die Ausgaben bei 5300 Euro.

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Die Hälfte (49,9 Prozent) aller Ausgaben entfiel auf die Schulen. 23,2 Prozent flossen dem Bildungsfinanzbericht zufolge in die Hochschulen, 19,2 Prozent in Kindertageseinrichtungen. 7,7 Prozent gingen in die Bildungsförderung, das sonstige Bildungswesen wie Volkshochschulen sowie die Jugendarbeit.

Seit vielen Jahren hält die OECD Deutschland vor, vergleichsweise wenig in Bildung zu investieren. Dabei bleibt allerdings der über die duale Ausbildung erbrachte Anteil der Wirtschaft meist außer Acht. Foto: wfabry / flickr (CC BY 2.0)
Seit vielen Jahren hält die OECD Deutschland vor, vergleichsweise wenig in Bildung zu investieren. Dabei bleibt allerdings der über die duale Ausbildung erbrachte Anteil der Wirtschaft meist außer Acht. Foto: wfabry / flickr (CC BY 2.0)

Der Löwenanteil der Bildung wurde von den Ländern mit 90,6 Milliarden Euro finanziert. Die Kommunen stellten 28,0 Milliarden Euro bereit, der Bund 9,8 Milliarden Euro.

Der höchsten Betrag pro Kopf wurde in Hamburg investiert (1882 Euro). Bei den Flächenländern liegt Hessen (1495 Euro) vorn, dicht gefolgt von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen (jeweils 1490 Euro). Das Schlusslicht bildet Brandenburg. Im Schnitt entfielen auf jeden Brandenburger rund 1215 Euro

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) unterstrich in Berlin, der Bund habe seine Bildungsausgaben seit 2008, dem Beginn der Qualifizierungsinitiative, auf 11 Milliarden Euro in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Ihr Ministerium wolle den Wachstumspfad fortsetzen.

Der Grünen-Bildungsexperte Kai Gehring wies jedoch darauf hin, dass die Bildungsausgaben gemessen an der Wirtschaftskraft sinke. «Im Vergleich mit den EU-Ländern und den OECD-Staaten hinkt Deutschland bei den Bildungsausgaben unverändert hinterher und droht weiter zurückzufallen.» Bund, Länder und Kommunen müssten zügig eine neue Dynamik für höhere Bildungsausgaben entwickeln. (dpa)

Bildungsfinanzbericht 2017 (Destatis)

Hintergrund: Daten und Fakten zur OECD-Studie “Bildung auf einen Blick”

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