News4teachers http://www.news4teachers.de NEUES AUS BILDUNG & WISSENSCHAFT Thu, 08 Dec 2016 06:53:55 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.6.1 Bis 15. Dezember beim frankophonen Comic-Wettbewerb für Schulen anmelden: Francomics 2016/2017 geht in eine neue Runde http://www.news4teachers.de/2016/12/bis-15-dezember-beim-frankophonen-comic-wettbewerb-fuer-schulen-anmelden-francomics-20162017-geht-in-eine-neue-runde/ http://www.news4teachers.de/2016/12/bis-15-dezember-beim-frankophonen-comic-wettbewerb-fuer-schulen-anmelden-francomics-20162017-geht-in-eine-neue-runde/#respond Thu, 08 Dec 2016 06:53:55 +0000 http://www.news4teachers.de/?p=56776

Der frankophone Comic-Wettbewerb Francomics für Schulen geht in die nächste Runde: Bei diesem interkulturellen Projekt können Lernende im Französischunterricht die frankophone Kultur anhand der „neunten Kunst“ erkunden. Dabei werden neben sprachlichem Können auch kreative Fähigkeiten der Teilnehmenden Siebt- bis Zehntklässler gefordert.

Die Schülerinnen und Schüler befassen sich mit drei französischsprachigen Comics, die in der digitalen Bibliothek Culturethèque zum Lesen bereitstehen. So können die Comics individuell und flexibel auch außerhalb des Unterrichts gelesen werden. In Gruppenarbeit wählen die Jugendlichen dann ihren Lieblingscomic aus. Ihre Wahl begründen sie in einem zweiminütigen Video in französischer Sprache, das als eine Art „bandeGannonce“ zum Lesen anregen soll. Das Video teilen sie privat mit dem Institut Francais über das Videoportal YouTube – eine detaillierte Anleitung zum Hochladen der Videos erhalten Lehrkräfte nach der Anmeldung zum Wettbewerb.

francomics-bebilderung-bildungsklick

Mit jedem hochgeladenen Video erhält der entsprechende Comic eine Stimme. Die Comic-Lektüre mir den meisten Stimmen gewinnt den Francomics-Wettbewerb, wird von einem deutschen Verlag übersetzt und auf der Frankfurter Buchmesse 2017 (Gastland ist Frankreich) erstmalig vorgestellt. Eine unabhängige Jury bewertet die hochgeladenen Videos der Schülergruppen. Ausschlaggebend ist dabei die Qualität der vorgebrachten Argumente sowie die inhaltliche und filmische Kreativität. Unter allen Einsendungen wird jeweils das beste Video pro Comic ausgewählt, sodass drei Gewinnergruppen gekürt werden können. Vertreter der Schulklassen und ihre Lehrkräfte werden zur Frankfurter Buchmesse 2017 zu einem kleinen Rahmenprogramm eingeladen. Dort haben sie die Chance, den Autor des Gewinner-Comics zu treffen und ihm den Francomics-Preis zu überreichen. Mitmachen können Schülergruppen aller Schulformen bundesweit, die betreuenden Französischlehrkräfte übernehmen die Anmeldung.

Mit dem Schülerwettbewerb Francomics erhalten Jugendliche von der siebten bis zur zehnten Klasse einen Einblick in die frankophone Comic-Kultur. Die Initiative wird vom Deutsch Französischen Institut Erlangen (DFI), dem Institut Francais Deutschland und Cornelsen initiiert. Unterstützt wird der Wettbewerb vom DFJW und VdF.

Alle Informationen zur Anmeldung zum Comic-Wettbewerb Francomics unter: institutfrancais.de

Informationen zu den von Cornelsen unterstützen Wettbewerben unter: cornelsen.de/das-leisten-lehrer

]]>
http://www.news4teachers.de/2016/12/bis-15-dezember-beim-frankophonen-comic-wettbewerb-fuer-schulen-anmelden-francomics-20162017-geht-in-eine-neue-runde/feed/ 0
„Wir pochen auf mehr Personal“: GEW-Vize Keller erneut zum Vizepräsidenten der europäischen Bildungsgewerkschaften gewählt http://www.news4teachers.de/2016/12/wir-pochen-auf-mehr-personal-gew-vize-keller-erneut-zum-vizepraesidenten-der-europaeischen-bildungsgewerkschaften-gewaehlt/ http://www.news4teachers.de/2016/12/wir-pochen-auf-mehr-personal-gew-vize-keller-erneut-zum-vizepraesidenten-der-europaeischen-bildungsgewerkschaften-gewaehlt/#respond Wed, 07 Dec 2016 18:50:19 +0000 http://www.news4teachers.de/?p=56767

BELGRAD. Die Konferenz des Europäischen Gewerkschaftskomitees für Bildung und Wissenschaft (EGBW) hat den stellvertretenden Vorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Andreas Keller, erneut zum Vizepräsidenten gewählt. Keller übt das Amt seit 2012 aus. Gemeinsam mit der erneut zur Präsidentin gewählten britischen Gewerkschafterin Christine Blower (National Union of Teachers), fünf weiteren Vizepräsidentinnen und -präsidenten sowie dem Schatzmeister wird er auch in den kommenden vier Jahren dem Vorstand des EGBW angehören.

GEW-Vize Andreas Keller. Foto: GEW

GEW-Vize Andreas Keller. Foto: GEW

Auch wenn die Talsohle der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise durchschritten ist, bekämen die Schülerinnen und Schüler, Studierenden sowie die Beschäftigten in den Bildungseinrichtungen von der Kita bis zur Uni deren Auswirkungen bis heute zu spüren, machte Keller in der Begründung seiner Kandidatur deutlich. „Bildungshaushalte werden gekürzt, Stellen abgebaut, die Rechte der Bildungsgewerkschaften beschnitten. Dagegen müssen wir uns gemeinsam zur Wehr setzen. Europa darf nicht das Europa des Kapitals und der Banken bleiben, die Stimme der Gewerkschaften muss lauter werden“, mahnte er.

In den kommenden vier Jahren möchte sich der wiedergewählte EGBW-Vize für eine aktive Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch Arbeitgeber und Regierungen einsetzen. „Inklusive Bildung, Integration von Geflüchteten, der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien – unsere Kolleginnen und Kollegen werden mit immer neuen Aufgaben konfrontiert. Wir stellen uns diesen Herausforderungen und stehen zum Recht auf Bildung für alle Menschen. Im Gegenzug pochen wir aber auf mehr Personal, eine ausreichende Finanzierung sowie eine angemessene Aus-, Fort- und Weiterbildung“, sagte Keller.

Das Europäische Gewerkschaftskomitee für Bildung und Wissenschaft (EGBW) ist die europäische Region der Bildungsinternationale (BI), der weltweiten Dachorganisation der Bildungsgewerkschaften. Dem EGBW gehören 131 Mitgliedsorganisationen mit rund elf Millionen Mitgliedern in 48 Ländern an. Die EGBW-Konferenz in Belgrad steht unter dem Motto „Die Stärkung der Bildungsgewerkschaften ist der Schlüssel zur Förderung von Qualität in der Bildung“. An der Tagung nehmen über 350 Delegierte teil.

