Gastkommentar: Nach der Entscheidung über die schwere Englisch-Klausur in NRW: Wiederholung ist des Guten zuviel

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Ein Gastkommentar der Rheinischen Post

DÜSSELDORF. Wenn bei uns in der Schule eine Klausur mies ausfiel, waren natürlich die Lehrer schuld. Die Arbeit war zu schwer, der Stoff unbekannt, die Aufgabe unlösbar. Und manchmal war auch etwas Wahres dran. Zumindest dann bestanden zu Recht Zweifel, wenn selbst der lernwütigste Streber nur auf eine schwache Vier kam. Genutzt aber hat damals alles Klagen wenig. Das ist in Zeiten der sozialen Medien anders. Die Online-Petition Zehntausender Schüler der zehnten Klassen fand Gehör – sogar im Schulministerium. Die zentrale Englisch-Prüfung darf wiederholt werden. Das Ministerium signalisiert: Wir haben verstanden. Richtig ist die Entscheidung dennoch nicht. Denn sie sorgt erneut für ungleiche Bedingungen. Die Prüfung wird nur wiederholt, wenn es der Prüfling verlangt. Offensichtlich um die Zahl der förmlichen Beschwerden zu begrenzen, wird zusätzlich eine großzügigere Bewertung versprochen. Klingt so, als könne kaum noch einer durchfallen. Besser wäre es gewesen, auf die Nachschreibemöglichkeit zu verzichten. Die Bewertung zu ändern, hätte völlig gereicht.

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