Philologen: Allgemeinbildung und Berufliche Bildung gehören in ein Ministerium

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KIEL. Die Übertragung der Schul- und Fachaufsicht für berufliche Schulen ins schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium stößt auch beim Philologenverband auf Kritik. „Allgemeinbildende und berufliche Schulen haben zwar unterschiedliche Bildungsaufträge, beide unterliegen aber dem gesetzlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag, und dessen Zuständigkeit gehört ins Bildungsministerium“, erklärte der Vorsitzende Jens Finger. Die Zuständigkeit für alle Schulen sei bei Bildungsministerin Karin Prien (CDU) gut aufgehoben, ergänzte Finger. Die Aufteilung in zwei Ministerien sei der Vergleichbarkeit der Abschlüsse und der konkreten und detaillierten Abstimmung über Bildungsgänge und fachliche Anforderungen abträglich, so der Philologenverband.

Gibt die Zuständigkeit für die berufliche Bildung ab: Bildungsministerin Karin Prien. Foto: Frank Peter / Staatskanzlei Schleswig-Holstein

Zugleich betonte der Verband, dass er der Kritik “der Konkurrenzorganisation” GEW (News4teachers berichtete) nur in Teilen zustimmen könne. „Deren Befürchtung, unter Wirtschaftsminister Buchholz würden Berufsschülerinnen und –schüler Opfer von sogenannten Verwertungsinteressen der Wirtschaft werden, halten wir unbegründet und für ideologischen Unsinn“, erklärte Finger.

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Dem Philologenverband Schleswig-Holstein gehe es um vergleichbare Ansprüche etwa von allgemeinbildenden und Fachgymnasien. Dazu gehöre auch ein hinreichender Anteil allgemeinbildender Fächer und Bildungsinhalte; denn schließlich beanspruchten die Fachgymnasien für ihre Abiturienten Studierfähigkeit. Schon aus diesem Grunde liege eine Schulaufsicht unter einem Dach nahe, so der Verband. News4teachers

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5 KOMMENTARE

  1. Es ist ja auch völlig unsinnig, die Berufsschulen nicht im Bildungsministerium anzusiedeln. Da hat der Philologenverband einfach recht.

  2. Die berufliche Bildung muss im Wirtschaftsministerium angesiedelt werden, da die Pädagogen im Bildungsministerium keine Ahnung von den Ansprüchen hat, die die Unternehmen an die Berufsschüler stellt. Zehnfingerschreiben und Office-Programme sind aber nun einmal wichtiger als das Interpretieren literarischer Texte oder das Basteln. Derartige Sachen gehören in die vorhergenden allgemeinen Schulen.

    • Die beruflichen Schulen vergeben aber auch ein Abitur. Momentan ist es so, dass die Ansprüche zumindest in Schleswig-Holstein erheblich geringer an den berufsbildenden Schulen sind als am Gymnasium. Beim NC spielt das aber keine Rolle.

      • Das berufliche Abitur ist aufgrund der zu frühen Spezialisierung abzuschaffen. Man sollte guten Realschulabgängern eher angepasste vierjährige allgemeine Gymnasiallehrgänge anbieten, die sie zum Abitur führen. Es ist schon problematisch, wenn ein Wirtschaftsgymnasiumsabsolvent ohne Biokurse später Medizin studieren will.

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