]]>
http://www.news4teachers.de/2016/12/wir-pochen-auf-mehr-personal-gew-vize-keller-erneut-zum-vizepraesidenten-der-europaeischen-bildungsgewerkschaften-gewaehlt/feed/ 0
Die digitale Bildung in Schulen wird zur Staatsraison – Heiligenstadt sieht das Internet als „riesengroßes virtuelles Klassenzimmer“ http://www.news4teachers.de/2016/12/die-digitale-bildung-in-schulen-wird-zur-staatsraison-heiligenstadt-sieht-das-internet-als-riesengrosses-virtuelles-klassenzimmer/ http://www.news4teachers.de/2016/12/die-digitale-bildung-in-schulen-wird-zur-staatsraison-heiligenstadt-sieht-das-internet-als-riesengrosses-virtuelles-klassenzimmer/#comments Wed, 07 Dec 2016 18:16:50 +0000 http://www.news4teachers.de/?p=56782

HANNOVER. Zu einer guten Schulbildung gehören digitale Medien – darin sind sich alle Bundesländer einig. Am morgigen Donnerstag wollen sie eine entsprechende Strategie verabschieden, die dann für ganz Deutschland gilt. Bremen und Niedersachsen wollen als Vorreiter vorangehen. „Ein riesengroßes virtuelles Klassenzimmer“ sieht die niedersächsische Kultusministerin Heiligenstadt voraus.

Digitale Bildung? Damit sieht es an Deutschlands Schulen immer noch mau aus. Foto: Thiago Marquez (CC BY-NC-SA 2.0)

Digitale Bildung? Damit sieht es an Deutschlands Schulen immer noch mau aus. Foto: Thiago Marquez (CC BY-NC-SA 2.0)

Der Schulunterricht in Niedersachsen und Bremen soll sich in den kommenden Jahren stark verändern. «Die digitale Bildung wird das Lernen und die Lehre revolutionieren», sagte die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD). «Das Lernen wird zeitunabhängig und ortsunabhängig werden. Es ist ein riesengroßes virtuelles Klassenzimmer möglich.» Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) betonte im Gespräch mit der dpa die Notwendigkeit für digitale Bildung. «Es gibt aus meiner Sicht keinen Beruf mehr, in dem man ohne digitale Medien zurandekommen kann.»

Am morgigen Donnerstag treffen sich die für Bildung zuständigen Minister und Senatoren aller Bundesländer in Berlin. Sie wollen eine Strategie zur «Bildung in der digitalen Welt» verabschieden. Darin ist festgelegt, welche Kompetenzen Schüler künftig haben sollen, wenn sie die Schule verlassen. Es gehe darum, dass junge Menschen lernen, wie sie aktiv und selbstbestimmt in der digitalen Welt unterwegs sein können, sagte die KMK-Präsidentin Bogedan. «Wir müssen die Ausbildung der Lehrkräfte viel stärker auf den Einsatz digitaler Medien ausrichten.»

Wanka präsentiert ihr 5-Milliarden-Programm für Digitale Bildung – GEW: „Eine Hausnummer, mit der sich in den Schulen arbeiten lässt“

Bremen gilt als Vorreiter beim digitalen Lernen. Dem Bildungsressort zufolge werden digitale Medien in allen Schulformen und -stufen eingesetzt. Für alle staatlichen Schulen gibt es eine Lernplattform. «Es zeigt sich, dass immer mehr Lehrkräfte und Schulen das nutzen», sagte Bogedan. Ihr zufolge ermöglicht die Plattform zum Beispiel, dass sich Lehrer bei der Unterrichtsvorbereitung austauschen. Schüler könnten über die Plattform Lerninhalte abrufen. Dank digitaler Medien sei Lernen im individuellen Tempo möglich. Die Plattform wird bislang schulintern genutzt, künftig soll dies auch schulübergreifend passieren. «Das ist der nächste Schritt», sagte die Senatorin. «Die technischen Möglichkeiten sind gegeben.»

Im Nachbarbundesland wurde im November das Projekt «Niedersächsische Bildungscloud» vorgestellt. Dabei soll eine Lernplattform für alle Schulformen entwickelt werden, die auch schulübergreifendes sowie mobiles Lernen und Arbeiten ermöglicht. «Es ist ein völlig neues Denken von Schule. Bisher hatte jede Schule für sich ein bestimmtes pädagogisches Konzept und bestimmte Schwerpunkte», sagte Heiligenstadt. Zukünftig ist es möglich, im Biologieunterricht etwa auf Ergebnisse eines Forschungsinstituts zurückzugreifen. «Die Digitalisierung bietet die Chance, neue Unterrichtskonzepte zu entwickeln.»

Um auf dem Weg zum digitalen Klassenzimmer zügig voranzukommen, fordert Niedersachsen schnelle Unterstützung vom Bund. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hatte jüngst angekündigt, bis 2021 fünf Milliarden Euro für die technische Aufrüstung der 40 000 Schulen in Deutschland zur Verfügung zu stellen. Das Geld müsse so schnell wie möglich verteilt werden, forderte Heiligenstadt. Niedersachsen brauche es für neue Lernumgebungen, in denen digitales Lernen möglich ist. dpa

Endlich! Die Schulen stehen vor der digitalen Revolution – Wankas Milliardenpaket macht’s möglich

]]>
http://www.news4teachers.de/2016/12/die-digitale-bildung-in-schulen-wird-zur-staatsraison-heiligenstadt-sieht-das-internet-als-riesengrosses-virtuelles-klassenzimmer/feed/ 1
Beckmann wundert sich, dass die Politik nicht „schamesrot“ wird – Kraus hält hingegen das Schulsystem für sozial genug: Streit nach PISA http://www.news4teachers.de/2016/12/beckmann-wundert-sich-dass-die-politik-nicht-schamesrot-wird-kraus-haelt-hingegen-das-schulsystem-fuer-sozial-genug-streit-nach-pisa/ http://www.news4teachers.de/2016/12/beckmann-wundert-sich-dass-die-politik-nicht-schamesrot-wird-kraus-haelt-hingegen-das-schulsystem-fuer-sozial-genug-streit-nach-pisa/#comments Wed, 07 Dec 2016 17:50:56 +0000 http://www.news4teachers.de/?p=56780

BERLIN. Die neue PISA-Studie hat eine hitzige bildungspolitische Diskussion über die Konsequenzen in Gang gebracht. Ist das deutsche Bildungssystem „vertikal durchlässig“ – und damit ausgesprochen sozial –, wie der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, meint? Oder müsste ein nach wie vor hoher Zusammenhang zwischen der Herkunft eines Schülers und seines Schulerfolgs der Politik die „Schamesröte ins Gesicht“ treiben, wie VBE-Chef Udo Beckmann erklärt? Brauchen wir überhaupt noch weitere internationale Großstudien? Vor allem die Lehrerverbände melden Zweifel an. Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth möchte dagegen die Lehrkräfte professioneller im Umgang mit heterogenen Lerngruppen machen.

