Tarifstreit: GEW macht mobil – jetzt wird in Kitas gestreikt

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DÜSSELDORF/KIEL. Nach der ergebnislos verlaufenen zweiten Verhandlungsrunde für den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) setzen die Gewerkschaften ihre Warnstreiks fort. Die GEW Nordrhein-Westfalen sowie Schleswig-Holstein zum Beispiel haben ihre tarifbeschäftigten Mitglieder in den Kindertageseinrichtungen für heute zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Fällt bald das Streikverbot für beamtete Lehrer? Dass das Bundesverfassungsgericht mündlich über die Beschwerden der Kläger verhandeln will, gilt schon als Erfolg. Foto: Richard Huber / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Mit dem Warnstreik zeigen die Kita-Mitarbeiter, dass es ihnen ernst ist. Foto: Richard Huber / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

„Die öffentlichen Arbeitgeber haben es in der zweiten Verhandlungsrunde nicht für nötig befunden, ein konkretes Angebot vorzulegen. Damit haben sie weitere Streikmaßnahmen der Beschäftigten provoziert. Unsere Forderungen liegen auf dem Verhandlungstisch. Der Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände müssen sich bewegen“, erklärte die Vorsitzende der GEW NRW, Dorothea Schäfer.

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Die GEW fordert in der Tarifrunde 2018 eine Erhöhung der Tabellenentgelte um sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro und die Erhöhung der Entgelte für Praktikanten sowie Auszubildenden um 100 Euro monatlich. Zudem erwarten sie, dass die Jahressonderzahlung für das Tarifgebiet Ost auch für den kommunalen Bereich an das West-Niveau angeglichen wird. Fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit zahlen die Kommunen im Tarifgebiet Ost nur 75 Prozent der Sonderzahlung West. Die Laufzeit der Tariferhöhung soll zwölf Monate umfassen.

Schäfer unterstrich: „Wir fordern eine deutliche Lohnerhöhung für die Beschäftigten in den Kitas und für den gesamten öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen. Die ist notwendig, um die pädagogische Arbeit angemessen zu bezahlen, gerade vor dem Hintergrund des großen Fachkräftemangels in den öffentlichen Kitas.“ Nur durch gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung könnten junge, motivierte Menschen für Sozial- und Erziehungsberufe gewonnen werden. Die mangelnde Attraktivität habe auch mit der Bezahlung zu tun.

Die schleswig-holsteinische GEW-Vorsitzende Astrid Henke schlug in die gleiche Kerbe. „Auch die Einkommen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst müssen kräftig steigen. Wann, wenn nicht jetzt? Die öffentliche Hand hat im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss von 38,4 Milliarden Euro eingefahren. Die Beschäftigten haben dafür mit ihrer Arbeit die Voraussetzungen geschaffen. Da ist es nur recht und billig, dass sie nun auch an dieser Entwicklung beteiligt werden“, sagte sie. Sie betonte, dass die Gehälter im öffentlichen Dienst seit 2000 weniger stark gestiegen seien als in der Gesamtwirtschaft. Die Lücke von rund vier Prozent gelte es jetzt zu schließen. Steigende Reallöhne seien wichtig, um die Binnenkonjunktur weiter anzukurbeln. News4teachers

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