Kommunen wollen Schulöffnung – Wechselbetrieb macht zu viel Aufwand

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STUTTGART. Baden-Württembergs Städte und Gemeinden haben bei der Landesregierung für eine baldige Öffnung der Grundschulen geworben – ohne Wechselbetrieb. Wechselbetrieb mit paralleler Notbetreuung würde «für große Verwirrung sorgen (und) einen maximalen Organisationsaufwand verursachen», heißt es in einem Schreiben, das Gemeinde-, Städte- und Landkreistag am Freitag an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) versandt haben und das der dpa vorliegt.

Will Schulen früher öffnen, als es der Gipfelbeschluss vorsieht – allerdings im Wechselunterricht: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Beim Wechselbetrieb dürfen immer nur halbe Klassen an die Schulen kommen. Das würde laut dem Schreiben bedeuten, dass Kinder aus der jeweils anderen Klassenhälfte in die Notbetreuung kommen würden. Dadurch könnten letztlich zwischen 70 und 90 Prozent der Kinder an den Schulen sein, hieß es. Die Kommunen und Kreise befürworten stattdessen einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen, wie es ihn im Sommer 2020 bereits gab. Dabei mussten etwa Betreuungsgruppen voneinander getrennt bleiben.

Baden-Württembergs Landesregierung plant eine schrittweise Öffnung von Kitas und Grundschulen ab dem 1. Februar, sofern die Infektionszahlen das zulassen. Bislang ist für die Grundschulen zunächst der Wechselbetrieb angedacht. dpa

Corona-Chaos: Ministerpräsidenten unterlaufen Gipfel-Beschlüsse – und stellen die vorzeitige Öffnung von Kitas und Schulen in Aussicht

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30 KOMMENTARE

  1. Ganz ehrlich??!! Die haben einen an der Waffel … Arbeiten, die in ihre Dienstverpflichtung gehört und die sie v.a. sowieso den jeweiligen Kollegien auferlegen würden … zu verweigern.
    Ich lege meine anstehenden Aufgaben auch einfach mal an die Seite … verweigere die Umsetzung … es ist mir einfach zu mühsam….

  2. „Die Kommunen und Kreise befürworten stattdessen einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen, wie es ihn im Sommer 2020 bereits gab. Dabei mussten etwa Betreuungsgruppen voneinander getrennt bleiben.“

    Die merken nichts mehr, oder? Im Sommer war die Inzidenz einstellig, aktuell ist sie dreistellig.

    Statt Wechselunterricht sollten sie Distanzunterricht fordern, das würde deutlich besser zur Situation passen. Dazu Notbetreuung nur für die, die wirklich (!) einen Bedarf haben.

    „Ich will meine Wohnung renovieren und dabei stören die Kinder nur“ ist KEIN Grund für die Notbetreuung!

  3. Drosten sagt nochmal ganz klar: Kinder sind auch infektiös!
    Und wir in BW öffnen Schulen ganz, zum fröhlichen Virentausch?
    Frau Eisenmann interessiert sich nur noch für den Wahlkampf und Herr Kretschmann macht zwar gute Vorschläge (Maskenpflicht auch für Grundschüler, Wechselunterricht…) wird am Ende aber nur heiße Luft sein…
    Wir sind das hin-und her so leid. Ein riesiger Aufwand und Notbetreuung mit halben Klassen. Ich verstehe die Eltern, die es sich nicht mehr leisten können, die Kinder zu Hause zu lassen, ich verstehe die Eltern, die ihre Kinder aus Angst zu Hause lassen.
    Ich persönlich weiß gar nicht mehr, was ich denken oder fühlen soll.
    Ich weiß nur, so wie es jetzt ist, halten wir es nicht mehr lange aus. Und damit meine ich nicht nur Lehrer. Eltern, Einzelhändler, Friseure, Krankenpflege, alte Menschen in Angst und Isolation…
    Und die Hoffnung auf Impfung… sie rückt immer weiter in die Ferne. Kein Impfstoff, keine Impfung!
    Langsam macht sich Hoffnungslosigkeit breit und dazu tragen maßgeblich die Politiker bei!
    Landtagswahlen? Sicher nicht Grün oder Schwarz!