Um die Deutung der PISA-Studie ist ein hitziger Streit ausgebrochen. Foto:  Ben Raynal / flickr (CC BY-NC 2.0)

Um die Deutung der PISA-Studie ist ein hitziger Streit ausgebrochen. Foto: Ben Raynal / flickr (CC BY-NC 2.0)

Die GEW etwa hält eine Abkehr von der bisherigen Untersuchungspraxis exemplarischer Messungen von Schülerleistungen für notwendig. Diese förderten keine neuen Erkenntnisse mehr zu Tage. Studien, die auf Durchschnittswerten beruhen, ermöglichten nur sehr grobe Einschätzungen. Sie sagten nur sehr wenig über die Arbeit der Einzelschule und deren Möglichkeiten, für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen, aus. Die GEW schlägt stattdessen einen neuen Forschungsansatz vor, der das Umfeld, die Probleme und die Rahmenbedingungen von Schulen genauer beleuchtet. „Wir brauchen Studien, die die Gelingensbedingungen für eine Schule, die alle Kinder und Jugendlichen zu einer umfassenden Bildung, Verantwortungsbewusstsein und einer demokratischen Grundhaltung führt, herausarbeiten“, betont Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule.

Hoffmann zeigt sich von den PISA-Ergebnissen wenig überrascht. „Die Erkenntnisse sind mehr oder weniger immer die gleichen. Was fehlt, sind die entsprechenden politischen Konsequenzen und Handlungsstrategien!“ Insbesondere müssten mehr Ressourcen für die Bildungsbenachteiligten bereitgestellt und gezielt Förderkonzepte für diese Gruppe aufgelegt werden. „Zudem brauchen wir Strukturveränderungen: die ‚eine Schule für alle Kinder‘ und einen Ausbau qualitativ hochwertiger Ganztagsangebote“, sagt Hoffmann. „PISA bestätigt noch einmal das Kardinalproblem des deutschen Schulsystems: die starke Kopplung zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg der Kinder und Jugendlichen.“

Grünen-Chef Cem Özdemir mahnt angesichts der neuen PISA-Studie verstärkte Anstrengungen in der Bildungspolitik «für eine funktionierende Demokratie und eine gerechte Gesellschaft» an. Er sagt: „Es sollte uns um mehr Investitionen in Bildung gehen – aber auch um die Frage, wie wir unseren Unterricht besser machen können und welche Rolle die Digitalisierung dabei spielt.“ Er habe „leider nicht den Eindruck“, dass der Wert guter Bildung „in allen Parteien Konsens ist“. Özdemir plädiert dafür, die in Teilen schwächeren PISA-Ergebnisse „als Ansporn (zu) verstehen, es besser zu machen“. Vorrangig gehe es darum, das Interesse an den Naturwissenschaften und Mathematik aufrechtzuerhalten. Außerdem sprach sich der Grünen-Vorsitzende für mehr individuelle Unterstützung von Schülern aus – dies bedeute auch, „dass wir die besonders Talentierten auf ihrem Weg besser fördern“.

Auch der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, bezeichnet die Ergebnisse der deutschen Schüler bei PISA als nicht überraschend. „Es war angesichts der Herausforderungen des deutschen Bildungswesens in den letzten Jahren durch die Integration von Flüchtlingskindern, die Inklusion an Regelschulen sowie durch den massiven Lehrermangel zu erwarten, dass sich der Aufwärtstrend nicht in gleichem Maße und in allen Bereichen fortsetzen würde, wie er bei den letzten vier PISA-Studien zu beobachten war“, betont der Verbandschef. Umso mehr freue er sich über die signifikanten Verbesserungen bei der Leseleistung und die Fortschritte bei der Frage der Bildungsgerechtigkeit.

Gleichzeitig mahnt Meidinger an, in den Bundesländern bei bildungspolitischen Reformen wieder mehr das Kerngeschäft Unterricht in den Fokus zu nehmen. „Ich habe das Gefühl, dass bei vielen Struktur- und Bildungsreformen die Schülermehrheit, der Durchschnittsschüler zunehmend aus dem Blick geraten ist. Das muss sich ändern, will Deutschland bei der Bildungsqualität noch mehr nach vorne kommen.“

Brigitte Balbach, Vorsitzende des Verbands „lehrer nrw“, sieht die PISA-Studie kritisch. Der Erkenntnisgewinn sei begrenzt. „Eigentlich ist PISA inzwischen überflüssig. Die Studie bildet lediglich einen sehr kleinen Teil des schulischen Geschehens ab und hat daher nur eine geringe Aussagekraft. Trotzdem ist PISA zum Heiligen Gral der Bildungspolitik geworden. Es geht nicht um gute Bildung, sondern um gute PISA-Ergebnisse. Das ist gefährlich, und es wird höchste Zeit, dass sich diese Erkenntnis auch in den Parlamenten und Ministerien durchsetzt“, sagt Brigitte Balbach,

Die PISA-Studie zeige, dass der Reichtum eines Landes nicht unbedingt Garant für eine bessere Bildung sei, meint Jens Weichelt, Vorsitzender des Sächsischen Lehrerverbands. Deutschland wäre durchaus in der Lage, durch höhere und zielorientierte Investitionen in schulische Bildung, die Bildungsqualität zu erhöhen und insbesondere der Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom sozialen Hintergrund durch nachhaltige Konzepte entgegenzuwirken.

Ländervergleichsstudien hätten allerdings belegt, dass es in Sachsen eine höhere Bildungsgerechtigkeit gebe – durch die Konzentration von Schülern mit Migrationshintergrund auf bestimmte Schulstandorte werde es jedoch wohl auch im Freistaat künftig stärkere Unterschiede zwischen sozioökonomisch begünstigten Schulen und benachteiligten Schulen geben. Weichelt sieht deshalb in einer höheren Personalzuweisung, die eine dezentralere Beschulung von Flüchtlingskindern ermöglicht, eine wesentliche Bedingung für das Gelingen des Integrationsprozesses.

Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) warnt hingegen vor Stillstand. „Wir haben noch viele Hausaufgaben zu erledigen“, meint sie. Die Ergebnisse zeigten deutlich, „dass wir uns in Deutschland ganz stark der Unterrichtsentwicklung widmen und die Professionalität der Lehrer stärken müssen.“ Schule müsse befähigt werden, mit der Heterogenität der Schüler besser umzugehen. „Das gilt für die leistungsschwachen und leistungsstarken Schüler ebenso wie auch für die Förderungen von Jungen und Mädchen sowie von Migranten und Nicht-Migranten“, sagt Kurth.

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL/VDR) rät, die Ergebnisse der PISA-Studie  mit Gelassenheit zu betrachten, aber sorgfältig zu analysieren. „Das Ergebnis bedeutet nicht, dass wir uns ausruhen können. Es ist aber nicht verwunderlich, dass der Anstieg im Vergleich zur ersten Untersuchung ins Stocken geraten ist, haben sich doch in diesem Zeitraum die Bedingungen für die Schulen nicht vereinfacht. Hier sei zum Beispiel auf die sprunghaft angewachsene Beschulung von Flüchtlingskindern und auf die Umsetzung der Inklusion hingewiesen. Diese Situation ist von den Lehrerinnen und Lehrern in einem beispiellosen Kraftakt angenommen worden und gut gemeistert worden“, sagt Vorsitzender Manfred Busch. Für eine hohe Bildungsqualität gelte immer noch: „Auf den Lehrer kommt es an!“ Daher bereite der chronisch werdende Lehrermangel, besonders in den MINT-Fächern, dem Verband große Sorgen. Das gilt auch gerade für Niedersachsen.

Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) sieht das Abschneiden Deutschlands beim weltweiten PISA-Schulvergleichstest positiv. „In allen drei erfassten Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen liegt Deutschland deutlich über dem OECD-Durchschnitt“, sagt Heiligenstadt. Deutschland halte Kontakt zur Spitzengruppe – das sei eine gute Botschaft. Der Test zeige aber auch, dass die Leistungen noch zu stark vom sozialen Hintergrund der Schüler abhingen. Auch gebe es in allen drei Kompetenzsegmenten starke Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sowie zwischen Jugendlichen mit und ohne Zuwanderungshintergrund. Insofern sei PISA 2015 auch eine Bestätigung niedersächsischer Bildungspolitik, die auf mehr und frühere Bildungsteilhabe setze, meint Heiligenstadt.

„Lehrerinnen und Lehrer leisten trotz vielfach unzureichender Rahmenbedingungen Hervorragendes. Die Politik ist weiterhin gefordert, die Voraussetzungen für die individuelle Förderung so zu gestalten, dass sowohl leistungsstarke als auch leistungsschwache Schülerinnen und Schüler zu ihrem Recht kommen“, erklärt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. „Die Ergebnisse von PISA können nicht zudecken, dass das Problem der Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft weiterhin ein Kernproblem in Deutschland ist. Das, was weder TIMSS noch PISA offen legen, ist die Abhängigkeit der Bildungschancen vom Wohnort in Deutschland. Insbesondere in der Grundschule haben wir zwischen den Ländern große Disparitäten in Bezug auf die Lerngruppengröße, die Schüler-Lehrer-Relation und die Anzahl der Unterrichtswochenstunden, die Schülerinnen und Schüler in den ersten vier Jahren erhalten. Deutschland hat im internationalen Vergleich, was die Investitionen in den Bildungsbereich anbelangt, insbesondere im Grundschulbereich noch viel Luft nach oben. Wenn nachhaltige Verbesserungen erreicht werden sollen, dann muss hier angesetzt werden“, so betont Beckmann. „Mich wundert es, dass es der Politik nicht die Schamesröte ins Gesicht treibt, weil das reiche Deutschland nicht dazu in der Lage ist, endlich die bestehenden sozialen Disparitäten auszugleichen“, sagt der VBE-Chef – und fordert eindringlich eine Befassung mit diesem Thema.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, meint: „Es ist schön, wenn sich die deutschen PISA-Ergebnisse konsolidiert haben. Der Nutzen der PISA-Studien bleibt gleichwohl fragwürdig, denn PISA bildet nur einen minimalen Ausschnitt aus dem Bildungs­geschehen ab. Nicht erfasst wird mit PISA: sprachliches Ausdrucksvermögen, literarisches Verständnis, fremd­sprachliches Können, historisches, wirtschaftliches, geographisches, religiöses/ethischen Wissen und ästhetische Bildung. Gerade diese mit PISA nicht erfassten Bereiche machen Allgemein­bildung und Persönlichkeitsbildung aus. Wir müssen also wieder den nicht messbaren und über­nützlichen Wert von Bildung betonen. PISA und eine OECD, die diesen Test – wohlgemerkt als Wirtschaftsorganisation! – trägt und propagiert, reduziert nämlich ‚Bildung‘ auf sogenannte Kom­petenzen, die man in einem globalisierten Unternehmen vermeintlich braucht. Das ist zu wenig.“

Darüber hinaus sei PISA als Indikator für die soziale Ausgewogenheit eines Bildungswesens un­geeignet, denn die Studie teste 15-Jährige. Kraus: „Damit wird aber nicht erfasst, dass in Deutschland auf­grund der vertikalen und damit auch sozialen Durchlässigkeit des Schulwesens fast 50 Prozent der Studierberechtigten kein Gymnasium besucht haben. Diese ausgeprägte vertikale Durch­lässigkeit ist weltweit einmalig.“

Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands, meint hingegen: „Die neueste PISA-Studie bestätigt einmal mehr die Erkenntnisse, die wir in der Praxis seit langem erleben. Die Analysen sprechen eine eindeutige Sprache und die Experten in den Schulen – die Lehrkräfte – wissen es auch: Wir brauchen mehr Differenzierung und Förderung, eine deutlich verbesserte Schüler-Lehrer-Relation und multiprofessionelle Teams an allen Schulen, die sie benötigen. Das setzt echten Reformwillen voraus. Grundsätzlich muss das Ziel Integration sein – und  nicht Ausgrenzung. Möglichst viele Schülerinnen und Schüler müssen möglichst gute Abschlüsse erreichen können. Die Missstände sind längst offen gelegt, die Lehrerinnen und Lehrer wissen, wo es hapert. Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Handlungsproblem. Deshalb sollten unsere Lehrkräfte nicht mit immer neuen Studien und Evaluationen belastet werden. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an.“ Das

Vor allem in Punkto Chancengerechtigkeit bleibe viel zu tun.  Fleischmann: Der Ansatz der Inklusion ist daher kein Luxus, sondern pure Notwendigkeit. Denn, wie sich zeigt, sind vor allem diejenigen Länder bei PISA erfolgreich, die integrative und inklusive Ansätze verfolgen. Länder mit stark selektiven Bildungssystemen und geringer Durchlässigkeit schneiden dagegen eher schlechter ab. Die Ergebnisse zeigen klar auf, dass Exzellenz selbstverständlich mit Chancengerechtigkeit zu verbinden ist. Der Fokus erfolgreicher Bildungspolitik muss daher auf einer Stärkung von integrativer und inkludierender Schulsysteme liegen.“

Agentur für Bildungsjournalismus

]]>
http://www.news4teachers.de/2016/12/beckmann-wundert-sich-dass-die-politik-nicht-schamesrot-wird-kraus-haelt-hingegen-das-schulsystem-fuer-sozial-genug-streit-nach-pisa/feed/ 1
Der große PISA-Verlierer: Die Studie ist für Frankreich mal wieder eine Klatsche (und der Sieger heißt erneut: Singapur) http://www.news4teachers.de/2016/12/der-grosse-pisa-verlierer-die-studie-ist-fuer-frankreich-mal-wieder-eine-klatsche-und-der-sieger-heisst-erneut-singapur/ http://www.news4teachers.de/2016/12/der-grosse-pisa-verlierer-die-studie-ist-fuer-frankreich-mal-wieder-eine-klatsche-und-der-sieger-heisst-erneut-singapur/#comments Wed, 07 Dec 2016 14:51:40 +0000 http://www.news4teachers.de/?p=56768

PARIS. Und der PISA-Gewinner ist … Singapur. Zwischen 42 und 74 Punkte liegt der südostasiatische Insel- und Stadtstaat über dem OECD-Schnitt von knapp 500 Zählern – das sind Welten. Auch andere Länder haben zuletzt die Ernte in der Bildungspolitik eingefahren. Chefkoordinator Andreas Schleicher sagt: «PISA spiegelt wider, was im Klassenzimmer passiert. Die Länder, die viel getan haben, sehen verbesserte Leistungen – und die Länder, wo wenig passiert, die sehen auch wenig Gutes.» Zu den Problemstaaten gehört auch wieder: Frankreich.

