Unterschriftensammlung für Volksantrag Gemeinschaftsschule beginnt

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DRESDEN. Das Bündnis «Gemeinschaftsschule in Sachsen» beginnt am 29. September mit der Unterschriftensammlung für den entsprechenden Volksantrag. Wie lange es dauert, die nötigen 40 000 Namenszüge als Voraussetzung für die Einbringung in den Landtag zusammenzubringen, sei unklar, sagte Koordinator Burkhard Naumann am Donnerstag in Dresden. Der Entwurf eines Gesetzes zur Einführung der Gemeinschaftsschule im Freistaat liege normgeprüft vor. Danach sollen das Schul- sowie das Gesetz über Schulen in freier Trägerschaft im Freistaat um die neue Schulart ergänzt und in 19 Paragrafen geändert werden.

Gesamtschule
Das Bündnis will dem gegliederten System eine integrierte Schulform entgegenstellen – und setzt dabei auf die Eltern. Foto: EnergieAgentur.NRW / Flickr (CC BY 2.0)

Ziel des breiten Bündnisses ist das gemeinsame Lernen von der ersten bis zwölften Klasse, sagte der Dresdner Erziehungswissenschaftler Wolfgang Melzer. Laut einer Emnid-Studie unterstützten zwei Drittel der sächsischen Bevölkerung die Idee, vor allem junge Leute. Derzeit werden die Kinder nach der vierjährigen Grundschule getrennt – in Richtung Oberschule und Gymnasium.

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Laut dem Gesetzentwurf soll die Klassenstärke wie bei Oberschulen und Gymnasien üblich bei 20 Schülern liegen, keine Bildungsempfehlung in und für Gemeinschaftsschulen nötig, Neueinrichtung oder Umwandlung bestehender Schulen freiwillig und jahrgangsübergreifender Unterricht möglich sein. Der Landtag muss den Volksantrag innerhalb von sechs Monaten beraten. Wenn er ihn ablehnt, kann ein Volksbegehren in Gang gesetzt werden. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Zitat: “Laut einer Emnid-Studie unterstützten zwei Drittel der sächsischen Bevölkerung die Idee, vor allem junge Leute.”

    Im Osten hat das ja Tradition. Wohl fast alle Eltern heutiger Kinder lernten in der DDR von Klasse 1 bis Klasse 8, später bis Klasse 10 gemeinsam.

    Hat hier eigentlich auch die politische Bildung versagt, dass dieser Wunsch nicht “totzukriegen” ist?

  2. Warum macht man es nicht wie in der Schweiz? 6 Jahre Grundschule, wobei man innerhalb der sechs Jahre mit zwei Fremdsprachen anfängt. Das hätte auch den Vorteil, dass nicht die pubertätsbedingte Faulheit dazu führt, dass faule aber intelligente Schüler auf die falsche Schulform kommen. Eine Selektion nach der 9., 10. oder 12. Klasse hätte das oben genannte Problem leider zur Folge.

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