    • Am 14.3.2021 ist Landtagswahl in Baden-Württemberg. Nach der letzten Umfrage haben CDU und Grüne beide 30 % zu erwarten. Was anderes als grün-schwarz oder schwarz-grün kommt also kaum in Betracht. Die SPD ist abgeschlagen, die AfD will keiner, der Rest ist marginal.

  4. Dann sollten sie Träger auch ihrer Verantwortung nachkommen. Die Sicherheit der Lehrkräfte liegt in der Verantwortung des Landes. Die Sicherheit von Schülern in der Verantwortung des Trägers, insbesondere was Ausstattung angeht. Warten wir es ab….

  5. Ich dachte bislang , dass man die Ignoranz der Schulminister nicht mehr toppen kann . Aber die Kommunen haben es geschafft . Unvorstellbar .

  6. Ohne Worte. Leider gibt es immer noch viel zu viele die den Ernst der Lage nicht erkannt haben. Auch Bürgermeister die meinen sich immer noch mit 10 anderen fotografieren zu lassen, wenn die Schule neue Laptops bekommt.

    Wichtiger wäre es sich Mal um die Eltern zu kümmern die nur Montag und Mittwoch arbeiten, ihre Kinder aber Montag bis Freitag in die Notbetreuung schicken und Dienstag, Donnerstag und Freitag jeden Morgen dann mit 2 anderen Müttern in der Langlaufloipe unterwegs sind, obwohl nur 1 Person ausserhalb des eigenen Hausstandes erlaubt ist. Und am Ende der Tour noch nen Becher Glühwein. Bis man die Kids um 15 Uhr abholen muss ist ja noch Zeit….

  7. Ich glaub es nicht!!!!

    Leben diese besagten Kommunen auf einem Stern oder einer Insel, vor dem das Virus stopp macht und sich nicht verbreiten kann????
    Es sind jedoch wieder einmal die Sesselpuper aus der Distanz, die das fordern.

    Die meisten Lehrer und Erzieher, die gerade noch arbeiten sehen das als untragbar, jetzt schon.

    Unsere Gemeinde hat allen Ernstes noch damit Werbung gemacht:“es waeren noch Notbetreuungsplaetze in den Kitas zur Nutzung vorhanden“, UNGLAUBLICH!!!!
    Von einer befreundeten Erzieherin weiss ich, das die Gruppen voll sind, es gibt zu viele Ausfallzeiten und dann werden die Gruppen zusammen gelegt, so das sie dann ca. 70-80%der normalen Kinderzahl haben.

  8. Äh, im Sommer war es warm.

    Äh, die Fallzahlen waren deutlich geringer.

    Äh, da gab es die Mutationen nicht.

    Also ganz kurz: Die Voraussetzungen haben sich verändert.

    Liebe MärchenKuMis: Dat klappt net.

    Im Übrigen ist es mir zu anstrengend, Unterricht zu machen. Kann ich es jetzt also einfach lassen – habe prima Vorbilder, die mich zu dieser Idee inspirierten. Der Mensch lernt u.a. durch Nachahmen. Wenn ihr nichts tut und sich daraus keine Konsequenzen für euch ergeben, dann will ich nur das gleiche, was euch offensichtlich zusteht.

    Ich könnte ko…. .

  9. Ich will nicht meine Kinder und damit meine Familie diesem hohen Risiko, an Covid19 mit all seinen Folgeschäden zu erkranken aussetzen. Wo bleiben die Alternativen für engagierte aber verantwortungsvollen Eltern, ihr Kind freiwillig in diesen Notzeiten gemäß Lehrplan konform in Absprache mit der Klassleitung selbst beschulen zu dürfen.

    Ist das der Preis in dieser Gesellschaft, den wir mit unserer Gesundheit unter Umständen bezahlen müssen?

