Die Dauer des Kita-Besuchs hat Einfluss auf das Lernen der Sprache

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Kleine Kinder mit ausländischer Herkunft besuchen in Berlin weniger häufig Kindertagesstätten. Zudem beginnen sie mit dem Kitabesuch im Durchschnitt etwas später. Entsprechend gibt es einen deutlichen Anteil bei den Kindern im Vorschul- und Einschulungsalter, die die deutsche Sprache nicht oder fehlerhaft sprechen. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage der AfD hervor.

Vor dem Sprung: Kita-Kinder vor der Einschulung.
Der Kita-Besuch fördert die Sprachentwicklung.                        Foto: Woodleywonderworks / Flickr (CC BY 2.0)

Im März 2017 hatten demnach von den rund 156 500 Kindern in den Kitas 34 Prozent mindestens einen Elternteil mit einer ausländischen Herkunft. 30 Prozent kamen aus einer Familie, in der nicht überwiegend Deutsch gesprochen wurde. Der Gesamtanteil der Kinder mit nicht-deutscher Herkunft liegt in Berlin bei Kleinkindern und Jugendlichen unter 15 Jahren bei knapp 50 Prozent – was sich in den Kitas nicht im gleich Maß wiederfindet.

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Die Betreuung in der Kita beginnt bei Kindern mit ausländischer Herkunft später als bei deutschstämmigen Kindern. Der größte Teil der Kinder, die im Sommer 2017 in einer Kita betreut wurden, war dort im Alter von weniger als einem Jahr oder zwischen ein und zwei Jahren angekommen. Die Anteile der Kinder nichtdeutscher Herkunft lagen dabei mit knapp 13 und knapp 27 Prozent deutlich unter ihrem Gesamtanteil. Bei älteren Kindern, die erst mit zwei, drei, vier oder fünf Jahren in die Kita kamen, stellten die nichtdeutschen Kinder hingegen die Mehrheit von 58 bis 72 Prozent.

Klar wird aus Zahlen der Schuleingangsuntersuchung 2016 auch, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Sprachfähigkeit und der Dauer des Kita-Besuchs gibt. «Eine längere Kita-Besuchszeit wirkt sich positiv auf die Sprachfähigkeiten der Kinder aus», schreibt der Senat.

Von den knapp 13 000 Kindern mit ausländischer Herkunft sprachen bei der Untersuchung 68 Prozent gutes oder sehr gutes Deutsch. 19 Prozent sprachen fehlerhaft, 13 Prozent kaum oder gar kein Deutsch. Die Unterschiede werden durch den Kitabesuch erklärt: Ohne Kita oder mit nur einem halben Jahr dort konnten zwischen 70 und 80 Prozent der Kinder kein oder kaum Deutsch. Auch mit nur 1,5 bis 2 Jahren Kita sprachen 24 Prozent kein oder kaum Deutsch und weitere 32 Prozent fehlerhaft. Erst deutlich mehr als zwei Jahre Kita brachten den Durchbruch: der Kinder-Anteil mit sehr schlechter oder fehlerhafter Sprache sank auf 22 Prozent.

Sprachliche Defizite auch bei deutschen KIndern

«Je länger die Kinder nichtdeutscher Herkunft die Kindertageseinrichtung besuchen, desto besser sind ihre Sprachkenntnisse», schrieb der Senat. «Diese Kinder verfügen über einen altersgemäßen deutschen Wortschatz und ebenfalls altersgemäße gute Kenntnisse der deutschen Grammatik.»

Völlig fehlerfrei sprechen auch viele Kinder deutscher Herkunft nicht. 27 000 Kinder deutscher und nichtdeutscher Herkunft nahmen an der Untersuchung 2016 teil. Davon wiesen 26 Prozent zumindest Defizite beim Sprechen auf.

Mit der steigenden Zahl von Menschen mit Migrationshintergrund und Einwanderern in Berlin gibt es immer mehr Kitas mit einem hohen Anteil von Kindern nichtdeutscher Herkunft. In knapp 24 Prozent der 2556 erfassten Kitas liegt der Anteil dieser Kinder über 50 Prozent.

In Neukölln und Mitte haben mehr als die Hälfte der Kitas diese Zusammensetzung. In anderen West-Bezirken wie Charlottenburg-Wilmersdorf oder Tempelhof-Schöneberg sind es zwischen 20 und 30 Prozent der Kitas mit einem hohen Ausländeranteil. In Steglitz-Zehlendorf dagegen nur 8 Prozent. Und in Ost-Bezirken wie Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Pankow noch weniger – zwischen 1 und 7 Prozent. dpa

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