Die Schulen in Frankreich sind stark renovierungsbedürftig. Foto: Sean Ganann / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Die Schulen in Frankreich sind stark renovierungsbedürftig. Foto: Sean Ganann / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Gewinner und Verlierer – Länderporträts zu «PISA 2015»:

SINGAPUR: Weil die Großregion Shanghai als PISA-Champion von 2012 diesmal nicht mehr einzeln neben China bewertet wurde, setzte sich der kleinste Flächenstaat Südostasiens (5,5 Millionen Einwohner) mit durchschnittlich 551 PISA-Punkten an die Spitze aller drei Rankings. «Dort hat jeder Lehrer etwa 100 Stunden Weiterbildung pro Jahr», sagt «PISA-Papst» Schleicher über Singapurs Erfolgsgeschichte. «Jede Schule unterhält professionelle Arbeitsgruppen, in denen Lehrer ihren Unterricht gemeinsam vor- und nachbereiten.» Andere Experten heben hervor, dass dort die Unterrichtsräume hochmodern ausgestattet sind (auch in puncto digitale Medien) und dass in der Methodik «alte Zöpfe» abgeschnitten wurden. «Pädagogische Forschung findet nicht nur an der Universität statt, sondern in den Schulen», sagt Schleicher.

KANADA: Der nordamerikanische Flächenstaat (durchschnittlich 523 PISA-Punkte) will nächstes Jahr rund 300.000 Einwanderer aufnehmen – mit guten bildungspolitischen Erfolgsaussichten. Im Gegensatz zum Nachbarland USA ist Kanada laut PISA-Chef Schleicher Musterknabe bei der schulischen Integration. Kinder aus Migrantenfamilien, besonders aus China, Indien und anderen asiatischen Ländern, schneiden in der Schule oft besser ab als Kinder kanadischer Eltern. Im OECD-Vergleich liegen sie ebenfalls vorn, etwa bei Leseverständnis und Mathematik. Viele Schulen helfen Familien in Willkommenszentren im ungewohnten Alltag. Und da Kanada Migranten teils nach vier Jahren Aufenthalt ermöglicht, Staatsbürger zu werden, sind die Lernanreize groß.

FINNLAND/SCHWEDEN: Beide skandinavischen Länder gelten als Vorbilder in Sachen Bildungspolitik. In FINNLAND (jetzt 522 PISA-Punkte im Schnitt) ist die Zufriedenheit nach wie vor hoch. Wegen der wirtschaftlichen Probleme wurde zuletzt aber auch an den Schulen der Rotstift angesetzt. Viele befürchten, dass die Qualität darunter leiden könnte. Geld wird in die Digitalisierung gesteckt – so sollen mehr Schüler mit Tabletcomputern arbeiten können. In SCHWEDEN gab es in den vergangenen Jahren manche Enttäuschung über das Abschneiden bei den internationalen Tests. Eine große Debatte entbrannte, als das Land 2012 unter den OECD-Schnitt abstürzte. Die rot-grüne Regierung versucht nun, das Niveau mit viel Einsatz für kleinere Klassen, einen attraktiveren Lehrerberuf und mehr Gleichheit an den Schulen zu heben. Der PISA-Punkteschnitt stieg soeben von 482 auf 495.

POLEN: Mit im Schnitt 504 Punkten (nur knapp hinter Deutschland) gehört der Nachbar zu den bei PISA so starken östlichen EU-Ländern – dank einer ruhigen, konsequenten Bildungspolitik. «1999 wurde eine große Schulreform eingeleitet. Die wurde dann ein Jahrzehnt lang, über Parteigrenzen hinweg und trotz Regierungswechseln, Schritt für Schritt umgesetzt», lobt OECD-Fachmann Schleicher. «Da wusste jeder Lehrer, was kommt.» Der Erfolg wird auf die vor 17 Jahren eingeführten Mittelschulen zurückgeführt. Das Leistungsniveau wurde angehoben und die Chancengleichheit auf ein gutes Abitur erhöht, heißt es. Doch nun sehen Experten die Erfolge durch eine hastig vorangetriebene neue Schulreform bedroht: Polens Nationalkonservative wollen die Mittelschulen zum nächsten Schuljahr wieder abschaffen.

KOLUMBIEN: Das südamerikanische Land arbeitet sich auf den PISA-Ranglisten von ganz unten in Richtung Mittelfeld vor: Nach 392 PISA-Punkten im Schnitt (2012) sind es jetzt immerhin schon 410. «Es gab dort bis in die 90er Jahre überhaupt kein Schulsystem. Heute steht man auf dem Niveau von Mexiko – bei deutlich geringerem Ressourceneinsatz für Bildung», sagt Schleicher. Bildungsexperte Pablo Gentili hebt hervor, Kolumbien sei ein Land, das gut 50 Jahre im Kriegszustand gelebt habe – mit über fünf Millionen Vertriebenen. Nun aber sei das System auf «permanentes Lernen» ausgerichtet, auch kulturelle und soziale Belange spielten eine Rolle. Der Staat sorgt dafür, dass es überall adäquates Schulmaterial gibt. Mit zwei Jahren kommen Kleinkinder in Kitas, Schulen laufen meist im Ganztagsbetrieb. Dort werden nun Krieg und Friedensprozess verstärkt thematisiert.

FRANKREICH: Im Schulsystem des westlichen Nachbarn klafft ein Graben zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Im Land von «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» beschwören Politiker die Schule oft als Motor für soziale Gerechtigkeit und Integration. Seit 1975 gibt es ein Gesamtschulmodell – alle Kinder gehen nach der Grundschule auf das Collège. Doch die PISA-Studien zeigen seit Jahren wachsende Ungleichheiten. Im breiten PISA-Mittelfeld ist Frankreich abgerutscht – von fast 500 auf zuletzt 495 Punkte im Schnitt. Wissenschaftler verweisen auf veraltete Lehrmethoden und die soziale Ghettobildung in wirtschaftlich abgehängten Vorstädten. Obwohl die Politik dort eigentlich mehr Geld bereitstellen will, ist die Unterrichtsqualität schlechter geworden, kritisiert ein unabhängiges Expertengremium. «In Bezug auf die soziale Kluft steht Frankreich deutlich schlechter da als Deutschland», bestätigt auch PISA-Experte Schleicher. Von Werner Herpell und den dpa-Auslandskorrespondenten

PISA ist ein Riesen-Erfolg für die deutschen Lehrkräfte – angesichts ihrer gewaltigen Herausforderungen. Für die Bildungspolitik weniger