    Wo tun sich Eltern zusammen, dafür notfalls zu klagen?

    • Schön für die gut ausgestattete Mutti mit so viel Zeit das man Lehrer spielen kann. Schade für den Durchschnittsbürger der arbeiten geht und am Vormittag keine Freizeit genießen darf.

  10. Hallo, denkt einer nur ansatzweise an das Klinikpersonal?
    Es geht gar nicht, es ist an der Pflicht etwas zu tun!! Niemals können 30 Schüler in einer Klasse sitzen. Die geben das Virus genauso weiter und Zuhause sind genauso Risikopatientienten. Wenn die Kinder dann vielleicht keine Eltern, Erzieher oder Lehrer haben,wurde viel gewonnen.

    • Ja, die Klinilbediensteten. Wenn jeder an sich denkt, ist doch an jeden gedacht.

      Wenn ein branchenspezifisches Forum, sich um Belange dieser Branche kümmert, heißt das doch nicht, dass man die Verhältnisse in anderen Branchen negiert.

      Wenn Sie über Klinikpersonal diskutieren möchten, eröffnen Sie ein eigenes Forum. Sie werden als erstes feststellen, dass es unterschiedliche Interessen gibt, da es technische, kaufmännische Mitarbeiter, Servicekräfte, Pflegekräfte, Mediziner unterschiedlicher Fachbereiche, Patien*innen sowie deren Angehörige etc. gibt, die in irgendeinerweise vom Klinikalltag betroffen sind. Des Weiteren gibt es dann kommunale Krankenhäuser, landeseiegene KH, private KH und Kliniken. Wenn Sie nach NRW schauen stellen Sie fest, dass es selbst bei den kommunalen Trägerschaften Unterschiede gibt. Träger können nämlich einzelne Städte, Kommunalverbünde, Landkreise oder die beiden Landschaftsverbände (LVR und LWL) als Rechtsnachfolger der preussischen Provinzialverbände sein. Und für alle gelten andere Tarifverträge und Arbeitsbedingungen.

      Diese Pluralität wird eben nur im Schulbereich getoppt. Da gibt es für die „innere Schule“ (Unterrichtsgeschehen) neben den 16 Schulministerien eine Vielzahl von Schulaufsichten und darüberhinaus eine Kleine, mindestens sechstellige Zahl an Schulträgern, die für die „äußere Schule““ (Betrieb der Gebäude und Sachausstattung inkl. IT) zuständig sind.

      Glauben Sie mir, es gibt mehr Schulen als Krankenhäuser im Land. Dass die Personalmaßnahmen bezüglich des Arbeitsschutzes und des Gesundheitsschutzes in Krankenhäusern und Schulen nicht vergleichbar sind, darüber müssen wir doch gar nicht erst diskutieren. Der vergleich zwischen Äpfeln und Birnen war noch nie zielführend.

  11. Wir sind jetzt ca. 2monate im lockdown. Keine Freunde, begrenzte Familienangehörige. Mein Kind also relativ gut abgeschottet, so wie wir Eltern. Und nur weil die hohen Damen und Herren meinen die kinder bei diesen zahlen und Mutationen, wieder in die Schule zu schicken. Das macht mich so wütend. Ich finde es, auf deutsch, zum kotzen was sich z. b die Frau Eisenmann einbildet
    leben und Gesundheit ist wichtiger wie Bildung. Bildung kann man nachholen.

  12. Das Problem der Kommunen verstehe ich. Es ist Irrsinn, Wechselunterricht und Notbetreuung gleichzeitg durchzuführen. Dann sind die Klassen zu voll, die Gruppen nicht wirklich getrennt und die Lehrer können sich doch nicht zweiteilen.
    Die Lösung ist allerdings hanebüchen. Statt ein Ende von Notbetreuung oder Wechselunterricht zu fordern, sollen die Schulen lieber gleich ganz geöffnet werden? Na klar, wenn ich merke, dass ich Wein und Bier gleichzeitg nicht vertrage, dann wechsele ich am Besten auf Schwarzgebrannten. Offensichtlich haben einige Bürgermeister in BaWü jedenfalls genau das getan.

