Umfrage: Mehrheit der Eltern hält die Zeugnis-Noten ihrer Kinder für gerecht

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BOCHUM. Auf den Halbjahreszeugnissen werden nicht nur Zensuren stehen, die Kindern und Eltern gefallen. Etwa zwei Drittel der Mütter und Väter (65 Prozent) finden laut einer Umfrage aber, dass es bei der Benotung ihrer Kinder gerecht zugeht – knapp ein Drittel (32 Prozent) ist überzeugt, dass mindestens eine Note ihres Kindes unfair vergeben wurde. Befragt wurden für die repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Nachhilfeanbieters Studienkreis insgesamt 1002 Eltern schulpflichtiger Kindern.

Bald stehen wieder die Halbjahreszeugnisse an. Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Bei den Eltern, die mindestens eine Note auf den beiden zurückliegenden Zeugnissen als ungerecht empfinden, gibt es einen Unterschied zwischen den Geschlechtern: 35 Prozent der Mütter sehen eine Ungerechtigkeit, aber nur 29 Prozent der Väter. Eine weitere Auffälligkeit ergibt sich aus dem Alter der Kinder: Hier steigt das Ungerechtigkeitsempfinden der Eltern im Laufe der Jahre. 47 Prozent der Eltern von Kindern, die mindestens die elfte Klasse besuchen, werten mindestens eine Note als ungerecht, aber nur 23 Prozent der Eltern von Grundschülern in den Klassen Eins bis Vier.

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Auf die Frage, welche Kriterien Einfluss auf die Noten haben, sagten 88 Prozent der Eltern, dass es nach der Leistung geht. 72 Prozent halten die persönlichen Ansprüche des Lehrers für sehr einflussreich, 36 Prozent finden, dass der familiäre Hintergrund des Schülers mit entscheidet. dpa

Hintergrund

Die Umfrage wurde im November 2018 vorgenommen und enthielt unter anderem folgende Fragen:

  • Zunächst geht es ganz allgemein darum, inwieweit Lehrer die folgenden Kriterien berücksichtigen, wenn sie Zeugnis-Noten vergeben: Die Leistung des jeweiligen Schülers, die persönlichen Ansprüche des Lehrers, das Leistungsniveau der Klasse, der familiäre Hintergrund des Schülers.
  • In welche Klasse geht Ihr Kind?
  • Bitte denken Sie nun einmal an die letzten beiden Zeugnisse Ihres Kindes, also an das Halbjahreszeugnis und das Jahresendzeugnis vom letzten Schuljahr. Hatten sie das Gefühl, dass in diesen beiden Zeugnissen alle Noten gerecht waren – oder haben sie mindestens eine Note als ungerecht empfunden?

 Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Eine Lehrerin bekennt: Ich gebe nur noch gute Noten, weil gerechte Zensuren eine Illusion sind – Debatte um Leistungsbewertung

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2 KOMMENTARE

  1. Unter dem Vorbehalt, dass man Noten nicht verabsolutieren darf, sie also eher eine Orientierung darstellen als eine glasklare Feststellung (ich spreche übrigens gerade von den Fachnoten) , ist es ja auch so, dass Noten in der Regel “gerecht” sind, gerade weil uns der pädagogische Freiraum auch möglich macht, auf individuelle Besonderheiten einzugehen, was ja meistens eher für den Schüler ausschlägt und nicht gegen ihn.

    • Die Noten werden halt hingenommen, sie erhalten ja erst eine Relevanz, wenn aus ihnen verwaltungsrechtliche Schritte wie die Grundschulempfehlung, die versetzung bzw. Nichtversetzung, die Stufung in eine Fachleistungsebene oder die Zuweisung eines der APO entsprechenden Abschlusses erwachsen. Da diese im Gegensatz zu den Noten Verwaltungsakte sind, sind sie gerichtlich überprüfbar. Dies wissen Juristen auch und beraten die Eltern entsprechend. Dass gegen die Benotung nicht vorgegangen wird, ist also konsequent, zeigt aber nicht, dass die Eltern zufrieden wären.

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