]]>
http://www.news4teachers.de/2016/12/der-grosse-pisa-verlierer-die-studie-ist-fuer-frankreich-mal-wieder-eine-klatsche-und-der-sieger-heisst-erneut-singapur/feed/ 1
Gütesiegel „Schulbuch des Jahres Ökonomische Bildung“ verliehen http://www.news4teachers.de/2016/12/guetesiegel-schulbuch-des-jahres-oekonomische-bildung-verliehen/ http://www.news4teachers.de/2016/12/guetesiegel-schulbuch-des-jahres-oekonomische-bildung-verliehen/#respond Wed, 07 Dec 2016 14:51:13 +0000 http://www.news4teachers.de/?p=56770

Lehrwerk „Startklar! Wirtschaft“ im Wirtschaftsministerium ausgezeichnet

Das Lehrwerk „Startklar! Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung“ für Siebt- und Achtklässler ist im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin mit dem Gütesiegel Schulbuch des Jahres Ökonomische Bildung ausgezeichnet worden. Iris Gleicke, Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, überreichte den Preis im Wettbewerb „Das hat Potenzial!“ in der Kategorie Schulbücher für die Sekundarstufe 1 an Herausgeber Dr. Jürgen Kochendörfer und Cornelsen-Redaktionsleiter Dr. Uwe Andrae.

startklar-schulewirtschaft-preis-bildungsklick

Verlage und Schulbuchautoren waren aufgefordert, Bücher zur ökonomischen Bildung einzureichen. Eine Jury bewertete unter anderem die sachgerechte Darstellung von wirtschaftlichen Zusammenhängen und von Akteuren im Wirtschaftsprozess. Ins Visier nahmen die Juroren aber auch die Methodenvielfalt, die den handlungsorientierten Unterricht unterstützt. Seit 2012 fördert das Bundeswirtschaftsministerium den SCHULEWIRTSCHAFT-Preis „Das hat Potenzial!“. In diesem Jahr nahmen rund 70 Unternehmen, Verlage und Schulen am Wettbewerb teil.

Ökonomische Zusammenhänge werden in den Fächern Sozialwissenschaften, Wirtschaft und Politik vermittelt und bilden eine wichtige Basis für den Übertritt in die Berufswelt. Diese Kompetenzen zu fördern, ist Ziel des unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie stehenden Preises, der in diesem Jahr zum 5. Mal vergeben wurde. „Startklar!“, herausgegeben von Dr. Jürgen Kochendörfer, ist das neu entwickelte Schülerbuch für das Fach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung. Egal ob Mikro- oder Makro-Ökonomie: Das Schülerbuch setzt die verschiedenen Perspektiven auf wirtschaftliche Vorgänge sowie die Ansprüche des Bildungsplans um. Theorie und Praxis in Einklang: Mit anschaulichen Beispielen aus der Lebenswelt der Schüler/innen und verständlicher Sprache für die Wissensvermittlungs- und Praxisphasen eignet sich das Lehrwerk in der Gemeinschaftsschule, in Realschulen oder Werkrealschulen in Baden-Württemberg.

oldenbourg.de/startklar

Startklar! (Oldenbourg)
Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung
Differenzierende Ausgabe Baden-Württemberg 7./8. Schuljahr
Schülerbuch erscheint im Februar 2017
18,25 Euro; ISBN 978-3-637-01626-2

Über SCHULEWIRTSCHAFT

Das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT engagiert sich seit über sechzig Jahren für die Förderung und Verbesserung der Berufsorientierung junger Menschen und unterstützt mit vielen Projekten die Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft. Seit 2012 zeichnet das Netzwerk mit einem Wettbewerb vorbildliches Engagement für berufliche Orientierung und den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt aus. Weitere Informationen finden sich unter: www.schulewirtschaft.de

 

]]>
http://www.news4teachers.de/2016/12/guetesiegel-schulbuch-des-jahres-oekonomische-bildung-verliehen/feed/ 0
Die Dschungelcamp-Affäre: Hat Nathalies Mutter, eine Lehrerin, eine Krankheit vorgetäuscht, um ihre Tochter nach Australien zu begleiten? http://www.news4teachers.de/2016/12/die-dschungelcamp-affaere-hat-nathalies-mutter-eine-lehrerin-eine-krankheit-vorgetaeuscht-um-ihre-tochter-nach-australien-zu-begleiten/ http://www.news4teachers.de/2016/12/die-dschungelcamp-affaere-hat-nathalies-mutter-eine-lehrerin-eine-krankheit-vorgetaeuscht-um-ihre-tochter-nach-australien-zu-begleiten/#respond Wed, 07 Dec 2016 11:37:43 +0000 http://www.news4teachers.de/?p=56785

LÜNEBURG. Das Amtsgericht Soltau hat einen Strafbefehl von 7000 Euro gegen eine Lehrerin verhängt, die ihre Tochter – das Model Nathalie – zum RTL-Dschungelcamp nach Australien begleitet hatte. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg habe die Geldstrafe «wegen Gebrauchs eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses» beantragt, teilte eine Sprecherin mit. Die Anklagebehörde gehe davon aus, dass die Lehrerin eine Ärztin durch wahrheitswidrige Angaben zur Ausstellung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung veranlasst habe. So habe sie die Tochter zu den Dreharbeiten für die RTL-Sendung «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus» begleiten können. «Der Strafbefehl ist nicht rechtskräftig», sagte die Sprecherin am Mittwoch.

Im Dschungelcamp: Model Nathalie. Foto: RTL

Im Dschungelcamp: Model Nathalie. Foto: RTL

«Wir werden den Strafbefehl nicht akzeptieren, innerhalb der laufenden Frist Einspruch einlegen und erforderlichenfalls den rechtlichen Weg ausschöpfen», sagte dazu Andreas Hebestreit, der Anwalt der Lehrerin. «Meine Mandantin war tatsächlich erkrankt, anderslautende Mutmaßungen weisen wir entschieden zurück.»

Die Pädagogin war krankgeschrieben worden, nachdem sie zuvor vergeblich einen Antrag auf Urlaub eingereicht hatte. Als das bekannt wurde, hagelte es Kritik von Elternvertretern. Die Landesschulbehörde leitete ein Disziplinarverfahren ein. «Wir warten darauf, dass uns der Strafbefehl zugeht und werden dann die notwendigen Schritte einleiten», sagte eine Sprecherin. Die Möglichkeiten reichten vom Verweis bis zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis. dpa

Für Dschungelcamp-Dreh den Schuldienst geschwänzt? – Staatsanwaltschaft schaltet sich in Ermittlungen gegen Nathalies Mutter ein

]]>
http://www.news4teachers.de/2016/12/die-dschungelcamp-affaere-hat-nathalies-mutter-eine-lehrerin-eine-krankheit-vorgetaeuscht-um-ihre-tochter-nach-australien-zu-begleiten/feed/ 0
Nicht wirklich überraschend: Eltern möchten gute Kitas – und das überall. Schwesig: Wir arbeiten dran http://www.news4teachers.de/2016/12/nicht-wirklich-ueberraschend-eltern-moechten-gute-kitas-und-das-ueberall-schwesig-wir-arbeiten-dran/ http://www.news4teachers.de/2016/12/nicht-wirklich-ueberraschend-eltern-moechten-gute-kitas-und-das-ueberall-schwesig-wir-arbeiten-dran/#respond Wed, 07 Dec 2016 10:52:05 +0000 http://www.news4teachers.de/?p=56788

GÜTERSLOH. Fachpersonal, Sprachförderung, Verpflegung, Gruppengröße: Die Ausstattung und Qualität der Kindertagesstätten in Deutschland ist höchst unterschiedlich. Zum Ärger der Eltern, die etwas ganz Anderes wollen. Familienministerin Schwesig äußert Verständnis.