  13. Einfach unfassbar.
    Und was nützt es die Präsenzpflicht auszusetzen? Ein Arbeitgeber muss zustimmen zum Homeoffice und, wenn dann der Arbeitnehmer nachfragt und bekanntermaßen sind die Schulen auf, was sagt dann die Mehrheit der Arbeitgeber?!? Von der im März noch festzustellenden Entschleunigung kann doch mittlerweile keine Rede mehr sein. Alle (ob Eltern, Kinder oder Lehrer) sollen funktionieren und das übliche Pensum und mehr trotz der allgemeinen Bedingungen liefern.
    Das heißt, man MUSS die Kinder letztlich in die Schule schicken, wenn man den Job behalten will, und sie und die Familie (und die Lehrer!) damit einem unkalkulierbaren Risiko (Mutationen) aussetzen.
    Und wie, meint die Politik, verkraften es die Kinder denn, wenn sie aus den Schulen das Virus in ihre Familien einschleppen und Angehörige schwer erkranken (so geschehen bei uns in der GRUNDschule). Da sind sie dann aber bestimmt psychisch viel besser drauf als bei ihren Familien – im derzeit zugegeben stressigen Alltag.

  14. Ich weiß es nicht Yvonne. Ich mache mit, Weiß aber nicht wie man sowas anzettelt.
    Ich würde auch eine Petition unterschreiben.
    Ich hoffe es passiert bald etwas.

    • @Yvonne und Isabelle : ich für meine Seite mach mich morgen schlau, wie und ob ich das Land Bw wegen unterlassener Fürsorgepflicht verklagen soll. Gesundheitsschutz für Lehrer gibt es null, die Fürsten spielen mit unseren Leben. Von Eltern Seite dürfte noch viel mehr gehen (Umgang mit Schutzbefohlenen fällt mir als erstes ein) – eine anwaltliche Erstberatung ist I. D. R. kostenlos. Nach meinem Geschmack müsste ein Präzedenzfall her… Alle haben bei den russischen Roulette Angst und der Einsatz ist zu hoch. Trotzdem werden wir gezwungen mitzuspielen. Wie lange wollen wir das noch machen?

  15. h ist es, man sieht daran wie krank unsere Politik ist, pervers politische Absichten mit absolut erforderlichen Maßnahmen für die Gesundheit aller zu verquicken.
    Das ist zum einem unmoralisch, zutiefst unchristlich (was ist doch das „C“ in CDU?) und müsste als Verbrechen an der Bevölkerung gerichtlich geklärt werden dürfen. Was aber, anhand des reichlich verfügbaren „Schleims“ innerhalb der parteiinternen Seilschaften, vermutlich nie erfolgen wird. Solche Leute „glitschen“ durch alle Schwierigkeiten auf ihrer „Schleimspur“ unbeschadet hindurch -und werden in der Regel, weil jemand erkennt, dass sie eigentlich untragbar sind, schnell befördert und an noch profitablere, höhere Stellen versetzt. Könnte es sich sonst jemand leisten, der nur als Beispiel in der Wirtschaft Verantwortung trägt, mal so einfach etwa 8 Millionen € für eine nicht realisierte Lernplattform, so wie in BW Frau Eisenmann, als Verlust abzulegen? Ohne zur Verantwortung gezogen zu werden? Unter anderen nur eine weitere „kultusministerielle“ Fehlplanung, deren Folgen aber weitaus billiger sind, als die vielen massiven Fehlentscheidungen, die jetzt zu Corona Zeiten noch alles in den Schatten stellen dürften-in vielerlei Hinsicht: Finanziell, menschlich, medizinisch, dienstrechtlich, durch Vertrauensbruch, Untätigkeit, Rücksichtslosigkeit gegenüber Schutzbefohlenen und Untergebenen, Versagung der Hilfeleistung für Lernschwache und Kinder in schlimmen Umständen seit Jahren und Heuchelei . Hier noch gerne nachtragen, was ich nicht notiert habe: ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. Danke.

