Schulleiterin beklagt marodes Gebäude – Bezirk untersagt Journalisten Besichtigung

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BERLIN. Erst im Herbst war eine Zwischendecke heruntergekommen: Die Leiterin der Berliner Carlo-Schmid-Oberschule hat die maroden Zustände in ihrem Haus beklagt und einen Neubau gefordert. Immer wieder laufe Wasser ins Gebäude, die Heizung funktioniere nicht zuverlässig, sagte Bärbel Pobloth am Montag. «Die Jalousien an diesem Gebäude kann man schon seit vielen Jahren nicht mehr rauf- und runterkurbeln.» Ein geplanter Journalistentermin in der Schule kam nicht zustande – der Bezirk verbot den Besuch.

Fotografieren im Schulgebäude? Unerwünscht. Illustration: Bloody666 / Wikimedia Commons CC0
Fotografieren im Schulgebäude? Unerwünscht. Illustration: Bloody666 / Wikimedia Commons CC0

Seit fünf Jahren wird ihren Angaben zufolge der Brandschutz erneuert. Das bedeute erst einmal Krach und Schmutz. Schüler müssten in Ersatzräume ziehen. Ihr Kollegium sei trotzdem überaus engagiert, sagte Pobloth. Sanierungen seien aber im Wesentlichen nur Flickwerk, daher fordere sie einen Neubau, so die Schulleiterin. Nach ihren Informationen würde das 40 bis 50 Millionen Euro kosten, eine Sanierung 36 Millionen Euro.

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Viele Schulen in der Hauptstadt müssen saniert werden. Die rot-rot-grüne Landesregierung will für Neubau und Instandsetzung von Schulen innerhalb von zehn Jahren rund 5,5 Milliarden Euro ausgeben. Die Bildungsgewerkschaft GEW forderte dafür mehr Personal in den Bau- und Schulämtern, eine stärkere Beteiligung von Lehrern und Schülern und Transparenz bei Sanierungsprojekten.

Die Gewerkschaft hatte für Montagmorgen zu einem Rundgang durch die Schule in Spandau eingeladen, der Bezirk untersagte Journalisten aber die Teilnahme. «Da bin ich schwer enttäuscht», sagte der Vorsitzende des Elternausschusses im Bezirk, Thorsten Hartje. Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) sagte zur Begründung, Bilder aus der Schule wären «nicht repräsentativ» gewesen. dpa

Schulen müssen schließen – wegen Einsturzgefahr. GEW: Gefahr für Leib und Leben

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3 KOMMENTARE

  1. Wenn Verwaltungen ein EIgenleben entwickeln, der Grundsatz der Brügernähe, die ja nun auch ein Recht des Bürgers an Verwaltung ist, und die Verwaltungsleitung das auch noch ermöglicht —– ist man in Berlin!

  2. Der genanne Bürgermeister Kleebank (SPD) war bis vor wenigen Jahren übrigens Lehrer an der Heinrich-Böll-Oberschule (Gesamtschule) im gleichen Bezirk (das weiß Wikipedia). Er müsste sich also eigentlich auskennen.

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