Setzt sich für bundeseinheitliche Kita-Standards ein: Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Foto: AWO Bundesverband / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Setzt sich für bundeseinheitliche Kita-Standards ein: Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Foto: AWO Bundesverband / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Die große Mehrzahl der Eltern in Deutschland wünscht sich bundesweit verbindliche Qualitätsstandards für Kitas. So fordern zum Beispiel 86 Prozent von ihnen eine Festlegung, wie viele Kinder im Kindergarten von einer Erzieherin betreut werden dürfen. Das geht aus einer am Mittwoch vorgestellten Umfrage unter mehr als 4400 Eltern im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervor. «Eltern möchten für ihre Kinder überall die gleichen guten Bildungschancen, unabhängig vom Wohnort», sagte Stiftungsvorstand Jörg Dräger.

Nach Zahlen der Stiftung vom vergangenen Juni gibt es bundesweit große Unterschiede beim Personalschlüssel. In den ostdeutschen Bundesländern ist eine Erzieherin im Schnitt für 12,3 Kinder pro Gruppe zuständig, während sie in den westdeutschen Ländern durchschnittlich nur 8,6 Kinder betreut. Die Stiftung aus Gütersloh empfiehlt, dass sich eine Erzieherin um höchstens 3 unter Dreijährige oder 7,5 Kindergartenkinder kümmern sollen.

In den ostdeutschen Ländern plädieren der Umfrage zufolge sogar 93 Prozent der Eltern für eine gesetzliche Vorgabe zum Personalschlüssel. Das sei aufgrund der dortigen Personalausstattung nicht verwunderlich, erklärte Dräger.

Zugleich sprechen sich 90 Prozent der befragten Eltern für einheitliche gesunde Verpflegungsstandards in den Kitas aus, 85 Prozent halten eine einheitliche Ausbildung für Erzieherinnen und Erziehern für sinnvoll. Eine Vereinheitlichung der pädagogischen Grundprinzipien wird hingegen mehrheitlich abgelehnt. 78 Prozent bevorzugen eine Ausrichtung an den individuellen Bedürfnissen der Kindern und Familien.

Handlungsbedarf zeigt sich auch bei der Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie. So vertraten 63 Prozent der Eltern in der Umfrage von Infratest dimap die Meinung, dass sich die Öffnungszeiten von Kitas nicht am tatsächlichen Bedarf der Eltern orientieren. 83 Prozent forderten, dass mehr Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden.

95 Prozent meinten, dass sich der Bund stärker an der Finanzierung der Kitas beteiligen sollte. 48 Prozent der befragten Eltern wären bereit, einen höheren Kita-Beitrag zu zahlen, wenn sich die Qualität in den Kindertagesstätten dann verbessern würden.

«Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig Eltern eine gute Betreuung ihrer Kinder ist», sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) laut Mitteilung zum Ergebnis der Studie. «Das bestärkt mich in meinen Bemühungen, gemeinsam mit den Ländern die Qualität in der Kindertagesbetreuung zu verbessern.» dpa

Schwesig stößt milliardenschwere Kita-Qualitätsoffensive an – Verbände: Brauchen einheitliche Standards

]]>
http://www.news4teachers.de/2016/12/nicht-wirklich-ueberraschend-eltern-moechten-gute-kitas-und-das-ueberall-schwesig-wir-arbeiten-dran/feed/ 0
So einfach kann digitale Bildung sein http://www.news4teachers.de/2016/12/so-einfach-kann-digitale-bildung-sein/ http://www.news4teachers.de/2016/12/so-einfach-kann-digitale-bildung-sein/#respond Wed, 07 Dec 2016 09:12:18 +0000 http://www.news4teachers.de/?p=56762

Bündnis für Bildung und Microsoft präsentieren zehn praktische Tipps für das Lehren und Lernen im digitalen Klassenzimmer

München, 7. Dezember 2016 – Mit ihrer Strategie für „Bildung in der digitalen Welt“ präsentiert die Kultusministerkonferenz in dieser Woche ihren Ansatz, um digitale Bildung flächendeckend in Deutschland umzusetzen. Auf der Agenda stehen die Modernisierung von Lehrplänen, Lerninhalte, Aus- und Fortbildungsmaßnahmen sowie eine lernförderliche IT-Infrastruktur. Um zu zeigen, wie einfach digitale Bildung auch schon heute an Schulen aussehen kann, haben das Bündnis für Bildung und Microsoft einen Leitfaden für das Lehren und Lernen im digitalen Klassenzimmer entwickelt.

Mit zehn kurzen Tipps sollen Lehrkräfte ermutigt werden, digitale Technologien im Unterricht selbst auszuprobieren – immerhin sind laut einer aktuellen Studie der Initiative D21, 73 Prozent der Lehrer der Meinung, dass digitale Medien grundlegender Bestandteil aller Schulfächer sein müssen. Praxisbezogene Fortbildungsangebote existierten allerdings vielfach noch zu wenig, so die D21-Autoren. Microsoft und das Bündnis für Bildung zeigen daher konkret, wie sich schon jetzt mit einfachen und bereits vorhandenen Mitteln digital und modern unterrichten lässt und wie sich dank aktueller Technologien und Lösungen neue Unterrichtskonzepte und pädagogische Ansätze umsetzen lassen. Beispiele sind virtuelle Lernplattformen in der Cloud, fächerübergreifende Coding-Anwendungen oder der sogenannte „Flipped Classroom“, bei dem kurze Lernvideos den typischen Frontalunterricht im Klassenzimmer ersetzen. Die Lernenden eignen sich den Stoff zuhause an und haben so im Unterricht mehr Zeit das Gelernte anzuwenden.