  16. Ich sag es nochmal: das ist Arbeitsverweigerung!!!
    Aber uns LuL das Streiken untersagen. Wenn zwei das Gleiche tun ist es noch lange nicht dasselbe????

  17. Ist dann Präsentzunterricht Pflicht?
    Die gleichen Bedingungen wie im Sommer? Im Sommer kann das Fenster die ganze Zeit offen bleiben, im Winter nicht! Und dann heißt es bestimmt noch, „die Kinder sollen FFP 2 Masken tragen und auch bei Unterricht auflassen. Nicht mit meinen Kindern. Sie machen mit unseren Kindern was sie wollen und die Eltern haben wohl gar nichts mehr zu melden.
    So geht es nicht weiter!!!

  18. Nicht zu glauben.
    Es ist jetzt überall Pflicht FFP2 oder OP Masken zu tragen und die Grundschüler sollen wir ohne Maske und Abstand in die Schule?
    Geht es eigentlich noch?
    Auch das Theater wegen Wechselunterricht…. dann lasst doch einfach zu so wie es gedacht war…. und wenn Wechselunterricht dann bitte nicht so wie im ersten Lockdown (1 1/2 Stunden pro Tag war ja ein Witz),sondern 1 Tag die eine Hälfte der Klasse am anderen die andere Hälfte. Selbstverständlich mit Maske.
    So lernen die Kinder auch was und die Eltern können un der Zeit arbeiten.
    Meine Tochter hat im Homeschooling jetzt mehr gelernt als die letzten 3 Monate in der Schule.
    Klar als Lehrer würde ich auch nicht schutzlos zwischen den Kindern rumlaufen wollen…da habe ich volles Verständnis dafür.
    Würde man für alle Maskenpflicht in der Grundschule einführen und halbe Klassen machen bin ich überzeugt davon das es auch wieder Unterricht gibt und nicht nur Aufsicht

    • „sondern 1 Tag die eine Hälfte der Klasse am anderen die andere Hälfte.“

      …und sobald es den Lehrer/Lehrerin erwischt hat, infiziert sie/er dann beide Hälfte der Klasse.

      „Würde man für alle Maskenpflicht in der Grundschule einführen und halbe Klassen machen bin ich überzeugt davon das es auch wieder Unterricht gibt und nicht nur Aufsicht“

      Das könnte klappen… aber das Aerosolproblem bleibt. Auch eine FFP2-Maske hält „nur“ 94% der Partikel der fraglichen Größe zurück. Wenn man damit viele Stunden in hochbelasteter Luft sitzt, dann ist der Nutzen begrenzt. Lüftung oder Luftfilter werden trotzdem gebraucht.

      Dazu muss man noch beachten, dass die Arbeitsschutzvorschriften zum Tragen von FFP-Masken nicht grundlos existieren. Das Tragen über viele Stunden im Stück ist da keinesfalls vorgesehen. Zudem habe ich arge Bedenken, dass die meisten Menschen (egal, welchen Alters) es nicht hinbekommen, so eine Maske so aufzusetzen, dass sie wirklich dicht sitzt. Sonst ist das ganze ein teures Feigenblatt mit fragwürdigem Nutzen.

      Ich bin gespannt, wenn ich nachher einkaufen gehe… hier in NRW gilt seit heute beim Einkaufen eine FFP2/Op-Masken-Pflicht (ich nutze seit Wochen FFP2-Masken). Mal sehen, ob die genauso abenteuerlich getragen werden wie zuvor die anderen Masken.

