Ernst setzt das Thema Schulstruktur wieder auf die Tagesordnung: Kommission soll Vorschläge für 2030 erarbeiten

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POTSDAM. Kurz nach dem Aus für die umstrittene Kreisreform schiebt Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst das nächste große Thema mit Konfliktpotenzial an: Eine mögliche Schulstrukturreform für das Jahr 2030.

Kann sich schon mal auf Gegenwind einstellen: Britta Ernst. Foto: SPD Schleswig-Holstein / flickr (CC BY 2.0)
Kann sich schon mal auf Gegenwind einstellen: Britta Ernst. Foto: SPD Schleswig-Holstein / flickr (CC BY 2.0)

Am Dienstag eröffnete die SPD-Politikerin nach Angaben des Ministeriums die erste Sitzung einer Demografie-Kommission, die bis Mai 2019 Vorschläge für die Schulentwicklung erarbeiten soll. Hintergrund sind wie bei der gescheiterten Kreisreform die demografische Entwicklung und die finanzielle Situation der Kommunen.

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Den Vorsitz des beim Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung angesiedelten 19-köpfigen Gremiums übernimmt Bildungs-Staatssekretär Thomas Drescher. Mitglieder sind neben Landtagsabgeordneten auch Vertreter der Kommunen, des Landesschulbeirats, der Lehrkräfte, der Wirtschaft, der Schulämter und Schulen sowie drei Forscher. dpa

In Kiel abgewählt – jetzt geht sie als Bildungsministerin nach Potsdam: Ernst löst Baaske ab (der sich um seine Tochter kümmern will)

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2 KOMMENTARE

  1. Sowas brauchen wir gerade: Eine 19-köpfige Kommission, vorwiegend mit Politikern und Lobbyisten besetzt, die viele Spesen verbraucht und zum x-ten Male Vorschläge für eine Schulstrukturreform machen soll. Man sollte lieber mal die Berichte der bisherigen Kommissionen dazu aus der Schublade holen und lesen. Kaum etwas davon ist realisiert worden. Schon 1969 wurde groß vorgeschlagen, bundesweit die Gesmtschule zur alleinigen Schulform zu machen.

  2. Hier ist ein schönes Beispiel für die geringe “Halbwertszeit” von Argumenten in der Schulformdebatte:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-23011327.html

    Darin: Die Schule in Schweden ist ganz großartig, Finnland ist super, und selbst Großbritannien ist “geradezu beispielhaft”.
    So sah man das 2002 wegen PISA. Und die haben ja alle ein einheitliches Schulsystem. Deswegen sind sie so gut, hieß es.

    Und wie sieht die Realität 10-15 Jahre später aus?
    Bei PISA ist Finnland immer noch gut, aber nicht mehr so gut wie damals, Schweden und GB liegen klar hinter Deutschland.

    Die Mittelwerte bei PISA 2012 in Mathematik:
    SF: 519
    D: 514
    GB: 494 (England: 495, Wales: 468, Schottland: 498)
    S: 478

    PISA 2015 beim Lesen:
    SF: 526
    D: 509
    GB: 498
    S: 500

    PISA 2015 in Mathematik:
    SF: 511
    D: 506
    GB: 492
    S: 494

    Die Schulsysteme wurden seitdem nicht geändert, Deutschland hat immer noch das angeblich schädliche “Sortieren” nach Klasse 4. Was soll uns das jetzt sagen? Die Argumente des Spiegel-Artikels von 2002 sind zerplatzt wie Seifenblasen. Das Argumentieren mit PISA erweist sich plötzlich als Bumerang.

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