NRW-Zentralabitur: Schülerproteste gegen Mathe-Klausur

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DÜSSELDORF. Erneuter Aufruhr um das Zentralabitur in Nordrhein-Westfalen: Tausende Schüler empfanden die Mathe-Aufgaben als zu schwer und protestieren lautstark. Das Schulministerium bezeichnete die Klausur dagegen als lösbar. Dennoch forderte Schulministerin Löhrmann die Aufgabenkommission zu einer schriftlichen Stellungnahme auf.

Tausende Schüler aus Nordrhein-Westfalen protestieren gegen die zentrale Abiturprüfung in Mathe. Die Aufgaben seien zu schwierig und kompliziert formuliert gewesen, beschweren sich die Abiturienten. Eine Facebook-Gruppe zum Thema hatte am Freitagnachmittag mehr als 6100 Mitglieder, eine Petition an das nordrhein-westfälische Schulministerium mehr als 4700 Unterstützer, Tendenz steigend. «Ich bin sicher, dass die Klausur lösbar und nicht fehlerhaft war», sagte dagegen eine Ministeriumssprecherin.

Mathematik-Aufgabe
Viele Abiturienten in Nordrhein-Westfalen fanden die Mathe-Abituraufgaben zu schwierig und kompliziert formuliert. Foto: marco51186 / Flickr (CC BY 2.0)
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Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) habe die zuständige Aufgabenkommission nun damit beauftragt, schriftlich Stellung zu konstruktiver Kritik zu nehmen. Ein Sprecher der Bildungsgewerkschaft GEW erklärte nach einer ersten Umfrage unter Lehrern, diese hätten die Aufgaben als «sehr sehr schwer, aber grundsätzlich lösbar» wahrgenommen. Für ein Urteil sei es aber noch zu früh. Proteste, wie sie im Netz hochkochen, gebe es gerade im Abi-Fach Mathe immer, betonte die Ministeriumssprecherin.

Schon in den letzten Jahren hatte es in NRW Aufruhr gegeben. 2011 beschwerten sich Abiturienten über die irritierende Formulierung einer Aufgabe in der Grundkurs-Prüfung. In die Wiederholungsklausur hatte sich dann eine falsche Zahl eingeschlichen, die ein aufmerksamer Lehrer aber rechtzeitig bemerkte. Unter Schulministerin Barbara Sommer (CDU) konnten 2008 einige tausend Schüler die Prüfung wiederholen, weil sie Fehler in der Klausur – unter anderem das «Oktaeder des Grauens» – zur Verzweiflung gebracht hatten.

Nicht alle Schüler hielten die Aufgaben in diesem Jahr für unlösbar. Eine Facebook-Nutzerin schreibt: «Also unsere Grundkurse bzw. Leistungskurse hatten keine Probleme mit den Prüfungen (…).» Andere Abiturienten pflichten ihr bei: «Habt ihr auch mal daran gedacht, dass ihr die Leute verunsichert, bei denen es gut war?»

Die Zeit habe nicht ausgereicht, die Aufgaben seien viel schwieriger gewesen als 2011, begründeten Schüler dagegen ihre Unterschrift unter der Petition mit dem Titel «Abprüfen der Klausuren vor der Aushändigung». Der GEW-Sprecher sagte: «Eine Vergleichbarkeit muss über Jahre hinweg geleistet sein.» Er ergänzte: «Es gibt immer auch unterschiedliche Wahrnehmungen» – bei Lehrern und bei Schülern.

Die Aufgaben durchliefen einige Hürden, bevor sie an die Schüler gingen, verteidigte das Ministerium den Prozess im Zentralabitur. «Ein Lehrerteam erstellt die Aufgaben», sagte die Sprecherin. Dann beackerten Mathelehrer selbst die Klausuren, um sie einem Praxis-Check zu unterziehen. Eine Kommission aus Fachlehrern, Fachwissenschaftlern und Dezernenten der Bezirksregierung gebe die Aufgaben frei.

Anders als in anderen Fächern laden Mathelehrer die Klausuren selbst aus dem Netz herunter und sehen sie vor den Prüfungen durch. Aus acht Aufgaben für die Leistungskurse – etwa aus den Bereichen Analysis oder Stochastik – müssen die Lehrer vier auswählen. Für die Grundkurse wählen sie aus sieben Aufgaben drei aus. «Danach haben wir in diesem Jahr nur eine Handvoll Rückmeldungen bekommen», sagte die Sprecherin. Nach den Klausuren hätten noch zwei Lehrer Rückfragen gehabt.

Die Abiturienten fühlen sich in diesem Jahr vor allem durch den doppelten Abiturjahrgang unter Druck gesetzt. Rund 121 000 Schüler brüteten in NRW in den vergangenen zwei Wochen über den schriftlichen Prüfungen, 2011 waren es etwa 80 000 gewesen. Viele fürchten, wegen der Zulassungsbeschränkung durch den Numerus clausus in vielen Fächern keinen Studienplatz zu bekommen. «Unsere Zukunft wird von den Politikern einfach verbaut», schreibt eine Unterstützerin der Online-Petition. Für Dienstag haben die Schüler eine Demonstration vor dem Düsseldorfer Ministerium geplant. (dpa)

(19.04.2013)

Petition mit Statements von Unterstützern

zum Bericht: Erneut Panne beim Abitur

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