  19. Bisher war ich besorgt, jetzt habe ich Angst. Angst, die nächsten Jahre nicht mehr dazu zu kommen, mein Leben wie ich es bisher kannte führen zu können. Diese Pandemie werden wir mit der lahmen Impfstrategie, der vom allgemeinen Infektionsgeschehen separierten Schulpolitik und dem Festhalten der Gesellschaft an gewohnte Betreuungsangebote unserer Kinder so schnell nicht mehr los werden. Ich sehne mich danach, in einer lauen Sommernacht mit einem Pappbecher voll Bier an dicht gedrängten Leuten vorbei über ein Festival Gelände zu schlendern. Ich stelle mir vor, wie mein Mann zusammen mit meinem Sohn im Fan-Shirt das Haus verlassen um im Wildparkstadion ihrem Lieblingsverein zuzujubeln. Und mit meiner Tochter würde ich mal wieder liebend gern in der vollen Innenstadt, vorzugsweise an einem belebten Samstag, einen Shopping-Nachmittag verbringen um uns im Anschluss daran in unserem fast vollen Stammcafe neben unseren Einkaufstaschen niederzulassen und uns traditionell den Bauch mit unserem Lieblings-Flammkuchen zu füllen. Meiner Teenager Tochter würde ich es so sehr wünschen, dass sie zusammen mit ihrer besten Freundin mal in den Genuss kommen könnte, einen ausgelassenem Abend in der Disco zu verbringen und zwar mit allem was so dazugehört, flirten, lachen, cool sein tanzen, sich darstellen, bewundern und bewundert werden…..
    Jetzt , einen Monat nach Impfbeginn ist nicht mal meine 80 jährige Mutter geimpft und auch ihre Ü-80 Freunde kennen das Impfen nur aus dem Fernsehen. In einem Bericht habe ich erfahren, dass bei aktuellem Impftempo 8 Jahre benötigt werden, um die Pandemie erfolgreich zu bekämpfen. Aber kaum gibt es eine Impfung, ist schon wieder die Rede von einer neuen Mutation. Bei der ansteckenderen Südafrikanischen Variante, die auch schon unter uns weilt, weiß man noch nicht mal, ob die Impfung schützt. Und gleichzeitig, sobald die Schulschließungen zarte Erfolge aufweisen, werden die Rufe nach Schulöffnungen immer lauter. Parallel dazu lassen die Berichte aus Ländern wie Portugal und Irland schon wieder erahnen, wohin uns diese Öffnungen in spätestens einem Monat führen werden. Klar kann man die Schulen öffnen, klar kann man Schüler und Lehrer mit FFp2 Masken ausstatten, die Kinder zur Not mit dem Auto in die Schule fahren und innerhalb der Schule auf Abstand Personen zusammenkommen lassen, und dabei so tun als ob das Ganze so was wie ein soziales Miteinander darstellen soll. Und zu meinem Erstaunen, kann man sogar jetzt noch immer behaupten, dass Kinder diesen Virus nicht weitertragen. Alles das kann man machen, und wenn man dabei zu den Glücklichen gehört, die nicht ernsthaft erkranken, dann kann man diesen Weg momentan sogar als einen guten ansehen. ABER: DAS KANN DOCH KEINE LANGFRISTIGE LÖSUNG SEIN. Wenn wir diese Pandemie nicht in den Griff bekommen, DANN versauen wir unseren Kindern und uns die Zukunft. Dann werden wir auf ewig unser Leben mit einer Maske im Gesicht weiterführen. Ein Leben wie oben beschrieben wird es dann so schnell nicht mehr geben. Und das macht mir wirklich Angst und für diese Angst schäme ich mich auch nicht, denn sie entsteht aus meinem gesunden Menschenverstand heraus, mit dem anscheinend nicht alle Mitmenschen ausgestattet sind. Und ich habe nach vielen Bemühungen auch keine Lust mehr darauf mich mit den Gegenargumenten auseinander zu setzen. Es kommt eh wie es kommt. Und mitgefangen bedeutet leider auch mitgegangen. Man muss wohl mit den Forderungen der Gesellschaft und auch mit den Entscheidungen einer Frau Eisenmann leben lernen, auch wenn sie noch so widersinnig sind.

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