10tipps

Das digitale Bildungs-Portfolio für das 21. Jahrhundert

Zum Portfolio der digitalen Bildung gehören viele Aspekte, die sich sinnvoll und an zahlreichen Stellen in den vorhandenen Unterricht integrieren lassen. Dazu gehören insbesondere wichtige Skills wie Problemlösung, kritisches Denken oder aber auch Kommunikation und Teamwork. All diese Fähigkeiten lassen sich durch den Einsatz von Technologien und modernen Lehrkonzepten gezielt fördern und können klassischen Unterricht auf vielfältige Weise sinnvoll ergänzen. „Es ist wichtig, dass das Thema digitale Bildung in Deutschland weiter vorankommt. Damit die Konzepte im Klassenzimmer ankommen, sind Politik, Bildungsexperten und Wirtschaft gleichermaßen gefragt“, sagt Renate Radon, Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland. „Mit kleinen Schritten wollen wir schon heute den Weg ins digitale Klassenzimmer ebnen und die Vorteile moderner Technologien im Unterricht allen zugutekommen lassen.“

Martin Hüppe, Co-Autor und Geschäftsführer des Bündnis für Bildung: „Digitale Kompetenz gehört zu den zentralen Schlüsselqualifikationen des 21. Jahrhunderts: das Anwenden und Verstehen digitaler Medien und Technologien gehört daher in den Unterricht. Wir wollen Schulen und Lehrkräfte dabei unterstützen, sich ganz praktisch den vielfältigen Aspekten zu nähern und einfach anzufangen.“

Alle zehn Tipps und weiterführende Links finden Sie unter https://sway.com/RGDLtoDTbo7TEWsx

 

 

]]>
http://www.news4teachers.de/2016/12/so-einfach-kann-digitale-bildung-sein/feed/ 0
Wurden deutsche Schüler krass benachteiligt? PISA-Erhebung (die erstmals am Computer stattfand) soll Ergebnisse massiv verfälschen http://www.news4teachers.de/2016/12/wurden-deutsche-schueler-krass-benachteiligt-pisa-erhebung-die-erstmals-am-computer-stattfand-soll-ergebnisse-massiv-verfaelschen/ http://www.news4teachers.de/2016/12/wurden-deutsche-schueler-krass-benachteiligt-pisa-erhebung-die-erstmals-am-computer-stattfand-soll-ergebnisse-massiv-verfaelschen/#respond Wed, 07 Dec 2016 07:25:20 +0000 http://www.news4teachers.de/?p=56758

BERLIN. Sind die deutschen Schülerinnen und Schüler bei PISA 2015 deutlich benachteiligt worden? Erstmals kommt massive Kritik aus der empirischen Bildungsforschung an der Methodik der Erhebung. Der Grund: Die Tests wurden dieses Mal am Computer absolviert. Der renommierte Bildungsforscher Olaf Köller sieht dadurch die Ergebnisse verfälscht. Auch in der Schweiz zeigt man sich irritiert.

Der Einsatz von Computern im Unterricht ist in deutschen Schulen noch keineswegs selbstverständlich - was Auswirkungen auf die PISA-Ergebnisse gehabt haben könnte. Foto: bionicteaching / flickr (CC BY-NC 2.0)

Der Einsatz von Computern im Unterricht ist in deutschen Schulen noch keineswegs selbstverständlich – was Auswirkungen auf die PISA-Ergebnisse gehabt haben könnte. Foto: bionicteaching / flickr (CC BY-NC 2.0)

Köller ist in der empirischen Bildungsforschung nicht irgendwer. Der Professor ist Chef des Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik in Kiel und Gründungsdirektor des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), das im Auftrag der Kultusministerkonferenz Bildungsstandards für die Schulen entwickelt. „Die OECD macht es sich mit der Umstellung etwas einfach“, meint er laut einem Bericht der „Rheinischen Post“ dazu, dass die Schüler zum ersten Mal am Computer getestet wurden, ohne vorab mögliche verzerrende Effekte der Umstellung zu untersuchen. Die gebe es aber.

Köller berichtet gegenüber der Zeitung von einer Vergleichsstudie, die teils am Computer und teils auf Papier durchgeführt worden sei – und die zu jeweils anderen Ergebnissen komme. Weil deutsche Schüler im Unterricht weniger vertraut mit Computern seien als ihre Altersgenossen in Fernost, seien für sie die Aufgaben schwieriger als auf Papier. Mit Blick auf Deutschland meint er: „Wenn die Erschwernis bei PISA ebenso groß war, dann wäre der Trend sogar positiv.“ Denn bis zu 20 Punkte könne der Unterschied betragen – was Deutschland in den Naturwissenschaften beispielsweise vor Kanada und damit in die weltweite Spitzengruppe katapultieren würde. PISA 2015 hat hingegen für Deutschland in dieser Kategorie einen Verlust von 15 Punkten gegenüber der Studie 2012 ergeben. Diese Größenordnung ist für Köller ohne Verzerrungen kaum nachvollziehbar. „Minus 15 Punkte in drei Jahren – das gibt es nur, wenn man den Unterricht einstellt“, meint er.

PISA ist ein Riesen-Erfolg für die deutschen Lehrkräfte – angesichts ihrer gewaltigen Herausforderungen. Für die Bildungspolitik weniger

Auch aus der Schweiz, der PISA ähnliche Ergebnisse wie Deutschland attestiert, kommt massive Kritik an der neuen Erhebungsmethode. Stefan Wolter, Leiter der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung, weist gegenüber dem „Blick“ auf die Schwäche der computerbasierten Prüfung hin. Bei Pilot-Tests habe eine Gruppe am Computer 2014 in der Schweiz deutlich schlechter abgeschnitten als eine Papier-und-Bleistift-Gruppe. In andern Ländern sei das Resultat umgekehrt ausgefallen. Das zeige, dass der computerbasierte Test von Land zu Land unterschiedliche Auswirkungen auf die Resultate habe – je nachdem, wie vertraut die Schüler im Umgang mit dem Rechner seien. „In Schweizer Schulen lernen die Kinder, zuerst die ganze Prüfung anzuschauen, um die einfachen Aufgaben prioritär zu lösen“, zitiert ihn „Blick“. Bei PISA konnten die Schüler dagegen nur vorwärtsklicken. Sei einem die Lösung einer Aufgabe später eingefallen, habe es keine Möglichkeit gegeben, diese nachzureichen, so Wolter.

Jungen am Computer besser als Mädchen

Die Forschung belege zudem, dass Jungen computerbasierte Tests besser bewältigen könnten als Mädchen. Möglicherweise haben sie deshalb besser abgeschnitten – auch in Deutschland. „Aber PISA soll nicht den Umgang mit dem Computer messen, sondern die Fähigkeit, zu lesen und zu rechnen“, meint Wolter. In der Schweiz wird deshalb schon ernsthaft über einen Ausstieg aus der Studie diskutiert. „Bis zur nächsten Runde 2018 müssen alle Unklarheiten ausgeräumt sein“, heißt es laut „Blick“ beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation.

So weit, einen Ausstieg aus PISA zu fordern, würde Prof. Köller wohl nicht gehen. Im Gegenteil, er hält die Studie für grundsätzlich wichtig. „Ich vergleiche Untersuchungen wie PISA mit einem Routinecheck beim Arzt. Da gibt es glücklicherweise auch nicht immer spektakuläre Befunde. Im Detail aber gibt es immer wieder interessante Ergebnisse“, so erklärte er in einem Interview mit der „Zeit“ 2013.

Stimmen sollte eine medizinische Diagnose aber schon. Agentur für Bildungsforschung

PISA: Deutschland stagniert auf gehobenem Niveau – Politik verspricht, „ihre Hausaufgaben“ zu machen. Für Lehrer klingt das wie eine Drohung

]]>
http://www.news4teachers.de/2016/12/wurden-deutsche-schueler-krass-benachteiligt-pisa-erhebung-die-erstmals-am-computer-stattfand-soll-ergebnisse-massiv-verfaelschen/feed/ 0